Missbraucht.. ich hab Angst vor der Therapie Seite: 2

            • (16) 10.01.12 - 09:31

              Danke für deine Antwort, du machst mir Mut. Ja, der feste Wille ist da und das Verhältnis zum Therapeuten eigentlich super, nur die Angst steht mir einfach so im Weg :-( Sie ist wie eine dicke Schranken auf dem Weg zum Befreiungsschlag... wie durchbreche ich sie nur?

              Das mit der Notfallnummer ist eine gute Idee, ich hoffe, mein Therapeut fühlt sich dadurch nicht bedrängt oder so. Meinem Mann mag ich gerade nicht so viel erzählen, weil er selbst von der Arbeit sehr gestresst ist und wir deshalb gerade auch immer wieder mal aneinander geraten. Wir verstehen uns eigentlich sehr gut, nur momentan ist etwas der Wurm drin und ich schaffe es nicht, mich ihm gerade so weit zu öffnen.

              Das fällt mir generell schwer, über mich, mein Befinden und meine Bedürfnisse zu reden, bei dem Thema umso mehr. Und wenn es dann gerade nicht soo gut läuft bei uns, habe ich eine richtige Blockade, so etwas anzusprechen. Kannst du verstehen, was ich meine?
              Andererseits hast du recht, er sollte natürlich wissen, wie es mir geht, wäre ja nur fair ihm gegenüber.

              Zur Therapie mit kann er momentan nicht, weil er beruflich sehr eingebunden ist und ich nur vormittags Termine bekomme. Aber er war auch schon mal dabei und das war ganz hilfreich. Er denkt allerdings, das Thema ist abgeschlossen und die Therapie läuft langsam aus. War ja auch so angedacht, wenn das Problem mich nicht wieder eingeholt hätte...Aber ich will keine Schwäche zeigen und ihm sagen, dass ich nun wieder damit anfangen muss.. schäme mich selbst dafür, dass ich das noch nicht abhaken konnte und auch meinen Therapeuten da wieder in Anspruch nehmen muss.

              Mein Sohn ist erst 6 Jahre alt, und ich versuche eben so oft es geht ihm Nähe zu schenken, wir unternehmen auch viel zusammen und haben viel Spaß miteinander. Nur manchmal eben, da wird es mir einfach zu "viel", dann muss ich ganz schnell raus aus der Situation und kann niemanden um mich herum haben. Beim Baden / Abtrocknen / Waschen usw. versuch ich mich zusammen zu reißen, oder mein Mann nimmt mir das ab, weil er ja darum weiß, dass ich das nicht so gerne mache.

              Ich versuche das, was ich ihm in manchen SItuationen nicht geben kann, in anderen Situationen wieder wettzumachen. Ich hoffe sehr, dass das irgendwie funktioniert. Ich sage ihm ganz oft, dass ich ihn lieb habe und wenn ich wie gesagt gute Zeiten habe, knuddel ich viel mit ihm usw. Nur es klappt halt nicht immer, das will ich durch die therapie eben auch in den Griff bekommen.

              Sexualität .. hm, schweres Thema. Früher ging es gut, bis die Erinnerungen wieder hochkamen, nach der Geburt unserer Kinder. Seitdem ist es problematisch. Ich kann mich schon irgendwie überwinden, aber Spaß habe ich nicht so wirklich dran. Manchmal klappt es, manchmal überkommt mich in einer bestimmten Stellung / Situation gleich wieder das Gefühl von damals und ich könnte drauf los heulen. Mein Mann ist sehr einfühlsam und nimmt Rücksicht, aber trotzdem fühle ich mich manchmal einfach schnell "bedroht", obwohl ich weiß, dass keine reale Bedrohung besteht. Kompliziert und kaum nachvollziehbar, oder?

              • Ich denke deine Angst bremst dich sehr aus. Es geht aber nicht nur die so. Mit der Angst vor der Angst kämpfen viele.

                Das es dir schwer fällt deinem Mann alles offen zu sagen ist auch verständlich. Wenn es bei euch im Moment nicht so läuft erschwert es es natürlich noch.
                Ich weiß auch das es immer sehr schwer ist mit dem eigenen Partner offen über eigene Probleme zu reden. Oft geht es wirklich mit fremden besser.

                Ich denke wenn er sieht das es dir nicht gut geht hat es nichts mit Schwäche zu tun. Schämen brauchst du dich auch nicht dafür. Er sollte auch erkennen können wann es dir gut geht oder wann nicht. Selbst ein aufgesetztes Lächeln sollte für ihn erkennbar sein.

                Das du versuchst deinem Sohn so oft Nähe zu geben wie es nur geht ist sehr gut. Vielleicht versteht er es auch schon wenn du es ihm sagst wenn du seine Nähe nicht ertragen kannst. Ich würde ihm dann sagen das Mutti sich nicht fühlt aber ihn trotzdem lieb hat.

                Ich denke das beim Sex beängstigende Situationen für dich entstehen können ist normal. Ich finde es sehr wichtig das dein Mann dann Rücksicht nimmt und nichts gegen deinen Willen passiert. Du selbst solltest Sex auch nur zulassen wenn du bereit dazu bist. Wenn du dich auf Sex nur zur Liebe deines Mannes zulässt könnte es in meinen Augen zur Festigung deiner Probleme führen.

                Das du Sex zum Teil als Bedrohung empfindest ist ganz bestimmt kompliziert und vor allem für dich kompliziert. Für jemand der sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt oder es selbst erlebt hat ist es mehr als nachvollziehbar.

                LG

                trotzdem fühle ich mich manchmal einfach schnell "bedroht", obwohl ich weiß, dass keine reale Bedrohung besteht. Kompliziert und kaum nachvollziehbar, oder?

                oh doch sehr für mich
                du bist nicht allein!!!

                man ist einfach sooo schnell gefangen in den gefühlen

      Guten Morgen,

      hatte gestern schon antworten wollen und bin dann gestört worden.

      Wollte dir ein wenig Mut machen, dass du das in Angriff nimmst. Ansonsten steckst du immer wieder und das unter Umständen ein Leben lang in dieser Situation, dass dich diese Angst immer wieder einholt.

      Die Nebenwirkung einer Therapie sollte man nie unterschätzen, aber ich denke, man muss da durch, wenn man was verändern möchte. Ich habe eine kleine Gesprächstherapie hinter mir, da sind u.a. Dinge aus meiner Kindheit durch genommen worden. Ich kann zwar gut darüber reden, aber in einer Therapie redet man nicht nur, man lässt den Therapeuten so nah an dich ran. Alles fließt... Gefühle, Gedanken, Tränen.

      Und obwohl ich erstmals vorhabe, nicht so schnell wieder irgendwas in die Richtung zu gehen, weil es mir mittendrin und nach Beendigung nicht gut ging, würde ich es immer wieder genau so machen.

      Was ist mit einer guten Freundin, die dich in dieser Zeit mit unterstützt?

      Du schaffst das, alles erdenklich Gute für dich#klee

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