Nach Trennung: Noch im Haus bleiben oder jetzt umziehen?

    • (1) 16.01.12 - 11:07
      denkdenkdenk

      Hallo!

      ich würde mich über ein paar Einschätzungen und Erfahrungen freuen:
      Mein (Noch-)Mann und ich sind seit 2 Jahren getrennt, waren 17 Jahre zusammen (Jugendliebe). Unser Sohn ist letzten Oktober drei geworden. Mein Ex hat sich für eine Kollegin getrennt, seitdem wohnen sie zusammen. Es war alles sehr unschön, mit vielen Lügen und einer monatelangen Affäre seinerseits. Er konnte sich nicht entscheiden, ich hab ihn dann rausgeschmissen. :-[

      Unser Kontakt ist okay, beim Umgang habe ich ihm nie Steine in den Weg gelegt. im Schnitt sieht er unseren Sohn zweimal die Woche, alle drei Wochen etwa auch über Nacht am Wochenende.

      Den Kredit des Hauses, dass wir vor vier Jahren gekauft haben (tolle Planung, grrr), hat er bislang übernommen, seit Oktober arbeite ich nun wieder Teilzeit und wir überlegen nun, was wir machen. Er hat angeboten, dass wir bis zur Grundschule hier bleiben, und ich dann einen Teil des Kredites zahle (würde finanziell klappen). Und dann halt in drei Jahren noch mal neu überlegen.

      Die Problematik: Es ist ja unser gemeinsames Haus, ob das so gut ist? Bislang wollte ich keinen neuen Partner und habe mir die Zeit genommen. hatte ja eh hauptsächlich mit unserem Kind zu tun. Aber wenn hier mal ein Neuer auf dem Sofa sitzt, wird mein Noch-Mann das wohl nicht so toll finden und dann gibt es vielleicht Zoff. Aber so langsam will ich auch mal wieder leben. Das Haus liegt im Vorort Hamburgs, hier ist nichts los, zwei Läden, aber viel Grün. Bis in die Stadt muss ich 20 Minuten mit dem Bus, die Anbindung ist mau. Würde mir sonst eine Wohnung in der Stadt nehmen, wo man sich auch mit Freunden gut treffen kann.

      AAaaber: Mein Sohn ist so glücklich in seinem Kiga...und man hat sich hier an alles gewöhnt. Auf der anderen Seite sitzt man dann ja in der Warteschleife, weil man nicht weiss, was dann in drei Jahren ist....und ich weiss auch nicht, ob das für meinen Sohn nicht besser ist, jetzt das Umfeld zu wechseln als knapp vor der Grundschule. Anderseits wäre ich unabhängig von meinem Ex und könnte mich auch scheiden lassen (er scheints nicht eilig zu haben). Es wäre komfortabel und finanziell sicher einfacher, hier noch ein paar Jahre in der Komfortzone zu sitzen mit Garten etc. Aber hier hängen auch enttäuschte Hoffnungen dran, und irgendwie ist das auch kein richtiger Neuanfang. Ich glaub, er hat Angst, dass er total die Kontrolle über uns verliert, wenn wir ausziehen. Hier hat er noch einen Schlüssel (muss aber klingeln), und kann seinen Sohn nach den Umgangstagen ins Bett bringen. Das wäre in der Wohnung anders, da wäre er Besucher, der sicher mal auf einen Kaffee rein darf, aber nicht mehr so wie hier....
      ausziehen oder bleiben? Mein Gefühl sagt mal so, mal so...

      Gruß!!

      • Ich würde umziehen. Ich würde so eine Entscheidung nicht von der Meinung eines dreijährigen abhängig machen..... Euer Sohn gewöhnt sich sicher neu ein in dem Alter, suche für dich und ihn was schönes, wo er sich auch wohl fühlen wird.

        und fang neu an. Denn Du hast Recht, Du bist immer ein bisschen von "Gottes Gnaden" abhängig, nämlich von der Laune deines Ex-Mannes, ob er beim Kredit weiter zahlt. Wer weiß, vielleicht denkt er sogar es ist eine Möglichkeit für ihn zurückzukommen, wenns mit der andere nicht klappt?

        Nägel mit Köpfen machen, dann bist Du frei für einen Neuanfang. So kann Dein Sohn noch die Kinder im Kindergarten kennenlernen und dann mit ihnen zusammen in die Grundschule wechseln.

        Lichtchen

        Hallo,

        ich sehe das wie meine Vorschreiberin.

        Such Dir eine Wohnung und fang neu an. Wenn Du noch Jahre damit wartest und Dein Sohn muss sich dann evtl. umgewöhnen, wenn er zur Schule geht, wird es für ihn nicht besser. Im Gegenteil.

        Nach meiner Trennung habe ich damals für mich erlebt, wie befreiend es war, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Nichts erinnerte mehr an den Ex. Ich habe alles so eingerichtet, wie ich es haben wollte.

        Dass Dein Ex noch einen Schlüssel hat, geht z.B. in meinen Augen gar nicht. Auch wenn er klingelt, ich würde mich da nicht wohl fühlen.

        Zieh einen endgültigen Schlussstrich. Es bringt Dir auch nichts, wenn das Haus jetzt noch auf Jahre abgezahlt wird und Du am Ende doch ausziehst.

        LG, Cinderella

        Seht zu dass ihr den Bunker los werdet....in der Konstellation wird das nur Ärger geben, auch wenn der von keiner Seite eigentlich gewollt ist.

        Insofern: Zieh aus....verkauft das Haus, löst den Kredit ab und teilt den Rest auf....oder lass Dich von Deinem Mann auszahlen wenn er mit seiner neuen Schnitte reinziehen will.

      Für mich ist eine wichtige Frage, wie die Trennung von der Hütte finanziell laufen kann. Ich in bin vor 9 Jahren in der gleichen Situation gewesen. Meine Ex ist ausgezogen und die Kinder und ich sind im Haus geblieben.

      Derjenige, der das Haus verläßt, beginnt als erster ein neues Leben, der im Haus verbleibende Part stellt fest, zumindest war es bei mir so, dass nicht das Haus dir, sondern du dem Haus gehörst. Für mich war das eine bittere Erfahrung.

      Häufig hört man von Menschen in deiner Situation die Begründung, dass es für die Kinder besser ist, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Meine Erfahrung mir, dass das Umfeld der Bezugspersonen für die Kinder wichtig ist, nicht das Haus/die Wohnung an sich. Das Argument wirkt auf mich inzwischen vorgeschoben.

      Von daher, wenn es finanziell geht, weg mit der Hütte.

      • <<<dass nicht das Haus dir, sondern du dem Haus gehörst>>>

        Sehr treffend !

        Das kann ich bestätigen. Ich bin mit meinem Sohn nach der Trennung auch im Haus geblieben, während mein Exmann auszog. Ich glaubte auch, dass das für mein Kind das Beste wäre nach der Trennung nicht auch noch eine räumliche Veränderung.

        Mein Exmann bekam die Kohle, kaufte sich eine schicke Eigentumswohnung und ich blieb auf und in diesem Haus sitzen. #augen Wie oft habe ich diese Entscheidung in der Vergangenheit verflucht!!! Und heute sagt mein Sohn, dass ihm das Haus egal ist und auch immer war. #klatsch

        An deiner Stelle würde ich das Haus verkaufen.

        LG
        Suse

    Wenn Du nicht in dem Haus wohnen bleiben willst, weil es Dir primär um die Abhängigkeit von Deinem Mann geht, könntet ihr auch einen Ehevertrag aufsetzen, in dem ein kostenloses Wohnrecht für Dich und Deinen Sohn festgelegt wird bzw. die Höhe der Unterhaltszahlungen und in dem steht, dass er weiterhin den Kredit übernimmt bis euer Sohn in die Schule kommt. Dann musst Du nicht bis zur Scheidung warten. Abgesehen davon seid ihr schon seit 2 Jahren getrennt und Du könntest die Scheidung ebensogut einreichen wie er.

    In diesen paar Jahren könntest Du natürlich das Geld, das Du nicht für eine Miete ausgeben müsstest, zurücklegen. Da käme dann schon ein nettes Sümmchen zusammen, das Dir den Start in ein neues Leben erleichtern wird.

    Den Schlüssel würde ich ihm allerdings nicht mehr überlassen.

    • Ich muss mich korrigieren: wenn Du jetzt die Scheidung einreichst und ihr keine Gütertrennung habt, hättest Du doch Anspruch auf die Hälfte des Hauses. Ihr könntet es verkaufen und Du fängst mit dem Geld ein neues Leben an. So wirkt es auf mich, als ob Dein Mann euch zwar noch 3 Jahre in dem Haus wohnen lassen will, dann aber der alleinige Eigentümer sein will und dass er evtl. deshalb die Scheidung erst später will. Damit Du dann dankbar bist für die mietfreie Zeit und ihm das Haus überlässt.

      Hast Du Dich schnon von einem Anwalt beraten lassen diesbezüglich? Falls nicht, würde ich Dir das UNBEDINGT und SCHNELLSTMÖGLICH empfehlen.

Ich würde das rein sachlich betrachten: Wende Dich an eine Anwältin, die Dir auseinandersetzt, wo die Gefahren liegen.

Mit gemeinsamem Kredit ist das - gerade mit unsteten, unzuverlässigen Männern - so eine Sache.

Wenn ihm morgen einfällt, dass er doch nicht zahlen will, dann bleibst Du mit Schulden sitzen.

Ein Verkauf wäre vermutlich die bessere Lösung, aber das kommt auf Euren Fall an.

Lass Dich juristisch beraten. Es geht einfach um zuviel.

Gruß

Manavgat

  • ...ich seh das auch eher pragmatisch.

    'ABer dazu später mehr.

    Die Frage an dich (weil Kinder, grade in dem Alter, arrangieren sich mit allem was DU tust!):

    was möchtest DU??? Möchtest DU denn da wohnen bleiben, wie ist dort in diesem Vorort dein soziales Umfeld (Freunde, Verwandte?). Ich bin auch ne Stadtpflanze und wohne nun auf "nem Acker" - und würde NIE, aber auch NIE NIE WIEDER tauschen wollen. Die Großstadt käme weder für mich noch für meine Kinder in Frage solange diese noch "klein" sind.

    Richtig ist aber auch, dass dein Ex plötzlich nicht mehr zahlt. Das ist meistens der Fall, wenn sich eine neue Familie auftut. Manchmal reicht aber auch schon eine bescheuerte neue Freundin, die das gar nicht einsieht, dass du mit eurem Kind im Haus bleibt, dass er bezahlt.

    So gehst du besser echt mal zu einer Anwältin (Männer sind da leider Männer) und lässt dich beraten. Und: könntest du das Haus auch alleine halten? Vergleiche bitte auch (Großstadt)Miete mit deinen monatlichen Abtragungen - ist da wirklich (auf Dauer) so ein großer Unterschied? Und das Haus gehört irgendwann dir?!

    Viel Glück für deine Entscheidung!

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