Nicht trennen können wegen Kind?

    • (1) 30.05.12 - 20:53
      Kanndassein?

      Hallo, glaubt ihr, es gibt Fälle, in denen sich jemand "nur" wegen der Kinder/des Kindes nicht trennt, obwohl die Beziehung wirklich kaputt ist? Und die Person einfach nur weiter aushält?

      In dem Fall ist es ein Mann und ich weiß nicht, wie ich die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte einschätzen soll! Ich kenne ihn seit vielen Jahren und so weit ich ihn kenne, ist er ehrlich und auch nicht feige.

      Aber ich frage mich, ob er sich in dem Fall nicht hinter dem Kind versteckt, weil eine Trennung ja doch vieles nach sich zieht? Oder KANN jemand wirklich so denken? Sich selbst aufgeben für das Kind? Ich meine, man hat doch auch ein Leben?

      Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen.

      Vielleicht möchte mir ja jemand antworten? Danke! :-)

      • Ich vermute, es gibt Fälle:

        1. Der Vater bleibt beim Kind um des Kindes Willen.

        2. Der Vater bleibt beim Kind, weil es erst mal einfacher ist, als eine Trennung.

        3. Der Vater bleibt beim Kind und seiner Familie, weil es das ist, was er will und die neue Frau keine Trennung wert erscheint.

        • (3) 30.05.12 - 21:09

          Danke!

          Hm, es gibt ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt..

          In dem speziellen Fall jetzt gibt es meines Wissens nach keine neue Frau. Und die Beziehung ist für beide Seiten am Ende (also, ich weiß es von beiden Seiten, das meine ich), schon seit Jahren. Sie leben allerdings nicht friedlich nebeneinander her, es gibt jede Menge Hass und Streit.
          Und eben das macht mich so skeptisch!

    Hallo,

    kein schöne Vorstellung, aber:

    Wenn besagter Mann nun eine Frau hat, von der er weiss das diese ihm das Kind entziehen würde, und der sein Kind über alles liebt und sich nicht vorstellen kann ohne bzw. nur jedes zweite WE mit seinem Kind zu leben... Ja, dann kann ich mir das schon vorstellen das der Mann bleibt.

    Es ist nun mal so das in unserm Land meistens die FRAU das Kind behält und Väter die angeschissenen sind...

    Ich könnte mir ein Leben ohne meine Kinder nicht vorstellen. Hab aber das Glück die FRAU zu sein... (Wobei mein Exmann JEDERZEIT seine Kinder sehen konnte, konnte weil die in zwischen fast erwachsen sind und schon lange selber entscheiden wer wann wo...).

    Doch kann ich schon nachvollziehen. Ein schönes Leben ist was anderes aber evtl. hat er die Wahl zwischen Pest und Kolera?

    (9) 30.05.12 - 23:24

    Hallo, bis vor Kurzem hätte ich mir das nicht vorstellen können, aber ich bin auch eine Frau.

    Eine Frau die mittlerweile (das erste Mal im Leben) eine wirkliche Zerrissenheit eines Mannes zwischen Liebe und Kind gesehen (!) hat.
    Nie hätte ich mir das vorstellen können. Aber wie so oft im Leben - ich hab es gesehen. Und um dies zu erkennen, brauchte es nichtmal viele Worte.

    Gruß

    Ja, warum denn nicht? Ich kenne auch so einen Fall.. .Ehe katastrophal, viel Streit, zank. Jeder denkt, mein Jott, warum trennen die sich nicht, DAS ist doch auch nicht gut für die Kinder.

    Dort ist es - bei ihm zumindest - eine Mischung aus allem. Die Kinder, der Stolz, man ist verheiratet und zieht das durch, das Haus, die finanzielle Angst, Verantwortungsgefühl der Frau gegenüber, die alleine nicht klar käme. Männliches Denken ;-).

    Bei ihr keine Ahnung. Wie lange das noch gut geht bin ich sehr gespannt. Wir sind jetzt bei 17 Jahren glaub ich, die Kinder sind 14 inzwischen.

    Lichtchen

    Ja, ich kenne so einen Mann.

    Er war schon mal von zuhause ausgezogen für ein halbes Jahr - und seine Frau hat verhindert, dass er die Kinder auch nur ein einziges Mal sieht. :-(
    Also ist er zurückgegangen und "sitzt es aus", bis seine Kids volljährig sind.

    Traurig, aber wahr.

    LG Claudi

    "Sich selbst aufgeben für ein Kind?"

    Das Kind ist auch ein Teil von ihm! Selbstverständlich kann man das. Ob das gut ist sei dahingestellt.

    (13) 31.05.12 - 10:15

    Gestern noch hat mir eine Freundin erzählt, dass ihr aktueller Freund sich eigentlich im Januar einvernehmlich von seiner Frau getrennt hat. Ein gemeinsames Kind, sehr klein. Die Trennung funktionierte, bis er die Freundin kennenlernte. Seitdem schaltet sie in den Psychopathen-Modus um.

    Auf einmal ist keine Rede mehr von einer einvernehmlichen Trennung.

    Ich überlege derzeit wieder, ob ich den Kontakt zu meinen Kindern abbreche. Für mich wäre das besser aber für die Kinder? Da ertrage ich das psychopathische Gezicke meiner Ex lieber noch vier Jahre.

    Eins kann ich dir sagen. Wenn du einen Ex-Partner, egal, ob männlich oder weiblich, hast, der in den Psycho-Modus umschaltet, ist dein Leben nicht mehr das, was es mal war. Von daher kann ich das sehr gut verstehen, dass manche Menschen versuchen, dieses Problem auszusitzen.

    Ausser den genannten Gründen kann es noch an psychischer Abhängigkeit oder an emotionaler Unterdrückung liegen, letzteres ist durchaus eine Form von Gewalt.
    lg c

    (15) 31.05.12 - 12:27

    Ja, sowas gibt es. So jemanden hab ich neben mit sitzen.

    Über mehrere Jahre hinweg ist er bei seiner Frau geblieben - getrennte Zimmer, ständiger Streit. Aber in Deutschland werden doch die Kinder meistens der Frau zugesprochen und das hätte ihn komplett fertig gemacht. Er wollte warten bis die Kinder aus dem Haus sind, das jüngste Kind war da 15.

    Er hätte das auch noch weiterhin durchgezogen, weil er eigtnlich auch nicht mehr gedacht hat, dass es für ihn nochmal mit Liebe klappt. Da hab ich ihm nen Strich durch die Rechnung gemacht.

    Die Kinder sind jetzt weiterhin bei ihm, mit gemeinsamem Sorgerecht.

    (16) 01.06.12 - 10:37

    hallo

    also, ich schreibe mal mehr oder weniger die Sichtweise meines Mannes.

    Wir haben seit über drei Jahre Eheprobleme, zwei Kinder im Alter von 4 und 6 Jahren.
    Ich habe solange ausgeharrt, weil ich die ersten vier Jahre meines zweiten ganz zuhause sein wollte. Dies wäre mir nicht möglich gewesen, wäre ich ausgezogen.
    Dazu kam ein Flirt meinerseits, den ich meinem Mann gebeichtet habe (ist aber körperlich nichts passiert).
    Wenn ich meinen Mann frage, wieso er noch bei mir ist, obwohl wir uns gegenseitig nicht gut tun kommt:

    - was sagen meine Eltern, Freunde, Arbeitskollegen. Es gibt viele, die würden sich über unsere Trennung freuen (finde ich absurd, denn unsere Probleme betreffen nur uns zwei Ehepartner)
    - ich möchte nicht unsere Familie zerstören und dass die Kinder leiden (auch absurd, denn wozu eine Scheinfamilie erhlalten, wenn wir schon lange unglücklich sind und die Kinder nicht wissen, was Sache ist)
    - ich möchte meine Kinder nicht verlassen (verständlich, denn falls die Kinder bei mir bleiben und er sie nur jedes zweite Wochenende sieht - wovon ich ausgehe. Das wäre mir auch zuwenig)
    - finanzielle Gründe (verständlich)
    - ich werde mich ändern (vergiss es, dass wird er nie. Ich habe ihm über drei Jahre Familientherapie vorgeschlagen, Nächte lang mit ihm diskutiert, an unserer Beziehung gearbeitet und zurück kam nichts. Und heute behauptet er, ich hätte ihn nie darauf aurmerksam gemacht, was mich an ihm stört, ihm nie eine Therapie vorgeschlagen).
    - ich begehre dich (das nehm ich ihm sogar ab. Aber eben nur auf körperlicher Ebene)
    - ich liebe dich (jaja, ein Bild von mir, das schon lange nicht mehr der Realität entspricht)

    In all den Gründen komme ich als Person, die ich heute bin, nicht vor. Und darum werde ich nun die Schritte zur Scheidung einleiten. Er wird sich nie ändern und ich bin nicht mehr bereit dazu, mich manipulieren zu lassen und mich über ihn bestimmen zu lassen. Ich möchte wieder frei und mich selbst sein. Ich weiss, ich muss über Schatten springen, es wird ein harziger Weg. Es hängt alles an mir. Aber es ist mir die Sache wert. Ich bin es mir wert. Auch werde ich mich besser den Kinder widmen, wenn er mir nicht dauernd über die Schulter schaut und mich kritisiert.

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