Freundin ist nur am Jammern..

    • (1) 22.03.12 - 10:03
      ichhabssatt

      Hallo miteinander,

      passt zwar nicht ganz hier in die Kategorie, möchte aber lieber mal anonym bleiben. Es geht um eine gute Freundin von mir. Wir sind seit ca. 2 Jahren wirklich gut befreundet, schon davor kannten wir uns flüchtig, aber der Kontakt hat sich wie gesagt erst vor zwei Jahren intensiviert. Unsere Kinder können auch gut miteinander spielen, unsere Männer verstehen sich - eigentlich alles prima.

      Aber sie hat sich verändert. Oder ich mich? Keine Ahnung. Vor zwei Jahren oder auch noch vor einem Jahr haben wir viel miteinander unternommen. Wir waren zusammen aus, sind feiern gegangen (hin und wieder, nicht exzessiv), wir trafen uns abends zum Quatschen oder auf ein gutes Glas Wein, haben uns mittags zum Kaffee getroffen und die Kids spielen lassen, waren zusammen im Park oder auf Lesungen - jedenfalls war es immer nett, gesellig, abwechslungsreich.

      Doch je länger wir uns kennen, umso mehr "nutzt" sie mich, um mich mit ihren Problemen vollzujammern. Das ist ja einerseits auch gut und schön für eine Freundschaft, ein Vertrauensbeweis und natürlich bin ich für sie da, um sie aufzufangen, ihr zuzuhören, ihr Ratschläge zu geben.

      Nur nimmt das mittlerweile überhand. Seit gut einem dreiviertel Jahr ist sie eigentlich nur noch am Jammern. Ständig ist etwas anderes. Mal ist ihr Kind krank (Erkältung etc. , kommt ja immer mal vor), mal hat sie Stress mit ihren Geschwistern, dann wieder ist das Auto kaputt oder sie hat Diskussionen mit einer Freundin, was auch immer.. für mich sind das eher "Kleinigkeiten", die eben im Alltag vorkommen. Ich bin eher diejenige, die optimistisch nach vorn blickt, relativ "hart im Nehmen" ist und mit Problemen ganz gut umgehen kann. Ich brauch auch nicht unbedingt immer jemanden zum Ausweinen, das meiste kann ich mit mir selbst ausmachen. Entsprechend wenig Verständnis kann mich mittlerweile aufbringen, weil ihr immer wieder alles zu viel ist und alles ja so stressig ist.

      Depressiv ist sie meines Erachtens aber nicht. Sie ist einfach gewöhnt, dass ihr der Mann alles abnimmt und sie seit 4 Jahren nicht arbeiten muss. Ihr Mann macht die Einkäufe, kümmert sich ab nachmittags um das Kind, das bis 3 sowieso im Kindergarten ist. Am Wochenende passen die Großeltern abwechseln auf das Kind auf, das dort auch übernachtet. Wo da dann der Stress immer ist, kann ich nicht nachvollziehen.

      Ich bemühe mich um Empathie, aber es fällt mir zunehmend schwerer. Unsere Treffen bestehen meist nur noch aus Jammern und PRoblemen (die in meinen Augen keine sind), wir gehen eigentlich nicht mehr aus und treffen uns seltener. Sie schreibt mir täglich Mails und erwartet ,dass ich gleich zurückschreibe und ihren Seelentröster spiele. Ich muss viel arbeiten, habe zwei Kinder und noch andere Verpflichtungen, nicht immer komme ich dazu, mich ausgiebig ihr zu widmen. Einmal hat sie mich ganz schnell hergebeten, sie sei in einem Loch und alles sei so furchtbar gerade. Ich hab alles stehen und liegen lassen und bin zu ihr gefahren - um dann zu erfahren, dass sie schlecht geschlafen hat weil ihr Kind geschnarcht hat.. #augen und sie ja so müde und kaputt ist. Nun ist sie auch noch wieder schwanger und ich befürchte, mit 2 Kindern wird es noch schlimmer. Ich habe es satt, sie ständig unterstützen zu müssen, sei es mit Gesprächen, Mails oder Handlungen (auf Kind aufpassen, Hilfe anbieten). Sie hat den ganzen Tag quasi frei und jammert nur. Und ich arbeite bis nach Mitternacht um alles hinzubekommen, und soll mich dann auch noch um sie und ihre Probleme kümmern, die ihc nicht nachvollziehen kann. Andererseits mag ich sie natürlich und denke wehmütig an die Zeit zurück, in der wir noch Spaß miteinander hatten und alles etwas unbeschwerter und leichter war.

      Bin ich zu egoistisch? Zu verständnislos? Gehe ich zu sehr von mir aus, weil ich einfach belastbarer bin? Wie gehe ich mit der Situation um, ohne ihr weh zu tun und ohne die Freundschaft gleich zu beenden?

      Danke für eure Antworten.

      • Hallo,
        hört sich nach einer anstrengenden Person an. Was hat sie denn für gute Seiten bzw. warum willst du gern mit ihr befreundet bleiben?

        • (3) 22.03.12 - 10:19

          Naja, wir haben wie gesagt uns früher sehr gut miteinander unterhalten können. Sie war auch witzig, hat zugehört, hat sich für vieles interessiert. Mittlerweile "kreist" sie quasi nur um ihre Probleme und hängt sich an Kleinigkeiten im Alltag auf..

          Ich mag sie halt einfach. Sie ist ja kein "schlechter Mensch", hat einen netten Charakter, ist umgänglich. Nur mittlerweile fühle ich mich so verpflichtet ihr gegenüber, so verantwortlich.. und ich hab zur Zeit auch ganz gut Stress mit der Doppelbelastung Arbeit / Familie, und ihre Probleme hab ich dann eben noch zusätzlich am Hals.. das stresst mich irgendwie.

      (8) 22.03.12 - 10:18

      Hast Du ihr das mal genauso so gesagt?

      • (9) 22.03.12 - 10:20

        Nein #gruebel

        Ich will sie ja auch nicht verletzen. Ich glaub sie sieht das auch alles gar nicht so, für sie ist das alles so "normal".. und jetzt ist sie ja auch noch schwanger, da erwartet sie sicherlich zusätzlich Rücksichtnahme.

        Aber klar, ein offenes Gespräch wäre vielleicht angebracht.. ich bin da nur auch so zurückhaltend in so was, leider..

        • (10) 22.03.12 - 10:22

          Ich kenne das, bin auch nicht so die große Rednerin. Aber es nützt nichts. So wird es ja auch nicht besser. Versuch es doch "nett" zu verpacken aber ihr trotzdem klar zu machen was Du willst und wie du das alles siehst.

          • (11) 22.03.12 - 10:25

            Ich hab halt Angst, dass die Freundschaft dann einen Knacks abbekommt und sie mir gar nichts mehr anvertrauen will (aus Angst, mich damit zu nerven - sie ist ja schon jemand, der sich dann Gedanken macht, wenn man ihr etwas sagt).

            Ich weiß nicht ob ich den Spagat schaffe zwischen "mal ordentlich auf den Tisch hauen" und "nett sein", ich bin da manchmal nicht so gut darin..Und Freundinnen hab ich nicht so viele, verlieren möchte ich sie nicht..aber so schafft es mich auch gerade.

            • (12) 22.03.12 - 10:27

              Dann versuche ihr Beispiele zu gebe, was deiner ansicht nicht so schlimm und was dagegen etwas wäre um drüber zu reden und das sie nicht alles so dramatisieren soll. Aber wie gesagt ich kenne das auch ;) Bin da auch nicht die einfühligste bei so etwas. Bin sehr direkt. Aber wie gesagt, wenn Du nichts machst bleibt es so und irgendwann gibt es einen großen Knall weil Dir der Kragen entgültig platzt

        (13) 22.03.12 - 10:28

        Ich würde es wahrscheinlich zuerst mal durch die Blume versuchen. Ich würde vorschlagen, "mal wieder was Tolles" zu unternehmen. und dabei würde ich deutlich machen, dass es um Spaß haben und nicht um Probleme wälzen geht. Wäre ja interessant, wie sie darauf reagiert und ob sie sich auf eine positive Stimmung einlässt.

        Außerdem würde ich schon mal dezent nachfragen, warum sie jetzt ein zweites Kind bekommt, wenn sie mit dem ersten schon in Streß gerät.

(14) 22.03.12 - 10:28

Oh ja, das kenne ich. So eine Person kannte ich auch einmal. Ständig mussten wir uns treffen, ständig wollte sie vorbei kommen und meckerte über andere und über ihr Leben und über den schlechten Kaffee dort und das Auto da und und und. Probleme die keine waren.
Am Anfang war das ja noch irgendwie ok, aber ich empfand es als immer schlimmer werdend.
Als ich dann wieder anfing zu arbeiten, verschoben sich auch meine freien Zeiten und ich konnte und wollte nicht ständig jemand hier haben. Ich war geschafft, habe einen körperlich und geistig anstrengenden Job und musste mich in der Tat fragen lassen, was an meinem Job wohl anstrengend sei. Ich hatte am Nachmittag genau 2 Stunden für die Kinder und mich, da muss ich nicht noch einen auf Gastgeber machen, sie wollte das nicht verstehen, auch nicht das wir nicht jedes Wochenende Zeit haben, denn wir wollten ja auch mal etwas als Familie machen, fahren quer durch die Republik um unsere Familien zu besuchen und mein Mann ist so wirklich nur am Wochenende zu Hause.
Da fing ich an mich zurück zu ziehen und nicht mehr ständig den Kontakt haben zu wollen.

Es interessierte sie nicht wirklich, sie machte mir nur Vorhaltungen und kündigte mir dann den Kontakt.
Ich fand diese Situation sehr grotesk, aber sie hinterfragte eben nicht, warum es so gekommen war, sondern stellte eben mich als Sündenbock hin.
Bevor es soweit kommt, brich den Kontakt ab.
Ich bin froh, das ich jetzt meine Ruhe habe und sie kann andere mit ihren Launen und Problemen nerven, denn ich bin es leid, nur der Mülleimer für andere zu sein und sofort angezählt zu werden, wenn ich nicht mehr so springe, wie sie wohl möchten.

Man lebt ruhiger ;-)

LG

(15) 22.03.12 - 10:40

Kenne ich sehr gut. Manche Menschen brauchen halt eine Menge Aufmerksamkeit.

Ich habe eine Freundin, bei der läuft es ebenso ab. Wir sind erst enger befreundet seit unsere Kinder auf der Welt sind. Zuerst war alles super, wir haben viel unternommen, gequatscht, die kinder verstehen sich gut.

Mittlerweile gibt es nur noch sie und ihre Probleme, die meines Erachtens alle hausgemacht sind.

Ständig geht es um ihre "mieserable" Partnerschaft. Obwohl ich sehe, das ihr Freund sich wahnsinnig bemüht. Er kann es ihr nicht recht machen. Sogar wenn ich dabei bin, muss sie ihn zum Hampelmann vorführen und mir zeigen wie "schlecht "er ist. Mir ist das furchtbar unangenehm.
Sie begann eine Affäre mit einem anderen Mann und hat mich als Alibi benutzt. Das ist für mich ein absolutes No-Go.
Ausserdem ist sie völlig überfordert mit ihrem 30H Job. Sie macht ja alles und sonst macht keiner was. Arbeite Du erst mal so wie ich!-höre ich immer. (Ich arbeite genauso viel!Wenn noch Aufträge kommen bin ich manchmal bei 60H)
Jeden Ausflug mit des Kids musste ich organisieren, da sie ja keine Zeit hat. Oder es lief darauf hinaus das wir auf irgendein Strassenfest gehen, wo es Bratwurst Pommes und Kinderkarussels gibt. (Meine Tochter hasst das alles)

Ich habe ihr irgendwann mal wirklich nett gesagt, was ich von ihren Problemen halte. Da ist sie förmlich explodiert, hat rumgeschrien und getobt.

Ein paar Tage später rief sie mich an und meinte zu mir, es war gar nicht nett wie ich mit ihr umgegangen bin, wo sie doch sooo viel Stress hat.

Ergo: es ist gar nichts bei ihr angekommen.

Mir tuts für die Kinder leid, aber ich mag nicht mehr.

Jeder ist seines Glückes Schmied!

(16) 22.03.12 - 12:21

Hallo!

Dir einen Rat zu geben ist wohl sehr schwer.

Wie du schon schreibst, du kommst mit Probleme gut klar und kannst diese mit dir selbst ausmachen.

Sie kann das anscheinend nicht. Die Frage ist nur warum "jetzt" auf einmal? (seit dreiviertel Jahr)

Ich kenne so etwas an mir, gibt es ein Problem, dann muss ich sofort reden, oder auf schreiben, sonst frisst sich das alles in mich rein. .... möchte da aber nicht näher darauf eingehen, bei mir sind das größere Probleme. ....

Was mir spontan auffällt. Du schreibst Ihr kind ist bis 15 uhr im Kiga, ihr Mann macht sehr viel für sie, er nimmt ihr viel ab. Nachmittag

Kann es nicht sein, dass sie doch ein bisschen depri geworden ist? Das sie sich nutzlos vor kommt (ihr wird ja alles gemacht), Kind ist lange im Kiga. Arbeiten geht sie auch nicht. Verstehst du worauf ich hinaus will?

Vielleicht würde ihr ein Job Vormittags gut tun? bzw. eine Arbeit da wo sie gebraucht wird, das sie mal etwas "sinnvolles" tut, als nur zu jammern.

Ihr versteht euch so gut und es muss nicht sein das durch diese "blöde" Jammerrei die Freundschaft kaputt geht. Ehrlich gesagt ich denke hinter dieser "jammerrei" steckt mehr.

Deine Freundin braucht eine Arbeit, eine Aufgabe, da wo SIE gebraucht wird.

Das war mein erster Gedanke. :-) Manchmal machen die Menschen komische Dinge, weil sie nicht verstehen, was mit ihnen los ist. :-)

Denk einfach mal darüber nach. :-)

Gruß

(17) 22.03.12 - 17:57

Mir kommt sie en wenig vor, wie alte Leute, die gern und ausgiebig über ihre Krankheiten reden, weil sie sonst wenig Abwechslung haben. Da wird jedes kleine und große Wehwehchen zum vordergründigen Thema. Alltägliche Dinge wie Rasen mähen und andere Hilfe muss sofort erledigt werden, auch wenn die Familie arbeitet und einen ganz anderen Tagesablauf hat. Sitzt man den ganzen Tag nur wenig ausgelastet zuhause, verliert man evtl. den blick für die Realität und andere Menschen.

Deine Freundin ist sicher nicht ausgelastet, hat bis zum Nachmittag wenig Ansprache und kann sich ausgiebig mit sich selbst und ihren scheinbaren Problemen beschäftigen. Dass du weniger Zeit dafür hast und diese dinge gar nicht als Probleme wahrnehmen kannst, scheint sie nicht zu realisieren.

Entweder wird es besser, wenn das 2. Kind dann da ist und sie hat eine sinnvolle Beschäftigung, so dass ihre Problemchen keine mehr sind. Genauso könnte sie aber auch sofort überfordert sein, weil sie lange keinen wirklichen Herausforderungen standhalten musste. Da kann einem ihr Mann eigentlich schon leid tun.

Gewöhn' dir ab sofort zu springen, wenn ihr danach ist - es sei denn das haus brennt oder andere wirkliche Notfälle. Und warte ab, wie sie sich nach der Geburt des kindes entwickelt. Solltest du dann immer noch oder sogar verstärkt als Seelentröster zur Stelle sein, hilft nur eine nette Ansage deinerseits mit dem freundlichen Verweis an ihren Mann und ihre Familie, die bisher auch immer parat standen und sich kümmern können.

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