Depressiver Partner wie nicht den Respekt verlieren?

    • (1) 14.05.12 - 10:21
      starke Frau???

      Mein Mann ist Depressiv, schwer Depressiv! Er ist in Behandlung, nimmt seit 1 Jahr Tabletten er ist nicht Suizid gefährdet, aber dennoch ist es schwer!

      Seine Depressionen äussern sich zum Beispiel so, das er Morgens nicht Aufstehen kann und will, er bleibt einfach liegen Iegelt sich ein. Er geht kaum unter Menschen und wenn doch Stresst es ihn, Arbeiten geht er seit 1 Jahr nicht mehr, er kann einfach nicht, da er Morgens nicht mit dem Arsch hoch kommt!
      Zu Terminen erscheint er nur höchst Wiederwillig und auch nur wenn Ich ihn rechtzeitig Wecke und Schicke!
      Wir haben 2 Kinder beides waren Frühchen, unser jüngster Schläft nicht durch...Ich gehe Halbtags arbeiten, mache den Haushalt, die Wäsche, alles fast gänzlich allein!Ich bin durchaus an meinen Belastungsgrenzen angekommen, ich kann einfach nicht mehr.

      Mein Mann geht nun in eine Tagesklinik. Aber nur wenn ich ihn Morgens wie eines unserer Kinder wecke, mehrfach, das kann durch aus mal 1 stunde dauern bis er sich dann endlich aufrafft und fertig macht...

      Ich hasse Ihn dafür, ich weiß er macht es niht mit bösem willen, schon gar nicht um mich zu Ärgern, aber ich fühle mich als hätte ich 3 Kinder.
      Ich will das nicht. Ich möchte nicht den Respekt vor meinem Mann verlieren, noch mehr als eh schon... Mich macht das Fertig ich habe ihn Geheiratet und habe immer den Leitsatz " in Guten wie in Schlechten Zeiten" vor Augen, ich will ihn nicht Verlassen denn ich weiß was für ein Mann in Ihm steckt, diesen Mann den ich Liebe und den ich endlich wieder haben möchte!!!

      Was kann ich tun damit ich meinen Mann nicht mehr wie ein Kind behandel?

      Ich werde hier nicht einmal mehr wie eine Frau behandelt, wir haben kein Sex und ich Leide so sehr!
      Ich werde ihn nicht Verlassen, aber tu ich das aus Angst oder Verbiege ich mich so aus Liebe?

      Was würdet ihr mir Raten?
      Bald stehen die Familientherapien an, ich will da gar nicht hin, denn ich habe Angst das mir dadurch nur Bewusster wird das unsere Ehe gar keine Ehe mehr ist!

      Entschuldigt mein Wirres Geschreibe, aber ich bin am Ende ich habe einfach keine Kraft mehr und mein Kopf ist so voll!

      LG

      • << Bald stehen die Familientherapien an >>

        Das ist gut so. Nütze diese Chance. Du wirst Antworten auf deine Fragen bekommen.

        > Bald stehen die Familientherapien an,<

        Um Gottes willen da bloß hingehen. und eventuell eine Selbsthilfegruppe für Angehörige oder sowas suchen. Dein Mann ist krank. Alles lastet auf Dir, das ist auch für Dich nicht einfach... aber mit der Einstellung "der kriegt den Arsch nicht hoch" ist auch keinem geholfen.

        Ich kann verstehen, dass Du am Ende bist, wirklich, ich selber wäre auch eine denkbar schlechte Frau und Partnerin für einen Depressiv-Erkrankten.... aber Du bist durch seine Krankheit da mit reingezogen und brauchst selber auch Hilfe. Auch die Familientherapie ist sicher immens wichtig... und ob die Tagesklinik das richtige ist ist auch die Frage.. vielleicht ist es besser für Euch alle wenn Dein Mann irgendwo komplett aufgenommen wird?

        Lichtchen

        Hallo Du,
        ich habe das gleiche gerade im Freundeskreis. Meine Freundin ist auch hart an der Grenze. Auf der einen Seite hat sie Mitleid und will, dass es ihm endlich besser geht, auf der anderen Seite verflucht sie ihn und seine "Launen". Leiden tut die gesamte Familie.

        Geht auf jeden Fall zur Familientherapie und such dir, wenn möglich, auch Hilfe für dich! Gesprächstherapie, Selbsthilfegruppe o.ä.

        Gehst du mit zu den Arztbesuchen? Versuche, eine stationäre Aufnahme für deinen Mann zu erwirken. Dort wird man ihm besser helfen können, als in der Tagesklinik und du könntest auch mal "durchatmen".

        Ich weiß, dass hört sich an wie "abschieben". Aber Du bist auch wichtig und Deine Kinder sind es auch....

        LG
        Nina

      • Auch ein Depressiver hat die vollständige Verantwortung für sich selbst.
        Du weckst ihn - das ist partnerschaflich gemeint, aber es bietet ihm gleich morgens seine erste Gelegenheit dir zu zeigen wie schwer ihm doch alles fällt.

        Wenn er es mit einem Wecker nicht schafft, dann eben nicht - und eventuell muss es eben eine Weile stationär weitergehen!

        Es gibt sicher Phasen, in denen man sich komplett fallen lassen will und muss. Aber das geht nicht über Monate und Jahre neben dem Alltag.

        Familientherapie ist ganz bestimmt ein guter erster Schritt. Aber sieh es als vor allem als Unterstützung, um DEIN Wohlergehen wieder herzustellen. Denn wer weiß, ob er überhaupt aufnahmefähig ist für das, was ihr dort lernen könnt.

        Es kann euch allen erst wieder besser gehen, wenn du deine Kräfte beisammen hältst und glaube mir, das hat mit Egoismus nichts zu tun.

        Das mit der Selbsthilfegruppe ist auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung zu der Familientherapie. Es gibt sehr viele Menschen mit Depression und entsprechend viele Partner dazu. Suche Dir unbedingt Anschluss! Das Thema ist nicht ungewöhnlich und es gibt sehr viele Hilfsangebote für Angehörige von Betroffenen.

      • (7) 15.05.12 - 09:00

        Ich danke euch für eure Antworten, ich werde auf jedenfall nun zusehen das auch Ich Hilfe bekomme, denn so kann es nicht weiter gehen...

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