Suche Rat wg. Familiensache

    • (1) 06.06.12 - 20:44
      -Tochter-

      Hallo,

      vorweg, ich schreibe hier, weil ich bei diesem Thema anonym bleiben möchte.

      Gerade habe ich einen halben Roman geschrieben, aber ich glaube es ist besser die Erklärung bzw. Frage etwas kürzer zu halten - im Interesse aller Beteiligten :-p

      Ich habe seit etlichen Jahren keinen Kontakt zu meinem Vater. Es sind viele Dinge vorgefallen, er hat sich wirklich wie ein A.... verhalten und ich habe für mich eben die KOnsequenz gezogen, dass ich keinen Kontakt mehr möchte. Er hat den Kontakt aber auch nie wirklich gesucht.

      Auch meine Geschwister haben zum Teil zumindest über gewisse Zeiträume den Kontakt eingestellt.

      Mein Dad hat sich für alles, was er so gemacht hat, nie entschuldigt. Auf der anderen Seite hat er uns, also seinen Kindern gegenüber, nie Dankbarkeit gezeigt, egal was wir für ihn getan haben.

      Nun ist er seit ein paar Monaten in einem Heim.

      Meine Geschwister besuchen ihn nun wieder mehr oder weniger regelmäßig. Das Argument ist, dass, egal was er gemacht hat, er ihr Vater ist. Unsere Mama ist übrigens schon vor vielen Jahren gestorben.

      Nun überlege ich schon desöfteren, ob ich unfair bin. Ob ich ihm verzeihen muss oder ihn - verziehen oder nicht - besuchen sollte, einfach weil er mein Vater ist? Er ist in einem Heim unweit meiner Arbeitsstelle untergebracht, das wäre also an sich nicht das Problem.

      Sollte ich mich wirklich überwinden? Würde ich es bereuen, wenn er irgendwann stirbt?

      Wie würdet ihr das handhaben?

      LG 'Tochter'

      .. und nun ist es doch ein Roman geworden *lach*

      • Ich komme auch aus einer sehr schwierigen Familie mein Vater hat uns Kindern das leben sehr schwer gemacht.

        Ich habe meinen Vater immer besucht und habe nie Annerkennung oder mal ein liebes Wort von ihm bekommen.Im gegenteil.Ich zog mich dann immer mehr aus meiner Familie zurück.

        Als er dann immer Kränker wurde habe ich ihn nicht mehr besucht und er ist schnell verstorben.

        Ich konnte meine Kindheit auch nicht verzeihen und das kann ich bis heute nicht.Dennoch hätte ich ihn ein letztes mal im Krankenhaus besuchen sollen oder müssen ich konnte mich nie richtig mit ihm aussprechen oder verabschieden.

        Schau gib ihm die Möglichkeit in frieden von dieser Welt zu gehen ohne Groll mit seinen Kindern.

        Jetzt hast du die Möglichkeit noch ,wenn du sie nicht nützt wird es irgend wann zu spät sein und du wirst es bereuen.

        Ich habe es bereut mit ihm nicht mehr sprechen zu können.

        • (3) 06.06.12 - 21:06

          Danke für deine Antwort!

          Ja, an sich sehe ich das auch so. Irgendwann könnte ich bereuen, dass ich nicht mehr mit ihm gesprochen habe, er ist doch schon 72.

          Andererseits - er hatte all die Jahre meine Telefonnummer, er weiß, wo ich wohne usw. usf. Auch er hätte sich irgendwann melden können ..

          Ich kann mir einfach nicht vorstellen ihm gegenüberzustehen. Schon gar nicht freundlich oder nett, ich befürchte eher grantig und voller Vorwürfe. Vielleicht ist einfach zuviel passiert und man kann nichts mehr kitten?

          Er hat mir so weh getan, und selbst wenn ich ihn jetzt besuchen würde, eine Aussprache würde es garantiert nicht geben. Dafür ist er nicht der Typ. Ich bin mir auch fast sicher, dass er bei sich keinen Fehler sieht...

          Ich befürchte, dass es mich aufwühlen würde und keinen Sinn hat im Endeffekt..

          >>>Ich habe es bereut mit ihm nicht mehr sprechen zu können.<<<

          Du hättest mit ihm sprechen können, du wolltest nicht und hattest deine Gründe dafür.

          • Nein konnte ich nicht weil immer meine Schwester dazwischen gefunkt hat jedes mal wenn ich ihn besuchen wollte war sie da.Mit Ihr habe ich schon seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr will ich auch nicht.Sie hat mich und meine Gutmütigkeit ausgebeutet und mit belogen und verarscht nach strich und Faden.Wenn ich ihr nocheinmal in meinem Leben begegnen muss weiss ich nicht was passiert.Ich habe auch ihr so oft die Möglichkeit gegeben das man sich zusammen setzt und sich endlich ausspricht aber sie hat sie nie genutzt.Stattdessen bezichtet sie mich jetzt als Erbschleicher und hetzt meine ganze Familie gegen mich auf.Sie ist der Teufel in Menschlicher gestallt.Mir ist noch nie so ein schlechter Mensch begegnet wie sie.Mein Mann hat mich immer gewarnt aber zu dieser (musste ich alleine kommen)erkenntniss bin ich erst nach 17 Jahren verarschen gekommen.

      Ich finde es sehr schwierig,dir einen Rat zu geben,den eigentlich kannst du diese Fragen nur selbst beantworten.
      Ich selbst habe ebenfalls keinen Kontakt zu meinem Vater.ich denke nicht,dass sich das jemals ändern wird.im Moment kann ich mir nicht vorstellen,dass ich jemals wieder das verlangen habe,ihn sehen zu wollen,geschweige denn,ein schlechtes Gewissen bekomme,sollte er ins Heim kommen- allerdings denkt man häufig anders,wenn man selbst in der Situation ist.
      Ich denke,es kommt darauf an,wie sehr du mit ihm" abgeschlossen" hast und wie sehr ein Zusammentreffen auch alte wunden bei dir wieder aufreißen würde.....

      Glg

      Hej-da

    • ich glaube, daß es DICH ein stück weiter bringen würde, mit deiner Geschichte, deiner rolle als tochter dieses Vaters frieden zu schließen.

      ob du ihn dann besuchen möchtest oder nicht ist deine Entscheidung- die kannst du aber erst dann autonom treffen, ohne sie von ihm und seinem verhalten (aktuell wie vergangen) abhängig zu machen.

      ich glaube ohne diese Aussöhnung mit deiner geschichte wird dich auch ein besuch nicht weiterbringen

      Hola,

      die vergangenen Fehler koennen nicht ungeschehen gemacht werden, nicht mal mit einer Entschuldigung.
      Dankbarkeit kann man ebenso wenig erwarten noch einfordern, denn man gibt freiwillig.

      Die Frage sollte sich fuer dich stellen, ob du bereit bist, die Vergangenheit ruhen zu lassen, damit Frieden zu schliessen um in dir selber die Ruhe und Gelassenheit zu finden.

      Ob du deinem Gegenueber damit einen Gefallen tust, sollte erst mal zweitranig sein.
      Wichtig ist, ob du damit klar kommst und in Zukunft auch damit ruhig und gelassen leben kannst, wenn er stirbt und du ihm nicht verziehen hast.

      Hoere auf dein Bauchgefuehl.

      Saludos

      Lieber unbekannte Tochter,

      alles was dein vater euch "angetan" hat war nach seinem Besten Wissen und Gewissen oder er hat sich einfach auch nicht mehr weiter zu helfen gewußt. Wir müssen uns alle bewußt machen, das es eine andere Generation war und ist und diese lange nicht so viele Hilfestellungen im verhalten hatte wie wir heute durch Fachleute, medien, Bücher etc.. Versuche bestimmte handlungsweisen deines Vaters zu verstehen und vieleicht suchst du, wenn er geistig noch auf der Höhe ist, das Gespräch zu ihm und versuchst die Sachen, welche Dir noch immer weh tun im Herzen und dich regelmäßig beshäftigen mit ihm zu klären und ihm die Chance zu geben, seine sicht und Denkweise dir zu erläutern. Auch wenn es dann immer noch Schmerzen in deinem Herzern sind, aber vieleicht kannst du dich dann etwas in ihn hinein versetzen. Ich weiss nicht, ob du selbst kinder hast, aber auch du wirst wahrscheinlich Taten udn Äußerungen tun, welche deinen Kindern weh tun, du sie aber nicht aus diesem Grund tust, sondern weil du gleubst, das richtige zu tun oder vielleicht auch manchmal einfach ratlos bist und überfordert.

      Ich hoffe, daß ich dir etwas weiter helfen konnte. Ich beschäftige mich schon lange damit, bin selbst Familiencoach udn kann dir nur anbieten, wenn du "privat" mehr möchtest, mich direkt an zu schreiben.

      Später, wenn dein Vater mal nicht mehr lebt, bringt ein "hätte" nichts, dann geht nichts mehr zu ändern und zu klären.

      Liebe Grüße#winke

      Hallo und danke für eure Antworten!

      Die Sache ist die - ich glaube, ich für mich bin noch nicht soweit, dass ich mich mit ihm auseinandersetzen kann/will. Ich hatte mich auch eigentlich damit abgefunden, auch keinen Vater mehr zu haben und es geht mir gut. Ich habe selbst einen Mann, zwei Kinder, habe Kontakt zu meinen Geschwistern. Ich "brauche" ihn nicht und ich bin es auch nicht mehr gewohnt, ihn irgendwie in meinem Leben zu haben.

      Nur, wenn ich irgendwann soweit bin, lebt er vielleicht nicht mehr.

      Es ist einfach soviel vorgefallen in den vielen Jahren seit meine Mama gestorben ist. Vorher war sie der Puffer dazwischen, hat ihn irgendwie auch abgeschirmt. Ein guter Mann war er eh nie..

      In den Jahren danach hat er uns alle regelmäßig belogen und betrogen. Nur für einen Bruder, "das schwarze SChaf", hat er immer alles gegeben. Dieser hat ihn sozusagen um Haus und Hof gebracht. Nun sitzt er im Heim, hat 150.000 Euro Schulden - und er ist nach wie vor der einzig "Gute". Egal was ich oder meine anderen Geschwister machen, es ist unwichtig - er weiß nicht einmal, wie unsere Kinder heißen. Das Haus, das ich mit meinem Mann vor drei Jahren gebaut habe, hat er bis heute nicht gesehen, obwohl er damals nur etwa 5 km entfernt gewohnt hat.

      Es ist - wie gesagt - von ihm keinerlei Interesse da und ich frage mich deswegen immer wieder, ob das wirklich etwas bringt..

      Ja, wahrscheinlich kann mir die Antwort darauf keiner wirklich geben. Ich habe einfach das Gefühl, dass von mir etwas erwartet wird, das ich nicht erfüllen kann oder möchte. Die GEdanken springen ständig hin und her - sollte ich, möchte ich, bringt es was, bringt es ihm was? Keine Ahnung...

      Versuch es trotzdem.

      Ich weiss es ist schwer sich zu überwinden .Er ist älter wie du mit 72 Jahren .Sicher hat er scheisse gebaut .Aber gib ihm doch wenigsten die Möglichkeit sich zu beweissen.Ein Versuch ist es wert.

      Schau mein Vater hat sich auch nie entschuldigt.Und er hat grossen Scheiss gebaut.Er war ein egoist wie er im Buche steht.Er hat meine Mutter Verprügelt gedemütigt und hat mich mit 14 Jahren ohne Geld ohne Strom ohne irgendwas sitzen lassen und ist zum Rumhurren und zum saufen.Er hat sich eine neue Frau gesucht und mich so jung im stich gelassen ohne jemals zu schauen wie es mir geht.Er hätte mich mitnehmen können.Er hat mit Geld um sich geworfen und das Geld verschenkt.Seiner neuen Frau und ihren Kindern .Er hat mit ihr ein Haus gekauft und da sein ganzes Geld reingesteckt und als seine Freundin dann verstarb stand er auf der Strasse.Mit nichts und da ging das gejammer erst loss.Wir haben ihn immer gewarnt.Doch er wollte nicht hören.

      Ich musste mit 12 Jahren auf meine eigenen Beinen stehen ,Ich ging da schon Babysitten und Zeitung austragen. Ich ging dann mit 15 in die Lehre und zog mit 16 Jahren von zuhause aus.Ich war Jahrelang ohne Strom ohne Geld ohne Eltern in einem Messiehaus gefangen das war die Hölle für mich und er hat auf den Putz gehaut und sich ein schönes leben gemacht .Rumgehurrt gesoffen und mich im stich gelassen.Ich war ganz auf mich alleine gestellt.Und das bin ich bis heute.

      Er hat immer meine anderen Geschwister Bevorzugt.
      Hat mich nie angerufen.Oder nur wenn wieder mal ein Gerücht in der Welt war.Er hat mich immer verachtet.Ich war ihm nie gut genug.Als ich meine erste Tochter bekommen habe bin ich öfter zu ihm hin und weist du was er zu mir gesagt hat.Ich habe dein Kind schon gesehen jetzt kannst du wieder gehen.Er wollte gar keinen besuch von mir hatte ich manchmal das Gefühl wenn man so abgewiesen wird ist das sehr verletzlich.

      Weist du wenn du so wie ich dann am Grab Stehst bekommst du nicht mehr die Möglichkeit und das ist viel schwerer zu ertragen.

      Bei meinem Vater ging es sehr schnell er war erst 60 Jahre alt und das ist scheisse.

      • (12) 08.06.12 - 12:40

        Hallo und danke für deine Antwort!

        Erstmal, tut mir leid, dass du soviel durchmachen musstest!

        Nur, gerade deswegen verstehe ich es ehrlich gesagt nicht. Er hat dir soviel angetan und trotzdem bereust du? Warum? Meinst du denn, dass er das verdient hat? Oder einfach weil es Familie ist, getreu dem Motto "Blut ist dicker als Wasser"?

        Das ist kein Vorwurf sondern die naive Frage - muss man als Tochter/Sohn immer alles ertragen und verzeihen können?

        • Nein man muss gar nichts ertragen deswegen bin ich ja ausgezogen.Ich habe mir damals geschworen das es meine Kinder Besser haben werden wie ich es hatte.Die Lebensumstände waren die Hölle für mich.Ich werde das auch nie verzeihen können es sitzt einfach zu tief in mir.Es hat mich mein ganzes Leben lang verfolgt.

          Er hat es nicht verdient so früh zu sterben ,nein ich hätte mir gewünscht das er richtig alt wird.Aber er war ein Sturkopf niemand kam an ihn herran alle wollten ihm helfen und er lies es nicht zu.Er hätte sich vor Jahren opperieren (Herzschrittmacher) lassen müssen.Niemand von uns wusste das er hat es nicht machen lassen warum auch immer keine Ahnung.Er hätte mit dem Rauchen aufhören müssen (mehrere Schlaganfälle) mit dem Alkohol Diabetis und besser ernähren wenn er auf uns und die Ärzte gehört hätte würde er noch leben.

          Ja weil ich mit ihm gerne noch mal gesprochen hätte und einmal hören wollte das er mich lieb hat und ich hätte es ihm gerne auch gesagt.Ich habe das nie getan .

          Trotz allem habe ich ihn doch sehr lieb gehabt und das ist scheisse.

          Nur ein einzigs mal in den Arm genommen werden.Das geht jetzt nicht mehr.

          Nutze deins Chance .Jetzt ist noch Zeit.

          Mir brennt deswegen meine Seele und es tut weh ihn nicht mehr gesprochen zu haben .Es ist einfach so schwer für mich.

          Jetzt kann ich nichts mehr tun.

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