Zukunftsangst Depression?

    • (1) 24.06.12 - 13:55
      wie ehe retten

      Hallo!
      Ich möchte hier ein paar Gedanken aufschreiben und evtl ein paar Feedbacks lesen.

      Es geht um meinen Mann(wir sind beide Mitte zwanzig). Wir haben eine fast zweijährige Tochter und wollten eigentlich ein zweites Kind "nachlegen". Wir waren uns einig. Dachte ich.
      Vor Jahren hatte mein Mann eine Phase, in der er sehr unglücklich war. Er war beim Arzt und dieser hatte den Verdacht auf eine Depression. Mein Mann sollte sich psychologische Hilfe suchen. Hat er nicht getan.

      Nun, urplötzlich kommt er zu mir und meint, er hat selbst den Verdacht, dass die Depression (wenn es denn eine ist) wiedergekehrt ist (oder nie weg war!?) und er einfach nur noch antriebslos, lustlos, genervt, gestresst, müde (wenn er zuhaus ist, zockt er nur oder schläft!!), ausgelaugt und aggressiv ist.
      Nun ist er immerhin auf einer Warteliste eines Psychologen. Doch es kann bis zu 6 Monate dauern, bis sie sich melden. Oh mein Gott! Wie soll ich das aushalten? Versteht mich nicht falsch, ich Kämpfe um meinen Mann, meine Ehe, aber er lässt mich einfach nicht mehr an sich ran.
      Ich weiß nicht mehr, wie sicher ich mir unserer Sache sein kann! mein zweiter Kinderwunsch wird immer stärker und da ich gemerkt habe, dass er nie darüber spricht, habe ich ihn gefragt, ob er überhaupt noch ein zweites will. Er: Nein! Das war ein riesen Schock für mich, auch wenn ich es mir in seiner Situation denken konnte.
      So langsam fühle ich mich aber alleine, im Stich gelassen. Ich muss alle Launen von ihm ertragen und hinnehmen, ich selber darf mir aber keine Fehler erlauben oder meinen Wünschen nacheifern.
      Er sieht alles so negativ! Und er spricht davon, dass er ja nicht mal weiß, ob wir in 6 Monaten noch zusammen sind. WIE FÜRCHTERLICH!

      Mir tut das alles nur noch weh. Er meinte auch, dass er sich vorstellen könnte, dass der Arzt sagt, dass ICH an seinem Dilemma schuld bin!? Ich würde jeden Tag meckern, im Vorwürfe machen etc. Ach Mensch Leute, ich bin kein Unschuldslamm, aber ich weiß doch auch nicht mehr, wie ich mit meinem (!) Mann umzugehen habe.
      Klar bin ich auch immer unzufriedener. Das Gefühl versuche ich aber hinten anzustellen. Doch umso mehr verzweifel ich. Mein Mann fragt mich, wie ich unsere Zukunft positiv sehen kann, wenn ich jetzt schon so leide. Wie kann ich unsere Ehe retten?

      Falls ich was vergessen habe, trage ich es gerne nach. Bis dahin, danke fürs lesen!!

      • Ich würde Deinem Mann empfehlen, paralell zu dem Therapietermin einen Neurologen oder Psychiater aufzusuchen und sich erstmal medikamentös einstellen zu lassen. Der zweite Schritt wäre dann die Therapie, aber ohne Antidepressiva wird das nichts.

        Hallo,

        ich kann verstehen das es für dich in Moment sehr schwer ist.

        Da dein Mann sich selbst bei einem Psychologen angemeldet hat gehe davon aus das er seinen Zustand sehr gut einschätzen kann und versucht etwas dagegen zu tun.

        Du hast geschrieben das du einen aktiven Kinderwunsch hast. Wie stark ist er und übst du in diesem Punkt irgendeinen Druck auf deinen Mann aus?

        Da Psychologen meist eine sehr Lange Warteliste haben würde ich euch empfehlen in der Zwischenzeit eine Beratungsstelle aufzusuchen. Bei Beratungsstellen bekommt man meist zeitnah einen Termin.

        FG blaue-rose

        Hallo,

        Dein Mann sollte sich einen Termin beim Facharzt für Neurologie/Psychiatrie holen. Der könnte erstmal eine Diagnose stellen und ggf. Medikamente verordnen. Sechs Monate abwarten wird es nicht besser machen.
        Zudem sollte Dein Mann (soweit er es noch nicht getan hat) wirklich sämtliche Psychologen/Psychotherapeuten im Umkreis abtelefonieren.

        Deine Situation ist nicht leicht, aber Dein Mann ist krank und schlimmer dran. Positiv ist, daß er zugibt, ein Problem zu haben und nun bereit ist, sich Hilfe zu holen. Halte durch #liebdrueck

        Alles Gute

      • (5) 25.06.12 - 12:16

        Erstmal möchte ich mich für Eure Antworten bedanken!

        Ich habe mit Absprache meines Mannes noch einen Termin beim Neurologen gemacht. Dieser ist auch erst in knapp 2 Monaten- nun gut. Besser als 6.

        @bruchetta: Die Einnahme von Medikamenten möchte er mit dem Arzt besprechen.

        @blaue-rose: Naja, ich musste ihn schon mehr oder weniger in den Hintern treten, dass er dort angerufen hat. Ich selber habe auch überall rumtelefoniert.
        Leider übe ich mit Sicherheit Druck auf ihn aus, bezüglich des Kinderwunsches. Seit gestern habe ich aber viel nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ihm Zeit geben muss. Er sagte mir, dass er erst wissen möchte, was mit ihm nicht stimmt. Also muss ich wohl oder übel warten. Das fällt mir sehr schwer, aber bevor alles in die Brüche geht, sollte ich so vernünftig sein und meinen Wunsch hinten anstellen. Ich hoffe, die Einsicht habe ich nicht nur ein paar Tage lang.

        @inselkind74: Durchhalten...das habe ich vor!!! Aber oft ist es so verdammt schwer!

        Nochmal ganz lieben Dank für Eure Antworten...und drückt mir/uns bitte die Daumen, dass wir eine Diagnose bekommen, mit der wir leben/arbeiten/weiter machen können!!!

        LG

Top Diskussionen anzeigen