Von eigener Mutter verstoßen

    • (1) 14.01.12 - 18:51
      Unschlüssig

      Hallo!

      Sorry dass ich schwarz schreibe, das muss heute sein.

      Meine Mutter hat meinen Bruder und mich sehr lieblos großgezogen. Der Vater hatte nie was zu melden, sein Gehalt ging für irgendwelche Kredite und Schulden (eigene Schwester legte ihn rein) auf, so dass die Mutter stricken und nähen musste, damit wir was zu essen haben.

      Das war für die bestimmt hart, kein Thema, aber sie tat nichts dagegen. Es war einfacher mich täglich auf brutalste Weise zu verdreschen, mich vor anderen auszulachen und fertig zu machen... eine Ohrfeige vor egal wem war keine Seltenheit und der Grund dafür konnte alles mögliche sein, schon dass ich nicht über das Auslachen mitlachte (wer lacht noch, wenn er selbst ausgelacht wird, mit?). Bei meinem jüngeren Bruder war sie etwas anders.

      Ich war ein eingeschüchterstes, verunsichertes Mädchen, hatte immer kurze Haare (ihre Entscheidung), trug zum Teil zu kleine und zu enge Klamotten, durfte mir die Schuhe nicht selbst aussuchen... Und so gut wie täglich gab es Linseneintopf zum Essen. Den konnte ich irgendwann nicht mehr schlucken und so schlug sie mich mit dem Teller, schlug mein Gesicht in den Eintopf, bis ich kotzte.

      Es gab nie ein schönes Wort, nie eine Umarmung...
      Ein einziges Mal hatte ich im Halbjahreszeugis 3 2-er, sonst alles andere einser. Sie schlug mich, weil ich sie blamierte.

      Es gibt unendlich viele Beispiele. Oder als sie mich mal mit dem Holzkochlöffel so ins Gesicht geschlagen hat, dass mein Auge lage geschwollen und blau war und mein Nasenrücken noch eine Mulde hat - nach 30 Jahren. Natürlich musste ich dem Papa sagen, dass ich gestürzt bin.

      Später sagte sie immer wieder, wie sie sich für uns opferte (ja, in dem sie uns zurauchte und schlug und erniedrigte und auslachte)

      Irgendwann ist mein Papa gestorben. Sie ist jetzt alleine und von uns finanziell abhängig. Ich habe mir die letzten 2 Jahrzente die größte Mühe gemacht, ihr ein schönes Leben zu ermöglichen. Und neulich bekomme ich einen Brief von ihr, der mir den Boden unter den Füßen wegzog.

      Sie kann meinen Mann nicht leiden und ich hätte ihn schon längst verlassen sollen. Ich bin dreckig und schlampig. Mein Bruder ist faul und undankbar. Meine Kinder werden vernachlässigt (wir schlagen unsere Kinder nicht, nur weil sie der Meinung ist, dass es getan werden sollte - ihre beliebte Erziehungsmethode)

      Gerade lese ich das Buch "Vergiftete Kindheit" und entdecke unsere Geschichte in vielen Beispielen. Aber es gibt da ein paar "Kleinigkeiten", die ich für mich klären möchte und nciht weiter komme:

      1. Da sie den Kontakt abgebrochen hat, habe ich ihr kein Geld geschickt, sie würde es nicht annehmen. Ich bin hin und her gerissen. Soll ich einen anderen Weg suchen, damit sie das Geld bekommt und nicht verhungert, oder es sein lassen? Wenn wir so undankbar und böse sind

      2. Sie erwartet jetzt, dass wir angekrochen kommen. Das will ich nicht. Aber ist es okay, es den Eltern zu überlassen, den ersten Schritt zu tun? Sie hat es ja auch "verbockt". ausserdem weiss ich ja gar nicht, ob ich überhaupt noch was von ihr will

      3. Ihre Vorwürfe beziehen sich auf das Motto: Die Fassade aufrecht erhalten. Sprich, mein Haus müsste täglich komplett geputzt werden, damit jederzeit jemand reinplatzen kann. Meine Kinder müssten 10 Sportarten treiben, 5 Sprachen sprechen, nur 1-er schreiben und vor ihr auf die Knie fallen

      4. fällt mir gerade nicht ein

      Es ist zu viel, ich weiß, es tut mir leid. Ich wollte es kurz machen.
      Es tut mir irgendwie auch weh. Wir werden von ihr nur dann akzeptiert, wenn wir das machen, was sie von uns erwartet (und was ihre Umwelt von ihr und uns erwartet). Sie lebte ihr ganzes Leben unter diesem Zwang. Jetzt bekomme ich mein 4. Kind uns ihr ist der Kragen geplatz. Denn das ist assozial. Keiner hat 4 Kinder. Und ich bin eine schlampige Mutter, weil ich mich ab und zu lieber hinsetze mit meinem Kaffee und einem Buch, statt zu putzen bis zum Umfallen.

      Es tut mir leid, ich schaffe es nicht, meine Gedanken zu ordnen.

      Hoffentlich blickt es jemand durch und kann mir von irgendeiner Erfahrung oder ähnlichem erzählen, oder mir sagen, wo ich mir Hilfe holen kann.

      Danke fürs Lesen

      • Was wünschst Du Dir denn von Deiner Mutter?

        • (3) 14.01.12 - 19:05

          Das weiß ich selber nicht.
          Manchmal wünsche ich mir, sie wäre einfach weg, auch wenn das so hart klingt.
          Und manchmal wünsche ich mir (und das habe ich auch lange gehofft), dass sie sich verändert und mich akzeptiert so wie ich bin - ganz anders als ihre Erwartung

          • Ich verstehe Deine Wünsche. Irgendwann wird sie auch weg sein, klar. Aber das wird noch dauern. Was aber eher unwahrscheinlich ist - und ich schätze, das wird Dir mit jedem Lebensjahr klarer - ist, dass sie sich ändern wird. Vor allem kann auch eine späte Änderung oder Einsicht ihrerseits Deine Kindheit nicht ändern. Es ist wie es ist.

            Die zweite Frage ist dann: Warum möchtest Du ihr Geld schicken? Du solltest mal tief in Dich gehen, vielleicht auch über einen längeren Zeitraum und Dir überlegen, was der Grund ist, warum Du sie finanziell unterstützen willst. Es gibt sicher Gründe, die sinnvoll sind, aber auch Gründe, die Dir letztlich wieder selbst schaden.
            Vor allem (meine Meinung) musst Du Dich nicht als Dank für Unterstützung noch beschimpfen lassen. Das finde ich unabhängig davon, welcher Person gegenüber Du Dich hilfsbereit zeigst.

            Abschliessend kann man Dir noch raten, dass Du eine Therapie machen kannst, um das Verhältnis zu Deiner Mutter für Dich zu klären. Egal wie Du Dich ihr gegenüber verhältst und entscheidest - zumindest kannst Du dort ein offenes Ohr finden, alles mal los werden und ganz sicher auch Unterstützung bei Deinen Entscheidungen bekommen. Ich denke nämlich, dass da tiefer gegangen werden muss, als man es so auf die Schnelle in einem Forum kann.

            Und es nutzt Dir auch nichts, wenn Dir hier alle raten würden, den Kontakt abzubrechen, wenn das letztlich nicht das ist, wofür Du bereit bist.

            (7) 14.01.12 - 19:46

            Meine Angst ist auch, dass sich nach ihrem Tod nichts ändern oder klären kann und ich weiß nicht, wie lange nach ihrem Tod noch das Echo in mir bleibt
            Mit dem Geld ist es so, dass sie mit ihrem Einkommen verhungern würde, da sie teuere Medikamente braucht und nicht in Deutschland lebt. Und irgendwie kann ich mein Essen nicht runterschlucken, wenn ich mir denke, dass sie vielleicht gerade hungert. Ich erwarte auch keine besondere Dankbarkeit von ihr, ich weiß auch, dass es ihr doch etwas peinlich ist und aber auch, dass es für die irgendwie selbstverständlich ist, dass Kinder ihre Eltern unterstützen... Ich finde es nicht selbstverständlich. Mein Mann ist aber auch der Meinung, dass man eigene Mutter nicht verhungern lassen soll (ist ähnliches durchgegangen wie ich)

            An der Hilfe komme ich nicht vorbei und die werde ich mir auch holen. In dem genannten Buch wimmelt es vor so traurigen Beispielen, aber das Buch alleine reicht mir nicht. Darum fragte ich hier nach. Ich weiss, dass es hier so nette User gibt - wie Dich - die einem gute Tips geben.

            LG und danke nochmal

            (8) 15.01.12 - 00:58

            Da schliesse ich mich sniksnak gerne an!

    Hallo!

    Ich weiß gar nicht so recht, was ich sagen soll... Außer, dass ich wirklich erschüttert bin :-( Du willst sicher kein Mitleid, aber dennoch: Es tut mir wirklich leid, dass du so schreckliches erleben musstest.

    Zu den aufgelisteten Punkten...
    Rein rational gesehen: NEIN, natürlich sollt ihr ihr kein Geld schicken. Warum auch? Weil sie eure Mutter ist, vielleicht. Sie hat euch aber nie wie Kinder behandelt, sondern wie Dreck. In irgendeiner Form besteht so etwas wie emotionale Abhängigkeit, Pflichtgefühl o.ä.
    Nein, ihr müsst um Gottes Willen nicht "angekrochen" kommen. Warum auch? Was gibt sie euch denn? Was hat sie euch denn gegeben? Positives, meine ich!
    Es klingt vielleicht etwas missglückt, aber: Trenn dich. Trenn dich von deiner Mutter, leb dein Leben unabhängig. Nimm das Geld, das du ihr sonst geschickt hast und leg es für deine 4 Kinder (Herzlichen Glückwunsch!!) an. Mach was schönes damit, aber finde einen Weg, der dich aus dieser Verpflichtung, beziehungsweise dem Pflichtgefühl ihr gegenüber, führt! Hast du dir jemals Hilfe dafür gesucht? Wenn nicht, tu das.

    Deine Mutter wird dir niemals gut tun!

    Viele Grüße,
    sniksnak

    • (10) 14.01.12 - 19:08

      Hallo und danke!

      Wenn ich es nur rein rational betrachten könnte, wäre ich glücklicher. Aber das ist das kleine Kind in mir, dass wohl noch immer um ihre Gunst kämpft, das ist zum schreien!

      Ich weiß abe nicht, wo ich mir die Hilfe holen soll. Soll mich mein HA zum Psychologen überweisen oder gibt es bestimmte Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für Leute in meiner Lage?

      Gruß

      • Hallo,

        ich glaube, es ist in der Tat relativ normal, dass du als ihr Kind (das wirst du ja immer bleiben), um ihre Gunst kämpfst!

        Du hast mehrere Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen...
        1. Klar, ab zum Hausarzt, Überweisung zum Psychologen ausstellen lassen
        2. Direkt Psychologen abklappern, der Hausarzt muss da gar nicht zwischen sein
        3. Selbsthilfegruppen... Ich weiß nicht, ob es da spezifisch welche gibt, aber sieh doch einfach mal in deinen Gelben Seiten nach (oder halt online), ob es für deine Problematik, in deiner Nähe eine gibt!
        4. Du kannst auch Beratungsstellen aufsuchen. Caritas, AWO, vielleicht auch die Kirche...

        Sei mutig und google mal. Weiß dein Mann, wie es in dir aussieht? Vielleicht begleitet er dich zum ersten Termin, falls du Unterstützung brauchst.

        Ich persönlich würde Punkt 2 nehmen und mich, während ich auf den Platz warte, von Punkt 3 oder 4 unterstützen lassen. Aber jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse! Nicht jedem hilft jeder Weg... Nur probier irgendwas und sieh nicht tatenlos zu. Kämpf nicht um die Gunst deiner Mutter, sondern um dein unabhängiges Leben!

        Grüße an dich!

(14) 14.01.12 - 19:15

Es ist doch wunderbar wenn sie keinen Kontakt mehr möchte ,sie hat diesen Weg gewählt nicht Du!
Also warum solltest Du ein schlechtes Gewissen haben und einen Weg finden ihr irgendwie Geld zukommen zu lassen?

Du kannst sie nicht mehr ändern ,Du kannst aber Dich ändern ,indem Dir das was sie sagt scheißegal ist!
Sei stolz auf Deine 4 Kiddies ,auf Deine Familie auf das was du geschaffen hast!

Ich kenne das alles! Es wurde viel gemeckert ,habe mir immer Mühe gegeben aber alles war falsch!Als ich gemerkt habe mehr als Arsch kriechen kann ich nicht ,habe ich es gelassen!

Lass sie ,lass los!
Lebe Dein Leben!
Denke darüber nach!
Sie wird immer meckern ,egal was Du tust!
Und krieche ihr bitte nicht in den Pöppes!

Alles Liebe und viel Kraft!#herzlich#herzlich#herzlich#herzlich#herzlich#herzlich

  • (15) 14.01.12 - 19:50

    Danke Dir!

    Ich bin es einfach leid und auch zu müde dafür, ihr hinterher zu kriechen. Ihr Brief und ihre Vorwürfe (sie hat sich so an der Vergangenheit festgebissen) haben mir den Rest gegeben. Und egal was ich jetzt tue, möchte ich mit klarem Kopf tun und mich in Ruhe für den nächsten Schritt entscheiden.

    Dir auch alles Liebe

(16) 14.01.12 - 19:30

Hallo,

mein Mann hat eine sehr ähnliche Geschichte hinter sich, er war ein Einzelkind, erst zur Adoption freigegeben, dann in letzter Minute zurückgeholt. Auch zu ihm hat seine Mutter vor 10 Jahren gesagt und auch gerichtlich verfügt, dass er sich nicht nähern darf (es gab keinen Grund dafür).

Es ist immer sehr leicht nun zu schreiben "sei froh", etc. etc. Ich sehe bei meinem Mann, dass er oft, um seinen Geburtstag herum oder an Weihnachten, etc. hofft, dass sie sich bei ihm meldet und jedes Jahr -entgegen besserem Wissen- sehr enttäuscht ist, dass sie es nicht tut. Ihm fehlt auch dieser Kontakt, er hängt nun sehr an meinen Eltern und v.a. das Urteil und die Anerkennung meines Vaters ist ihm sehr wichtig. Hin und wieder ist er so traurig, dass er weint. Ich glaube auch, dass man sich immer die Liebe und die Anerkennung seiner Eltern wünscht, und es nur sehr wenige schaffen, mit soetwas abzuschließen, solange das Elternteil noch am Leben ist.

Ich würde deine Mutter nicht mit Geld unterstützen, in Deutschland gibt es eine Grundsicherung, von der sie leben kann. Da sie offensichtlich keinen Kontakt möchte, versuche es sein zu lassen. Wichtig ist, dass du verstehst, dass Menschen, die so sind, eine massive Persönlichkeitsstörung haben und Emotionen völlig anders leben und die Welt völlig subjektiv sehen. Das hat mit dir nichts zu tun. Meine Schwiegermutter lebt -zusammen mit einigen Tieren- völlig verarmt und vereinsamt in einem heruntergekommenen minikleinen Haus am Waldrand. Jegliche Hilfsangebote (Kirche, soziale Dienste, etc.) lehnt sie massiv ab. Lieber hungert sie eine Woche, bevor sie die Nachbarn bitten muss, für sie einkaufen zu fahren. Meinen Mann belastet das sehr. Dennoch ruft sie hin und wieder die Polizei, weil sie Angst hatte, bei ihr wurde eingebrochen und sie wurde bestohlen (es gibt in diesem Haus objektiv nichts, was einen Wert hätte). Sie selbst sieht das aber nicht so - sie hält sich intellektuell und finanziell völlig überdurchschnittlich ausgestattet und sagt auch zu den wenigen Verwandten, mit denen sie Kontakt hat, dass wir sie nur ausrauben würden, wenn wir kämen, das letzte Mal, wo mein Mann dagewesen sei, hätte am Ende ein Pfund Zucker gefehlt, das er sicher mitgenommen hätte. Sie redet auch mit niemandem, der zufällig bei ihr vorbeikommt (das Haus ist in der Nähe eines Wanderweges), da sie Angst hat, sie müsste die Leute bewirten, bzw. sie unterstellt auch einem Verwandten, der ab und zu vorbeikommt, dass er nur käme, damit er kein Mittagessen kaufen müsse und auf ihre Kosten leben könne (dieser Mann hat ein fünfstelliges Jahreseinkommen im höheren Bereich). Es ist so absurd, aber für sie ein schlüssiges Gedankenkonstrukt. Ich kann mir vorstellen, dass es mit deiner Mutter ähnlich ist.

Mein Mann setzt sich jedes Jahr im Dezember hin und schreibt ihr eine Weihnachtskarte. Er legt immer 3-5 schöne Bilder der Enkel hinein, schreibt hinein, was im Jahr so passiert ist (Erstkommunion Enkel, etc) , und schreibt jedes Jahr, dass sie sich gerne melden kann, wenn sie möchte. Sie möchte aber nie und richtet ihm immer aus (über den Verwandten, dass sie die Karte ungelesen verbrannt hätte). Ich denke, für ihn ist es dennoch wichtig, zu wissen, dass er ihr eine Brücke gebaut hat, auch wenn seine rationale Seite weiß, dass sie diese Brücke - aus welchen Gründen auch immer, nie nutzen wird.

Dir alles Liebe - denke immer daran, dass du deine Mutter nicht mehr ändern wirst, du bist nicht verantwortlich für das Leben, das sie führt und führte. Du bist aber dafür verantwortlich, wie es dir geht.

Liebe Grüße
Ich schreibe hier meinen Namen nicht, denn mein Mann möchte auf keinen Fall, dass das "publik" wird

  • (17) 14.01.12 - 19:53

    Danke für die lieben Worte!

    Deinem Mann ist auch nichts erspart geblieben, oder?
    Ich werde mich am Montag nach einer Hife umschauen. Mein Mann weiß wie es mir geht und er hört mir auch geduldig zu, hier im Forum bekomme ich doch deutlich mehr verschieden Blickwinkel, aber ohne professionelle Hilfe werde ich es nicht schaffen, egal wie ich mich entscheide

    Euch alles Liebe

    • (18) 14.01.12 - 19:59

      Hallo,

      mein Mann hat einmal eine Therapie angefangen, kam aber mit dem Therapeuten nicht klar. Ich denke immer noch, es wäre ein guter Weg, der Therapeut (ein ziemlicher Idiot) hat ihm gleich in der 1. Sitzung gesagt, dass die Ehefrauenwahl immer viel vom Verhältnis zur Mutter geprägt wäre und es sein könnte, dass er sich nach erfolgreicher Therapie völlig neu orientiert.

      Ich fühlte mich gleich wie ein #drache, als ich das hörte, aber der Therapeut kennt mich nicht. :-p. Das hat meinen Mann total in Panik versetzt, weil es sich für ihn so anhörte, als ob es unausweichlich in einer Scheidung endet, und weil wir schon 2,5 Kinder hatten, hat er kurz darauf die Therapie abgebrochen ... also suche einen GUTEN Therapeuten.

      Liebe Grüße

(19) 14.01.12 - 19:58

Ich bin sehr erschüttert das zu lesen #schock #heul

Es tut mir sehr leid, was du in deiner Kindheit durchgemacht hast!

Ich bin auch der Meinung du solltest dich von deiner Mutter los sagen. Ich glaube nicht dass dies einfach wird, auch wenn so viel schlimmes vorgefallen ist. Deine Mutter hat sich Grenzüberschreitungen der schlimmsten Form erlaubt, sie tut es immer noch und ich glaube nicht dass sie damit aufhören wird!

Du machst alles richtig. Du bist eine gute Mutter und natürlich kannst du das auch für 4 Kinder sein. Und es ist dein gutes Recht dich hinzusetzen und ein Buch zu lesen oder Kaffee zu trinken. Konzentriere dich auf deine Familie und grenze dich ab gegenüber denen die dir nicht gut tun. Ob und wie du das tust musst du dir überlegen.Vielleicht hilft es dir es deiner Mutter zu sagen oder zu schreiben, vielleicht lässt du einfach den Kontakt auslaufen... (auch das ist völlig legitim und ok, es hat NICHTS mit Feigheit zu tun!)

Ich wünsche dir sehr dass du einen Weg heraus aus der Situation findest!

#herzlich

Ich bewundere dich dafür das du trotzdem noch Kontakt zu deiner Mutter suchst. Ich wüsste nicht ob ich das könnte. Mir kommen die Tränen beim lesen deiner Geschichte #heul

Ich persönlich würde ihr kein Geld schicken und auch nicht wieder angekrochen kommen. Du hast so viel durchgemacht und musst dir immernoch so viele Gemeinheiten von ihr gefallen lassen. Du weißt selber das man seine Kinder nicht schlägt, das ein sauberes Haus nicht alles ist, usw. Tu dir das bitte nicht mehr #liebdrueck Geniesse lieber die Zeit mit deiner kleinen Familie und lerne aus ihren Fehlern.

Hat dein Bruder noch Kontakt zu ihr und du zu ihm?

(21) 14.01.12 - 20:09

Hallo,

solange Du noch einen Hoffungsschimmer in Dir hast, dass Deine Mutter Dir trotz allem das geben könnte, was Du nie von ihr erfahren hast, wirst Du es nicht schaffen, Dich von ihr zu lösen.

Du wirst sonst immer abhängig von ihrer (nicht erreichbaren) Gunst sein. Deshalb überlegst Du auch, ihr Geld zukommen zu lassen. Es wäre für Dich sonst eine verlorene Gelegenheit, in der Du vielleicht doch noch etwas Liebe und Bestätigung von ihr bekommen könntest. Du möchtest Dich von ihr akzeptiert fühlen.

Den Kontakt zwanghaft abgebrochen zu lassen, wird Dir letztendlich nicht helfen. Du wirst Dich dann immer fragen, was wäre wenn...

Dein Innerstes muss akzeptieren, dass egal was Du auch machst, Du nicht das bekommen wirst, was Du Dir erhoffst / ersehnst. Dann erst wirst Du völlig unabhängig von ihr sein und Dein eigenes Leben führen können.

Wenn Du gelernt hast damit umzugehen, kann der Kontakt auf einer ganz anderen Ebene weiter geführt werden. Dir wird es dann egal sein, was Deine Mutter fühlt, was Deine Mutter denkt. Du wirst darüber stehen, ohne dass Dich ihr "Reingerede" tangiert und Du deswegen unglücklich bist.

Deine Mutter wird sich leider niemals ändern (können bzw. wollen).

Ich kenne dieses Schema ganz genau. Habe es mein Leben lang selbst gelebt.

Das alles zu durchbrechen, dabei kann Dir ein Theapeut helfen und Dir Deine Augen öffnen. Ohne diese Hilfe würde es mir heute noch genauso gehen, wie es Dir bisher ging.

Ich könnte Dir darüber noch viel erzählen, nur leider habe ich jetzt gerade nicht die Zeit. Wenn Du das möchtest, dann mache ich das gerne.

Liebe Grüße und alles Gute
lisatha

(22) 14.01.12 - 21:08

Es tut mehr sehr leid,was du alles mitmachen mußtest !
Ich selber habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern.Am Anfang tat es mir weh,aber jetzt sage ich mir,ich lebe viel ruhiger ohne sie.
Ich rege mich nicht mehr auf über sie und ich denke nicht mehr an sie.
Wir wurden in der Kindheit auch geschlagen.Ich gab ihnen eine Chance,diese nutzten sie nicht.Sie wollten mich selbst mit 26 Jahren noch schlagen,obwohl ich schon eine eigene Wohnung und Familie hatte.
Ich hatte sehr unter ihnen gelitten,ich mußte zur psychologischen Betreuung.

Was ich dir eigentlich sagen will,deine Mutter ändert sich nicht ! schick ihr kein Geld,lebe dein Leben und du wirst sehen,es geht dir gut !

Alles Gute !

(23) 14.01.12 - 21:24

Hallo,

was du erlebt hast, musste meine Mutter auch jahrelang ertragen. Meine Mutter wurde von ihrer Mutter misshandelt.

Sie hat fast täglich Zuckernudeln zum Essen vorgesetzt bekommen bis er ihr aus den Ohren raus kam, wurde geschlagen, u.a. mit dem Kochlöffel, Teppichklopfer etc. bis sie grün und blau war, wurde ausgesperrt bei Nacht, teilweise nur mit Nachthemd bekleidet und im tiefsten Winter.

In den Mund wurde ihr gespuckt und als sie ihre Periode bekam und nicht wusste was mit ihr los ist, hat sie ihr gesagt, sie würde wohl Krebs haben. Sie wurde beim Waschen beobachtet und dann wurde ihr noch gesagt, "ja genau, wasch dich nur, du Drecksau". Tagelang ist meine Mutter schon mit einem gebrochenen Arm unterwegs gewesen, ohne das sie nach ihr hätte schauen lassen. Blaue Flecken haben ihren viel zu dünnen Körper übersät, weil sie von ihrer Mutter gezwickt wurde. Alles mit der Begründung, dass man "sie einfach nicht leiden möge".

Meine Mutter hat sehr stark unter den Misshandlungen gelitten. Sie war in ihrer Kindheit stark untergewichtig. Sie wollte sich sogar selbst in ein Kinderheim einweisen, dies wurde aber abgelehnt.

Die Mutter von ihr konnte die Anzeichen der Misshandlungen immer wieder runterspielen oder vertuschen. Selbst vor der Polizei, wenn die wieder mal aufkreuzte, weil jemand diese rief. Mit 18 zog sie zu Hause aus.

Meine Mutter hatte trotzdem irgendwie immer versucht, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Von meinen Tanten habe ich gehört, wie sehr meine Mutter leiden musste als Kind. Meine Mutter redete kaum darüber.

Irgendwann brach sie den Kontakt ab. Es waren zu viele Dinge passiert. Eine Vermutung, ein Anzeichen an meinem kleinen Bruder- dies war der Ausschlag für den entgültigen Bruch.

Meine Mutter hat keinen Kontakt mehr zu ihr. Und vielleicht mag das hart klingen, aber diese Frau darf sich nicht mal Mutter schimpfen!!! Ich hab auch keine "Oma" von dieser Seite her. Dieses Recht hat sie verloren, als sie ihr Kind dermaßen misshandelt hat- meine Mami.

Meine Mama hat immer versucht das Beste für uns zu geben. Sie hat uns nicht schlecht behandelt, weil sie es nicht anders erlebt hat. Aber sie leidet heute noch unter den Misshandlungen- seelisch.

Ich finde, du bist deiner Mutter weder Rechenschaft schuldig, noch hat sie von dir zu erwarten, dass du sie versorgst oder unterstützt. Ganz gleich, was sie erlebt hat, sie hätte es besser machen müssen- für ihre Kinder!

>"Da sie den Kontakt abgebrochen hat, habe ich ihr kein Geld geschickt, sie würde es nicht annehmen. Ich bin hin und her gerissen. Soll ich einen anderen Weg suchen, damit sie das Geld bekommt und nicht verhungert, oder es sein lassen? Wenn wir so undankbar und böse sind"<

Wenn deine Mutter Geld braucht, soll sie sich an die entsprechenden Stellen wenden. Du brauchst ihr gar nichts geben. Deshalb bist du nicht schlechter.

>"Sie erwartet jetzt, dass wir angekrochen kommen. Das will ich nicht. Aber ist es okay, es den Eltern zu überlassen, den ersten Schritt zu tun? Sie hat es ja auch "verbockt". ausserdem weiss ich ja gar nicht, ob ich überhaupt noch was von ihr will"<

DU oder IHR müsst nirgendwo angekrochen kommen! Sie muss kriechen. Und zwar auf allen vieren. Und am besten unter dem Teppich. Schämen soll sie sich! Ihre Kinder derart zu misshandeln und dann noch Ansprüche stellen.

Das ist meine Meinung. Habt ihr nicht schon genug ertragen? Das was sie erlebt hat rechtfertigt NICHTS! Aber auch GAR NICHTS! Meine Mutter hat gekämpft für uns Kinder, ich kämpfe für mein Kind und keine noch so schreckliche Misere wird mich dazu bringen, mein Kind zu verstoßen, es zu plagen oder seine Kindheit zu einem Alptraum zu machen.

Sei für deine Kinder da, denke an dein ungeborenes Baby und liebe sie aus vollem Herzen. Sie sind deine Zukunft und dein "Jetzt".

Alles Gute für dich!

(24) 14.01.12 - 22:22
alles auch durch....

Es tut mir irre leid, was dir widerfahren ist, aber ichhabe ähnliches durchmachen müssen....ich war allerdings viele Jahre in Heimen, bei mir war das Jugendamt aufmerksamer. Ich habe auch vier Kinder (du ja auch bald), und bei mir wird auch nicht dauergeputzt, lass dir nix einreden, ich sitze auch lieber mit einem lecker Cappu über nem verdammt guten Buch :)
Ich bin das älteste Kind meiner Mutter, und meine Mutter hat leider die Neigung nur das jüngste wirklich zu lieben *obwohl ich mir da auch nicht sicher bin* - ich bin also schon sehr lange abgeschrieben....ich hab verdammt lange gebraucht, um das zu verstehen, aber man lässt Dinge revue passieren und merkt, es war schon immer so....

Ich habe mir geschworen, wenn meine Mutter mal alt und grau ist, werde ich für ihre Pflege nicht aufkommen, ich muss es auch nicht, habe mich diesbezüglich auch schon mit einem Anwalt besprochen, Härtefall lässt grüßen, ich habe nicht eigenständig mein abi gemacht, studiert, verdiene gut, damit die, die sich nie für mich interessiert hat auch noch davon profitiert.... niemals würd ich ihr auch nur einen Cent zuspielen....

Ich wünsche dir, dass du irgendwann auch so denken kannst (ich bin 31Jahre und habe erst vor drei Monaten erkannt, dass sie NIE eine Mutter für mich war).....alles gute an dich #klee

Es tut mir leid was du erleben musstest und musst.

Bitte nicht falsch verstehen, aber ich musste direkt an diese Hunde denken, die von ihren Herrchen ständig misshandelt werden und trotzdem eine absolute Bindung zu ihnen haben.

Ich selber habe sowas nicht erlebt und bin kein Psychologe, aber ich denke, dass sich Kinder dann immer selbst die Schuld für das Verhalten geben und deshalb auch glauben, dass sie etwas ändern müssten bzw. etwas tun müssen, damit sie Mama o. Papa lieb haben.

Aber es ist egal was man tut, es wird immer falsch sein.

Deine Mutter sucht scheinbar förmlich nach Gründen um dich weiterhin zu erniedrigen.

Und selbst wenn das Haus blitzt und blinkt, deine Kinder 10 Sportarten machen, 5 Sprachen sprechen, nur 1er schreiben, vor ihr auf die Knie fallen, du den Friedensnobelpreis bekommst und ein Mittel gegen Aids findest...sie wird dir nicht das geben was du dir so sehr wünschst, nämlich die Liebe und den Stolz einer Mutter.

Und zu den anderen Punkten:

Hast du Angst, dass sie aus eigenem Stolz lieber verhungern würde, als wieder Kontakt aufzunehmen? Und du dir deshalb wohlmöglich wirklich für immer Vorwürfe machst.

Gibt es andere Personen in ihrem Umfeld über die du zumindest erfahren kannst wie es ihr finanziell/gesundheitlich geht?

Ich würde nicht angekrochen kommen, du hast nichts falsch gemacht. Es war ihre eigene Entscheidung. Und wie schon geschrieben, du kannst es ihr sowieso nicht recht machen.

Letztendlich kann ich dir auch nur raten, such dir einen Therapeuten mit dem du das alles aufarbeiten kannst.

Und versuche nicht länger das Leben zu leben, dass deine Mutter dir auferlegt, sondern lebe dein eigenes Leben. Du bist kein kleines Mädchen mehr, du bist erwachsen und es ist DEIN Haus, DEIN Mann und EURE Kinder.

Ich wünsche Dir viel Kraft!

LG Katja

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