Trennung? Kein Familienleben - Nachtarbeit usw.

    • (1) 21.02.12 - 21:18
      verzweifeltxy

      Guten Abend,
      ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Und ich weiß auch nicht wozu ich das jetzt schreibe aber ich mache es jetzt einfach mal.
      Ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann zusammen, drei davon verheiratet, wir haben eine Tochter.
      Wir haben kein geregeltes Familienleben, das stört mich extrem. Mein Mann ist Nachtarbeiter und ist tagsüber ab zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr zu Hause bis ca. 22.30 Uhr. Nach der Arbeit ist er ein bisschen wach, total unterschiedlich wie lange, danach schläft er (auch unterschiedlich wie lange) ist dann abends noch ein, zwei Stunden wach und geht um ca. 20.00 Uhr nochmal schlafen.
      Das heißt ich bin eigentlich den ganzen Tag über mit unserer Tochter (2,5 Jahre, seit kurzem im KiGa) alleine.
      Ich bin total unzufrieden mit unserer Lebenssituation. Ich hatte es mir anders vorgestellt mit unserem Familienleben aber es bleibt alles an mir ALLEINE hängen. Nicht nur die Arbeit, sondern auch einfach Gemeinsamkeit, von Zweisamkeit mit meinem Mann ganz zu schweigen...
      Ich bin mit meinen Kräften jetzt am Ende... ich habe alles so satt. Ich habe keinerlei Unterstützung ich bin immer so wütend weil sich mein Mann keine Zeit für uns nimmt. Entweder ist er arbeiten oder schlafen. Wenn er wach ist, isst er oder ist einfach "abwesend" und schlecht drauf weil er müde ist oder schenkt seine Zeit seinem sch... Hobby.
      Ich bin gerade mal wieder mit mir selbst so unzufrieden weil ich alles gerne besser hinbekommen würde wie es tatsächlich ist (Haushalt, Erziehung usw.) und habe keine Kraft mit meinem manchmal zickenden Kind umzugehen ganz zu schweigen davon mein Mann "mitzumotivieren" IRGENDWAS zu machen...
      Und das schlimmste ist irgendwann verliere ich die Geduld und dann bekommt es die Kleine ab, dafür hasse ich mich noch mehr.
      Ich kann nicht mehr, was soll ich machen... ich habe schon oft an Trennung gedacht aber ich hab Angst...
      Ich weiß auch nicht ob ich ihn noch liebe... wenn die ganzen Sachen nicht wären wäre es was ganz anderes. Ich habe es natürlich schon 1000 mal angesprochen und es kommt immer nur ein "ich weiß..." aber es ändert sich nichts.
      Was soll ich denn machen? Ich bin in letzter Zeit einfach nur noch wütend und total gereizt und vielleicht auch irgendwie depressiv.. aber wie soll ich das in den Griff bekommen ohne die Hilfe meines Mannes? Er ist doch auch Vater!
      Wie sollte ich denn eine Trennung durchziehen? Wir haben ein (nicht abbezahltes) Haus und eine Wohnung könnte ich mir mit meinem Gehalt und Kindergeld nicht leisten...
      Ich weiß nicht mehr was ich machen soll aber so kann ich nicht mehr weiter machen...
      Vielleicht weiß ja jemand einen Rat.
      Sorry dass ich euch so voll geheult habe.
      Danke für´s lesen und
      lieben Gruß

      • Hallo!

        Möchte dir gern mal schreiben was ich denke.

        Nachtarbeit ist ein hartes Brot. Ich kenne genug die Schichtarbeiten und sagen das sie froh sind, wenn sie wieder andere Schichten haben. Für ne Gewisse Zeit ist es ok, aber dauerhaft schlaucht es ohne Ende.

        Ich finde es schon erstaunlich das du an Trennung denkst wegen einem Job. Vorher kann man doch noch Dinge machen. ggf. mit dem Arbeitgeber sprechen über eventuelle änderungen. Vielleicht eine Woche Nachtschicht und nächste wieder anders.

        Ja, Zweisamkeit und Familienleben sind wichtig, aber wenn er Nachtschicht macht muss er tagsüber schlafen. Irgendwann braucht er Schlaf.

        Wenn die Kleine in den KiGa geht und dein Mann schon ab 9.00 zuhause ist und noch nicht ins Bett geht könnt ihr doch gemeinsam Frühstücken anschließend vielleicht einen kleinen Spaziergang. Oder einmal die Woche irgendwo einen Kaffee trinken als Paar.

        Ihr müsst eine Struktur reinbringen.

        Wie sehen die Wochenenden aus? Unternehmt ihr was? Unternimmt er was mit der Kleinen? Hast du einen Ausgleich?

        Setze doch da mal an.

        LG

        • (3) 21.02.12 - 22:00

          Hallo!
          Danke für deine Antwort.
          Wo soll ich anfangen?
          Klar muss er tagsüber schlafen, ist auch kein Problem. Es kommt keine andere "Schicht" in Frage, Wochenende arbeitet er auch meistens, wenigstens ein Tag. Er hat also meistens 6-, manchmal 7-Tage-Woche.
          Das Problem ist auch nicht der Job (obwohl es doch ein Problem ist aber ein anderes...), den hat er schon seit über 10 Jahren (früher musste er allerdings nicht ganz so viel arbeiten), sondern unser Familienleben, was eigentlich keines ist.

          Er hat keinen richtigen Rythmus weil er ja auch unterschiedlich heim kommt und dadurch haben wir auch keinen Rythmus zu Hause...
          Mal plane ich ihn mit ein und mal nicht, dann wieder doch dann klappts aber nicht usw.
          Wir unternehmen schon ab und zu was (mit der kleinen) ist dann ja auch schön.
          Aber das geht einfach so lange und wir haben echt soooo wenig Zeit und wenn er dann etwas Zeit hat setzt er sich hin für sein Hobby :-[.
          Ich bin so wütend darüber. Ich hätte nichts dagegen aber nicht wenn ich ihn vorher 1000 mal angebettelt habe dass er irgendwas für uns macht, dass es mir nicht gut geht usw.
          Ich geh echt auf dem Zahnfleisch.
          Ich hätte eigentlich einen Ausgleich (Sport) aber dazu kann ich mich im Moment auch nicht aufraffen. Ich bin einfach so depri dass ich gar nix mehr machen kann.
          Und ich bin so traurig dass ich hier von meinem Mann einfach keine Unterstützung bekomme.
          Ich hab schon seit etwa 2 Jahren immer mal so Phasen wo es mir echt schlecht geht und mir einfach alles über den Kopf wächst. Und ich sage lange nix, aber mein Mann spürt es ja.
          Aber er macht einfach nichts und das macht mich so sauer und verzweifelt.. dann kommt es zu Streit und es wird eigentlich alles nur noch schlimmer. In diesen schlimmen Momenten denke ich oft an Trennung weil ich einfach nicht mehr kann und manchmal das Gefühl habe ohne ihn besser dran zu sein.
          Vielleicht weil ich dann nicht enttäuscht werde ... ist das zu verstehen?
          Ich weiß nicht...

          • Hallo,

            also ich kann deine Frustration schon verstehen. Kein Familienleben zu haben ist wirklich ätzend!

            Aber glaube mir wenn dein Mann bereits seit über 10 Jahren Nachtschicht arbeitet und dann noch mit so unregelmäßigen Zeiten ist es kein Wunder das er ausgebrannt und unmotiviert ist! Für eine gewisse Zeit ist das durchaus okay, aber besonders bei einer 6 Tagewoche geht man am Schluss wirklich am Zahnfleisch! Und ich weiß wovon ich rede!

            Wenn ich ehrlich bin glaube ich wird sich Eure Situation nur ändern wenn dein Mann ein anderes Schichtsystem oder eine andere Stelle bekommt. Durch die große Belastung gerät alles in den Hintergrund und man beginnt an allem zu zweifeln!

            Alles Gute für Euch!

            Kerstin mit Ida #verliebt und MADITA, LEO & #stern #stern #stern im #herzlich

            • (5) 21.02.12 - 23:04

              Ja vielleicht hast du recht und er bräuchte einen neuen Job, ist nur nicht so einfach.
              Danke für deine Antwort

              • Kann er in eine andere Schicht wechseln? Er kommt mit den Uhrzeiten nicht klar, das schaffen viele nicht - vor allem wenn er es schon eine so lange Zeit macht.

                Auch wenn er sich z.B. eine halbe Stunde täglich für die Kinder freihalten könnte - ich glaube nicht, dass er es machen würde. Er scheint ziemlich ausgebrannt zu sein.

                • (7) 22.02.12 - 12:59

                  Hallo!
                  Eine andere Schicht ist nicht möglich, es gibt nur diese.

                  Er macht das doch schon seit Jahren, irgendwann muss man da doch mal einen ordentlichen Rythmus haben?
                  Aber ich weiß ja dass es schwer ist... Es tut mir ja auch leid..
                  Vielleicht müsste er doch noch mal nach einem neuen Job gucken, ist halt schwer.

      Bedenke nur eins: wenn du dich trennst hast du auch kein Familienleben...

      • (11) 21.02.12 - 22:02

        ja, deswegen bin ich ja auch noch nicht getrennt.
        Ich möchte das eigentlich auch meiner Tochter nicht antun.
        Aber ich hätte Klarheit, Harmonie, kein Streit, keine Unzuverlässigkeit...

    (12) 22.02.12 - 07:28

    Hallo,

    dein Mann sollte sich angewöhnen zu geregelten Zeiten zu schlafen, vielleicht von 9-17 Uhr, dann hättet ihr ab nachmittags noch ein wenig Familienzeit. Nachtarbeit ist ein hartes Brot, weiß ich aus eigener Erfahrung, umso wichtiger ist es für deinen Mann das er auch mehrere Stunden am Stück schläft . Diese gestückelte Schlafen ist absolut ungesund und kann auf Dauer zu massiven Schlafproblemen führen.#gaehn

    Mein Mann arbeitet von 8-18 Uhr , er ist für seine Kinder am Abend 1 Stunde da. Mehr ist halt unter der Woche nicht drin, ich find's nicht schlimm, er ist ja nicht zum Spass den ganzen Tag weg, er arbeitet hart und das in erster Linie für UNS!!

    Wichtig ist nicht die Menge der Zeit sondern die Qualität.

    Grüße

    Hallo,

    so von einer Nachtschichtlerfrau zur anderen.

    Lern damit klarzukommen, er macht das ja nicht aus Jux und Dollerei. Er macht es für euch, um euren Lebensstandart zu halten. Nachtschichtler verdienen nunmal viel mehr.

    Der Tagesablauf deines Mannes ähnelt dem meines sehr. Mit dem Unterschied, dass er sich um 19 Uhr nochmal hinlegt , davor aber den kleinen meistens auch ins Bett bringt.

    Mein Mann hat in dem Sinne kein Hobby, wir haben gemeinsam eins, und dem gehen wir geimeinsam am WE nach. Du musst verstehen dass Nachtschicht kein Zuckerschlecken ist, es ist wohl mit die härteste Schicht.

    Du beklagst dich, weil du kein Familienleben hast, meinst du das hast du nach einer Trennung? Meinst du dann hast du weniger Sorgen, Dinge um die du dich kümmern musst?

    Ich verstehe dass du dich auch mal auskotzen musst, hab ich auch manchmal- heute morgen zum Beispiel #augen#hicks Aber ich versuche meinem Mann den Rücken freizuhalten. Ich erledige auch alles, von Haushalt über Kind bis hin zu Rechnungen, Gartenarbeit (erst ab März wieder ) usw. Wenn irgendwelche Reperaturen anfallen, macht er das am Wochenende (falls er keine Bereitschaft hat). Dann gibt es Tage, wie gestern, da melden sich zwei seiner Kollegen krank, und er muss statt um 22 Uhr schon um 17.00 Uhr anfangen, kann man nunmal nicht ändern-er ist froh dass er überhaupt einen Job hat.

    Die Zeit zwischen 15 :00 Uhr und 19:00 Uhr nutzt er dann aber, entweder um ausgiebig mit unserem Sohn zu spielen, für einen Spaziergang / Einkäufe mit uns, oder einfach nur seine Zeitschriten lesen und entspannen.

    Schaff du dir auch ein paar Freiräume. Denn auch du brauchst diese. Keiner kann mir erzählen dass du jeden Tag dein ganzes Haus putzt, geh systematisch vor (Probier mal die Casamail, einfahc bei Google eingeben, die hat mir geholfen mich zu organisieren) .

    Allerdings, ob du deinen Mann liebst-kann dir keiner beantworten.

    #winke
    Lg Happy

    • Nochwas.

      Rede mit deinem Mann, dass er sich vielleicht, vormittags wenn er kommt und nicht schlafen kann, sich zeit für Zweisamkeit nimmt. Das braucht ihr beide. Ob ihr jetzt zu Hause in Ruhe gemeinsam einen Kaffee trinkt, oder gemeinsam Frühstücken geht oder was auch immer-ist egal. Hauptsache die Zeit die ihr verbringt, vertrödelt ihr nicht.

      Auch die Zeit Nachmittags, er soll sich mind. eine halbe Stunde mit eurer Tochter beschäftigen-und wenn er sie nur ins Bett bringt , ihr vorliest , vorsingt usw.

      WIr haben das so geregelt, Montags nach dem Wochenende-kann er meist nicht sofort einschlafen, also gehen wir Frühstücken. Und wenn er zwischendurch in der Woche nicht einschlafen kann, verbringen wir die Zeit anders.

      Versuch verständnisvoll mit ihm zu reden, ihm deine Gefühle und deine Sicht der Dinge darzulegen, ohne Vorwürfe.

      (15) 22.02.12 - 12:53

      Hallo!
      Zuerst danke für deine Antwort!
      Ich weiß ich sollte meinem Mann den Rücken frei halten, das schaffe ich auch an ca. 9 von 10 Tagen und wenn dann nichts oder kaum was zurück kommt dann flipp ich irgendwann aus... #schmoll
      Naja, eigentlich will ich mich natürlich nicht trennen ich wünsche mir nur einen etwas geregelteren Alltag.

      Ich werde wohl nochmal mit ihm reden wie wir unseren Tagesablauf besser organisieren können. Und vielleicht klappt es ja auch irgendwann mit einer anderen Arbeit..
      Viele Grüße

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