Hat diese Liebe eine Chance? Verheiratet und neue Liebe wohnt weit weg.

    • (1) 12.05.12 - 16:45
      lieberinblack

      Hey zusammen,

      entschuldigt bitte, aber ich schreibe lieber in "schwarz".

      Ich bin Anfang 40 mit 2 kids (9 und 6 Jahre). Seit 15 Jahren bin ich mit meinem Mann zusammen, seit 12 Jahren verheiratet. Wir wohnen in einem schönen Einfamilienhaus, nach außen hin ist alles perfekt ... aber da hört es seit einiger Zeit auch schon auf.

      Wir hatten es nicht immer einfach, weil wir da, wo wir wohnen, keine Familie vor Ort haben. Um die Kinder habe ich mich vorwiegend alleine gekümmert, gearbeitet habe ich ohne Unterbrechung (selbständig).

      Ein gemeinsames Familienleben ist schwierig bei uns. Mein Mann ist (auch wenn er das nicht hören will) einfach kein Familienmensch. Ich würde ihn als kleinen workaholic bezeichnen. Fußball spiele ich meist mit unserem Sohn, schwimmen gehe ich mit den Kindern alleine, etc. Fast alle Aktivitäten bleiben an mir hängen und wir sind mehr ein 3-er als ein 4-er-Team. Das hat mich schon immer gestört, aber ich habe es toleriert, weil er wird sich nicht ändern. Als die Kinder klein waren, ist mir das zwar aufgefallen, aber ich kannte es ja nicht anders.

      Zudem kommt, dass wir selbständig sind und auch hier alle Höhen und Tiefen erlebt haben. Das soll heißen, mal lief es finanziell gut, mal weniger gut. Mein Mann ist vom Typ her im Job sehr gesprächig, privat bei mir ziemlich schweigsam. Er ist eher kühl und emotionslos. Ich dagegen bin ein herzlicher Mensch, beruflich wie privat gesprächig. Kurzum, eigentlich sind wir ziemlich verschieden. Der Punkt Kommunikation hat mich schon immer gestört. Ich fühle mich in unserer Beziehung auch nicht wirklich geborgen. Aber auch hier wird sich nichts ändern, weil mein Mann so ist wie er ist. Ich habe ihn ja so kennen gelernt, aber das ist alles im Laufe der Jahre schlimmer geworden.

      Momentan haben wir finanzielle Schwierigkeiten (wir haben immer wieder Liqiuiditätsengpässe), weil wir Außenstände in der Firma haben, also Leute, die uns Geld schulden. Keine Ahnung, wann das Geld kommt. Mein Mann weigert sich strikt, sich von einer Eigentumswohnung zu trennen, die er mit seiner Ex-Frau gemeinsam hat. Das ist der eine Streitpunkt, den wir ständig haben. Dazu kommt, dass er vor unsere Ehe ein Mehrfamilienhaus gekauft hat, dass all die Jahre sehr viel Geld für Kredite geschluckt hat (dann kamen immer mal wieder Mietausfälle dazu). Kurzum, ich habe hier auch einiges an Geld beigesteuert und der ein oder ander Urlaub blieb deswegen auf der Strecke. Aber wie er immer so schön sagte, das ist unsere Altersvorsorge ..... Nein, verkaufen kann er das Haus momentan nicht. Na ja, das war immer ein riesen Streitpunkt in unserer Ehe, weil ich meine, er hat sich hier finanziell übernommen. Sparen und Altersvorsorge ist gut und schön, aber eine Nummer kleiner hätte es auch getan.

      Dann kommt dazu, dass ich seit Jahren zusätzlich auch für seine Firma arbeite, dafür aber nie Geld bekommen habe. Er sieht es als selbstverständlich an, dass ich das mache. Ich bekomme keinen großen Dank dafür, es ist halt so. Tja, auch das habe ich lange geduldet, auch wenn es mich sehr geärgert hat. Warum ich das so lange geduldet habe ist mir manchmal selbst schleierhaft. Denn eigentlich bin ich vom Typ her sehr selbstbewusst, aber ich hatte einfach keine andere Wahl. Die Kinder waren noch so klein, und ständig drehte es sich bei uns ums Geld... immer wieder waren Löcher zu stopfen ...

      Tja, es kam, was irgendwann kommen musste. In einem Kurzurlaub habe ich einen Mann kennen gelernt. Das war Anfang des Jahres. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden. Wir sind wie 2 Seelenverwandte, die sich auf allen Ebenen (Kommunikation & körperlich) super verstehen. Er wohnt allerdings 400 km entfernt von mir. Bei ihm ist es auch so, dass er 2 Kinder hat, seit 15 Jahren verheiratet ist, und er und seine Frau sich auseinander gelebt haben. Wir beiden können uns theoretisch vorstellen, irgendwann im realen Leben ein Paar zu werden. Wir telefonieren jeden Tag mindestens 1 Std. Wir schicken uns öfter SMS und fühlen uns sehr verbunden, auch wenn wir uns nicht oft persönlich sehen können. Eigentlich ist es zum Heulen, denn wenn wir beide nur unsere Gefühle entscheiden lassen könnten, wären wir ein Paar. Aber jeder hat ja noch seine eigene Familie, auch wenn es mit dem Partner nicht mehr gut läuft.

      Bei mir kriselt es mittlerweile sehr in meiner Ehe, da ich immer wieder auf die Barrikaden gehe, weil ich mich von meinem Mann ungerecht behandelt, ja manchmal echt unterdrückt fühle. Seine Meinung zählt und ich habe das zu respektieren. Eheberatung lehnt er kategorisch ab. Tja, jahrelang habe ich das geduldet und ertragen, wenn ich auch nicht immer glücklich war, aber es war halt so. Tja, und auf einmal tickt die Frau anders und möchte etwas ändern und der Mann möchte am liebsten alles so lassen, wie es ist.

      Nein, bitte keine Vorwürfe! Ich werde meinem Mann auch nicht von dem anderen beichten, er macht mir sonst das Leben zur Hölle.

      Was meinst Ihr, hat eine Liebe, wenn man so weit auseinander wohnt eine Chance? Hat jemand vielleicht schon einmal eine ähnliche Situation erlebt? Unglücklich verheiratet, neu verliebt, die neue Liebe von weiters weg und es hat doch funktioniert??

      Mir gehen tausend Dinge durch den Kopf. Natürlich auch finanzieller Natur, die es zu klären gilt. Und klar, auch ich weiß, dass ich eine Trennung nicht von einem anderen Mann abhängig machen kann. Meine Ehe ist auch ohne den anderen Mann ziemlich im Eimer. Jedenfalls beginne ich im Herbst einen Halbtagsjob wo anders, um mich etwas finanziell unabhängig zu machen.

      Danke für Eure Antworten!

      LG

      • Ich finde das sehr schwer, hier eine Empfehlung zu geben. An Deiner Stelle würde ich mich auf jeden Fall bei einer Anwältin beraten lassen, bevor Du irgendwas tust.

        Bevor Du nicht weißt, was Du willst, würde ich auch kein Feuer legen und Deinem Mann irgendwas von dem anderen erzählen. Nicht, um Stress zu vermeiden (den hättest Du verdient), sondern weil es bedeuten würde, dass Du Dich auf seine emotionalen Kosten entlastest.

        Das Ganze hat mehrere Aspekte:

        1. Niemand zwingt Dich für lau zu arbeiten. Wenn Dein Mann kein Geld rausrückt, wenn Du für seine Firma etwas machst, dann mach halt nix und fordere ihn auf, die Arbeit bei jemand anderem in Auftrag zu geben. Das dürfte das kleinste Problem sein.

        2. Finanzen: ich befürchte, dass Du nach einer Trennung noch mehr finanzielle Probleme bekommst, weil Dein Mann u. U. schon überschuldet ist oder es nach einer Trennung krachen lässt, weil er mit der Situation nicht klar kommt. Wenn Du in seinen Krediten nicht drinhängst, dann kannst Du eine Trennung riskieren, musst dann aber zusehen, wie Du den Lebensunterhalt bestreitest, vermutlich auch für Deine Kinder

        3. Dein Mann hat sich nicht verändert. Trotzdem bist Du nicht zufrieden, so wie er ist. Eigentlich unfair. Wie wäre es mit einer Psychotherapie für Dich allein, um herauszufinden, ob es wirklich Dein Mann ist der Dich so stört oder ob dieser andere Kerl nicht einfach nur ein Ventil ist, weil Dein ganzes Leben so beschissen ist?

        die Aussage: "so oder so ist meine Ehe im Eimer" sagt ja schon viel aus. Kaum eine Beziehung ist nach 10 Jahren noch rosarot, wenn Frau/Mann nix dafür tut. Wer garantiert Dir, dass der Neue wenn der erste Lack ab ist, noch genug glänzt?

        4. Was ist mit den Kindern? Sollen sie bei Deinem Mann bleiben? Dann kannst Du so weit weg ziehen. Wenn Du Unterhalt zahlst und den Umgang selbst finanzierst.

        insgesamt ist das imho der klassische Fall von "Panik im Leben was zu verpassen"

        Gruß

        Manavgat

        Dir passen deine Ehe und dein Mann von vorne bis hinten nicht mehr.

        Warum trennst du dich nicht?

        Den anderen Mann kennst du erst wenige Monate und es gab bisher sicher nicht viele Treffen. Da von Liebe zu sprechen, halte ich für verfrüht, du bist total verknallt. Auch das mit der Seelenverwandtschaft würde ich eher in den Bereich "der Wunch ist der Vater des Gedankens" verweisen.
        Wann, wenn nicht ganz am Anfang, versteht man sich blind?

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