Er ist von allem genervt

    • (1) 01.04.12 - 12:17
      Plemchen

      Hallo,

      ich bin gerade etwas ratlos. Wir sind seit 5 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder (5 und 1). Mein Mann arbeitet fünf Tage die Woche sehr lang, ist von 6.00 Uhr bis 18.30 aus dem Haus. Dementsprechend wenig hat er mit den Kindern und dem Haushalt zu tun. Das finde ich auch okay so und verlange da auch nicht viel von ihm, da ich im Moment noch zuhause bin.

      Am Wochenende ist er allerdings immer sehr schnell genervt von den Kindern. Klar, sind sie anstrengend. Der Große ist oft besserwisserisch, sieht bestimmte Dinge nicht ein, will dafür lieber was anderes, langweilt sich manchmal.... Naja, ich würde sagen, er ist ein ganz normaler Junge. Die Kleine quengelt auch mal oder schreit. Beide machen natürlich Unordnung, die man auch nicht immer sofort weggeräumt bekommt und schlafen zeitweise auch schlecht. Zudem war jetzt im Winter fast immer einer der Kinder krank und ich habe mich fast immer auch gleich angesteckt.

      Ich schätze mal, wir erleben halt den ganz normalen Wahnsinn mit zwei Kindern. Wir verstehen uns im Alltag ansonsten gut und ziehen eigentlich an einem Strang. Auch versuche ich hin und wieder, uns mal einen Nachmittag oder Abend ohne Kinder zu ermöglichen, um ins Kino oder essen zu gehen.

      Mein Mann stört sich trotzdem sehr daran, dass man so wenig Ruhe und Zeit für sich hat. Obwohl er z. B. meistens am Wochenende länger schlafen kann als ich und ich oft für zwei, drei Stunden mit den Kindern zu meinen Eltern fahre.

      Natürlich stört ihn auch, dass wir weniger Sex haben als früher (ca. 1 x pro Monat). Ich muss mich dazu momentan regelrecht aufraffen, empfinde es teilweise einfach als eine weitere Pflicht, die ich zu erfüllen habe. Es ist nicht unangenehm oder so, er ist auch lieb dabei. Aber abends sitze ich wirklich am liebsten auf dem Sofa und habe mal zwei Stunden für mich, ohne dass jemand was von mir will.

      Jetzt war er dieses Wochenende auch schon wieder sehr genervt und ungeduldig. Darauf angesprochen, meinte er, ihn nervt halt u. a. das Übliche. Es läge einiges im Argen, schon seit längerem und das würde sich halt stauen. Weiter wollte er aber nicht drüber reden. Ich empfinde das jetzt als sehr unfair. Was soll ich mit so einer Aussage anfangen?

      Ich habe irgendwie das Gefühl, keine gute Partnerin zu sein. Aber ich weiß auch nicht, wie wir uns da annähern sollen.

      Klingt jetzt wahrscheinlich alles etwas wirr und vielleicht gar nicht so, wie es wirklich ist... Aber ich lasse es jetzt einfach mal so stehen.

      LG

      • (2) 01.04.12 - 12:27

        Hallo,

        genauso fing es bei uns an: Wunschkind da, ich hab ihm den Rücken frei gehalten, und er war irgendwann nur noch genervt. Wollte seine Freiheit wiederhaben etc...rückte auch nie so recht mit der Sprache raus. Das Ende von Lied: Er hatte eine Andere kennengelernt, wohnt seitdem bei ihr. Wir lassen uns scheiden. Es muss ja nicht so sein bei Dir, nur für den Hinterkopf...bei meinem Ex kam glaub ich so das Gefühl hoch "das soll alles gewesen sein?". Jetzt, zwei Jahre später, vermisst er seinen Sohn und jammert nur. Kann aber alles nicht so schlimm sein, seine Neue erwartet bereits ein Kind von ihm...also: bloß miteinander reden, lass nicht locker. Es muss mal alles auf den Tisch, er soll konkret sagen, was los ist!

        Liebe Grüße!
        s.

        • (3) 01.04.12 - 12:45

          Danke für Deine Antwort. Das "Witzige" ist ja, dass er von Anfang an totale Angst hatte, dass ich mich trenne. Seine Eltern ließen sich scheiden, auf Wunsch seiner Mutter. Und er war selbst auch schon verheiratet, wenn auch ganz jung und ganz kurz. Aber danach hatte er erstmal die Ansicht, dass sich fast immer die Frauen trennen. Er sagt auch immer wieder, dass es für Kinder so schlimm ist, wenn die Eltern sich trennen usw. Für mich war und ist Trennung eigentlich kein Thema. Die meisten Konflikte kann man lösen. Und ich bin mir sicher, dass, wenn die Kinder größer sind, man halt auch wieder mehr Freizeit hat.

          Sein persönliches Problem ist, glaube ich, dass er zu viel machen möchte, wofür er keine Zeit hat. Also noch freiberuflich arbeiten usw. Neben Vollzeitjob und Familie halt schlecht möglich. Und dann kann er sich auch noch ganz schlecht selbst organisieren. Fängt hundert Dinge an und beendet nichts. Und das frustriert natürlich...

      Hallo
      Völlig normal, wie du schon geschrieben hast...der ganz normale Wahnsinn halt...getreu dem Lied von Reinhard Mey: ...keine ruhige Minute ist seitdem mehr für mich drin und das ist so wie ich vermute bis ich 100 Jahre bin...

      Ausschlaggebend ist nur, wie man die Unruhe empfindet. Als dazugehörig, weil die Kinder nun mal klein sind und der Zustand ja auch nicht ewig so sein wird, da aus Kindern Leute werden oder als Stress pur, dem man ausweichen will.

      Du musst es irgendwie schaffen, deinem Mann klarzumachen, dass es sich bei euch um positiven Stress handelt, da es ja eure Kindern sind, das Wertvollste überhaupt, was ihr habt und dass alles andere eben nur eine Phase ist.

      Ist er intelligent, so wird er verstehen...

      Lg

    • (5) 01.04.12 - 15:40

      Hi
      Das war bei uns genauso. Mein Mann war nur noch genervt. Er verbreitete massiv schlechte Laune und mein Kind und ich waren immer froh wenn er nicht da war.
      Ich habe auch lange Zeit gedacht das läge irgendwie an mir , denn zu allen anderen Menschen war er nett, höfflich, zuvorkommend.Ausnahme wenn es enge Freunde von mir waren, später blieb auch nur noch eine Freundin, die seine permanente schlechte Laune ausgehalten hat.

      Ich kann mich noch ganz genau an eine Begebenheit erinnern als wäre es gestern gewesen.

      Meine Freundin hatte Urlaub und kam zum Frühstück vorbei , schon über einen Woche geplant, an einem Dienstag.
      Die Arbeitszeiten meines Mannes nichtplanbar. Die Firma rief an heute fährst du um 10.00 oder du fährst nicht raus oder um 12.00 , ich wußte nie wann und wie lange er unterwegs war.
      An diesem Tag kam er mit dem Hund rein, meine Freundin war schon da und ich fragte ob er mit Frühstücken wolle
      er antwortete nein ich muß arbeiten
      Ich fragte wann er los müße
      er erwiederte " Jetzt"

      Ich deckte den Frühstückstisch er ging ins bad, setzte sich dann ins Wohnzimmer und schaute noch 2 Stunden fern.

      Dann kam er wortlos in die Küche machte sich ein paar Brote fertig , zog sich die Jacke an und ich dumme Kuh fragte auch noch
      "Weißt du wann du wieder da bist"

      Er......Keine Ahnung....morgen übermorgen ich weiß es nicht

      Dann ist er gegeangen ohne Schlafzeug ohne laptop mit recht wenig Verpflegung, damit wußte ich eigentlich das er keine Übernachtungstour hat

      Keine 10 Min. später steht ein Bekannter vor der Tür und wollte was von meinem Mann und fragte wann er wieder komme , ich bat ihn selbst anzurufen was er auch tat und er bekam die Auskunft das mein Mann gegen 16.00 zurück sei plus minus 30 min je nach Verkehrslage.

      Ich war wirklich verletzt das er so im Beisein von Fremden, denn meine hat es ja auch miterlebt mit mir umsprang.

      Aber es brauchte noch eine ganze Ecke mehr leid bis ich mich getrennt habe das war nur eine von vielen Episoden.

      Ich hoffe sehr das es bei dir völlig anders ist und ihr das geregelt bekommt

      Gruß
      Das kenne ich

      (6) 01.04.12 - 17:54

      Danke für Eure Antworten. Wir haben jetzt nochmal geredet. Und heraus kamen zwei Punkte, die ihn stören.

      Der wichtigste Punkt und ein Dauerbrenner bei uns: Der Sex ist ihm zu wenig. Und zwar angeblich so zu wenig, dass er fast ununterbrochen daran denkt. Er empfindet das regelrecht als Qual. Auf meine Frage, wie oft wir denn Sex haben müssten, damit es ihm gut damit ginge, konnte er nicht richtig antworten.

      Er hat schon teilweise recht. Natürlich ist ca. 1 x pro Monat nicht der Gipfel der Leidenschaft. Aber ich kann mich doch auch nicht dauernd dazu zwingen (was er natürlich eigentlich auch nicht will). Er hätte auch schon hin- und herüberlegt, was man machen könnte, ist aber zu keinem Schluss gekommen. Bzw. zu dem Schluss, dass er trotzdem die Ehe nicht aufgeben möchte, weil´s sonst halt gut passt. Aber diese sexuelle Unausgeglichenheit macht ihn dauerhaft gereizt und frustriert.

      Ich habe keine Ahnung, was wir in dieser Sache machen sollen. Soll ich mich einfach öfter aufraffen? Sollten wir zusammen eine Familienberatung machen? Aber was sollten die dann dazu sagen? Es ist ja einfach so, dass er ein starkes Verlangen hat und ich ein schwächeres. Wie kann man da zusammenkommen?

      Der zweite Punkt ist, dass er mit der Art unseres Sohnes nicht klarkommt. Mit Wutausbrüchen, Rechthaberei, Ungeduld usw. Naja, wie Vierjährige halt so sind... Auch da würde er gerne was an seinem eigenen Verhalten ändern, weiß aber nicht was.

      Ich bin gerade ratlos und traurig....

      • (7) 01.04.12 - 21:56

        Lass doch mal deine Hormone checken! Vielleicht hast du deshalb so wenig Lust? Bzw. falls du die Pille einnimmst-> liegt es vielleicht daran? Einmal im Monat Sex ist absolut wenig, da kann ich deinen Mann verstehen. Ich kenne aber genauso gut auch diese Unlust, grade wenn ich gestresst bin etc. Ich denke, in manchen Fällen solltest du vielleicht über deinen Schatten springen. Grade wenn man schon dabei ist kommt ja auch häufig die Lust! Du liebst doch deinen Mann, oder? Dann tue ihm (und dir) etwas gutes!

    Wenn ich nur einmal im Monat Sex von meinem Partner bekommen würde, wäre ich mehr als nur genervt...

    • (9) 01.04.12 - 22:00

      Meine Güte, es gibt doch Wichtigeres #augen

      Ein Partner muss auch mal zurückstecken können, wenn die Frau Stress hat und deshalb keine Lust auf Sex.. ist doch nur eine Phase, die irgendwann wieder vergeht. Aber das ist doch kein Weltuntergang.

      Ich finde es schlimmer, wenn die Frau sich "opfert", nur damit der Mann seine Befriedigung hat...

      • (10) 02.04.12 - 19:43

        Natürlich gibt es wichtigeres, aber ich finde, und das ist jetzt nur meine Meinung, dass Sex einen ziemlich großen Teil einer Beziehung ausmacht.
        Und bei manchen bleibt diese "Phase" dann doch nicht nur eine Phase.
        Würden mein Freund und ich nur 1 x im Monat miteinander schlafen, wäre selbst mir das zu wenig und meinem Freund ganz sicher auch.
        Klar kennen und haben wir beide auch mal Zeiten in denen wir nur einmal in zwei Wochen miteinander Sex hatten/haben, aber das ist eher die Ausnahme und zudem gibt es dafür auch Zeiten, wo wir 5 x die Woche Sex haben.
        Bei meinen Freund merke ich auch, wenn wir regelmäßig Sex haben, dass er dann irgendwie ausgeglichener ist....... ;-) ?!

        Wenn beide damit klar kommen ist einmal im Monat, oder dreimal mim Jahr echt ok, aber hier ist es nun mal so, dass es ihm zu wenig ist, klar soll Sie sich nicht "opfern" oder es ihm zu liebe tun, aber sie sollten gemeinsam eine Lösung finden, denen hier geht es darum das beide glücklich sind.

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