Streit mit Ehemann wegen Wohnung und Tiere

    • (1) 02.02.12 - 23:14
      ganz traurig

      Wir müssen umziehen.

      Wir, das sind mein Ehemann und ich, seit 8 Jahren verheiratet und Eltern von 4 bezaubernden Kindern.
      Er möchte in einen Ort, nahe seiner Arbeit.
      Wir wollen kaufen oder mieten. So ganz steht das nicht fest, wir warten noch Angebote ab.
      In ca. 5 Jahren will er einen neuen Job suchen.
      Ich möchte in nahe meiner Familie wohnen.
      Dort stehen meine Pferde kostenlos, ich fahre täglich hin, um sie zu versorgen.
      Meine Familie braucht oft meine bzw unsere Hilfe, da sie beide chronisch krank sind.
      Beide Orte liegen 20 km auseinander.
      Ich soll in den Ort seiner Arbeit ziehen, ohne Diskussion.
      Dann habe ich selbst einen Arbeitsweg von 15 km. Unsere Kinder müssen Tagesmutter, KiGa und Schule wechseln.

      Zudem soll ich die Pferde verkaufen, da ich nicht mehr jeden Tag von dort zu ihnen fahren kann. Die Pferde würden viel Geld kosten und das würde immer zu Lasen der Kinder gehen.

      Da war ich sprachlos. Unseren Kindern fehlt es an NICHTS!!!!! Sie haben immer gute Kleidung (Markenware), bekommen jeden Tag gutes Essen, Obst und Gemüse. Wir fahren jede Woche raus, fahren viel in den Zoo, Hallenbad, Park, Indoorspielplätze. Urlaub einmal im Jahr sitzt auch drin.
      Wir könnten in einen Ort in der Mitte der beiden Wunschwohnorte ziehen. Dort gibts auch tolle Angebote. Aber das will er nicht.
      Ich fühle mich erpresst und unterdrückt.
      Endlich habe ein ein funktionierendes Netzwerk mit meiner Familie aufgebaut, welches mal als berufstätige vierfach-Mama braucht!

      Das alles würde zusammenfallen und ich wäre wieder auf mich alleine gestellt.
      Ich kann nicht erwarten, dass meine Familie jeden Tag 20 km pro Weg fährt, damit unsere Große von der Schule abgeholt wird.
      Meine Pferde verkaufe ich auch nicht. Ich hänge sehr an ihnen und unsere Kinder auch.
      Nur ich muss sie versorgen, meine Familie kann das definitiv nicht.
      Wir streiten jeden Tag und ich hoffe, meinen Mann überzeugen zu können, wenigstens in die Mitte zu ziehen.
      Aber mit welchen Argumenten denn noch, wenn diese alle schon nichts bewirken?
      Er will in 5 Jahren einen neuen Job, wer weiß, ob der dann auch in jenem Ort sein wird.
      Meine Eltern aber wohnen dort für immer und der Ort in der Mitte ist eine 80.000 Einwohner Stadt, in welcher es alles fußläufig gibt, egal, welcher Ortsteil.

      • Dein Mann macht wegen 20 km Arbeitsweg einen Aufriss?!!!

        DESWEGEN will er die ganze familiäre Infrastruktur zerstören?!

        Ich lach' mich schlapp. Entschuldigung.

        LG, katzz

        • (3) 03.02.12 - 00:08

          Da geht es nicht um den Arbeitsweg, never ever. Den Job will er doch eh wechseln, da kann der Arbeitsweg nicht als Begründung herhalten. Prinzipiell geht es m. E. um eine Art Entwurzelung. Ich mag das nicht bewerten, weil ich es nicht verstehe. Um so was zu verstehen, denke ich, müsste man seine wahren Beweggründe kennen. Fühlt er sich an den Rand gedrängt, zurück versetzt, sieht er massive Probleme, die er durch diesen radikalen Abschied versucht zu lösen.

      20 KM Arbeitsweg ist nicht der echte Grund. Wenn Du mit ihm bisher nur darüber geredet hast, dann landet ihr immer in der Sackgasse. Du wendest Dich an dieses Forum und bist bereit, anderweitig zu denken. Dann los.

      Ein paar Anregungen kann ich Dir mit auf den Weg geben. Was davon brauchbar ist, weisst nur Du selbst.

      - Ich hatte mal eine Freundin, die ein Pferd hatte. Sie musste jeden Tag dort hin. Anfangs habe ich mitgeholfen (Stall misten, auch mal Heuernte, etc.), aber es wurde immer mehr. Jeden Tag hat es Stunden verschlungen, oft auch ganze Wochenenden.

      - Meine Oma ist so langsam hilfebedürftig. In Deinem Fall hast Du chronisch kranke Familienmitglieder. Selbstverständlich hilft man da. Aber das verschlingt eine Menge Zeit und (noch schlimmer) meist Nerven. Denn hier handelt es sich um Menschen, die meist auch eigene Vorstellungen, Wünsche haben, welche meist einen Kompromiss erfordern.
      - Du hast nun noch 4 Kinder und bist berufstätig. Wow. Wir haben ein Baby und allein das ist schon schwer genug für unsere Partnerschaft.

      Was Du als "funktionierendes Netzwerk Deiner Familie" definierst kann Dein Mann unter Umständen vielleicht als Belastung ansehen.

      • Interessanter Ansatz..!
        allerdings..4 Kinder...die eigene Arbeitsstelle dann weiter weg... alles wird von ihr organisiert...da frage ich mich, wie sie mit der mehrbelastung fertig werden soll. Geschweige denn, das schlechte Gewissen der Familie gegenüber- weil sie einfach nicht mehr in der Intensität helfen kann.

        Die Pferde die der Ausgleich dafür sind...

        Ich weiss nicht..aber ich würde dem Umzug auch nicht zustimmen. Solange der Ehemann als einziges Argument hat, er will nicht mehr soweit zur Arbeit fahren- wäre DAS für mich indiskutabel. Ich fahre täglich 100km zur Arbeit..50 hin, 50 zurück. sowas ist heutzutage fast normal.

        Familie hat man, die sucht man sich nicht aus- und wenn sie hilfe brauchen, dann ist die Familie da. das seh ich auch so. als mein Vater starb war klar, dass ich mich intensiver und mehr um meine Mutter kümmern muss wie vorher! und das auch möchte...!

        ich weiss nicht..ich würde nicht umziehen...! nicht mit dem Argument...und ich würde vor allem auch die Kinder nicht zwingen sich komplett neu zu sortieren.

    Hallo,

    ich würde nie meine Kinder wenn es nicht unbedingt notwendig wäre aus ein funktionierenden Struktur herausreissen.

    Ich musste als Kind recht häufig umziehen und habe es gehasst. Deswegen bleib ich hier in dieser verschlafenen Kleinstadt für meine Kinder. Mein Mann kennt meine Haltung zu diesem Thema und für ihn ist es auch kein Problem.

    Bis vor 4 Jahren hat er auch noch ein paar Kilometer zur Arbeit fahren müssen. Ich glaub so ca. 15 km. Bei schönem Wetter ist er sogar mit dem Fahrrad los. Ich kann also überhaupt nicht nachvollziehen wo seine Beweggründe liegen den Wohnort zu wechseln.
    Mittlerweile kommt mein Mann nur noch am We nach hause. Es war am Anfang die Hölle für uns weil wir das einfach nicht gewohnt waren. Aber jetzt haben wir halt einen neuen Ablauf und es funktioniert.

    Du solltest mit deinem Mann nochmal sprechen warum er unbedingt dort wegziehen will wo es doch eigenltich nicht nötig ist und was er sich davon verspricht wenn er alle aus seiner gewohnten Umgebung reißt.

    LG
    Corinna

  • (7) 03.02.12 - 08:15

    So ein Drama wegen 20 Kilometer Arbeitsweg? Und dafür Hobbys, Freunde, Schulen etc opfern? Und wenn er in 5 Jahren Job wechselt, dann wechselt ihr mit?

    Ich würd ihn an deiner Stelle mal fragen, ob er in der Midlifecrisis steckt.

    lg thyme

    Hallo,

    ich glaub ja er fühlt sich an den Rand gedrängt. Vor lauter Freizeitbeschäftigung, Versorgung der Familie ect., ist vielleicht kein Platz mehr für ihn?

    Hat er selber einen gut aufgebauten Freundeskreis, Hobbies die ihm was bedeuten usw.? Wenn nein, dann ist es eventuell auch Neid, also er gönnt es dir vielleicht nicht?

    So, und was mich an der Sache nerven würde ist, dass er das so will, und zwar ohne Diskussion. Hallo??? Ihr führt eine Ehe, er ist aber nicht der Häuptling;-). Ich seid 2 eigenständige Menschen und so sollte man sich auch gegenseitig behandeln. Kompromisse machen ist klar, aber Entscheidungen einfach so treffen und durchziehen, egal was der andere sich wünscht, geht gar nicht.

    Da hilft nur reden. Sag was du dir wünschst und das du nicht bereit bist, alles mitzumachen was er will. Ich würde das nicht mit mir machen lassen. Zwingen kann er dich ja nicht.

    LG Silvie

    Wenn bei deinem Partner nur der Wunsch nach wohnortsnahem Arbeiten Priorität ist, dann handelt er egoistisch, wenn sich die gesamte Familienstruktur, Schule, Freizeit, Hobbys etc. sich seiner verkürzten Arbeitsanfahrt unterordnen sollen.

    Kann es denn sein, dass sich hinter diesem Wunsch etwas anderes verbirgt? Flucht vor zu enger Großfamilie, festgefahrene Strukturen, zu viel Fremdbestimmtheit?

    LG
    Snickerdoodle#winke

    Weia dein Mann hat ein an der Waffel, ich fahr jeden Tag einfach 33 km zur Arbeit.....Du kommst Ihm ja schon entgegen finde ich, setzt euch zusammen und besprecht es so das jeder damit leben kann.

    Hallo!

    Bin ja immer dafür das man Rücksicht auf die Familie nehmen sollte und vor allem ein für alle die Beste Lösung finden. Auch wenn es dann ein Kompromiss geben muss.

    Aber dein Mann hat wohl nicht richtig überlegt. An deiner Stelle würde ich dort, wo seine Arbeit ist nicht hin ziehen. Vor allem wenn er in ca 5 Jahren einen neuen Job möchte. Wer weis ob dieser in der selben Gegend ist. Wollt ihr dann wieder weg.

    - Kindergarten und vor allem ein Schulwechsel würde ich nicht mit machen, es sei denn es geht wirklich nicht anders

    - deine Pferde verkaufen: Das ist dein Hobby, dein Spaß du machst das mit Freuden und ihr könnt es euch leisten, würde sie an deiner Stelle behalten..

    - du schreibst ihr fährt mit den Kids jede Woche raus, und unternehmt etwas und ein Urlaub ist auch noch drin... Was will dein Mann mehr? Will er ihnen so viel kaufen bis sie nicht mehr wissen mit was sie zuerst spielen sollen?

    Bin ja eine Gegnerin von langen Autofahrten und sind es nur 20 km. Was das Zeit und Geld kostet ist schon echt viel. ABER: Ihr hätte so viele Nachteile wenn ihr dort hin ziehen würdet. So wenig Geld scheint bei euch auch nicht vorhanden zu sein. (ist nicht böse gemeint:-) ) Dann würde ich die 20km Fahrt schon in kauf nehmen.

    - deine Eltern brauchen deine Hilfe und sie passen auch auf die Kids auf

    "Wir könnten in einen Ort in der Mitte der beiden Wunschwohnorte ziehen. Dort gibts auch tolle Angebote. Aber das will er nicht."

    Das wäre ein guter Kompromiss und das finde ich sehr fair von dir. Dein Mann sollte nach geben.

    Zieh ja nicht weiter weg, du hast so viele Nachteile und es kann sein das ihr so nicht Glücklich werdet. Ihr macht euch Probleme die man vermeiden kann.

    Hoffentlich gibt dein Mann nach.

    Gruß Nati

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