Kein Vertrauen mehr - Trennung trotz Eheberatung?

    • (1) 07.03.12 - 20:49

      Hallo,

      mein Mann hat von April 2011 - Ende November 2011 eine Affäre mit einer Kollegin gehabt. Auch davor hatte er schon einmal Interesse an einer Kollegin, dies war aber eine einseitige Sache. Die letzte Affäre war in beidseitigem Interesse.

      Er ist aufgeflogen, ich habe ihm damals ruhig und sachlich gesagt, dass ich davon weiß. Daraufhin hat er sofort am nächsten Tag die Sache beendet.

      Leider hat er die Sache aber bis zum Schluss bestritten. Als ich ihn fragte, was mit der Kollegin läuft, hat er es bestritten. Als ich im Fakten geliefert habe, "mußte" er es zugeben. Angeblich war er sehr erleichtert, dass das Doppel-Spiel aufgeflogen ist. Er will alles tun, damit bei uns wieder alles in Ordnung kommt und ich ihm wieder vertrauen kann. Ich habe nicht gefordert, dass er sich so verhält, es ging von ihm aus. Auch das Ende der Sache ging von ihm aus. Die Affäre war nicht körperlich (ohne Sex) aber doch sehr intensiv. Für meinen Geschmack zu intensiv.

      Er hat sich um eine Eheberatung bemüht und auch die Termine gemacht. Seit dem 14.2. sind wir nun alle 2 Wochen dort. Ich weiß nicht ob es etwas bringt. In den Gesprächen wird mir immer mehr klar, dass ich nicht weiß, ob ich ihm noch vertrauen kann und ihm überhaupt verzeihen kann. In dem Gespräch ist mir auch klar geworden - ihm auch - dass nicht er derjenige sein muss, der unsere Ehe beendet. Im Moment sieht es sogar eher danach aus, dass er alles dafür tut. Ich aber habe immer mehr das Gefühl, dass ich nicht mehr will. Ich hatte nie das Bedürfnis nach anderen Männern und nie einen Gedanken daran verschwendet. Seit 12 Jahren. Und seitdem ich ihm Ende November gesagt habe, dass ich von der Affäre weiß und auch den genauen Zeitraum benennen konnte, ist bei mir nur Leere.

      Wir haben eine kleine Tochter. Sie ist vier Jahre alt. Ich glaube, wenn es sie nicht gäbe, wäre ich schon weg.

      Ich habe immer gesagt: wer einmal betrügt, der tut´s auch ein weiteres Mal. Ich möchte nicht die zweite Wahl sein, auch nicht die erste Wahl sein. Ich möchte die einzige Wahl sein. ...das bin ich nun nicht mehr.

      Beim "ersten Mal" war es eine einseitige Sache - nur von ihm aus. Beim zweiten Mal bestand beiderseitiges intensives Interesse. Wie sieht das dritte Mal aus?

      Ich weiß nicht mehr weiter.

      • (2) 07.03.12 - 21:24

        Das tut mir ehrlich leid, was du durchmachen musst!!

        <<<Die Affäre war nicht körperlich (ohne Sex) aber doch sehr intensiv. Für meinen Geschmack zu intensiv<<<

        Wie kann man 7 Monate eine Affäre haben ohne Körperkontakt? Sie haben sich bei der Arbeit gesehen und sind sich stets aus dem Weg gegangen? Kann ich gar nicht glauben.

        Die 2. Wahl solltest du nicht sein, weil du etwas besseres verdient hast. Ob er die Affäre beendete, weil er dich noch liebt oder er aus welchen Gründen auch immer zu feige für eine Trennung ist, kann dir nur dein Mann beantworten. Und nur du kannst beurteilen, ob du ihm glaubst.

        Die einzige Wahl ist man selten. Selbst wenn du jemand anderen kennen und lieben lernst, hat dieser eine Vergangenheit mit anderen Frauen. Es zählt nur der Augenblick und ob man zum jetzigen Zeitpunkt die 1. und richtige Wahl für den Partner darstellt. (die einzige Wahl in Form von Monogamie setze ich einmal voraus)

        eine paartherapie ist doch positiv, auch wenn das endergebnis - zumindest für einen partner - negativ ausfällt. Man bekommt denkanstöße und findet vielleicht zu einer Entscheidung.Dafür solltest du dir die Zeit nehmen, die du brauchst. Lass dich nicht unter Druck setzen, höre auf dein Herz und Gefühl.

        Die Frage nach dem Warum ist in Grunde viel bedeutender. Da dein mann schon einmal Interesse an einer anderen hatte, scheint ihm doch irgend etwas zu fehlen. Langeweile... Bestätigung..... Spaß am Neuen ..... da gibt es viele Möglichkeiten. So lange ihr nicht herausfindet, was ihn dazu treibt, kannst du schlecht ausschließen, dass er sich wieder fremdorientiert. Schwamm drüber und weitermachen wie bisher löst das eigentliche Problem nicht. Zumindest arbeitet ihr gemeinsam daran bei dem Therapeuten und vielleicht siehst du nach ein paar Gesprächen klarer.

        Viel Glück!!!

        • (3) 13.03.12 - 19:19

          Danke für deine Antwort. Ja, die Frage nach dem "Warum" ist viel bedeutender. Das stimmt. Ich bekomme darauf immer nur die Antwort, dass es nicht an mir liegt, dass ich nichts falsch gemacht habe, sondern nur er. Das kann ich aber nicht glauben.

          Andererseits weiß ich, dass für ihn das "Problem" entstanden ist, in meiner Schwangerschaft, die sehr schwierig und gefährlich war. Ich habe die halbe Schwangerschaft liegen müssen, damit es nicht schief geht. Danach war unserer Tochter ein Schreibaby. War natürlich alles sehr anstrengend. Er wollte in der Anfangszeit immer die Zeit zurückdrehen. Er wollte immer Familie und auch sogar 2 Kinder. Es ist nun leider bei einem geblieben. Ich denke, dass da u.a. der Hase im Pfeffer liegt. Mir ist die Zeit auch sehr schwer gefallen, aber ich habe mir helfen lassen und kann jetzt mit vielen Sachen einfach anders umgehen.

          Er will sich nicht helfen lassen - was sollen die Leute und vor allem seine Arbeitskollegen denken. Das geht doch nicht. Ich glaube aber, dass ihm das sehr wohl gut tun würde. Er wird schon nervös wenn unsere Tochter trotzig reagiert. Wenn fremde Babys in der Stadt schreien, wird er auch ganz nervös. Auch die Tatsache, dass man mit Baby (inzwischen ist sie ja schon 4 Jahre, da geht alles wieder leichter) nicht mehr so flexibel ist wie zuvor. Wir hatten außerdem das Pech, dass in unserem Freundeskreis die Kinder im Schnitt etwa 2 Jahre älter sind. Die hatten die "schwere" Zeit schon hinter sich und haben auf uns keine Rücksicht mehr nehmen wollen. Das war auch schade.

          Ich glaube er ist mit alledem nicht klar gekommen. Ich fand es auch schwer, kann damit heute aber anders umgehen. Wenn jemand von unseren "Freunden" etwas von mir will, dann stelle ich mir immer zuerst die Frage: Würde der/diejenige es auch für mich tun?

          Wenn die Antwort "nein" ist, dann ist meine Antwort auch nein. Das hat bei denen auch wachgerüttelt, dass ihr Verhalten nicht richtig war.

          Mein Mann geht Problemen oder Diskussionen aber immer aus dem Weg. Mit ihm reden ist nahezu unmöglich, er blockt ab. Immer, überall, nicht nur bei mir.

          Die Frage ist inzwischen aber, ob ich das noch will. Und ob ich noch bereit bin, meine Energie dafür "zu verschwenden", immer wieder gegen eine Wand zu rennen und dann irgendwann Streit zu haben. Weil Probleme immer erst dann besprochen werden, wenn der Zug schon so gut wie abgefahren ist. :-(

          Das hat die Paartherapie mir jetzt umso deutlicher gemacht. Daher weiß ich nicht mehr, was ich machen soll. Vom Gefühl her sage ich ja, vom Verstand her sage ich nein.

          Ich hoffe dass ich da noch mit mir selbst ins Reine komme.

          #danke

      (4) 07.03.12 - 23:29

      Hallo,

      ich verstehe das Ganze jetzt nicht wirklich, wenn du weißt, dass sie keinen Sex hatten. Wie kann man eine Affäre ohne Sex haben? Gehts bei einer Affäre nicht hauptsächlich darum?

      Er hat ja dann eigentlich nicht gelogen, als er die "Affäre" abstritt. Ich würde das dann als Schwärmerei sehen.

      Oder sagt er einfach nur, dass es keinen Sex gab?

      Lg

      • (5) 13.03.12 - 19:28

        Hallo,

        ja "Affäre" ist vielleicht das falsche Wort. Die beiden haben sich heftigst angeschwärmt, umworben und geflirtet. Gechattet, Gesmst. Das volle Programm eben.

        "Sie" ist in der Zeit schwanger geworden - von ihrem Mann. Ich glaube, dass das den nächsten Schritt verhindert hat.

        Jetzt befürchte ich natürlich unter anderem auch, was wäre passiert, wenn sie nicht schwanger geworden wäre? Wäre er dann jetzt noch bei ihr? Wäre es dann noch intensiver geworden? Wäre sie von ihm schwanger geworden?

        Fragen über Fragen, auf die ich keine Antwort bekomme. Die Antwort von ihm ist immer nur; "Ich weiß nicht, warum. An dir liegts nicht, du hast nichts falsch gemacht. Nur ich. Ich muss gucken, dass ich wieder mit mir klar werde."

        Super. Damit kann ich gar nichts anfangen.

        Fakt ist: sie haben sich auffällig gut verstanden, auch in der Öffentlichkeit. Daher wußte ich ziemlich von anfang an, dass da etwas läuft. Nur nicht was und wie weit es ging. Ich bin sogar angesprochen worden, weil eine andere Kollegin Babypinkeln hatte, wo beide als Kollegen auch eingeladen war. Ich konnte mangels Babysitter nicht mit. Hinterher bin ich aber von 3 Freundinnen angesprochen worden (unabhängig voneinander) dass die zwei sich auffällig verhalten hätten. Sie hätten weder geknutscht, noch sonst irgendwie körperlich Kontakt gehabt, aber man hätte gemerkt, dass die "Luft gebrannt" hat, wie man so schön sagt.

        Das war mir sehr peinlich. :-(

        Ich habe nun den Eindruck, dass die Eheberatung dahin führt, dass am Ende ich derjenige bin, der den Schlussstrich zieht. Mir sind so viele Sachen bewußt geworden - und wir waren erst zweimal dort. Mein Gefühl sagt derzeit noch "ja", aber mein Verstand sagt "nein".

        Ich finde im Moment einfach keinen Weg, Gefühl und Verstand auf einen Nenner zu bringen. Das macht mich wahnsinnig .

        #danke

    Eine Ehebertung heißt ja nicht, dass die Ehe "gerettet" werden muss. Es heißt beratung... in welche Richtung das ganze läuft bleibt euch überlassen. Natürlich kann man auch zu dem Schluss kommen, dass es vorbei ist.

    Grundsätzlich... ist nun die Zeit von November bis jetzt auch sehr kurz, um direkt wieder Vertauen aufgebaut zu haben, sowas muss die Zeit bringen. Andererseits.. kann ich Deine Gedankengänge voll und ganz verstehen... ich möchte auch die einzige Wahl sein, war es in meiner Ehe nicht und beendete die Ehe. Ich hab das mit dem Vertrauen nicht geschafft.. und mein Ex schaffte es nicht, treu zu sein.

    Es ist Deine Entscheidung..... nur wegen eines Kindes zu bleiben ist allerdings die falsche Wahl. Das tut niemandem gut.

    Lichtchen

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