Trennung sofort oder noch warten? Hilfe bitte!

    • (1) 01.05.12 - 12:06
      so nicht mehr

      Hallo!

      Ich habe große Probleme mit meinem Mann, und das schon länger. Wir streiten ständig und ich denke sehr sehr oft an eine Trennung, weil ich das langsam nicht mehr aushalte. Aber ich habe große Angst davor, es ohne ihn nicht zu schaffen. Ich fürchte mich sehr sozial abzurutschen und unseren Kindern die Zukunft zu verbauen, weil ich so "egoistisch" bin, und an mein eigenes Glück denke...

      Am liebsten würde ich grad meine Sachen packen und gehen, aber die Vernunft hält mich davon ab. Ich weiß nur nicht, wie ich mein Leben weiterleben soll: mit ihm oder ihn???

      Fakt ist, dass da zur Zeit kaum noch Gefühle für ihn da sind, selbst, wenn wir mal eine gute Phase haben. Richtige Liebe ist das schon länger nicht mehr. Als wir uns vor dem Traualtar geschworen haben "In gute und in schlechten Zeiten" habe ich das sehr ernst gemeint und darum mache ich es mir auch nicht leicht und gehe die Probleme an, aber wir schaffen es einfach nicht. Wenn es mal 3 Wochen gut geht ist das schon viel...

      Ich will ihm jetzt nicht die alleinige Schuld zuweisen, aber ich für mich bin an einem Punkt, wo ich sagen muss, dass ich alles mir mögliche versucht habe, aber letztlich müsste er sich auch ändern und das passiert nicht. Er lernt kein bisschen dazu und somit streiten wir immer und immer wieder über die selben Sachen. Und je öfter das passiert, umso verzweifelter werde ich, weil ich das Gefühl habe, in einer Sackgasse zu stecken.
      Ich weiß, dass er auch mit mir nicht mehr so glücklich ist, aber er schafft es nicht, mit mir über solche Sachen zu reden. Er frisst alles in sich rein und verdrängt, was nur geht.

      Ich traue mich leider nicht, mit irgendjemandem darüber zu sprechen, denn ich will irgendwie nicht, dass unser Umfeld davon weiß. Das wäre so endgültig, so schlimm, so real... dann wäre wohl alle Hoffnung weg, dass wir es nochmal hinkriegen könnten.

      Mir gehen so viele Dinge durch den Kopf, weshalb ich mich nicht zu einer Trennung durchringen kann, aber ich frage mich auch schon, ob ich das nicht nur vorschiebe, weil ich zu große Angst habe, alleine zu versagen.
      Wir haben 2 kleine Kinder von knapp 3 und 14 Monaten, letztes Jahr ein Haus gekauft, ich bin Hausfrau, er macht Karriere. Unterstützung aus der Familie haben wir nicht, das Verhältnis ist zu den meisten sehr schlecht, bzw. kompliziert. Ich bin manchmal völlig am Ende, und wenn ich dann nicht mal mehr meinen Mann hätte, wüsste ich nicht, wie ich das alles hinkriegen würde.

      O.k., es wären nach einer Trennung auch einige Dinge anders und die Belastungen wären andere, aber ich bin in praktischer Hinsicht schon öfters froh, dass er da ist. Man hat sich halt so eingerichtet und nimmt sich gegenseitig ungeliebte Aufgaben ab. Aber das kann ja nun auch wiederum nicht alles sein.

      Dann das finanzielle... ich habe kein Einkommen, zwar eine Ausbildung, aber da nie gearbeitet weil ich gleich hinterher ein Studium in völlig anderer Richtung begonnen habe, nach der Heirat aber nicht beendet habe (wir haben zwecks Familien- und Karriereplanung einige Kompromisse gemacht). Ich wäre völlig abhängig von ihm, dass er Unterhalt zahlt. ALG II ist für mich keine Alternative, da habe ich wahnsinnige Angst vor.

      Bleibt noch, mein Studium zu beenden und selber Geld zu verdienen, aber das geht so auf die schnelle nicht. Der kleine ist ja gerade erst 1 Jahr alt geworden, das dauert noch 2 Jahre, bis er in den KIGA kommt. Bis ich dann tatsächlich Geld verdiene, vergehen noch bestimmt 5 Jahre.

      Was soll ich also tun???? Ich kann doch nicht als mehr oder weniger frustrierte Hausfrau enden, die eine emotional kalte Ehe führt und sich vom Mann abhängig macht bis ans Ende meiner Tage... und jetzt kommt bitte nicht mit dem Argument "Selber Schuld", als wir uns für diesen Weg entschieden haben, waren die Verhältnisse noch völlig anders, mein Mann war noch völlig anders. Seit er berufliche Ambitionen verfolgt, ist er noch egoistischer geworden und alle Versprechen von damals gelten jetzt nicht mehr viel.

      Vor ein paar Tagen hat er bei einem Streit (es ging um den Kauf eines neuen Rasenmähers) sogar gedroht, mir sämtliche Karten zu sperren... er hat es bestimmt nicht 100% ig ernst gemeint, aber er hat es gesagt. Ich habe ihm natürlich die Stirn geboten und mir das nicht bieten lassen, so unterwürfig bin ich nicht. Aber das zeigt mir auch deutlich, wie er die Verhältnisse zwischen uns sieht. Er weiß auch, dass er könnte, wenn er wollte....

      Daher kommt auch mein Instinkt, mich finanziell abzusichern, um mich und die Kinder zu schützen, falls es doch plötzlich zu einer Trennung kommt.

      Ich weiß nicht, WIE ich diese Ehe noch länger fortführen kann, aber ich schrecke auch vor einer Trennung zurück. Was also soll ich tun???????

      Wer kann mir was sagen? Geht es vielleicht auch jemanden so? Oder ging es euch so, und ihr habt gehandelt? Wenn ja, was habt ihr getan und seid ihr nun glücklicher?

      Ich habe auch angst, alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern keinen Mann mehr zu finden, den ich toll finde (Irgendeiner findet sich ja immer, wenn man unbedingt will, ich meine aber jemanden, den ICH will... will der mich dann überhaupt?).

      Ich habe das Gefühl, jetzt mit meinen 30 Jahren an einem Wendpunkt meines Lebens zu sein und habe Angst, die falsche Richtung einzuschlagen.... bitte helft mir bei meiner Entscheidung!

      Danke fürs Lesen, ist ein bisschen lang geworden!

      LG

      • Hallo,

        du sagst selbst du hast keine Gefühle mehr für deinen Mann, hast alles dir mögliche für eure Ehe getan. Du kannst eine Ehe nicht wegen Angst vor der Zukunft aufrechterhalten! Zunächst wäre er dir und den Kindern sowieso unterhaltspflichtig.

        Du musst selbst wissen, ob du noch irgendwo einen Hauch Hoffnung für eure Ehe siehst, wenn ja dann wäre es vllt. das richtige für euch eine Paartherapie zu machen. Wenn nein, dann wird die Scheidung wohl das Richtige sein. Du sagst ja selbst du möchtest nicht bis an dein Lebensende die frustrierte Hausfrau und nicht liebende Ehefrau sein. Das sollst du auch nicht!
        Nimm dein Leben selbst in die Hand! Ein Studium ist auch mit Kleinkind, welches übrigens auch mit 1 schon in die Kita kann, möglich. Du musst es nur wollen. Leicht wird es sicherlich nicht, aber sicher besser als in einer unglücklichen Ehe.
        Was ich mich allerdings frage: Warum kann er dir sämtliche Karten sperren? Habt ihr kein gemeinsames Konto, sondern du etwa nur Vollmacht über seines?

        Liebe Grüße und alles Gute für die Zukunft :)

        Ach noch was: Die Kinder wollen sicher auch nicht mit unglücklichen Eltern zusammen leben die nur wegen ihnen zusammen bleiben.

        • (3) 01.05.12 - 12:35

          Ich weiß, dass er unterhaltspflichtig wäre, aber ob er das auch immer tut oder nicht, weiß man ja nicht. Dann hat man seine monatlichen Verpflictungen, und er zahlt auf einmal nicht mehr, das wäre schon schlimm!

          Ja, den Hauch ein Chance gibt es noch, aber mehr als das ist es auch nicht mehr. Über Paartherapie haben wir schon geredet. Passiert ist nichts! Er arbeitet sehr viel und nimmt sich leider nicht die Zeit dafür, bzw. war alles nur halbherzig. Wenn, dann müsste ich wieder mal alles organisieren und ihm sagen "Dann und dann, dort musst du hinkommen". Und dann nochmal daran erinnern und nochmal erinnern, sonst vergisst er es am Ende nämlich!

          Wenn ich nur 1 Kind hätte, wären meine Ängste auch nicht so groß. Aber wir haben nunmal 2 kleine Kinder. Und unser jüngster kann leider noch nicht in den Kindergarten, da habe ich mich schon erkundigt. Ich habe als Hausfrau keinen Anspruch auf einen Krippenplatz! Und selbst mit Anspruch wäre da noch eine lange Warteliste.

          Mit dem Konto ist es so, dass sein Gehalt auf sein Konto geht und er mir jeden Monat eine kleine Summe auf mein eigenes Konto überweist. Dann gibt es noch ein Konto für sämtliche Nebenkosten. Ich habe zwar Vollmachten, aber nur solange er das will.... war mir gar nicht so bewusst, wie blöd das für mich ist, bis der Spruch kam!
          Als wir noch nicht verheiratet waren und schon eine gemeinsame Wohnung hatte, hatten wir auch ein gemeinsames Konto... wie man sieht, hat sich einiges zwischen uns geändert... ich werde das auf meine Liste setzen, was sich alles ändern muss! Danke!

          Mit den Kindern hast du auch auf alle Fälle recht, die sind auch nicht immer glücklich, wenn wir streiten. Aber wie oft würden sie ihn noch sehen, wenn wir erst getrennt sind?

          • Hallo,

            schade, dass er anscheinend alleine nicht den Po nach oben bekommt! Rede nochmals mit deinem Mann, dass ihr nun entweder ernsthaft die Probleme mit einer Therapie angeht oder du dich entgültig trennen wirst. Du musst ihm nicht hinterherrennen! Er verlässt sich auf dich, hast ihn sonst wahrscheinlich auch an alles erinnert?
            Sind ihm seine Kinder wichtig, kann man erwarten, dass er den Unterhalt auch pünktlich zahlt! Gibt natürlich zick andere Fälle - unverständlich.

            Das gleiche ist es mit dem sehen. Sind ihm die Kinder wichtig, wird er alles dafür tun sie so oft wie möglich zu sehen. Da müsstest du dann eben aber auch bereit dafür sein. Auch bei getrennt lebenden Eltern ist es möglich, dass die Kinder Mama und Papa in etwa gleich viel sehen. Sollte er nichts dafür tun, seine Kinder zu sehen, ist das traurig, aber Kinder brauchen auch keinen Vater der ihnen etwas vorheuchelt.

            Alles Gute!

      Mein Rat: Nimm schnellstmöglich dein Studium wieder auf. Und damit meine ich ab dem nächsten Semester. Gerade an Unis gibt es oft eine hervorragende Kinderbetreuung, notfalls würde ich den Lütten mit in die Vorlesungen schleppen, wenn es gar nicht anders geht, oder eine Tagesmutter oder ein Au-Pair einstellen. Wenn dein Mann da nicht mitziehen will, dann setzt ihm notfalls die Kinder ins Büro, und dann soll er schauen, wie die Betreuung organisiert werden kann.

      Setzt das Studium als TOP 1 auf deine To-Do-Liste. Du wirst sehen, das sich dadurch die Verhältnisse bei euch zuhause verdammt schnell verändern.

      Mach Nägel mit Köpfen:

      Betreuung für die Kinder suchen, Arbeit suchen (bezahlte!) und dann neu sortieren.

      Wenn Du Hausfrau bist und er Karriere macht, dann habt ihr eine Schieflage. Auf Dauer geht das bei den wenigsten gut.

      Was ist mit Paartherapie?

      Gruß

      Manavgat

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