Auch nach 6 Jahren hasse ich mich

    • (1) 25.05.12 - 12:40
      lieberaucheinengel

      dafür das ich damals alles einfach über mich ergehen lassen habe und mich der eingeleiteten Fehlgeburt nicht wehrte.

      Nachedem ich schon 2 Kinder hatte, wurde ich erneut schwanger und hoffte auf einen gesunden Jungen.

      Es war die erste SS wo ich mir keine Gedanken machte. Selbst als die Ärztin damals äußerte das sie den Kopf nicht vermessen konnte. Als sie mir das selbe bei den zwei weitern Untersuchungen äußerte blieb ich gelassen bis sie mir sagte " Es stimmt etwas nicht "

      Sie schickte mich gleich am selben Tag zu einem Professor der einen 3 D Ultraschall machen sollte.
      Ich habe mich auf ein behindertes Kind eingestellt auf der 1 stündigen Autofahrt.
      Als wir endlich angekommen sind und untersucht wurde teilte der Arzt mir mit das meine Sohn an Anencephalie leide.

      Ich war in Trance schaltete alles um mich herum ab und war irgendwo ......... gedanklich!! Der Arzt wollte mich gleich da behalten aber ich ging!!!

      Am nächsten Morgen musste ich zum Frauenarzt welche mir die Einweisung ins Kh gab damit die SS abgebrochen bzw eingeleitet werden sollte.

      Ich war anfang 5. Monat und es war Mein Sohn.
      Ich spürte seine tritte und er sah auf dem Ultarschall so glücklich und zufrieden aus. Er machte Purzelbäume..........

      Alle redeten auf mich ein die SS abzubrechen.....
      Ich war nicht in der Lage eine Entscheidung zu treffen und man gab mir auch mit dem Druck keien Zeit. Selbst mein Mann redete auf mich ein.

      Im KH angekommen wurde die geburt eingeleitet. Ich hatte Wehen und die Fruchtblase ist geplazt aber weiter passierte nichts.

      Am 3 Tag wurde ich morgens in den Op geschoben und man hat ihn mir genommen.

      Am späten Nachmittag wurde ich entlassen als wäre nichts passiert.
      Man hat mir nie angeboten ihn mir anzushene, in in einem Sammelgrab mit Beerdigen zu lassen oder ihn auszutragen ( 9 Monate ) wie ich im nachhineine weiß das es geht.

      Der Alltag lief weiter und niemand sprach mehr drüber.

      Irgendwann bin ich mit einer Kamera durchs Kh gelaufen und suchte meinen Jungen ich wollte ihn doch wieder . Einmal sehen, streicheln und ihm sagen das ich ihn liebe ABER er war weg. WEGGEWORFEN!!!!!!

      Ich habe Hass aufgebaut auf Mich , auf die Ärzte weil sie mir nicht sagten welche Optionen ich hatte ihn mir nach der Geburt nicht gezeigt haben und auf meinem Mann.

      Vor ca 2 Jahren kam dann raus, dass die Ärzte ihn mir zeigen wollten aber mein Mann der Meinung war das es besser ist wenn ich ihn nicht sehe.

      HASS!!! Wie kann er einfach über meinen Kopf bestimmen.

      Er war der Meinung, dass es besser für mich wäre aber erzählte mir auch das man ihm den Arm rausgerissen hatte. Es tut so weh und ich hasse mich einfach dafür nicht stark genug gewesen zu sein.

      Ich würde ihm so gerne sagen das es mir leid tut und manchmal denke ich wenn ich bloß wüsste das es da oben wirklich weiter geht..............

      Ich habe 3 gesunde Kinder aber die Sehnsucht ist so groß und ich fühle mich so schuldig.

      Was muss er bloß von mir gedachte haben...... Er fühlte sich doch sicher und geschützt bei mir. Wie konnte ich es zu lassen das ihm so weh getan wird.

      Wie soll ich denn drüber weg kommen wenn ich mich nicht verabschieden durfte. Wenn ich weiß das man ihm Extrimitäten abgerissen hat.

      Ich würde nie wieder diesen Weg wählen. Ich würde ihn austragen ihn in meinem Arm halten und küssen und ihm sagen was er für ein wunderschöner Junge ist. Das ich ihn liebe.

      • Es tut mir unendlich leid, was du erleben musstest.
        Eine #kerze für deinen kleinen Sohn, den du nie kennenlernen durftest...

        Mir kommt es so vor, als hättest du dieses furchtbare Erlebnis nie verarbeiten können. Vielleicht solltest du über eine Therapie nachdenken, damit du deinen Hass, deine Wut und Trauer auch mal rauslassen kannst...

        Ich wünsche Dir alles, alles Gute!
        LG
        Nina

        Das ist ja schrecklich :-(

        Hast du dir Hilfe gesucht?

        • (4) 25.05.12 - 12:53
          lieberaucheinengel

          Danke für eure Antworten.

          Ich war mal kurz in Behandlung aber kam da nicht weiter denn ich habe das Gefühl das niemand mich verstehen kann.

          Ich telefonieren das Telefonbuch rauf und runter um einen Termin beim Psychologen zu bekommen ( umkreis 50 km ) aber jeder sagte mir AUFNAHMESTOPP!! Melden sie sich bitte nächstes Jahr nochmal.

      Das tut mir sehr leid!

      Wirklich schlimm, daß Dir damals keine Alternativen aufgezeigt wurden, sondern daß die Ärzte nur schnell alles aus der Welt schaffen wollten.

      Hast Du die verantwortlichen Ärzte mal kontaktiert? Auch wenn es für Dich und Deinen Sohn zu spät ist, es wäre doch wichtig, daß die wissen, wie es Dir geht, damit sie wenigstens bei der nächsten Patientin umsichtiger und sensibler reagieren.

      Dein Mann war vermutlich selbst überfordert mit der Situation und hat ehrlich gedacht, er kann Dir den Anblick des Kindes so nicht zumuten. Ich würde Dir wünschen, daß Du ihm diesen Fehler - der wohl nicht böse gemeint war - verzeihen kannst, damit das Eure Ehe nicht vergiftet. Und daß Du auch mit Dir selbst ins Reine kommst - wenn man Dir damals die Alternative nicht aufgezeigt hat, wie hättest Du in so einer Extremsituation und so schnell selber darauf kommen sollen?

      Alles Gute für Dich und Deine Familie!#klee

      Wenn Du bei den Therapeuten nicht weiter kommst, dann versuche es mal bei einer Trauerbegleitung. Die kennen sich mit diesen Themen genauso aus, oft sogar noch professioneller und wenn das Thema "Abschied nehmen" Dein Hauptproblem ist, dann sind sie sogar besser geeignet.

      Gib mal bei Google den Namen Deiner Stadt ein und Trauerbegleitung und schau mal, was er ausspuckt.

      Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg!

      (9) 25.05.12 - 14:07

      Hallo,

      ohje, wenn man das liest, solltest du dir ganz sicher einen guten Therapeuten suchen!

      Ich habe mich von Berufs wegen mit der Anenzephalie beschäftigt und kenne daher die medizinischen Gegebenheiten recht gut. Es wird davon ausgegangen, dass anenzephale Kinder kein Schmerzempfinden haben, da ihnen das hierfür zuständige Großhirn (das "Bewusstseinszentrum") fehlt. Bewegungen sind rein vom im Hirn tiefer liegenden vegetativen Nervensystem aus gesteuert. Außerdem wird bei einer Spätabtreibung das Leben des Kindes noch in Mutterleib beendet und es erst dann zur Welt gebracht, ich kann mir also beim besten Willen nicht vorstelen, dass deinem Kind "bei lebendigem Leibe" etwas "herausgerisschen" wurde.

      Sorry, das ist jetzt echt etwas pragmatisch, aber er wird keine Schmerzen gehabt haben, zu keinem Zeitpunkt! Das ist eben die - wenn auch hart klingende - medizinische Seite.

      Das hilft dir vielleicht nicht über deinen Verlust hinweg, aber vielleicht macht es dich ein wenig von den Schuldgefühlen frei, denn niemand, auch du nicht hätte deinen Sohn vor dem Tod bewahren können. Dies ist einfach das Wesen dieser Fehlbildung. So traurig das auch ist. Ein Kind mit so einer Fehlbildung auszutragen ist übrigens auch nicht risikoarm, es können eine Vielzahl von komplikationen für die werdende Mutter auftreten und das dafür, dass es keine Überlebenschance für das Kind gibt.

      Du hast ein grausames Schicksal erfahren, dass will ich dir nicht absprechen, aber versuche es anzunehmen, schon für diejenigen in deinem Leben, die dich brauchen! Ich verstehe, dass du dich hättest verabschieden wollen, aber es ist nun nicht mehr zu ändern und keine andere Vorgehensweise damals hätte an der Gesamtsituation etwas geändert, denn eine Anenzephalie ist nun leider eine zu 100% nicht überlebbare Fehlbildung. So wie sich deine Worte lesen, brauchst du dringend Hilfe, sonst gehst du vor die Hunde.

      Ich weiß, dass meine Worte nicht gerade empathisch klingen, aber ich fürchte mit Mitleid alleine ist dir nicht geholfen.

      Alles Gute für dich!

      Hallo

      Dein Mann wollte dich in diesem Moment beschützen

      Ihr beide müsst das aufarbeiten
      Dein Mann muss wissen was er dir mit diesem Schutz angetan hat

      Du bist im Moment viel zu emotional um ihm das zu vermitteln

      Versuch Kontakt zu einer Selbsthilfegruppen aufzunehmen
      Die meisten krankenhaeuser haben Seelsorger
      Oder die Kirchengemeinde

      Du brauchst jemanden dem du deine sorgen ängste mitteilen kannst

      Alles liebe für dich

      So ein blödes Gesülze.
      Dir ist doch klar, daß das Kind auf gar keinen Fall auch nur einen Monat überlebt hätte.
      Und dann wärst Du so feige gewesen ihm einen qualvollen Tod zuzumuten, bloß weil Du nicht zu einer vernünftigen Entscheidung fähig bist.
      Wahrscheinlich bist Du einer dieser religiösen Fundis.

      Thats Life, es läuft nicht immer optimal

      Kümmere Dich um die LEBENDEN

      • (12) 28.05.12 - 20:49

        Sinnvoller Beitrag. Glückwunsch!

        Hallo,

        leider kann man dir keine Privatnachricht schreiben, bist du womöglich gar nicht mehr hier im Forum?

        Deine Geschichte ist eine von vielen, es geht ganz vielen Frauen so wie dir!

        Leider werden die Folgen einer Spätabtreibung für die Mutter/ Eltern von vielen unterschätzt, besonders auch von ärztlicher Seite.

        Wir arbeiten gerade daran, dass sch hier ein bißchen was verbessert, vielleicht magst du mithelfen, damit es so vielen Eltern wie möglich in Zukunft nicht so geht wie dir.

        Die Beratung und Belgeitung in so einer schweren Situation ist einfach unheimlich wichtig!

        Komm vorbei, hab keine Angst! Der Austausch tut dir bestimmt gut!

        www.krankes-baby-austragen.de

        Alles Liebe!
        Caro

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