Ergänzung zum Thema "Hauskauf - unverheiratet - Eintragung im Grundbuch"

    • (1) 14.06.12 - 07:48
      wasmeintihr?

      http://www.urbia.de/forum/16-partnerschaft/3586910-hausbau-wie-seht-ihr-das-mit-der-eintragung-ins-grundbuch/22999314

      Der Link zeigt die Diskussion, die ich letzte mal zu meinem aktuellen Thema eröffnet habe.

      Die Situation hat sich nun etwas geändert. Wir sind nämlich brandaktuell dabei, eine DHH zu kaufen - da uns alles gefällt und es wirklich zu 100% passt. Ein Glückstreffer quasi. Wir haben dann nochmal geredet und ich habe ihm nochmal nahegelegt, warum wir denn nicht zusammen finanzieren. Es wäre doch soviel einfacher. Ein gemeinsames Leben, also auch gemeinsame Kosten´und Risiken. Da wir ja auch die Anschaffung der Möbel und dann auch die laufenden Kosten gemeinsam tragen. So wäre es in dem Sinne "nur" das Eigenkapital, was er mit einbringt...

      Er will sich allerdings immer noch nicht auf 50/50 einlassen - was ich auch verstehe. Denn zu dem Eigenkapital habe ich ja nichts beigetragen. Und ich weiß definitiv - sollte es zu einer Trennung überhaupt mal kommen - würde ich nicht in dem Haus bleiben wollen und könnte es ja sowieso nicht alleine finanzieren.

      Nun meine Frage an euch: Welche Aufteilung würdet ihr als angebracht sehen? Und bitte keine Antworten in Bezug auf: 50/50, gemeinsames Leben, da macht man alles gemeinsam! Ich sehe es definitiv so wie mein Partner, dass ich nicht von dem Eigenkapital "profitieren" brauche.

      Er meinte halt gestern zu mir, dass wir es dann 80/20 machen... ich hätte jetzt 70/30 vorgeschlagen, weil sind es nur 20%, die ich mit der Mit-Finanzierung und der Anschaffung der Einrichtung dazu beitrage?

      Würde mich über hilfreiche Beiträge freuen!

      • Das hängt stark davon ab, wie hoch sein Eigenkapitals-Anteil ist, und wie viel noch finanziert werden muss, nicht wahr?

        Offenbar bringt er sehr viel Eigenkapital mit, wenn er eine Regelung von 80/20 für gerechtfertigt hält.

        Wollt ihr dann beide die Rate jeweils zu 50% bezahlen? Oder würdet ihr die Rate in einem anderen Verhältnis aufteilen, dem Einkommen entsprechend?

        Über wie viele Jahre hinweg wird der Kredit laufen? Bitte denke daran, das weder er noch du immer das gleiche Einkommen haben werdet - in ein paar Jahren kann sich das deutlich verändert haben. Was wäre, wenn du ein Baby bekommst, und ein Jahr aussetzt und danach nur mehr Teilzeit arbeitest - trägt er dann deine Raten mit, als Ausgleich für die Erziehungsarbeit? Oder bist du dann die "doofe" die nichts mehr ins Haus einzahlt, und sich "aushalten" lässt? Wie denkt dein Freund da?

        Wie handhabt ihr die restlichen Finanzen? Lebt jeder von seinem Geld? Oder gibt es eine gemeinsame Kasse für den Haushalt, die anteilig ( 50-50, oder einkommensabhängig?) bestückt wird, und der verbleibende "Rest" (der dürfte ja sehr unterschiedlich sein) steht für persönlichen Bedarf zur Verfügung? Gelten Urlaube, Kleidung als "Haushalt" oder als Privatvergnügen? Oder wandert alles auf ein Konto, und jeder bekommt den gleichen Betrag als "Taschengeld"?

        Ihr solltet euch lieber Anwaltlich beraten lassen - und vielleicht auch eine Vereinbarung für den Trennungsfall treffen, wer dann das Haus behält (auch für den Fall "mit Kind/ern), und wie der "Behalter" den Anderen im Falle des Falles ausbezahlen kann.

        Was im Vorfeld klar geregelt ist, führt nachher nicht zu Streit.

        • (3) 14.06.12 - 08:24

          Also zur Zeit lebt noch jeder von seinem Geld sag ich mal... Mit dem Einkaufen also Haushaltskasse finden wir immer eine Waage, in dem er mal einkaufen geht und mal ich... für den Urlaub haben wir eine Spardose sag ich mal, wo wir zusammen monatlich etwas einzahlen. Aber zukünftig wollen wir auf jeden Fall eine gemeinsame Haushaltskasse mit einem bestimmten Betrag für Einkäufe etc. Für Urlaub genauso...

          Also er bringt eine 5-stellige Summe als Eigenkapital mit rein, ist also schon eine ganze Menge. Der Kredit wird erstmal für 10 Jahre festgesetzt und dann muss ja sowieso verlängert werden. Von daher denke ich, wenn ich die ganze Zeit mit "abbezahle" - wir werden alles wahrscheinlich durch 2 teilen - sind 30% doch eher gerechtfertigt oder?

          Also das mit dem schwanger werden und dass ich dann nicht mehr soviel verdiene... vorher wollte er es ja sowieso alleine machen - von daher, wird das kein Problem sein,da er auch gut verdient.

          • Deine Zahlen helfen nicht viel ...

            Nehmen wir an, er hat 50.000 Euro, und Eure neue Hütte kostet 200.000

            Dann müsst ihr gemeinsam 150.000 Euro Kredit aufnehmen.

            Ihr Trennt euch, wenn noch 100.000 Euro Kredit offen sind, du hast bis dahin also 25.000 Euro Anteil erworben = 12,5%, dein Freund 25% aus dem Eigenkapital und 12,5 % aus dem Abtrag = 37,5%. Euer Anteils-Verhältnis ist also etwa 10:40 (50 % gehören dann sowieso noch der Bank ... )

            Wenn ihr euch dagegen erst trennt, wenn der Kredit abbezahlt ist, sieht das anders aus: Dann hast du 75.000 Tausend Euro reingesteckt, und er 125.000 Euro. Das heißt, dein Anteil ist dann 37,5 % und der seine 62,5 %, also etwa 40:60.

            Du siehst, es ist nicht ganz so einfach - eigentlich müsste also das Grundbuch laufend geändert werden, weil sich dein Anteil am Haus im Laufe der Jahre ständig erhöht. Keine Ahnung wie so was geregelt wird ... das sollte euch aber ein Anwalt mitteilen können.

            ----

            Wie gesagt: Interessant wird es dann, wenn ihr Kinder bekommt, und du (oder er) nicht arbeitet und einzahlt. ODER wenn einer von euch beiden längere Zeit Arbeitslos wird, oder Erwerbsunfähig. ODER wenn nach 10 Jahren Abzahlung einer von euch erbt, und das Erbe ins Haus steckt ...

            Deswegen: Anwalt konsultieren, sich das alles genau vorrechnen lassen, einen Vertrag aufsetzen, und den erst unterschreiben, wenn du dir 100 % sicher bist das du das alles ganz und gar verstanden hast und alle Eventualitäten ausgekaspert sind.

      Hallo,
      kann man es nicht so machen, dass er im Falle einer Trennung sein Eigenkapital (vielleicht auch plus Zinsen) wieder herausbekommt und der ganze Rest 50/50 aufgeteilt wird?
      So fände ich es gerecht, denn je nachdem, wie lange Du mit einzahlst, steigt ja quasi Dein Anteil am Haus an.

      Beispiel: er bezahlt 50.000 € jetzt. Haus kostet 250.000 €. Ihr finanziert also 200.000 €. Du zahlst am Schluss also 100.000 plus Zinsen. Er zahlt 150.000€.

      250.000 = 100%
      150.000 = 60%
      100.000 = 40%

      In diesem fiktiven Beispiel hättest Du nach vollständiger Abzahlung bei 50/50 Ratenaufteilung 40% finanziert...
      Trag mal Deine eigenen Zahlen ein und rechne los.

      Außerdem halte ich es für zwingend notwendig einen Anwalt zu konsultieren. Jetzt denkst Du, Du würdest und könntest sowieso nicht in dem Haus wohnen bleiben im Trennungsfall. Aber wie sieht das in 15 Jahren aus, wenn möglicherweise Deine finanzielle Situation anders ist, wenn vielleicht Kinder da sind, die aus ihrer gewohnten Umgebung raus müssen, wenn vielleicht viele wichtige Erinnerungen mit diesem Haus verbunden sind usw...

      Liebe Grüße
      Sandra

      Darf ich ehrlich sein?

      Wenn ihr euch das Haus gemeinsam anschafft, sollten auch beide im Grundbuch stehen. Wenn man jetzt schon herumrechnet, wie soll das erst werden, wenn Kinder da sind? Ich habe ein bisschen Bauchgrummeln bei deinem Beitrag.

      Auch wenn du weniger Geld hast, steuerst du ja trotzdem deine Arbeitsleistung bei, ohne das du dafür entlohnt wirst. (Bezug auf Haushalt, Mithilfe beim Innenausbau etc.)

      Mein Mann verdient auch mehr als ich, aber er wäre nie auf die Idee gekommen, mir so etwas vorzuschlagen./ (hatte mehr Eigenkapital.)

      Klar sagen jetzt einige, was wäre dann im Falle einer Trennung? In dem Fall müßte der eine den anderen auszahlen.

      Ich weiß, daß hilft dir auch nicht weiter, aber ich wäre sehr vorsichtig an deiner Stelle.

    • (7) 14.06.12 - 12:49

      Hi,

      ich würde mich gar nicht mit ins Grundbuch eintragen lassen. Ich würde lieber quasi Miete bezahlen. Dann habt ihr bei einer Trennung gar keine Probleme.

      LG

      PS: Weiß gar nicht wie das steuerrechtlich ist. Aber wenn er Dich mit 50% eintragen würde, wäre das ja quasi eine Schenkung und die müsste besteuert werden, oder?

      • ich würde mich gar nicht mit ins Grundbuch eintragen lassen. Ich würde lieber quasi Miete bezahlen. Dann habt ihr bei einer Trennung gar keine Probleme.
        ----

        GENAU, TOLLE IDEE-

        und nach 15 Jahren hast du genau GAR NICHTS, und dein Ex hat eine Haus, das zu 50 % von deiner Miete finanziert hat.

        Blöder geht es wohl nimmer ....

        • (9) 14.06.12 - 14:44
          abcdefghijklmnopq

          Na und?
          Biste auf andere Vermieter auch so neidisch?

          • Es besteht aber ein Unterscheid ob ich einem FREMDEN Miete bezahle, oder demjenigen mit dem ich eine Partnerschaft führe: Da erwarte ich das man zusammen ein GEMEINSAMES Leben aufbaut, und auch tatsächlich in einem Boot sitzt und zusammen rudert.

            Ein Partner, der das nicht will, ist kein Partner, sondern ne Langzeitaffäre ... DAS ist der Unterschied.

            • (11) 14.06.12 - 15:25
              abcdefghijklmnopq

              Ich sehe darin kein Problem. Sie will eh im Falle einer Trennung nicht in dem Haus bleiben.

              Hast Du denn auch ne Antwort auf den steuerlichen Aspekt???

              • Ich jedenfalls würde mich ärgern, wenn ich jahrelang meinem ex das Haus finanziert habe, und selber mit nichts dastehe. Wenn ich nicht mit diesem Menschen gelebt und ihm "Miete" gezahlt hätte, hätte ich inzwischen vielleicht mein eigenes Haus finanzieren können?

                Oder wie wäre es ganz umgekehrt? Ich lasse mir Miete von meinem Männe zahlen, und finanziere mir davon ne chice Eigentumswohnung. Nach 10 Jahren, wenn das Ding abbezahlt ist, schmeiß ich ihn raus, und lebe i nder schuldenfreien Wohnung alleine weiter ...

                So was ist zwar KLUG, aber eben nicht der Sinn einer Partnerschaft. Jedenfalls keiner, die ich so nennen würde.

                ---

                Weißt, mein aktueller Freund kommt auch auf so Ideen: Er kauft eine Ferienwohnung im Süden, und ich finanziere dann Unterhalt der selbigen - und wir verbringen dann zusammen die Ferien dort. Hallo? Geht es noch? Bevor ich mich auf so einen Deal einlasse, fahre ich lieber alleine in Urlaub ... dann bin ich wenigstens dort, wo ich auch hin will.

    Hallo,

    ich arbeite seit 20 Jahren im Notariat, bin Amtmann im Notariat und habe öfters mit solchen Fällen zu tun.

    Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, das Haus als Gesellschafter bürgerlichen Rechts zu kaufen und dann in einem Partnerschaftsvertrag alles zu regeln?

    Folgende Problematik stellt sich, wenn ihr euch zu 50/50 oder 70/30 oder sonstigen Anteilen im Grundbuch eintragen laßt:

    jeder Eigentümer kann alleine über seinen Anteil verfügen, d.h. er könnte jederzeit seinen Anteil ohne dich zu fragen verkaufen oder belasten

    wenn ein Eigentümer Schulden hat, besteht die Gefahr, dass im Wege der Zwangsversteigerung das gesamte Haus zwangsversteigert wird

    wenn ihr keinen Erbvertrag oder Kinder habt, würde im Fall des Todes eines Partners seine Hälfte dessen Eltern oder Geschwister erben und nicht der Partner

    In einem Partnerschaftsvertrag können und sollten erbrechtliche Vereinbarungen getroffen.

    Es werden auch Vereinbarungen getroffen, wenn es zur Trennung kommt. Möglich wäre z.B. ein Übernahmerecht durch den Partner gegen Hinauszahlung, das ggf. auch im Grundbuch durch eine Eigentumsvormerkung gesichert wird.
    Oder die Verpflichtung, wenn keiner die Hälfte übernehmen will, dass das Haus gemeinsam verkauft wird, das von jedem Partner eingebrachte Vermögen diesem (anteilig) erstattet wird.

    Ihr solltet euch hier von einem Notar umfassend beraten lassen. Eine solche Beratung dauert i.d.R. 45-60 Minuten, nehmt euch die Zeit dafür.
    Zu einem Rechtsanwalt braucht ihr deswegen nicht, da ein Erbvertrag zwingend notariell beurkundet werden muß.

    • (14) 14.06.12 - 15:12

      Sehr guter Rat. An den Erbfall habe ich gar nicht gedacht hier, aber du hast natürlich komplett recht ... eine HEIRAT regelt so was übrigens auch - und ganz nebenbei stellt sich auch der Zustand der Zugewinngemeinschaft ein.

      • (15) 14.06.12 - 15:22

        Eine Heirat regelt das Erbrecht nur bedingt.

        Wenn ihr Zugewinngemeinschaft habt und es sind keine Kinder vorhanden, erbt der überlebende Ehepartner nur zu 3/4. Das restliche 1/4 bekommen die Eltern bzw. Geschwister des Verstorbenen.

        Erst dann wenn ihr Kinder habt, erbt der Überlebende die Hälfte und die Kinder teilen sich die andere Hälfte.

Huhu.

Also, mein Mann und ich haben vorher auch das Haus zu 50/50 aufgeteilt und zahlen jeder die gleiche Rate.
Da er allein das Haus nicht finanzieren konnte musste ich mit ins Boot, obwohl ich lieber nicht drin gewesen wäre. Da wir aber vorhatten zu heiraten, war es für uns keine Überlegung was passiert mit dem Haus.

Ich würde mal mir die Sache von Stormkite überlegen. Gar nicht so dumm.

Übrigens Schenkungen sind erst ab einem Wert von 200000 Euro, die steuerlich abgezahlt werden müssen. War in ner Antwort drin.

Notariatische Hilfe die eh wegen des Hauskaufs haben müsst, solltet ihr unbedingt einholen und mit ihm alles genau im Kaufvertrag festlegen.

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