Missbraucht.. ich hab Angst vor der Therapie

    • (1) 09.01.12 - 13:58
      therapieangst

      Ich wurde im Kindesalter missbraucht. Seit 2 Jahren gehe ich in Therapie, wir hatten das Thema schon mal aufgegriffen, ich hatte meinem Therapeuten allerdings nicht alles erzählt (mir hat die Hälfte zum Verarbeiten schon gereicht). Mit HIlfe einer Traumatherapie hab ich das ganz gut in den griff bekommen. Aber es holt mich nun doch wieder ein. Wohl, weil ich damals nicht ganz ehrlich war und alles ausgeführt habe.

      Heute hat mein Thera, nachdem ich es angesprochen habe und ihm erzählt habe, dass es doch bis zum Äußersten ging damals, gemeint, wir müssen das noch aufarbeiten. Es sei noch nicht ausreichend therapiert. Er hat ja recht, ich habe gezittert, hatte einen richtig zugeschnürten Hals, Herzrasen, mir wurde schwindelig... als wir nur von dem Thema begonnen haben heute. Aber ich habe solche Angst davor. Ich vertraue meinem Therapeuten, aber ich weiß nicht, ob ich das aushalten werde. Was mache ich denn zwischen den Therapiesitzungen, wer fängt mich denn auf?! Ich bin ganz alleine damit, kann es keinem erzählen.

      Ich will es schaffen, aber ich hab solche Angst vor den "Nebenwirkungen" der Therapie. Schon beim letzten Mal, als wir das in Angriff genommen haben, habe ich meine Unterarme mit dem Messer verschandelt, um mich von den seelischen Schmerzen, Gedanken und Bildern abzulenken. Ich bin durch die Hölle gegangen. Noch einmal von vorne? Ich kann nicht mehr :-( Fühle mich so hilflos.

      in eine Klinik will ich nicht, wenn, dann will ich mich nur meinem Therapeuten anvertrauen. Er kennt mich schon und ist sehr einfühlsam. Aber ich weiß nicht wie ich die Zeit durchstehen soll. Es ist so schwer für mich das Thema, auch wenn es schon so lang ezurückliegt. Weiß auch nicht was ich machen soll. Er meint, er zwingt mich nicht dazu, er will mich nicht quälen - er empfiehlt es mir nur, weil ich sonst immer noch in meinem Denken und Handeln davon beeinflusst werde (womit er ja recht hat).

      Was würdet ihr tun? Soll ich es wagen? Aber wie soll ich das schaffen?

      • das tut mir so leid für dich
        ich weis wie es dir geht
        *ganz feste drückt*

        kann dir dein therapeut nicht adressen geben
        wo man so gleichgesinnte findet?
        vieleicht findest du eine leidensgenossin
        und ihr könnt euch gegneseitig stützen?

        du kannst es nicht allein schaffen
        du brauchst jemand auserhalb deines hterapeuten
        den du wegen dem thema auch mal um 3 uhr nachts anrufen kannst

        • (3) 10.01.12 - 07:53
          therapieangst

          Hallo,

          danke für deine Antwort. Ja, vielleicht finde ich jemanden - obwohl ich nicht weiß, ob eine ebenfalls Betroffene es aushält, da thematisch mit reingezogen zu werden... aber ich schau mal, jemand hier hat mir auch die wildwasser-seite empfohlen, übers INternet ist ein Kontakt vielleicht leichter herzustellen..

          Danke jedenfalls!

      Möglicherweise bedeutet Deine Angst, dass Du auch ein recht gesundes Bauchgefühl hast.
      Ich meine herauszulesen, dass Du weiblich bist und der Therapeut männlich - stimmt das?

      Wenn es Dir bei oder mit dem Gedanken nicht gut geht, halte ich es für empfehlenswert, auf das Bauchgefühl (erst mal) zu hören. Es kann ja auch gut sein, dass der Therapeut nicht der richtige ist - egal wie "lieb und nett" er bisher war.

      Mißbrauchsopfer haben ja auch sehr viel damit zu kämpfen, dass ihre (einstmals gesunde!) Wahrnehmung durch den Mißbrauch vielleicht völlig verdreht wurde und es kann (kann - muss nicht!!!) in der Therapie sich tatsächlich wiederholen, dass man als Klient an seine Grenzen kommt, dem Therapeuten gefallen will (gerade bei Gegengeschlechtlichkeit bin ich sehr, sehr skeptisch) und dann seine eigene Schmerzgrenze überschreitet.

      Manchmal kann es sogar gesund sein, erst mal für sich einen Schritt zurückzutreten und Kraft zu schöpfen und dann nochmal hinzugucken, was man sich wünscht.

      Und meine ganz persönliche Empfehlung: von Frau zu TherapeutIN.

      Ich habe viel mit dieser Berufsgruppe zu tun und arbeite selbst in einem Helferjob im sozialen Bereich.
      Da kann es auch ganz ungewollt zu Grenzüberschreitungen kommen, die in ein Abhängigkeitsverhältnis hineinführen, statt in die Selbständigkeit (auf die es ja hinauslaufen soll).

      Schau' lieber mal ganz gut hin und vertraue Deinem Bauchgefühl!

      Alles Gute!
      Claudia

      • (5) 10.01.12 - 07:57

        Hallo Claudia,

        danke für deine offene Antwort. Mein Bauchgefühl sagt mir gerade nicht wirklich etwas - ich weiß nicht, ob ich nicht bereit dazu bin, oder ob einfach nur die Angst mir im Wege steht. Ich hab einfach Angst davor, wieder so heruntergezogen zu werden von dem Thema, nachdem ich nun eigentlich soweit ganz stabil bin momentan.

        Was das Thema Gegengeschlechtlichkeit angeht: Ich kann mit Frauen einfach nicht. Auch bei Ärzten habe ich Hemmungen, zu einer Frau zu gehen - ich entscheide mich am liebsten für ältere Männer, die mir so eine Art Vatergefühl vermitteln. Keine Ahnung, ob das mit damals zusammenhängt, aber ich könnte mit einer Frau einfach nicht so reden wie mit einem Mann. Deshalb habe ich mir auch bewusst einen männlichen Therapeuten ausgesucht. Er ist sehr einfühlsam, ich bin schon 2 Jahre bei ihm und ich kann sehr offen und ehrlich bei ihm sein. Fühle mich gut aufgehoben.

        Was mich noch interessieren würde. Du meinst es kann schnell zu einem Abhängigkeitsverhältnis kommen, wenn man seine Grenzen überschreitet. Wie meinst du das genau? Und wie lässt sich das verhindern?

        Danke jedenfalls für deine Antwort, die ich mir zu Herzen nehmen werde. Ich werde sehen, ob mein Bauchgefühl mir nicht doch etwas sagen kann...

        • Ich werde Dir auf jeden Fall nochmal ausführlicher antworten (weil ich das Thema für sehr wichtig halte) - habe heute nur einen absoluten Streßtag, wollte aber mal Rückmeldung geben.

          Bis die Tage!

          • (7) 10.01.12 - 19:17

            Danke, das ist sehr lieb von dir! Ich bin gespannt auf deine Antwort!

            Liebe Grüße und einen entspannenden Abend.

            • So....jetzt meine versprochene Antwort.

              In Deiner Antwort lese ich heraus, dass Du Dich momentan stabil fühlst und dass Du Angst davor hast, heruntergezogen zu werden.
              Für mich klingt das auf jeden Fall schon nach einem deutlicheren Hinweis eines "gesunden Bauchgefühls".

              Ich weiss zwar aus Erfahrung, dass man in der Psychologie oft davon ausgeht, dass es erst dann zur psychischen Gesundung führt, wenn man sich eine traumatische Situation nochmal ansieht und noch einmal durch sie hindurch geht.

              Mittlerweile bin ich aber durch eigene Erfahrungen der Ansicht, dass das zwar eine (in vielen Fällen auch sehr sinnvolle!) Möglichkeit ist, aber dass es durchaus auch anders geht.

              Man kann tatsächlich auch mit extremen mit Gewalterfahrungen abschließen, ohne dass man das ganze nochmal in einer Therapie durchläuft.
              Ich begleite z.B. eine Mutter, die ganz traumatische Erlebnisse in ihrer Kindheit hatte (im Ausland entführt, vermutlich versklaft und jahrelang mißbraucht).
              Sie hatte sich auch therapeutisch begleiten lassen, aber irgendwann hat sie für sich entschieden, dass jetzt "Schluß" ist.
              Sie hat hier ein neues Leben aufgebaut und ist psychisch stabil und gesund und sie ist meiner Meinung nach ein "Fall", bei dem man nicht nochmal ausgraben muss, denn sie steht im Leben und kommt ausgezeichnet zurecht.

              Thema Gegengeschlechtlichkeit:
              ich kann auf jeden Fall gut Deine Beweggründe nachvollziehen, trotzdem liegt es mir am Herzen, einfach auch mal aufzuzeigen, wo Gefahren liegen / lauern können (können - nicht müssen!).

              Ich habe vor etwa zwei Jahren auch eine junge Frau begleitet, die aufgrund von Gewalterfahrungen bei einem männlichen Therapeuten war.
              Durch die Aufarbeitung ihrer Geschichte hat sich auch (was auch ganz normal ist während einer Therapie) eine emotionale Abhängigkeit zu dem Therapeuten gebildet und ich habe sie immer wieder ziemlich verzweifelt erlebt, wenn ihr der Therapeut gesagt hat, dass er nur noch soundsoviele Jahre seinen Job macht.

              Wenn sie ihm ein Geschenk gegeben hat, hat er es angenommen, aber mit den Worten, dass sie es früher oder später zurückbekommt.

              Was mich dann noch sehr alarmiert hat: bei der Frau handelte es sich um eine junge Erwachsene (ü 20). Der Therapeut sagte ihr immer wieder, dass sie noch nicht "erwachsen" sei und ich weiss sicher von diesem Therapeuten, dass er sich (gerne) auch in einer vätlerlichen Rolle sieht und seine weiblichen Klientinnen -wenn entsprechende Bindung passiert ist- erst "anzieht" und dann "abstößt", weil er der Ansicht ist, dass nur Frust und Einsamkeit erwachsen machen.

              Wenn jetzt jemand mit Gewalterfahrung an so ein Gegenüber gerät, das sehr "väterlich" wirkt und dann eine entsprechende Bindung passiert, in der die Klientin zur "Kindsfrau" wird, klingeln bei mir die Alarmglocken ganz laut.
              Zumal ich ganz sicher weiss, dass auch Therapeuten sich gerne mal in Klientinnen vergucken können und diese Art der Abhängigkeit auch für sich auskosten.

              Man geht zwar davon aus, dass ein Therapeut solche Gefühle nicht entwickelt, weil er ja "Profi" ist, aber in der Realität kann (kann - muss nicht!) das ganz anders aussehen.

              Und ein Therapeut, der seine Gefühle dann nicht mehr so ganz im Griff hat (in der Fachsprache "Gegenübertragung" ---- aber google mal nach, wie wenig Du über männliche Therapeuten finden wirst, die Gefühle für ihre Klientinnen empfinden....so tabu ist das Thema nämlich) kann unbeschreiblich manipulativ werden und die Wahrnehmung der Klientinnen völlig verdrehen.

              Und da sehe ich eben die Gefahr auf die ich mich bezogen habe.
              Eine mißbrauchte Frau hat vermutlich schon während des Mißbrauchs zu Ohren bekommen, dass diese Gewalt "Liebe" ist oder dass es ein "Geheimnis" ist....die Palette eben 'rauf und 'runter.
              Passiert dann noch etwas auf der gegengeschlechtlichen Ebene, kann (auch wieder "kann" und muss nicht) es eben passieren, dass der letzte Rest einer vielleicht noch gesunden Selbstwahrnehmung verloren geht, wenn denn so etwas passieren sollte.

              Und ich halte es bei einer gegengeschlechtlichen abhängigen Beziehung immer für riskant.

              Nicht minder riskant halte ich es, wenn sich die Klientin in den Therapeuten verguckt. Wird zwar auch als "völlig normal" gesehen (und ich schreibe mal ganz frech, dass sich Therapeuten auch geschmeichelt fühlen können, wenn das passiert) - aber auch da wird an der Wahrnehmung gedreht, wenn Liebe als "Übertragung" bezeichnet wird.

              Denn etliche Klientinnen werden dann völlig verunsichert, ob ihr Gefühl jetzt "echt" ist oder ob es "nur" eine Übertragung ist.
              Ich sage mal, dass jedes Gefühl "echt" ist.

              In dem Moment, in dem die Klientin wieder lernt, an ihren Gefühlen zu zweifeln, kann ich das nicht als Therapieerfolg betrachten.

              Ich kann von meinem Job in der SPFH auch sagen, dass es mir im Job mal passiert ist, dass ich für ein Kind, das ich begleitet habe, Muttergefühle entwickelt habe.
              Es ist also bei weitem nicht so, dass wir, die in Helferjobs arbeiten, völlig distanziert und immun gegen die Menschen sind, die wir begleiten und da gilt es gut hinzugucken und nicht die Gefühle auf die Klienten zu übertragen oder an deren Wahrnehmung zu drehen, weil mein seine Gefühle als "No Go" betrachtet.

              Ich habe das damals mittels Supervision bearbeitet - aber kein Klient kann sicher wissen, ob auch ein Therapeut regelmäßig Supervision macht.
              Ich habe leider auch schon erlebt, dass sich viele ihrer selbst zu sicher sind.

              Soviel mal zu meinem Standpunkt. Ich will Dich auf keinen Fall entmutigen, sondern viel mehr er-mutigen, Dir auch selbst über den Weg zu trauen und nichts aufzuwühlen, das man vielleicht gar nicht mehr aufwühlen muss.

              Alles Gute für Dich,
              Claudia

    wenn du dich allein damit fühlst und denkst, dich fängt niemand damit auf, dann schau doch mal im forum von wildwasser.de vorbei. dort sind viele missbrauchte, die ähnliche probleme wälzen. ich finde, dass es auch den vorteil hat, dass da keine reellen partner sind, sondern leidensgenossen, weil partner und freunde schnell damit überfordert sind und das ganze ausmaß auch nicht begreifen können, eben weil sie es selbst nicht erlebt haben. man belastet seinen partner oft unnötíg und es kommt zu streitereien. im forum kannst du dich austauschen und dein leid einfach mal los lassen und wenn es dir reicht, schaltest du die kiste ab ;). probiers doch mal aus!

    gruss von sina

    ansonsten kannst du dich auch gern per pn melden.

    • (10) 10.01.12 - 07:58

      Hallo sina,

      vielen dank, das ist ein guter Tipp mit dem Forum! vielleicht kann ich mich dort ja ein wenig austauschen - und lesen hilft ja manchmal auch schon..

      DAnke!!!

Die Frage ist für mich:

welchen Sinn soll es haben, das wieder und wieder durchzukauen?

Wie geht es Dir (ohne Therapie) heute?

Bist Du lebensfähig, bist Du beziehungsfähig, bist Du glücklich?

Wenn Du das im großen und Ganzen mit Ja beantwortest, dann musst Du überlegen, ob Du diese Therapie brauchst.

Man geht mittlerweile davon weg, alles immer wieder an die Oberfläche zu spülen.

Wenn Du unsicher bist, dann suche eine andere Therapeutin auf oder geh in eine Selbsthilfegruppe für betroffene Frauen. Bei www.weisser-ring.de kann man Dich bestimmt beraten, bzw. Dir Kontakte vermitteln.

Alles Gute

Manavgat

  • (12) 10.01.12 - 08:01

    Hallo,

    ich bin momentan noch in Therapie, nur das Thema verändert sich nun (wieder) zu dem Missbrauch hin. Davor haben wir an meiner Gegenwart gearbeitet, dass ich weniger arbeite, mehr soziale Kontakte knüpfe usw.

    Ich bin soweit stabil, auch lebensfähig - aber das Thema Missbrauch belastet mich insoweit noch, als dass ich keine Nähe zulassen kann. Das bekommt vor allem mein Sohn zu spüren, - selbst bei ihm bekomme ich manchmal regelrecht Panik, wenn er mich umarmt oder küssen will. Noch schlimmer ist es , wenn ich ihn nackt sehe und z.B. nach dem Baden abtrocknen soll oder so. Ich weiß, dass mein Sohn keine Bedrohung darstellt, aber da kommen einfach alte Gefühle wieder hoch. Das will ich unbedingt, meinem Sohn zuliebe, in den Griff bekommen.

    Und das Thema Sexualität klammere ich derzeit völlig aus, auch da will ich wieder mehr leben und genießen können, soweit es möglich ist.

    Einen anderen Therapeuten will ich eigentlich nicht. Ich habe schon lange gebraucht, meinem jetzigen zu vertrauen und alles auf den Tisch zu bringen, er kennt mich schon so gut und ich kann mir nicht vorstellen, bei jemand Fremdem noch einmal von vorne zu beginnen...

Hallo therapieangst,

deine Angst ist in meinen Augen berechtigt. Bei einem so sensieblen Thema kann es wirklich sein das eine Therapie zeitweise sehr runter zieht. Es geht vielen Patienten so wenn sie am betreffenden Punkt angekommen sind. Die Therapie sollte aber nach dem durch schreiten des Tiefpunktes wieder aufbauen.

Ich finde es ganz wichtig das du deinem Therapeuten vertraust. Vertrauen ist ein wichtiger Grundstein einer Therapie. Sprich bitte mit deinem Therapeuten ob er dich für stabil genug hält dieses sensible Thema anzugehen. Erzähl ihm auch von deiner Angst und frag ihn welche Möglichkeiten du hast zwischen den Therapiestunden Hilfe zu bekommen. Besser wäre es in meinen Augen das Thema in einer Klinik aufzuarbeiten. Wenn du aber eine Klinik nicht möchtest ist dein Wunsch zu akzeptieren.

Ich würde es auch nicht überbewerten das du einen Therapeuten und keine Therapeutin hast. Ich stand auch mal auf dem Standpunkt das eine Therapeutin besser sein könnte.

Eine betroffene Frau sagte mir aber das sei sich bei einem Mann besser aufgehoben fühlt. Ich denke es sollte jeder für sich entscheiden ob ein Therapeut oder eine Therapeutin besser ist.

Ich würde dir auch nicht empfehlen deine Therapie abzubrechen. Es kann niemand sagen wie weit du heute mit der Verarbeitung wärst wenn du deine Therapie nicht gemacht hättest.

Gibt es denn keinen Angehörigen dem du dich anvertrauen kannst, oder hast du Angst mit jemand aus der Familie darüber zu reden?

Wenn du möchtest kannst du mich auch über VK anschreiben.

Freundliche Grüße und ganz viel Kraft blaue-rose

  • (14) 10.01.12 - 08:07

    Danke für deine liebe Antwort!

    Ja, ich fühle mich bei einem männlichen Therapeuten deutlich besser aufgehoben. Mit einer Frau könnte ich glaube ich nicht so gut reden, und zu meinem jetzigen Therapeuten besteht ein wunderbares Vertrauensverhältnis, ich kann sehr ehrlich zu ihm sein und stoße egal bei welchem Thema immer auf offene Worte und Verständnis, auf gute Ratschläge und Unterstützung. Er hat mir schon sehr viel weitergeholfen und ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

    Derzeit halte ich mich selbst von meiner Verfassung her für stabil, aber die Angst davor, das Thema wieder auszubreiten, ist einfach riesengroß. Vor allem eben die Zeit zwischen zwei Therapiesitzungen bereitet mir Sorgen. Ich fühle ich dann so alleine wie damals, alleingelassen, und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll / kann. Vielleicht sollte ich ihn wirklich darauf ansprechen. Das Problem ist, ich kann ihm zwar mailen, aber das bringt ja im akuten Fall nichts, weil er nicht gleich antwortet. Wenn ich anrufe, geht in der Regel nur der AB ran, er ruft zwar zurück, kann aber auch dauern.

    Ich habe außer meinem Mann niemandem von der Thematik erzählt, und mit meinem Mann kann und möchte ich momentan dieses Thema nicht wieder durchkauen, er scheint damit (zu Recht) überfordert.

    Und es hat schon viel Kraft gekostet, meinem Therapeuten und meinem Mann davon zu erzählen, noch jemanden einweihen aus meinem Umfeld - schaffe ich glaube ich nicht :-(

    Ich will das ja schaffen, ich will das aufarbeiten - vor allem für meine Kinder, die unter meiner Angst vor Nähe leiden - aber ich hab solche Angst, es nicht zu packen!

    • Hallo therapieangst,

      so wie ich es lese bist du sehr gut bei deinem Therapeuten aufgehoben. Das gegenseitige Vertrauensverhältnis ist da und aus diesem Grund würde ich auch nicht nach einem neuen Therapeuten/ In suchen. Ein Wechsel kann dich erst einmal weit zurückwerfen. Du wirst eine gewisse Zeit benötigen bist du dann wieder so ein Vertrauen aufbauen kannst.

      Wenn du und dein Therapeut dich für stabil genug halten ist es eine gute Zeit an dem Hauptproblem zu arbeiten.

      Bei Therapeuten ist es oft das sie grundsätzlich einen Anrufbeantworter vorgeschaltet haben. Es hilft dir derzeit nicht. Es hat aber auch den Vorteil das während einer Therapiestunde keine störenden Anrufe eingehen.
      Ich würde ihn ansprechen ob es nicht möglich ist das du von ihm eine Telefonnummer für den Notfall bekommst.

      Das du niemand mehr aus deinem Umfeld einweihen möchtest kann ich verstehen. Je mehr es wissen je mehr " dumme " Fragen kommen.
      Das dein Mann darüber Bescheid weiß finde ich sehr gut. Ich denke aber das du dich im auch anvertrauen sollte wenn es dir nicht gut geht und das du ihm von deiner aktuellen Angst erzählen solltest. ER wird der derjenigen sein der dich in der Zeit begleitet. Er wird merken ob es dir gut geht oder nicht. Vielleicht fragt er dich dann auch ob es dir nicht gut geht und die schlechteste Antwort darauf ist in meinen Augen : "Mir geht es gut und ich habe nichts." Ich kann dir nur sagen diese Antwort hat mich oft verzweifeln lassen. Meiner damaligen Partnerin ging es schlecht und jedes mal wenn ich fragte bekam ich diese Antwort. Bei mir ging es dann soweit das ich die Schuld für ihrem Zustand bei mir suchte.

      Vielleicht hilft es deinem Mann auch wenn er ab und zu mit zur Therapie kommt. Ich denke dein Therapeut kann ihm auch helfen besser mit der Situation umzugehen.

      Ich denke du wirst es schaffen es aufzuarbeiten. Du hast Zwei wichtige Grundsteine für eine erfolgreiche Therapie. Zu einem hast du ein sehr gutes vertrauen zu deinem Therapeuten und was in meinen Augen vielleicht noch wichtiger ist , du hast den festen Willen es zu schaffen. Du solltest aber in erster Linie die Therapie für dich machen deine Familie wird trotzdem davon profitieren.

      Unter folgendem Link findest du eine weiter Seite auf der du dich mit betroffenen austauschen kannst.

      http://lichtweg.de/

      Du hast in einer Antwort geschrieben das du das Thema Sexualität ausklammerst.

      Darf ich fragen ob du Sexualität zulassen kannst, oder es zulässt nur um deinen Mann nicht zu Enttäuschen?

      (Wenn du nicht darauf antworten möchtest oder kannst habe ich volles Verständnis dafür. )

      Ist es dir möglich mit deinem Sohn darüber reden das du zum Teil seine Nähe nicht ertragen kannst. Ich denke es ist ganz wichtig das er weiß das es nichts mit ihm zu tun hat. Kinder beziehen es oft auf sich und könntet denken sie sind nicht beliebt.

      LG blaue-rose

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