Ich liebe ihn nicht mehr...

    • (1) 20.05.12 - 16:45
      keineliebe

      Hallo,

      ich muss mir heute etwas von der Seele schreiben, wovon meine Umgebung nichts ahnt...

      Bei uns hängt der Haussegen schief, und zwar gewaltig. Seit Monaten gibt es Frust und Streit, Gezicke und Gezeter, Vorwürfe und Beschuldigungen. Echt nicht schön... Und mittendrin zwei kleine Kinder...

      Nach dem letzten Streit, bei dem viele unschöne aber leider wahre Worte gefallen sind, sollte auf Wunsch meines Mannes ein klärendes Gespräch stattfinden. Das Einzige, was klar wurde war, dass mein Mann nicht versteht (oder nicht verstehen möchte), was ich ihm sage.

      Letztendlich habe ich es ihm schonungslos gesagt: "Ich liebe dich nicht mehr!" Klar und deutlich. Aber er will mir nicht glauben... Er meint, dass ich noch Gefühle für ihn haben muss, weil ich geweint habe, als ich ihm das sagte. Ich weiß aber, dass da einfach nichts mehr ist! Ich will ihn nicht küssen, ich will ihn nicht umarmen und mit ihm schlafen erst recht nicht. Ich bin entspannt, wenn er nicht da ist und genervt, wenn er zu Hause ist. Er glaubt mir aber nicht... Er will an der Ehe festhalten...

      Seit dem Gespräch sind drei Tage vergangen. Er bemüht sich sehr, alles richtig zu machen. Er macht den Haushalt fast komplett alleine, er unternimmt von sich aus etwas mit den Kindern, er sieht, was im Garten noch zu machen ist und macht es, ohne dass ich ihn erinnern muss. Das waren bislang große Streitthemen bei uns. Und plötzlich läuft alles.

      Ich sehe, dass er sein Bestes gibt. Und ich weiß, dass es nichts ändern wird. Er könnte sich beide Beine ausreissen, aber die Liebe wird es nicht zurückbringen...

      Ich weiß, dass sein Engagement nicht von langer Dauer sein wird... Wenn sich die Wogen glätten und wir zur Normalität zurückkehren würden (was an sich momentan unmöglich ist), wäre alles hinfällig. Der Stress würde unweigerlich bald von vorne losgehen, die Streitthemen wären wieder die gleichen. Ich sehe keine Zukunft für unsere Beziehung. Er will es nicht wahrhaben..

      Wie soll ich denn Gefühle wieder wecken, wenn sie gar nicht da sind? Wo soll ich sie denn herholen? Er möchte wissen, was er tun kann, damit ich ihn wieder liebe. Auf diese Frage habe ich keine Antwort! Ich weiss selber nicht, ob ich kämpfen kann (und will), um wieder Liebe zu spüren. Das Einzige, das ich weiß ist, dass es in meinem Inneren einfach nur still ist...

      Morgen ist unser 8. Hochzeitstag. Er wird genauso unspektakulär vorbeigehen wie die letzten 7. Ich hatte immer eine kleine Besonderheit für ihn parat. Er hätte den Tag vergessen, hätte ich es nicht im Kalender notiert... Morgen rufen wahrscheinlich viele Leute an, weil sie uns gratulieren möchten. Und sie ahnen nicht, was eigentlich los ist...

      • Wenn dir klar ist dass du ihn nicht mehr liebst und das nichts etwas daran etwas kann und wird, warum verlässt du ihn dann nicht? Such dir eine eigene Wohnung und lass dich scheiden. So tun als ob... bringt niemandem etwas und alle wären nur unglücklich.

        • (3) 20.05.12 - 17:21

          Ja, das wird vermutlich als Nächstes kommen... Aber das geht nicht von heute auf morgen... es mangelt an bezahlbaren Wohnraum, Geld, Kinderbetreuung. Ich bin noch in Elternzeit, einen festen Job muss ich erst suchen, da meine alte Firma pleite ging. So war das ja alles nicht geplant :-(. Und nun scheint es leider Realität zu sein...

      Weißt Du, was mir auffällt?

      Er reißt sich (wenn auch reichlich spät) ein Bein aus, und Du wartest nur drauf, ihn Hochzeitstagmäßig "ins Messer laufen zu lassen".

      Entweder Du hast wirklich kein Interesse mehr an Deiner Ehe - dann ist es doch nur gut, wenn er morgen nicht mit roten Rosen anrückt. Oder Du wärst doch gekränkt, wenn er den Hochzeitstag vergißt - dann sind Deine Gefühle wohl doch noch nicht ganz so weg, wie Du meinst?

      Was ist denn Liebe eigentlich für Dich? Daß im Alltag mit kleinen Kindern nicht mehr die Schmetterlinge flattern, sondern im Streß auch schon mal die Fetzen fliegen ist ja nicht so ungewöhnlich. Statt nun so sehr auf Gefühle bzw. Nicht-Gefühle zu schauen, wie wäre es, mal den Verstand einzuschalten? Du hast zwei kleine Kinder und ja offensichtlich einen Partner, der grundsätzlich kein schlechter Kerl ist, wenn er sich jetzt bemüht.

      Zumindest hast Du nicht geschrieben, daß er säuft, fremdgeht und das Kindergeld versäuft, von daher finde ich schon, daß man in einer Ehe im Zweifel eine weitere Chance geben sollte. Eine Ehe ist eine Lebensgemeinschaft, nicht "nur" eine Liebesbeziehung. Und ihr habt euch mal versprochen, auch in schweren Zeiten zueinander zu stehen, nicht wahr?

      • (5) 20.05.12 - 18:59

        Aber wenn von ihrer Seite aus keine Liebe mehr da ist, sie seine Nähe als nervig empfindet und froh ist, wenn er nicht da ist, dann bringt es doch auch nichts, einfach so nebenher weiter zu leben. Ist doch für alle Beteiligten dann blöd. Eine Ehe muss ja nicht vor leidenschaft flackern, wenn man bereits länger verheiratet ist, aber man sollt die Nähe des anderen immer noch mögen und ihn gern um sich herum haben, meinst du nicht? Das ist aber wohl bei der TE nicht der fall.

        (6) 20.05.12 - 19:26

        Wie meinst du das, dass ich ihn ins offene Messer laufen lasse?

        Ich habe morgen keine Erwartungen an den Hochzeitstag. Er hat sicherlich nichts von langer Hand geplant oder sich VOR unserem Streit Gedanken gemacht, womit er mir eine Freude machen könnte. Ja, Blumen wird vermutlich kaufen. Aber wenn dann nur, um mich JETZT milde zu stimmen. In den letzten Jahren gab es keine Blumen für mich. Nicht zum Hochzeitstag, nicht zum Geburtstag und auch zwischendurch nicht.

        Nein, er trinkt nicht, er geht nicht fremd, er schlägt nicht, er nimmt keine Drogen. Trotzdem hat er seine schlechten Seiten. Sein Egoismus, seine Rücksichtslosigkeit, seine Unzuverlässigkeit und die Geringschätzung meiner Person. Das alles natürlich nicht erst seit gestern, doch die Ereignisse der letzten Woche haben das Fass zum überlaufen gebracht. Vielleicht öffnen sich ihm jetzt erst die Augen... Aber egal was er macht, in mir ist immer diese Stimme die sagt: "Es ist zu spät! Das bringt es nicht! Es wird nicht wieder gut!" Und ich kann die Stimme nicht mehr überhören.

        Vielleicht hast du recht: eine Ehe ist auch eine Lebensgemeinschaft... aber so ganz ohne Liebe? Oder als reiner Kompromiss, den Kindern zuliebe?

        • << Es ist zu spät! >>

          Dieses Gefühl hatte ich auch schon. Die Trennung war damals die richtige Entscheidung.

          In meiner letzten (zweiten) Ehe dauert die Liebe schon mehr als 30 Jahre an.

          Ja, definier doch mal Liebe? VERliebt bist Du im Moment sicher nicht in Deinen Mann, klar in einer Ehekrise. Aber ist er Dir wirklich gleichgültig? Bedeutet es Dir wirklich nichts mehr, ob es ihm gutgeht?

          Ich bin sieben Jahre verheiratet und grade die letzten Jahre nach der Geburt unserer Nr. 2 waren auch manchmal nicht lustig - inklusive Trennungsgedanken. Da wäre es an manchen Tagen (und bei Dir geht es ja grade mal um was von letzter Woche) nicht sehr konstruktiv gewesen, außer dem Streit um die Zahnpastatube auch noch die "lieben wir uns noch" Frage zu diskutieren. Jetzt aber entspannt sich die Situation, weil der Kinderstreß weniger wird und wir hatten wieder echt schöne und auch romantische Momente miteinander.

          "Ganz ohne Liebe" und "nur den Kindern zuliebe" klingt jetzt natürlich sehr negativ, aber ich habe da immer meine eigenen Eltern vor Augen, die auch schwierige Phasen hatten, wo sich meine Mutter sehr vernachlässigt fühlte - und die jetzt (bei allen Kleinigkeiten, die beide natürlich immer mal wieder nerven) einen sehr zufriedenen Eindruck zusammen machen.

          Wärst Du denn wirklich glücklicher, wenn Du alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern wärst?

    Hallo

    Mir ging es vor 1 Jahr so wie dir :( . Ich hab 2 jahre um meine Ehe gekämpft (hatte andere hintergründe) dann habe ich gemerkt daß ich meinen Mann nicht mehr liebe. Es kam immer wieder zum streit weil ich es nicht gesagt habe was los ist. Eines Abends hab ich dann doch die Bombe platzen lassen und es ihm gesagt. Hatte allerdings vorher schon abgeklärt wo ich hin kann mit unserer Tochter ,weil ich wusste er lässt mich nicht gehen wenn ich es ihm sage. An jenen Abend gab es wieder streit und am nächsten Tag bin ich dann zu meiner Cousine gezogen. Hab dann von dort aus eine Wohnung über das Amt gesucht und hatte Glück 4 Wochen später in meine eigene Wohnung ziehen zu können. Leider hat mein Mann das alles nicht verkraftet und sich 2 wochen nach der Trennung das Leben genommen. Aber das ist eine anderer Geschichte.

    Was ich damit sagen will, dein Mann wird es nicht aktzeptieren bevor du nicht ausgezogen bist. Du kannst zum Amt gehen und sagen du brauchst dringend eine Wohnung weil du dich von deinem Mann getrennt hast. Ich wünsche dir alles gute und viel Glück bei der Wohnungssuche.
    Darfst mir auch gern eine PN schicken wenn du kontakt zu haben möchtest :).

    LG Sandra mit Tochter Jessica

    • (10) 20.05.12 - 19:41

      Hallo Sandra,

      danke für deine Antwort. Wir haben soviel gestritten in der letzten Zeit... Seine Sicht der Dinge war, dass ich mit den Kindern und dem Haushalt überfordert bin... dass ich zu einem frustriertem Hausdrachen mutiert bin, der ihm das Leben schwer machen will!

      Ich habe ihm gesagt "Ich halte das hier nicht mehr aus, ich will so nicht leben, ich will hier weg"... Aber er hat es nicht auf sich bezogen. Mein Problem sind aus seiner Sicht die Kinder und der Haushalt. Dass in unserer Beziehung der Wurm drin ist, hat er nicht gesehen. Ich MUSSTE es so deutlich formulieren. Ich habe gehofft, er versteht es, wenn ich es durch die Blume sage, ich wollte es nicht aussprechen, weil es dann so endgültig ist. Für mich und für ihn. Jetzt weiß er, was los ist... und ich fühle mich befreiter dadurch. Ich horche ständig in mich hinein, ob sich irgendwas im positivem Sinne regt.. aber da tut sich nichts!

      Ich bin traurig darüber, dass es so gekommen ist...

      • Also zuwenig Beteiligung seinerseits an Kindern und Haushalt - naja, DAS wird sich durch eine Trennung ja nun grade nicht ändern ...

        • (12) 20.05.12 - 20:37

          Sorry, aber irgendwie scheinst du nicht zu verstehen, was ich schreibe.

          Mein Mann meint, dass ich frustriert sei aufgrund von Haushalt und Kindern. Das ist aber nicht Fall! Die Kinder sind an sich pflegeleicht und der Haushalt ist zwar nicht 100% perfekt, aber vollkommen in Ordnung. Seine Beteiligung ist in der Tat gering, aber nicht das Problem in unserer Ehe.

          Dass meine Gefühle für meinen Mann gegen Null gehen, ist ganz sicher nicht auf letzte Woche zu beziehen. Ich habe geschrieben, dass die Ereignisse der letzten Wochen das Fass zum überlaufen gebracht haben.

          Es freut mich, dass du kein grundlegendes Problem mit den Gefühlen zu deinem Mann hast und dass sich eure Situation jetzt entspannt. Und es freut mich, dass deine Eltern ebenfalls eine gut funktionierende Beziehung führen. Meine Eltern scheinen auch sehr zufrieden miteinander zu sein und trotzdem bin ICH es in meiner Ehe nicht, weil das, was ich im moment fühle höchstens Empathie ist. Ich wünsche meinem Mann sicherlich nichts schlimmes und ich hoffe, dass es ihm sein Leben lang gut gehen wird. Aber es ändert nichts daran, dass ich ihn nicht mehr liebe.

          • Nun ja, wenn Du dich schon definitiv für eine Trennung entschieden hättest, würdest Du wohl hier nicht mehr posten - oder nur noch mit Organisationsfragen. Tust Du aber nicht, sondern Du fragst, ob bzw. was Du tun kannst, um Gefühle wieder zum Leben zu erwecken.

            Und meine Antwort ist eben die, daß es doch schon mal positiv ist, wenn Du noch Empathie für Deinen Mann empfindest und daß in einer längeren Krise nicht realistisch ist, innerhalb kürzester Zeit wieder großartig positive Gefühle zu haben.

            Also, da Du Dir ja irgendwie wohl doch noch eine Chance wünschst, vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir/Euch eine längere Frist setzt? Wenn er nicht nur wenige Tage, sondern z.B. ein halbes Jahr sein besseres Verhalten durchhält, spielst Du so lange noch mit und schaust dann (und nicht dreimal täglich) noch mal intensiv auf Deine Gefühle. Wenn es dann immer noch nicht reicht, schade, aber dann kannst Du Dir zumindest nicht vorwerfen, Euch keine Chance mehr gegeben zu haben.

Es stimmt. Dein Mann könnte sich jetzt alle Beine und Arme ausreißen, es würde nichts bringen.
Dein Mann muss aber auch kapieren dass niemand es Wert ist so etwas zu tun, auch Du nicht.
Er muss auf ein normales Level der Bemühungen zurückkommen und Du auf ein normales Level der Erwartungen.
Eventuell bist Du auch verliebt oder hast Dich stark verändert? Oft geht Beides mit solchen Trennungsgedanken einher...
Gefühle sind eine komische Sache. Manchmal kommen sie wirklich wieder. Aber nicht einfach so. Sie sind auch nicht einfach so verschwunden. Was ist denn Dein Part an dem ganzen? Zu viele Erwartungen an den Partner? Niemals kommuniziert das etwas nicht in Ordnung ist?

Zwei kleine Kinder sind es immer Wert zu kämpfen und alles auf den Prüfstand zu stellen.
An diejenigen die der Meinung sind das man gehen sollte wenn man glaubt man würde nicht mehr lieben.
Könnt ihr Euch vorstellen ohne die Kinder zu gehen bzw die Kinder nur noch 50% des Monats zu sehen? Einfach so alles hinter sich lassen weil die Gefühle nicht mehr stimmen?
Oder kann es auch sein das gerade eine solche Zeit überstanden werden muss um eine Beziehung zu festigen?
Ich würde nie so einfach aufgeben, ich würde mich aber auch nicht zum Kaspar machen.
Wenn Dein Mann kapiert das er mit dem Bein ausreißen nun extrem kontraproduktiv handelt und er Die Luft zum Atmen und Nachdenken lässt, vielleicht klappts ja wieder.

  • ich könnte mir jedenfalls nicht vorstellen nur wegen der Kinder zu bleiben., Ich wäre unglücklich, die Kinder merken, dass was nicht stimmt, dem Mann gegenüber wäre es auch unfair. Nee, wenn die Liebe weg ist, ist sie weg. Da kann man manchmal nichtmal was für, das passiert eben einfach. Man entwickelt sich halt in verschiedene Richtungen, das kann immer passieren. Und wenn man nicht im Bösen auseinander geht, sich das Sorgerecht teilt und die Kinder so oft zu dem anderen kommen können, wie und wann sie wollen, ist trennung für alle die beste Option.

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