Bin ich Überfordert, oder wie bekomme ich IHN wach!?

    • (1) 09.02.12 - 01:07

      Hallo Ihr lieben,
      es ist sehr kompakt und nicht einfach aber ich versuche es mal. Brauche einfach einen Neutralen Rat oder Tipp.

      Die Vorgeschichte: Ich 38j, bin zum 2.mal verheiratet, mein Mann auch. Meine 1. Ehe Kurzfassung: Schläge, Demütigung, Hörigkeit. 10Jahre verheiratet, 17Jahre zusammen, 2 Kinder Sohn jetzt 15 Jahre, Tochter jetzt 9 Jahre. Entkommen, weil Er einen anderen Rock kennen lernte und auch da blieb. Meine Eltern geschieden, 2 Geschwister, beide verstorben.
      Die Ehe meines Mannes: 5Jahre zusammen, 3Jahre verheiratet, Himmel auf Erden, viel arbeit beide, sie Selbstmordversuch, ihr Psychologe riet ihr zur Scheidung, weil er zu PERFEKT, die Ehe blieb Kinderlos, er Unfruchtbar, sie Tochter aus Ihrer 1. Ehe. Eltern über 40Jahre verheiratet, 3 Geschwister.

      Ich lernte meinen Mann kennen, wie meine Ehe gerade den"Bach" runter ging (oder schon gegangen war). War auf geheiß meines EX Selbstständig und lernte gerade zu überleben ohne Ihn, weil der Lebensunterhalt meiner Kinder und mir davon abhingen. (lebten in der Pächterwohnung) Mein Mann war auch derjenige der mir deutlich, damals als Freund gesagt hat, ich solle die Selbstständigkeit aufgeben, der Kinder und meinetwegen. (hatte durchschnittlich einen 20Stunden Tag) Danach das Finanzamt, war wirtschaftlich Bankrott. Mein Ex hatte das sinkende Schiff verlassen, ich wusste das damals noch nicht.#wolke

      Mein jetziger Mann war für mich da, suchte mit mir eine Wohnung, arbeitete bei mir mit, um mir den Rücken frei zu halten, wir wurden ein Paar, bis zu dem Moment, da ich schloss. Nach einem 1Jahr Kampf um die Kinder, emotional krabbeln, laufen lernen, aufrecht gehen, überhaupt lernen, was und wie es im Gaststättengewerbe zuging, fiel ich in ein LOCH. Er zog sich zurück, parallel dazu bekam mein Vater Krebs. Unsere Beziehung dümpelte weiter, mein Vater besiegte den Krebs und ich meine Depressionen. Nach 1/2 Jahr zogen wir mehr oder weniger zusammen. Nach 1 weiten Jahr heirateten wir, nicht ganz freiwillig, (geplannt war, ein halbes Jahr später), mein EX machte Schwierigkeiten wegen der Kinder. Alles lief eigentlich gut( 1.Ehe Hölle,2.Ehe Himmel) dachte ich. Ich war für den Haushalt, die Kinder, die Pflege meiner Mutter, die "Betreuung" seiner Mutter, 1.mal die Woche putzen bei den Kindern im Sportverein, da. Er ging arbeiten, kümmert sich mit um die Hausaufgaben, spielt und tobt mit beiden Kindern. Ein Vater den ich mir für die Kinder immer gewünscht habe, beide sehen ihn als IHREN Vater. Er tut wirklich alles für sie. ( Sie hat noch Kontakt zum Leiblichen, er verweigert ihn) Seid letztes Jahr ca. Juni, fing es an, es spielte sich bei uns im Bett kaum noch was ab, bzw. seid 3Mon. garnicht mehr, ihm geht es körperlich nicht "gut" Er hat Luftprobs. Ok, hab das Essen umgestellt, noch Fettärmer, viel Gemüse ect. (hab 10kg abgenommen, noch 9kg über normal;-)) Er nichts, zwar nur 84kg,bei180cm aber der Bauch. Sein Arzt sagte zu hohe Cholesterienwerte! Immer noch! Er achtet überhaupt nicht mehr auf sich, Gesundheitstechnisch (Er schläft mit Atemmaske, seid 4J.). Er Raucht zuviel, trinkt 3-4mal die Woche harte Sachen zu Hause. (Kauft er sich selber, Süßigkeiten für die Arbeit= Nervennahrung) Er hat Stress, weiß ich auch. Nur früher sind wir viel spazieren gegangen, haben geredet, heute nicht mehr. Wir haben uns unterhalten, heute nur noch Thema seine arbeit, seine, meine Mutter und vielleicht Kinder.

      Mein Großer ist schwierig z.Z. Wenn ich seine Hilfe brauche um mich durchzusetzen, fällt er mir immer öfter in den Rücken. ( der Große hat in der 1.Ehe zu viel mitbekommen, nicht unbedingt Respekt vor mir, war aber schon schlimmer) Habe im Dez. einen Autounfall gehabt,(mir einer rein, mit Fahrerflucht) hatte schlimmes Schleudertrauma, Nerv in der Schulter geklemmt und einen Schock. War ambulant im KH, mein Mann ging abends auf Nachtschicht, obwohl ich ihn gebeten hatte, es nicht zu tun. Bekam einen Einlauf auf der Arbeit wieso er nicht zu hause blieb, erzählte mir das noch kleinlaut und entschuldigte sich danach. Im Jan. bekam ich eine Schwere Bronchitis, vorletzte Woche einen Hexenschuß, ich versuchte mein möglichstes um alles Ok zu halten, Haushalt ect. es klappte aber nicht so gut. Einerseits hatte er Verständnis, das ich nur das Nötigste tat ( im Haushalt, bei beiden Müttern,mehr ging nicht) Andererseits beschwerte er sich aber auch, teilweise lautstark, das ich die Kinder dann nicht im Griff hatte.( Die sollten mehr helfen, obwohl sie es schon taten, er sah es ja nicht)Heute war ich beim Gyn. hatte schon wieder eine Zwischenblutung,(kenn ich sonst nicht) Muss eine Ausschabung machen lassen, hab einen Polyp in der Gebärmutter. Bin echt fertig, sage das auch, nicht überfall technisch, sondern vorsichtig. Er sagte nur OK das bekommen wir hin, wenn du den Termin hast nehm ich mir frei (Thema durch). Ist ja alles lieb und schön. Die Kinder sind im Bett, mir kam alles durch denn Kopf, wollt mich einfach nur anlehnen. Da faucht er mich an " du bist schon wie die Kinder, die meinen ich bin Euer Stofftier" Hab gedacht mich trifft der Schlag. Ich verlange nicht das er Gedanken lesen kann, hab das eigentlich ohne Vorwürfe gelernt zum Ausdruck zu bringen, was ich möchte. Er hört ja eigentlich auch hin, wenn ich was wichtiges sage, vorschlage oder so. Aber er hört nicht zu. Mein Vorschlag mit Fitnessstudio wegen unserer beider Gesundheit, geht nicht ( der Raten wegen), er kauft ein neues Auto, obwohl er seines gut noch 1Jahr hätte fahren können. Auf die direkte Frage was er vor hat bezüglich seiner Gesundheit, sagte er wieso, bin nicht mehr auf Brautschau und ich habe eine Lebensversicherung abgeschlossen, nach der Hochzeit, also... Da er sehr Pflichtbewußt ist fragte ich, ob er sich bewußt wäre das er mir und den Kindern gegenüber verpflichtet ist, auf seine Gesundheit zu achten, genauso wie ich auch. Er(43) zuckte mit den Schultern, sein Vater wäre auch nur 68Jahre geworden, bis dahin schafft er es schon.

      Ich hab viel Verständnis, für alles. Kann mich sehr gut in andere hineinversetzen, bin sehr vorsichtig mit Äußerungen, laß es nicht als Vorwurf ankommen. Bin Diplomatisch. Mußte ich lernen durch meine Selbstständigkeit(Wirtin, Kioskbesitzerin) Werde heute noch deshalb von ehem. Gästen vermisst. Aber bei meinem Mann bin ich am Ende. Obwohl ich für Männer in: ganzen aber kurzen klaren Sätzen, formuliere was ich will bzw. nicht will. Wir sind fast 5J. zusammen, knapp 3j. verheiratet und ich fühle mich mittlerweile als wäre ich seine Schwester, die seinen Haushalt führt und SEINE Kinder versorgt ect. Habe ihn erinnert, das wir auch ein Ehepaar sind, nicht nur Eltern. Das wir auch mal wieder etwas für uns tun müssen, wie Früher. Er schwelgte in Erinnerungen, sagte das ich recht habe, aber... Auf den Vorschlag komm wir planen was, ich bring die Kinder für ein WE unter, sagte mal sehen aber mir geht es nicht gut, zündete sich eine Ziggi an, ging an den Schrank goß sich was ein. Das war´s

      Bin ich überfordert, bilde ich mir ein, das unsere Ehe den Bach runter geht oder wie bekomm ich ihn wach.

      Für irgendwelche Tipps oder hinweise wäre ich echt dankbar. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht.

      Danke ihr lieben, auch für Eure Geduld

      • (2) 09.02.12 - 05:45

        Hola,

        ich habe mich durch deinen Text gekaempft und wenn das eine oder andere dabei untergegangen ist, es sei mir bitte verziehen.
        In allem was du schreibst, BEschreibst du dich als Opfer. Vielleicht nicht mal bewusst.
        Im Unterbewussten aber siehst du dich so. Du kuemmerst dich um alle und jeden, arbeitest dich kaputt, wirst geschlagen und gedemuetigt und machst aber weiter wie bisher.
        Ein grosses Herz, Verstaendnis fuer alle und jeden und du kommst immer zu kurz bis hin zur Aufgabe und Gesundheitlichen Beeintraechtigungen.
        Du formulierst deine Wuensche, immer ohne Vorwurf und wirst dennoch nicht verstanden.
        Das mal als Kurzfassung.
        Du hast dein Elternhaus nicht mal verarbeitet, nicht den Tod deiner Geschwister, nicht deine erste Ehe und sitzt schon in der 2. mitten im Schlamassel.
        Jeder ist fuer sein Leben eigenverantwortlich, besonders die Menschen, die ihr Delaemmer auch noch so gut beschreiben koennen wie du deines. Du hast also ganz genau erfasst was so alles in deinem Leben nicht rund laeuft.
        Du bist nicht fuer die Gesundheit deines Partners verantwortlich, nur fuer deine Kinder, die nicht eigenverantwortlich sind und Anleitung benoetigen.
        Du musst niemanden pflegen, denn du bist in keinem Pflegeberuf taetig noch verpflichtet dazu, also machst du es freiwillig.

        Natuerlich kannst du versuchen deinen Mann zu motivieren, aber bist du sein Privat Couch der teuer bezahlt wird um ihn in den werten Popo zu treten?
        Er ist es sich nicht wert, dass es ihm gut geht, warum wohl?

        Davon abgesehen, du hast eine Hoellenehe hinter dir, 17 Jahre und gehst gleich in die Naechste Ehe. Du warst nicht seit deinem ca. 16 Lebensjahr fuer dich alleine. Immer mit einem Partner.
        Ich habe versucht es nachzurechnen nach deinen Zeitangaben.
        Du und deine Kinder haben die erste traumatische Ehe nicht mal verarbeiten koennen.
        Dein Mann war ein Anker und mehr hast du nicht gesehen.
        Du bist von einem direkt ins naechste Problem gestolpert.
        Ohne wirklich etwas abgeschlossen zu haben und vor allem, mit dir selber ins Reine zu kommen. Das geht nicht mal eben so in einem halben oder einem Jahr.

        Manches braucht Jahre um es zu verarbeiten, je nach dem wie sehr und wie offen man sich den eignen Defiziten stellt. Da hat erst mal ein neuer Partner gar keinen Raum, weil man mit sich und seinen Kindern erst mal klar Schiff machen muss.
        Es wundert mich nicht wirklich, dass du Probleme mir deinem Grossen hast. Was deine Kinder erlebt haben, hinterlaesst Spuren. Bei dem einen mehr oder weniger.
        Die Probleme die dein Mann hat, sind keine Neuen.
        Er schlaeft seit 4 Jahren mit Atemmaske, also ein Problem das du von Anfang an kanntest.

        Es ist seine Gesundheit und nicht deine, du kannst ihm Hilfe anbieten, aber er MUSS sie auch annehmen wollen.
        Was du brauchst ist eine Therapie und ich schreibe oder schlage das hier nicht wirklich oft vor ( wie es viele gleich immer vorschlagen ).
        Du schleppst so viel Ballast mit dir herrum und hast vielleicht gehofft und geglaubt, in einer neuen Ehe und Partnerschaft loesen sich deine Probleme.

        Du hast sie nur verlagert, aber nie selber geloest.
        Liebe sucht jeder Mensch und besonders wenn es ihm schlecht geht. Nur sieht dann der Mensch nicht wirklich was ihm gut tut und was nicht.
        Der Blick ist getruebt. Manchmal geht es gut, aber leider sehr oft auch schief.
        Was ich oder andere denken, welche Prognosen nun deine Ehe hat ist unerheblich.
        Du musst einen klaren Blick bekommen und wenns sein muss mit Hilfe, die vielleicht deinem Partner auch wegweisend zu einem besseren Leben helfen koennen.
        Das es so nicht weiter geht, hast du erkannt.
        Handeln kannst nur du!

        Wohlwollend und freundlich!

        Saludos

        • Super Beitrag!!!!

          An die TE:

          Meine Gedanken beim Lesen Deines Beitrags waren ähnlich. Du beschreibst Dich im Umgang mit anderen als "perfekt", hast das gelernt... dennoch kommst Du ja dabei doch irgendwie zu kurz. Wirst nicht verstanden. Kannst Dir nicht nehmen was Du brauchst.

          Außerdem glaube ich, dass auch der neue Ehemann nicht unproblematisch ist. Niemand ist perfekt, führt eine perfekte Ehe und wird darüber weil alles so toll ist depressiv und muss sich trennen, weils so toll ist #kratz

          Ich denke Dein jetziger Mann war toll in der Rolle des Freundes, des Retters, des Helfers, des Unterstützers... jetzt ist diese "Arbeit" quasi weg und er findet für sich keine Aufgabe mehr.

          Worüber ich noch gestolpert bin.. Du kümmerst Dich um SEINE kinder??? Es sind doch Deine Kinder, ich denke er ist unfruchtbar und hat keine....

          Lichtchen

          • (4) 09.02.12 - 11:02

            Erstmal lieben Dank,

            ja es sind meine Kinder! Aber mein und dein gibt es bei uns eigentlich nicht mehr. Es sind seine Kinder, nur das sie nicht seine Gene haben. Seine Meinung! Er hat die Kleine kennengelernt da war sie fast 4J. der Große knapp 11J.

            Der Anstoß mit der mangelnden Aufgabe, scheint nicht verkehrt zu sein. Ich werde da mal wirklich nachharken...

            • (5) 09.02.12 - 11:30

              Im Prinzip löblich, dass er sie als seine kinder ansieht aber ich persönlich kriege immer leichte Gänsehaut dabei.... man sollte doch Tatsachen Tatsachen sein lassen. die Kinder haben einen Vater, auch wenn der "doof" ist.

              so eine Vermischung finde ich führt immer nur zu weiteren Sichtweise Problemen.

              den Beitrag von Bad finde ich auch sehr gut. Ihr seid beide, Dein Mann und Du, mit irgendwas in eurem Leben "nicht fertig". Daran solltest ihr mit professioneller unterstützung arbeiten.

              Lichtchen

              • (6) 09.02.12 - 12:51

                Hi,

                ja er hat schon recht, wenn er sagt das ich viel zu kämpfen habe.

                Ich gehe auch keinem Kampf mehr aus dem Weg, ich lasse mich nicht mehr ducken.

                Aber jeder Kampf hinterläßt auch seine Spuren.

                Mir ging es auch darum, einen anderen Blickwinkel für meine Situation zu erfahren, damit ich agieren kann. Erstmal überhaupt erfahren, ob ich einfach nur zu empfindlich bin, zu dünnhäutig im Moment.

                Ich habe von Euch einige Anregungen bekommen. Dafür bin ich dankbar.

                Wird nicht einfach aber ich habe mein nächstes Ziel, dafür werde ich kämpfen...

                • (7) 09.02.12 - 14:04

                  Vielleicht ist ja Dein Mann schlichtweg mit so einer "kämpfenden Frau" überfordert und mutiert nun zu dem kleinen schwachen Part in der Beziehung? der er früher nie sein durfte? Fällt mir grad noch so ein.. denn diese Aussage.... dieses anfauchen er sei euer Stofftier..... das gibt mir schon auch zu denken... wie er sich selber sieht in der Familie...

                  ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Kraft und alles Gute.

                  Lichtchen

                  • (8) 10.02.12 - 11:38

                    Hi, Lichtchen

                    das ist eine Verdammt Gute Frage!!!
                    Für mich ein Verdammt Guter Ansatz!

                    Er hat selber gesagt, er war früher der Macher, in der Familie. Er war danach 10Jahre Single. Zwischendurch sagt er heute noch " hört auf den Comander" im Spaß. Wohl doch kein Spaß#gruebel

                    Ich regel alles zu Hause, ich regel alles mit unseren Müttern.

                    Letztens sagte er, nach dem er von seiner Mutter kam, im Spaß " Du läufst mir bei ihr den Rang ab" grinste, sagte aber "das ist auch gut so" nur, alles Erzählt sie Dir auch nicht und grinste weiter. ( er ist der Lieblingssohn, der Jüngste, akzeptieren auch seine Geschwister) Ich spreche zwar alles mit ihm ab aber machen, "machen" mach ich.

                    Hab ihn wohl zu sehr verwöhnt, zuviel abgenommen, den gesunden Mittelweg verpasst.

                    Das er wohl seinen Platz in der Familie neu sucht. #aha#gruebel
                    Nur, ich lasse ihm keinen Platz. Das kann Depressiv machen...#schock

                    Er hat mir geholfen, Selbstbewusst zu werden, Stark zu werden, hat mich gelassen, ermuntert, Stark gemacht. Wollte mich auf Augenhöhe. War sein erklärtes Ziel.
                    Er sagte, er ist Stolz auf mich, was ich geleistet habe, wie ich mich entwickelt habe.

                    Er hat seinen Job zu gut gemacht.

                    Ich danke Dir wirklich, wirklich Herzlich!!!

                    Das heißt und bedeutet für mich.

                    Ich bin überfordert, weil ich mich selber überforderte, ihn unterforderte ich, schob ihn an die Wand. Machte ihn Bewegungsunfähig.

                    Gut, wach bin ich jetzt. Nur, wie löse ich das jetzt...
                    Nicht von Heute auf Morgen...

                    Danke#herzlich
                    Kassai

        (9) 09.02.12 - 11:41

        Handeln kann nur ich! Stimmt!
        Deshalb habe ich auch diesen Betrag geschrieben. Ich brauchte einen Neutralen Blickwinkel. Selbst wenn man sich den Spiegel vor die Nase hält, heißt das noch lange nicht das man wirklich alles sieht, vielleicht auch nur das was man sehen möchte...

        Ich versuche eigentlich immer erstmal ein Problem erkennen, dann die Möglichkeiten zu sondieren, die sich zur Lösung anbieten, abwägen, dann handeln.

        Menschen neigen dazu auch mal aus einer Laus, ein Haus zu machen. Ich wollte mir nur Klarheit verschaffen, ob ich mein Leben noch einigermaßen richtig einschätzen kann.

        Bin ich überfordert, nachdem wie ihr geantwortet habt, JA
        Ihr habt Recht.

        Brauche ich Hilfe, ja ich brauche Hilfe, um mein Leben neu zu orientieren.

        Einige Sachen muss ich ändern, einige Sachen kann ich nicht ändern aber meine Einstellung dazu, die schon.

        Die Pflege meiner Mutter als Beispiel. Es ist niemand da, der sich kümmern kann. Keine weitere Familie. Es besteht eine Moralische Verpflichtung meinerseits, sie zu duschen, den Haushalt zu machen, einzukaufen, Bankgeschäfte und Ärztetermine zu machen, Transportmöglichkeiten zu organisieren ect. Ich bin ihre Einzigste noch lebende Verwandte.

        Therapie, das ist so eine Sache. Meine 1. hatte ich mit 17J. in einer Psychosomatischen Klinik für Eßstörungen. Tenor war, nicht ich brauche Hilfe, sondern meine Mutter. Habe nach 8Wochen abgebrochen, war ja seelisch gesund...

        Meinen 2. Versuch startete ich mit 19J. in einer Ambulanten Klinik hier in der Umgebung. Tenor, bin gesund, mein Freund und meine Mutter sind das Problem, soll mich von beiden Trennen, alles toll. Nur wie ohne den Funken von Selbstbewußtsein, wohnte noch zu Hause. Nach 4 Monaten wurde die Therapie beendet, galt als Seelisch gesund.
        Würde anderen Patienten den Platz blockieren.

        Bis Du Gottes Sohn, so helf Dir selber! Mein Tenor was Therapien angeht.

        Aber Danke, ich weiß Deine Worte und Hilfe zu schätzen.
        Wirklich!!!

    (10) 09.02.12 - 08:03

    "Die Ehe meines Mannes: 5Jahre zusammen, 3Jahre verheiratet, Himmel auf Erden, viel arbeit beide, sie Selbstmordversuch, ihr Psychologe riet ihr zur Scheidung, weil er zu PERFEKT"

    Also das klingt nach der typischen Beschönigungsrede eines geschiedenen Mannes, der in keinster Weise fähig ist, sich selbst zu reflektieren. Perfekt? Zu perfekt? Wo ist dieser Mann denn bitte perfekt? Wer hat Dir denn erzählt, dass sie sich umbringen wollte, weil es so himmlisch mit ihm war? Sie kriegt Depressionen weil ihre Ehe so unbeschwert läuft?
    Und, ganz ehrlich, Du bist ja jetzt auch schon dabei auf eine depressive Verstimmung zuzusteuern. Seine Ex hat ihn wahrscheinlich auch nicht wach rütteln können und ist daran verzweifelt. Nimmt er Dich überhaupt noch wahr? Sagt er nur noch, er liebt Dich, oder spürst Du das auch noch?

    Sei nicht so blind. Er ist ganz bestimmt nicht perfekt. Setz ihm eine Frist, Paartherapie oder es ändert sich so etwas bei Euch oder Du schaust besser, dass Du Land gewinnst. Er wird Dich nur auslaugen, ich mag gar nicht aufzählen, was er für üble Eigenschaften hat, da werd ich ja gar nicht mehr fertig. :-(

    (11) 09.02.12 - 08:55

    Hallo kassai,

    ich denke ihr habt beide eine sehr bewegte Vergangenheit. Du schreibst selbst das deine erste Ehe die Hölle war. Du musstest sehr viel ertragen und ich denke es ist gut möglich das du in dieser Ehe traumatisiert wurdest. Deine Kinder haben auch mitbekommen was bei euch ab lief und ich denke daher kommen die Probleme deines Großen.

    Ich weiß nicht ob du Hilfe hast um das Erlebte zu verarbeiten.

    Dein Mann hat auch eine bewegte Vergangenheit. Das zusammenleben mit einer Partnerin die suizidale Gedanken hat ist nicht leicht, ich habe es auch hinter mir.

    Ich denke als du deinen Mann kennengelernt hattest war er der Rettungsanker für dich und du eventuell auch ein Anker für ihn. Ihr habt euch praktisch ergänzt. Dabei wird aber keiner von euch seine Probleme verarbeitet haben,sondern ihr habt sie nur überspielt.
    Euer Ehe war so früh nicht geplant, aber trotzdem habt ihr geheiratet. Ich habe den Gedanken das ihr mehr eine Zweck-Beziehung hattet und das jetzt dieser Zweck erfüllt ist.

    Dein Mann scheinst in eine Depression abzurutschen und dir wird langsam alles zu viel. Überlegt ob ihr Sinn in einer Ehe-Beratung seht. Ich weiß nicht ob ihr es allein schafft eure Probleme zu lösen.

    Wichtig ist auch das du jemand zum reden hast.

    Freundliche Grüße blaue-rose

    • (12) 09.02.12 - 12:10

      Danke für die Ehrlichen Worte!;-)

      Das mit der Vergangenheit meines Mannes stimmt. Er ist auf der Sonnenseite des Lebens gewandelt. Er war meist nur an den WE zu Hause, sonst auf Montage. Sie hat in der Notaufnahme im KH gearbeitet. Sie machten 3- 4mal im Jahr Urlaub, hatten ein Haus, Kind und Hund. Dann kam der Regen... Er war gerade in Stuttgart 400km von zu Hause weg, als der Anruf kam, das sie versucht hat sich umzubringen.

      Er hatte nicht bemerkt, das sie Alkohol und Tabl. abhängig war. 1Jahr später die Scheidung, 1Jahr später starb sein Vater. Er lebte 10Jahre als Single bis ich auftauchte.

      Jeder hat seine Geister aus der Vergangenheit... Er srach eigentlich sehr offen und abgeklärt über seine Vergangenheit. Auch das er Angst hatte, das sich einiges Wiederholen könnte. (Ex war geschieden, brachte Kind mit in die Ehe) Wir haben offen über die Geister der Vergangenheit gesprochen, auch die Ängste und Probleme die daraus entstehen könnten.

      Ich glaub wir müssen uns wieder daran erinnern und gegen steuern.

      Beginnende Depressionen können das wirklich sein. Aber nicht nur bei Ihm.

      Nur zum Reden, da hab ich niemanden. Weder Familie, noch einen guten Freund. Hab nur viele Bekannte...

      • (13) 09.02.12 - 12:27

        Kassai,

        kann es sein das dein Mann sein vorheriges Leben vermisst?

        Das er offen über seine Vergangenheit geredet hat ist gut. Es kann aber trotzdem sein das er nicht alles verarbeiten konnte. Seine Angst das es sich einiges wiederholt ist auch nachzuvollziehen.

        Versucht gemeinsam über euer Empfinden zu reden, vielleicht kommt ihr euch dadurch wieder näher.

        Das du niemand hast mit dem du reden kannst macht es für dich noch schwerer. Kannst du dich denn nicht einen deiner Bekannten anvertrauen.

        FG

        • (14) 09.02.12 - 12:36

          Meine Bekannten, sind wirklich nur bekannt. Leider. Fußballplatz, Nachbarn... Ehemalige Gäste... Den allerbesten Freund meines Lebens, hab ich geheiratet....

          Danke, trotzdem für Deine Hilfe

          • (15) 09.02.12 - 13:02

            Ich habe mich noch einmal durch deine Antworten gelesen. Deine Mutter braucht Unterstützung. So wie du ihren Zustand schilderst sollte sie doch eine Pflegestufe haben. Ist es dann nicht möglich das ein Pflegedienst einige deiner Aufgaben übernimmt?

            Ich denke auch das du therapeutische Hilfe benötigst. Auch wenn du damals abgewiesen wurdest, bzw angeblich aus therapiert bist denke ich gibt es die Möglichkeit dich auf dem Gebiet zu helfen.

            Ich gehe auch davon aus das du es schafft diese Probleme zu lösen. Du hast schon viel erlebt, bist vielleicht auch schon öfter gefallen, das ist alles nicht schön. Das wichtigste hast du aber trotzdem geschafft und das ist das wieder aufstehen.

            Freundliche Grüße blaue-rose

(16) 09.02.12 - 09:39

Durch deinen Text muss man sich kämpfen. Lesen reicht da nicht. Und wenn ich mich dadurch kämpfe, bekomme ich den Eindruck, dass dein Leben genauso ist, wie du schreibst. Ein einziger Kampf.

Dein Mann und du, ihr kommt mir so vor wie zwei Ertrinkende, die sich in ihrem Kampf aneinander klammern und nicht mal wissen, ob sie das gleiche Ziel haben.

Schaut euch mal an, ihr seid fertig. Ihr braucht Hilfe. Ich kann jeden Menschen verstehen, der sagt, er ist fertig, er hat keine Kraft mehr. Ich mag aber keinen verstehen, der nicht kämpfen mag.

Die Gedankengänge, diese endlosen Abrisse vom Scheitern, die du da schilderst, die gehören m. E. professionell sortiert. Das ihr den Blick für die wichtigen Dinge frei bekommt. Dein Mann trinkt mehrfach die Woche hart, das geht auf Dauer ins Auge.

  • (17) 09.02.12 - 12:31

    Wer Kämpft, darf verlieren! Wer nicht kämpft, hat schon verloren...

    Ich kämpfe immer, schon immer und werde immer kämpfen.

    Das Scheitern meiner Selbstständigkeit war hart. Ich habe vielleicht die Schlacht verloren aber meinen Persönlichen Krieg gewonnen. Mein Gegner war ich selbst. Diese Frau die damals hörig die Papiere für den Pachtvertrag unterschrieb, gibt es nicht mehr. Nach dem ich alles hinter mir hatte, auch dieses Loch, bin ich nicht mehr die selbe. Was da alles passiert ist, wird mir nie wieder passieren. Ich weiß jetzt was ich kann, was ich zu leisten im Stande bin.

    Ich bin viel gestolpert in meinem Leben, auch hingefallen, hab Pausen gemacht aber ich bin immer wieder aufgestanden. Irgendwie.

    Ich hätte die Gaststätte weiterführen können. Hatte ein Finanzielles Hilfe Angebot, nur ich bin auch Mutter und habe mich für meine Kinder entschieden.

    Wie gesagt, ich brauchte einfach einen Neutralen Blickwinkel um zu Wissen, an welcher Front, ich wie kämpfen muss.

    Danke

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