Partnerschaft nach Fehlgeburt

    • (1) 12.03.12 - 18:20
      zweitausendzwölf

      Hallo

      ich musste leider am Wochenende eine Fehlgeburt erleben.

      Ich hab das alles noch gar nicht richtig realisiert. Ich steh noch völlig neben mir.

      Mein Freund war da. Er hat sich wahnsinnig lieb um mich gekümmert. Wir haben zusammen geweint, gehofft, und diese Erfahrung hat uns noch näher zusammen geschweisst.

      Ich hätte nie gedacht das einem ein Partner in so einem moment helfen kann, aber jetzt weiß ich das das wirklich geht. Ich wüsste nicht was ich ohne seine Nähe gemacht hätte.

      Weshalb ich schreibe ist die Frage, hat jemand das gleiche erlebt und habt ihr ein Ritual oder eine gemeinsame Erinnerung an das Baby? Wie habt ihr als Paar alles verarbeitet?

      Männer verarbeiten solche dinge ja immer anders als Frauen.

      Ich will einfach nur wieder funktionieren. Ich hab Angst wieder depressiv zu werden. Denn damit hatte ich schonmal zutun. Ich will einfach nach vorne sehn, aber in mir wehrt sich nochwas. Ich bin so sauer auf das Schicksal warum es ausgerechnet mir sowas antut. Aber das sind wohl die Gedanken von alles Frauen die sowas erleben.

      Kann man sowas auch ohne den großen Einbruch verarbeiten? Kann man sich einreden das alles in bester Ordnung ist? Funktioniert das dann auch oder wird es irgendwann nur noch schlimmer weil es eine art Verdrängung ist? Ich schäe mich vor meinem Partner für die Fehlgeburt. Es war unser Wunschbaby, und ich bin nicht in der Lage es gesund zu Welt zu bringen. Das alles ist nun 48 std her...wann realisier ich endlich was da passiert ist...die ersten 12 std. war ich wie im Schock, ich lag im krankenhaus und musste 6 std mit Schmerzen daliegen und dann verlor ich es. Dann nur geweint, vor Erschöpfung eingeschlafen und nun versuche ich wieder ganz schnell in den normalen Alltag zu finden.
      Aber wie?

      • Hallo zweitausendzwölf,

        als erstes möchte ich eine #kerze für euer Sternchen anzünden.

        Dein Partner hat dich in den schweren Stunden unterstützt. Versucht jetzt die Fg gemeinsam zu verarbeiten.

        Versucht bitte nicht zu verdrängen. Verdrängen hilft meist nur eine begrenzte Zeit und danach kommt es meist in geballter Form wieder.

        Verabschiedet euch von eurem Sternchen. Eine Beisetzung wäre eine Möglichkeit dafür. Sollte es keine Beisetzung geben überlegt euch ob ihr euch einen Ort einrichten könnt an dem ihr trauern könnt. Es kann eine kleine Ecke im Garten sein. Eine ruhige Stelle im Wald oder ihr richtet euch zu hause eine Ecke ein an dem ihr Erinnerungen an eurem Sternchen aufbewahrt und trauert dort.

        Versucht auch gemeinsam zu reden. Redet über eure Gedanken, eure Gefühle und über alles was euch bewegt. Reden kann sehr hilfreich sein. Falls ihr weinen müsst, weint ruhig, denn es gehört zu Trauer.

        Versuch nicht so weiter zu machen wie wenn nicht gewesen wäre. Ihr habt ein Recht auf Trauer und eure Trauer solltet ihr auch nicht verstecken.

        Wenn du/ihr das Gefühl habt das euch die Trauer überrennt, sucht euch professionelle Hilfe. Geht zu einer Beratungsstelle. Vielleicht gibt es bei euch auch Selbsthilfegruppe die ihr euch anschließen könnt.

        Kraft schickende Grüße blaue-rose

        Es wird so oder so eine Zeit dauern bis du damit zurecht kommst. Das geht, meines erachtens, nicht von heute auf morgen. Lass den Schmerz zu, und nimm dir auch die Zeit dafür. Ich habe dem Kind, das es nie gegeben hat beim ersten Mal einen Brief geschrieben und später noch einen kleinen Zettel an einen Ballon gehängt und mit in den Himmel geschickt.
        Ela

        (4) 12.03.12 - 20:25

        Hi,

        auch von mir eine #kerze für dein #stern

        "Weshalb ich schreibe ist die Frage, hat jemand das gleiche erlebt und habt ihr ein Ritual oder eine gemeinsame Erinnerung an das Baby? Wie habt ihr als Paar alles verarbeitet?"

        Auch unsere Beziehung hat sich durch die Totgeburt vertieft und das Erlebte hat uns sehr zusammengeschweißt. Wir haben beide nun ein rießiges Vertrauen in unsere Beziehung!

        Dadurch dass es bei uns keine Fehlgeburt sondern eine Totgeburt war bleiben sehr viele Erinnerungen...angefangen beim Grab, dass ja auch gepflegt und dekoriert wird...die Kerze die bei der Beerdigung gebrannt hat steht bei uns im Wohnzimmer etc.

        So eine Kerze wäre für euer #stern bestimmt auch eine sehr schöne Erinnerung! Schau mal im Internet unter Taufkerzen nach, dort findest du sehr schön dekorierte Kerzen...es tut gut ab und zu als Erinnerung die Kerze anzuzünden.

        Wir haben auch die US Bilder in ein schönes Buch geklebt und bei der Beerdigung alle Personen etwas hineinschreiben lassen...wenn ihr schon US Bilder hattet ist das auch das eine sehr schöne Sache! Gestaltet einfach so ein Buch für euch selbst, klebt die Bilder ein und schreibt immer bei Bedarf hinein was ihr fühlt und wie es euch geht...jeder von euch wie er möchte. Wenn ihr eine schöne Geschichte oder ein schönes Gedicht seht könnt ihr das auch ergänzen...nach und nach wächst das Buch und hilft vielleicht ein wenig beim verarbeiten.

        "Kann man sowas auch ohne den großen Einbruch verarbeiten? Kann man sich einreden das alles in bester Ordnung ist? Funktioniert das dann auch oder wird es irgendwann nur noch schlimmer weil es eine art Verdrängung ist?"

        Also in bester Ordnung ist jetzt erst mal gar nix mehr...da wird auch einreden nicht funktionieren. Aber ja, es geht auch ohne den ganz großen Einbruch. Mit vielen kleinen Einbrüchen geht es Schritt für Schritt voran...Für mich war es wichtig schnell wieder in den Alltag überzugehen und wieder zu arbeiten! Also nicht auf der Coach sitzen bleiben, die Wand anstarren und sich selbst bemitleiden. Es bleibt auch so noch genug Zeit zum nachdenken, ich bin oft Abends nach der Arbeit in ein Loch gefallen bis mein Freund dann heim kam...wäre ich den ganzen Tag allein daheim geblieben wäre der ganze Tag ein einziges Loch gewesen.

        Du kannst mich jederzeit anschreiben wenn du Hilfe brauchst oder einfach reden möchtest! Euch beiden auf jeden Fall viel Kraft für die nächste Zeit und alles Gute!!

        LG

      • am Samstag vor 6 Jahren musste ich, nach 2 Jahren üben, zur Kürretage und ich verfiel in Depressionen, Panikattacken ect.
        Mein Mann hat mir sehr geholfen, wir haben eine Art Beerdigung organisiert nur für uns zwei weil mir das ein psychiater empfohlen hat.
        DAs hat es dann endlich auch und wir machen weiter und ich wurde wieder schwanger und bin jetzt dreifache Mutter.
        NEIN, man vergisst es nicht und JA es prägt und NEIN man ist nicht mehr wie früher.
        Trotzdem ist es gut zu wissen dass unsere Ehe auch schwere Erlebnisse unbeschadet überstehen kann.
        Deine Fehlgeburt ist grad mal zwei Tage her, bei mir hats 3 Monate gedauert bis ich mich wieder wie ein Mensch fühlte und meine Depressionen und Panikattacken verschwunden sind.
        Du musst dich nicht schämen und das solltest du auch nicht, nimm es an als Prüfung und denke daran dass das fast jede zweite Frau mitmachen muss.
        Das tröstet natürlich nicht aber man weiß man ist damit nicht alleine.
        lg carrie

        Hallo,

        erst mal musst du für dich verstehen was passiert ist.

        Du bist zu sehr beschäftigt wieder zu funktionieren.
        So wird dass nichts.

        Vieles macht die Zeit.
        Sie macht alles weicher,blasser ,erträglicher,verständlicher.
        Diese Zeit wirst du dir nehmen,so oder so,weil sie einfach vergeht ohne dass du was ändern kannst.

        Das wichtige ist wie du damit umgehst,funktionieren so schnell wie möglich ist nicht der richtige Weg.

        Die ersten Male dachte ich ,ich bin die einzige der das passiert und bin in Selbstmittleid zerflossen.

        Es kommst sicher auch auf das Schwangerschaftsalter an ,von 5 ssw bis 18ssw hab ich alles durch.

        Unsere Ehe ist nicht drann zerbrochen aber wir hatten dadurch und die irgendwann kommende Frage " wollen wir noch mal ?" und " ich will aber er nicht" sehr viele Belastungen.

        Glaub mir,niemand kann dir sagen WIE du verarbeiten sollst,höchstens Tipps geben wie z.B. eine Kiste mit einer Spieluhr vergraben....,den Rest bringt die Zeit ,deine Geduld mit dir selbst und nicht zuletzt auch eure Beziehung als Paar zueinander.

        Alles Gute für dich

      • Ich brings jetzt mal etwas mit Daten rüber.

        Juli 05 geheiratet und angefangen los zu legen
        Juli 06 immer noch nicht schwanger ich habe erfahren das es an mir lag und ich/wir 1 Jahr umsonst gehofft und gelitten habe/haben :(
        Aug.06 Tabletten genommen wg. der Hormone
        Sep.06 immer noch keine Mens komisch, sonst so einige Nebenwirkungen mitgenommen

        08.09.06 Ab zum FA, ui ein kleiner dunkler Fleck, ich werd doch nicht schwanger sein?

        FA sagt "Herzlichen Glückwunsch" ich kanns nicht glauben wir sind überglücklich.
        2 Tage später bräunlicher Ausfluss ab zum FA, sieht alles gut aus Herz schlägt.

        1 Woche später frisches Blut ab zum FA, Baby ist schlecht gewachsen Herz schlägt immer noch

        FA sagte "ich weiß nicht ob wir es schaffen"
        20.09.06 von 15 - 19 Uhr alle Std. heftige Krämpfe mein Mann wollte mich schon ins KH tun und ich nur "Was werden die schon groß machen? Da soll ich auch nur liegen!" 2 Std. Ruhe um 21 Uhr gehe ich aufs WC flatsch und ich wusste es ist vorbei. Meinen Mann geweckt ohne etwas zu sagen wusste er bescheid.
        21.09.06 Erste offizieller FA Termin und ich sagte schon der Sprechstd.hilfe mit meiner Gestik das ich weiß das es nicht mehr da ist.
        FA hat auch geredet gesagt wir schauen und bestätigte es leider :(

        Unser Engel nahm alles mit die Blutungen hörten regulär auf, der FA wollte das ich einen Zyklus keine Tabletten nehme und danach wieder los legen dürfte.

        Da ich leider zu kurz krank geschrieben war ging ich zu früh wieder arbeiten FG am Mi, Bestätigung am Do, Freitag realisiert und geheult wie sonst was. Mo schon wieder am arbeiten gewesen daher baute ich innerlich eine Mauer auf und funktionierte nur mehr als das ich, ich war.

        Ich fühlte mich so schlecht, hatte Angst nie Mama zu werden, mein Körper hat einfach nur versagt, so lang gebraucht um schwanger zu werden und dann dieses Baby nicht bekommen es war die Hölle.

        Genau 1 Woche nach der FG zappte ich durchs TV-Programm eine Frau nannte ihren Mann Justus und ich dachte nur toller Name könnte meinem Mann wg. der 3 Fragezeichen gefallen. Ich ging arbeiten, putze danach zuhause die Wohnung und bekam das Gefühl "Ich werde irgendwann wieder schwanger und es wird ein Mädchen" bis heute egal wie dumm das klingen mag denke ich war der Gedanke von Justus geschickt, da er endlich einen Namen hatte.

        Als mein Mann heim kam, erzählte ich von dem Namen und er fand ihn toll seit dem heißt unser Sternchen Justus.

        Die erste Mens nach der FG war hart, fühlte mich an den Verlust erinnert, stürzte in ein Tiefes Loch es war da sich mein Zyklus um 15 Tage nach hinten verschoben hatte meine letzte Chance meinen Mann vor seinem 30igsten zum Papa zu machen so wie ich es mir seit dem wir zusammen sind damals war er 25 immer schon gewünscht hatte. Und zum dank kam noch ein "Deine Schwester ist jetzt 2fach Mama" oben drauf, nicht gerade taktvoll von meiner Mama rüber.

        Ich gab dem Sperma meines Mannes die schuld das ich nicht gleich wieder schwanger geworden bin etc. es war eine grauenhafte Zeit das war am 31.10.06.

        Am 14.11.06 3 Tage vor unserem 4ten Jahrestag drang er endlich durch meine Mauern in einem Gespräch sagte er "Du hast Justus gespürt" Ich sah ihn an ja klar der war noch zu klein "Justus war in dir und du hattest eine ganz andere Verbindung zu ihm als ich, ich hatte nur Fotos"

        Ich heulte rotz und Wasser aber ab da begann ich wieder zu leben, wieder ich zu sein.

        Mit dem Ergebnis an unserem Jahrestag zeugten wir ein Baby :D Und genau 9 Tage vor seinem 30igsten wurde er Papa seines schon immer gewünschten Geschlechts nämlich einer gesunden Tochter :D

        Ich wusste als ich sie bei 7+2 sah, sie wird es schaffen :D Und ich wusste es wird ein Mädchen.

        Mein Mann war in den Folgeschwangerschaften immer derjenige der mehr Angst als ich hatte das sowas nochmal passieren könnte und 2011 sagte er, wenn der Nele (Nr. 2) was passieren würde Gott bewahre dann hätten wir ein Grab wo wir hin könnten, für Justus haben wir sowas nicht.

        Justus bleibt also immer bei uns ich sag er ist der Schutzengel unserer Familie, er hat eine eigene Kerze die wir zu bestimmten Anlässen anzünden oder wenn wir an ihn denken und ich habe an unserer Wohnzimmerwand 4 US-Bilder hängen. das oberste ist sein Bild und drunter sind die Bilder seiner 3 Schwestern die alle wohl behalten bei uns gelandet sind und unser Leben ganz schön auf Trap halten (4,5 J. 3 J. und fast 4 Monate)

        Justus hatte auch etwas gutes er hat mir gezeigt ich kann schwanger werden und Kira die Große hat mir gezeigt das ich auch ein Baby austragen kann. Und ich bin um so dankbarer gewesen das die Folgeschwangerschaften alle ein gutes Ende genommen haben ich wusste ja aus Erfahrung es muss nicht immer in einem Baby enden.

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