Eltern sind Messies - wie mit der Situation umgehen?

    • (1) 21.06.12 - 09:45
      wie soll das werden?

      Hallo ihr Lieben,

      es gibt da etwas, was meinen Partner und mich schon länger beschäftigt und wobei ich bzw. wir um eure Meinung bitten möchte/n.

      Wir planen, in absehbarer Zeit mit der Familienplanung zu beginnen, sprich: wir wünschen uns bald ein Baby.

      Eigentlich ja ein Grund zur Freude, wären da nicht die gravierenden Probleme mit meinen Eltern.

      An sich ist unser Verhältnis ganz ok, nicht das beste, aber es könnte auch deutlich schlimmer sein. Auch mein Partner kommt mit meinen Eltern soweit ganz gut aus und sie auch mit ihm.

      Das Problem ist: meine Eltern sind Messies. Nicht ganz so krass, wie man es manchmal im TV sieht, aber mir reicht es...:-( sie haben dieses Problem schon seit etwa 15 Jahren. Es war auch der ausschlaggebende Punkt, warum ich recht früh von zu Hause ausgezogen bin. Ich habe das einfach nicht mehr ausgehalten.

      Meine Mutter ist dabei der "schlimmere" Part, denn ihr ist die Misere nicht bewusst. Mein Vater hat begriffen, dass die Situation untragbar ist, aber er schafft es nicht, etwas dagegen zu tun. Er hat einfach resigniert.

      Ich habe alles in meiner Macht Stehende unternommen, um meinen Eltern und besonders meiner Mutter zu helfen. Sozialpsychiatrischer Dienst, Familientherapie (meine Eltern und ich gemeinsam), Einzeltherapie (mein Vater und meine Mutter bei jeweils eigenen Therapeuten), Diakonie, Gesundheitsamt... alle habe ich eingeschaltet und nichts hat geholfen.

      Wer die Hilfe nicht wirklich von sich aus möchte, dem kann nicht geholfen werden, das habe ich inzwischen begriffen.

      Auch gemeinsame Aufräum-/Putzaktionen im Haus meiner Eltern waren völlig zwecklos... :-( innerhalb kürzester Zeit ist alles wie vorher.

      Das größte Problem haben meine Eltern mit dem Aufräumen und Putzen. Sie tun es einfach nicht, monatelang. Dreckige Wäsche wird oft monatelang nicht gewaschen, stattdessen gehen sie häufig einkaufen und kaufen einfach neue Sachen. Die Toilettenbürste erfüllt allenfalls dekorative Zwecke, das ist auch oft so, wenn sie bei uns auf die Toilette gehen...#augen (das hat schon häufig zum Streit geführt, weil ich mich so ekele).

      Ratten tummeln sich auf dem Balkon, weil meine Mutter ihn als Kühlschrankersatz (auch im Sommer) benutzt... mal ganz zu schweigen von den Silberfischen im Bad und den vielen Spinnen in praktisch jeder Ecke.

      Der Kühlschrank ist voll mit abgelaufenen und zum Teil verschimmelten Lebensmitteln, weshalb ich seit meinem Auszug nicht mehr bei meinen Eltern gegessen habe, obwohl sie mich oft dazu einladen.
      Im Keller stehen 2 große Gefriertruhen, bis zum Rand gefüllt mit Essen, das ungelogen teilweise schon 5 und mehr Jahre dort lagert.

      Meine Eltern haben einfach völlig die Kontrolle verloren, kaufen unkontrolliert ein. Ich habe z.B. mal 10 Flaschen Speiseöl in ihrem Keller entdeckt, es sei eben "im Angebot gewesen"...#augen

      Auch mit der Körperhygiene nimmt es besonders meine Mutter nicht so genau, sie hat mit Mitte 50 keine Zähne mehr. Nach dem Toilettengang wäscht sie sich die Hände nicht (habe ich schon oft beobachtet) und sorry, sie stinkt :-(

      Kurz: ich ekele mich extrem, besonders vor meiner Mutter. Es tut mir im Herzen weh, so über sie zu schreiben, aber es ist so.

      Ich bzw. wir fragen uns, wie es werden soll, wenn bald ein Enkelkind da ist. Ich möchte meinen Eltern keinesfalls den Kontakt verwehren, denn trotz aller Probleme hänge ich sehr an ihnen.

      Aber wie soll das werden? Ich kann in ihrem Haus unmöglich ein Kind z.B. krabbeln lassen, allein schon wegen des Ungeziefers. Die Situation belastet mich sehr.

      Hat jemand Ähnliches erlebt oder hat einen Rat, wie ich bzw. wir am besten mit der Situation umgehen können?

      Ich möchte meine Eltern nicht verletzten, aber auch meine künftige Familie schützen.

      Danke und liebe Grüße!

      #winke

      • (2) 21.06.12 - 09:59

        Lade deine Eltern zu euch ein, oder trefft euch an einem öffentlichen Ort. Ich verstehe dein Problem nicht so ganz!?

        Es ist ihr Leben, da hast Du dich nicht reinzumischen. Und ich würde es alles andere als toll finden, wenn meine Tochter so öffentlich mein Privatleben darlegt!

        • Wo das Problem ist?? Ratten auf dem Balkon und eine Mutter die verwahrlost und stinkt...

          Also ich als Tochter würde mich auch einmischen und nicht zusehen wollen, wie es bei den beiden so bergab geht! Und mein Baby würde ich ihr ebenso wenig gern in die Hand geben, wenn sie sich vorher auf dem Klo nicht die Hände gewaschen hat oder vll Rattenkot an den Kleidern hat...

          (4) 21.06.12 - 10:34
          wie soll das werden?

          Bisher handhaben wir es so, dass meine Eltern meistens zu uns kommen.

          Aber sie wünschen sich natürlich, dass ich bzw. wir auch mal zu ihnen nach Hause kommen und sie besuchen. Das kann ich durchaus verstehen, wiegele aber aus den bereits im Eröffnungspost genannten Gründen meist ab.

          Mir ist schon klar, dass sie im Prinzip leben können, wie sie wollen. Darum bin ich ja auch schon vor Jahren ausgezogen, weil ich damals für mich entschieden habe, dass ich in einem solchen Haushalt nicht mehr leben möchte.

          Wo siehst du denn bitte das Problem, dass ich hier um Hilfe bitte? Dafür ist ein solches Forum doch schließlich da. Von "öffentlich darlegen" kann wohl kaum die Rede sein, schließlich poste ich hier bewusst anonym und veröffentliche die Angelegenheit ja schließlich nicht in unserer Tageszeitung... #augen also halt mal den Ball flach.

          • Nun, ich befürchte, es hilft nur Konsequenz. Dadurch, dass du oft versucht hast zu helfen, wissen sie ja, dass du ein Problem siehst - das würde ich bei gegebenem Anlass (also wenn ein Gespräch in die Richtung geht, dass ihr sie mit Kind besuchen kommen sollt!) erwähnen und als Grundlage für ein Gespräch nehmen.
            So sehr du deine Eltern liebst, dein Kind (und dessen Gesundheit) hat Vorrang und wenn es bei deinen Eltern dreckig und pekig ist wie Sau, geht es eben nicht, dass es sich dort aufhält.

            Wir haben leider diverse Probleme mit der Mutter meines Partners. Diese haben uns dazu veranlasst, den Kontakt zwischen ihr und unseren Kindern zu unterbinden :-( Das tut weh und es ist für alle Beteiligten wirklich unschön, allein die Problematik überhaupt anzusprechen. Aber letztlich musste es sein - unserer Kinder wegen.

            LG

            (6) 21.06.12 - 12:02

            "Aber sie wünschen sich natürlich, dass ich bzw. wir auch mal zu ihnen nach Hause kommen und sie besuchen. Das kann ich durchaus verstehen, wiegele aber aus den bereits im Eröffnungspost genannten Gründen meist ab."

            Dann sag Ihnen ganz klar, dass es nicht in Frage kommt, solange sie ihren Lebenstil nicht ändern. Mehr kannst Du wohl nicht tun, im moment.

            Irgendwann muss man sich eben mit gewissen Situationen abfinden, auch wenns evtl schwer fällt. Du kannst es nicht ändern, dass können nur sie selbst. Es ist ihr Leben.
            Hilfsmöglichkeiten hatten sie ja laut deiner Aussage bereits genug!

          • (7) 21.06.12 - 20:51

            Also ich kann auch gut verstehen wo dein Problem liegt! Ich würde mein Kind auch nicht mit dorthin nehmen. Und ich würde ihnen auch ganz klar sagen warum! Und auch warum ich sie nicht besuchen möchte.

            Ok jeder kann leben wie er möchte, aber soooo? Verdreckt, Klobürste nicht benutzen, Ungeziefer weit Hand breit.....? Nein das ist nicht normal.

            Und Messi zu sein ist eine Krankheit.

        Sie tut es nicht öffentlich!! Diese Frau macht sich Sorgen, zu Recht. Und es ist ganz klar, mit "öffentlich treffen" ist das Problem nicht beseitigt.

        Ich bewundere die TE sehr, denn sie äußert trotz allem ihre Liebe für die Eltern, und sie hat wirklich alles getan um ihnen zu helfen.

        Menschen wie du gucken wohl immer nur weg, oder? Geht mich ja nichts an... #augen

        • (9) 21.06.12 - 11:59
          WoistdasProblem?

          Hmmm die TE hat doch geschrieben das es bereits vieles an Hilfsmöglichkeiten gab.

          Die Eltern müssen aber auch selbst wollen, dass scheint hier nicht der Fall zu sein. Btw die Mutter sieht den Ernst der Lage nicht. Also was soll sie noch tun?

          Aber Du liest auch nur das was Du lesen willst#augen

    Hallo,

    die Probleme deiner Eltern sollten sich nicht auf deine Familienplanung auswirken.
    Du kannst deinen Eltern anbieten, ihr Enkelkind jederzeit bei euch (!) in der Wohnung zu besuchen. Genauso kannst du ihnen aber auch sagen, dass du die Zustände in ihrer Wohnung untragbar findest und aus diesem Grund dein Kind nicht zu ihnen bringen wirst.

    Damit sagst du ihnen nichts Neues... zumindest dein Vater ist sich ja des Problems bewusst. Möglicherweise wäre das auch eine Art heilsamer Schock, der dazu führt, dass deine Eltern sich helfen lassen. Hinter Messietum steckt meistens ein Riesenhaufen Probleme, dein Ansatz mit dem sozialpsychiatrischen Dienst und Psychotherapie war da schon der richtige. Aber wie du schon sagst, klappt das erst, wenn sie selbst auch bereit dazu sind.

    Alles Gute!

    °cd

    • (11) 21.06.12 - 10:47

      Ich danke dir für deine Antwort.

      Natürlich können meine Eltern ihr zukünftiges Enkelkind jederzeit bei uns zu Hause sehen. Auch machen wir unsere Familienplanung nicht von ihnen abhängig, wäre ja noch schöner... ;-)

      Aber ich mache mir eben Gedanken darum, wie das alles werden soll. In "normalen" Familien nehmen die Großeltern ihre Enkelkinder ja auch mal, unternehmen was etc. Wenn ich an meine eigene Kindheit denke, war es immer schön, mit der Oma z.B. Plätzchen zu backen, gemeinsam zu kochen, zu basteln usw.
      Das alles ist beim derzeitigen Zustand des Hauses und der Wohnsituation nicht möglich :-(

      Ich hoffe auch, dass ein "Schock" dieser Art sie vielleicht doch noch wachrütteln kann, ich würde es mir jedenfalls wünschen.

      #winke

      • Nein, dieses Rama-Werbung-heile-Familienleben müsst ihr dann ggf. etwas den Umständen anpassen. ;-) Ich weiß nicht, inwiefern deine Eltern psychisch auf der Höhe sind, aber wenn du ihnen das zutraust, wird dein Kind auch mit seiner Oma Plätzchen backen können - nur eben in EURER Küche, während du die Weihnachtseinkäufe erledigst.
        Da müsst ihr ein bisschen erfinderisch sein.

        Und ich halte es schon für möglich, dass deine Eltern sich noch einmal ganz andere Gedanken über ihre Situation machen, wenn du dein Kind nicht in ihre Wohnung lässt, als wenn du nur sagst "Mensch, hier siehts ja schlimm aus" (das ist überspitzt gesagt, ich weiß).

        #klee

        °cd

        (13) 21.06.12 - 11:15

        Hallo,

        ich bewundere deine Geduld mit deinen Eltern. Ich würde ihnen auch klipp und klar sagen, dass du ihnen das Kind nicht mal für eine Stunde gibst (in ihrem Haus), wenn sie sich nicht ändern bzw. sich nicht helfen lassen.

        Meine Schwiegermutter hat auch solche Anwandlungen, ist aber eine gepflegte Frau. Nur wenn ich ihr Badezimmer und die Küche sehe, kriege ich Pickel :-(
        Meine Tochter darf dort ein paar Stunden verbringen, auch mal über Nacht, aber sollte es schlimmer werden, ist das gestrichen.

        • Es ist immer ein Unterschied, ob du mit dem Menschen gross geworden bist oder ob du "nur" in die Familie eingeheiratet hast.

          Soll meinen, dass die TE durch ihre Kindheit geprägt ist. Ausserdem liebt sie ihre Eltern, wie so gut wie jedes Kind seine Eltern liebt.

          Daher sicher die Geduld und die Hoffnung, dass alles irgendwie "gut" wird.

          L G

          White

Hallo!

Hmm....lade sie dann zu euch ein und biete ihnen doch einfach an bei euch zu duschen.

Eventuell würde ich auch Sachen von denen in die Waschmaschine schmeißen. Wenn die das nicht wollen, dann brauchen sie sich nicht wundern, wenn man sie NICHT einläd. Eine gewisse Sauberkeit kann man schon verlangen.
Vielleicht ändert sich ja auch etwas die Einstellung, wenn sie ein Enkelkind haben.

Es sind deine Eltern, also sei auch ehrlich zu denen.
Wie sie leben wollen ist ja ihre Sache, aber außenstehende Personen dürfen darunter nicht leiden.
Ich würde ihnen eben das Angebot machen und sie haben es dann in der Hand ob sie das machen oder nicht.
Zuhause zu ihnen würde ich ein Kind wohl nicht bringen. Da müsste eben erstmal alles einigermaßen Sauber sein. Würde ich denen auch so sagen, wenn es soweit ist.

LG Sonja

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