Auswanderung der Eltern( vorsicht lang )

    • (1) 26.07.12 - 15:09
      nunsindsieweg

      Hallo ;-)

      Erstmal #sorry das ich hier in dem Forum schreibe, aber 1. kann ich hier anonym bleiben und 2. betrifft es indirekt auch meine Ehe.

      Ich brauch heut einfach mal neutrale Ansichten,Antworten oder eine aufm Deckel ;-)

      Es geht darum das meine Eltern am 17.7.2012 in die Türkei ausgewandert sind. Es war die letzten Jahre klar, das sie diesen Schritt gehen werde, aber als der Tag der Abschiedsfeier kam, war es doch ein seltsames Gefühl. Ich war bis zum Ende hin stark und habe nicht geweint, wie die meisten Freunde meiner Eltern ;-) Doch am Ende hat es auch mich erwischt, als mich mein Vater in den Arm nahm, musste ich auch #heul en...
      Der Nachhauseweg war ziemlich ruhig und mir gings einfach nur dreckig.. und dann kam eine Aussage von meinem Mann, die mich seither nicht mehr los lässt. Er meinte ob ich mich am Dienstag, Tag der endgültigen Abreise, auch so anstellen würde! Ähm hallo, anstellen, das sind meine Eltern die 2500 km weiter weg ziehen.

      Tag der Abreise war sehr schmerzhaft mit Tränen von meinen Eltern, meiner Schwägerin und mir verbunden. Ich verlange nicht das mein Mann weint, sind ja nicht seine Eltern. Aber das es mir an diesem Tag nicht gut ging, scheint er nicht gemerkt zu haben. Und genau hier liegt meine Frage/Problem.. Übertreib ich wirklich das es mir seither nicht 100% gut geht, ich viel weine, wenn ich allein bin und meine Eltern einfach vermisse, oder ist mein Mann nur einfach Gefühlskalt... Vor ihm wein ich gar nicht, weil er mir das Gefühl vermittelt, ich muss stark sein..

      Ich mein, klar ich bin erwachsen, 31 Jahre alt, hab einen Mann und mein eigenes Leben, aber dennoch hab ich immer guten Kontakt zu meinen Eltern gehabt, wir haben uns min 1-2 mal im Monat gesehen und wenn nicht, dann zumindest telefoniert.

      Wenn ich Probleme hatte, war meine Mutter da, wenns ums shoppen ging, hab ich das mit meiner Mutter gemacht, wir hatten also ein ziemlich gutes Verhältnis. Und jetzt sind sie weg, und ich kann nicht mal eben, anrufen um auf einen Kaffee vorbei zu kommen ;-(

      Ich weiss im Moment noch nicht wie ich damit umgehen soll, aber ich habe das Gefühl ich muss stark sein, zumindest aus Sicht meines Mannes.. Er sagt nur immer ich soll ihnen das gönnen, das sie ihren Traum verwirklicht haben.. Aber darum gehts gar nicht, ich gönn es ihnen, aber ich vermiss sie halt auch...

      Dieses Gefühl die Eltern erst wieder zu sehen wenn man Urlaub hat und hin fliegen kann, macht mich fertig und traurig ;-(

      Hat mein Mann recht und ich stell mich einfach zu sehr an ?????

      Sorry fürs viele #bla#bla aber ich musste das einfach mal los werden ;-)

      • Hallo #winke#

        also ich verstehe dein Leiden auch nicht so recht: es gibt Internet, Skype, Telefon und auch Last-Minute-Flieger, wenn die Sehnsucht allzu groß wird ;-) sie sind nicht aus der Welt und du kannst sie sicher 2-3 Mal im Jahr besuchen (oder sie dich)

        klar, ist das nun erstmal ne Umstellung, aber da musste nun durch. auch wenn Anfangs ein paar Tränchen fließen, sollte das nicht ausarten.

        ich habe auch keine Familie hier in meiner Umgebung - meine Mum ist 350 km, die Schwiegereltern sind 500 km entfernt und wir können nichtmal eben vorbei fahren, auch wenn wir das gern würden.

        Wir tel. telefonieren jedoch mind. 1x wöchentlich und sind auch so auf dem Laufenden

        LG!jojo

        • (3) 26.07.12 - 15:52

          Es ist aber eine andere Art von Nähe und sicher macht skype usw. alles einfacher, aber es ist etwas anderes.

          Letztendlich hast du aber Recht, sie muss es akzeptieren und mit der Zeit wird sie das auch :-)

          • (4) 26.07.12 - 16:25

            ja genau so seh ich das auch.. innerhalb deutschland ist telefonieren,skypen und so noch einfacher und billiger.. aber wenn meine eltern anrufen kosten 3 minuten 4 euro und das ist sehr viel geld...

            und naja meine Eltern sind nicht gerade die großen Pc Freunde, klar Skype haben sie drauf, aber ohne festen Termin geht da gar nichts ;-)

      Ich kann dich verstehen. Mir würde es auch so gehen.

      Lass deinen Mann mit seinem #bla. Höre einfach nicht hin. Als gefühlskalt würde ich seine Reaktion nicht bezeichnen. Aber er scheint einfach nicht deine Gefühle zu begreifen, weil sie ihm fremd sind. Er wurde halt anders erzogen, hat vielleicht zu seinen Eltern ein anderes Verhältnis als du zu deinen und Männer verarbeiten Gefühle sowieso ganz anders als Frauen.

      Irgendwann ist der Kummer vorbei und die Türkei ist ja auch nicht soweit weg. Stelle dir mal vor, sie wären nach Australien gezogen...

      #klee

      Hola,

      als ich so alt war wie du, alleinerziehend, starben meine Eltern innerhalb einer Woche. Voellig unerwartet. Ich habe meine Eltern mind 2 x die Woche gesehen und fast taeglich telefoniert.

      Dann das!

      Nicht mehr erreichbar, nie mehr sehen, umarmen oder sprechen koennen!
      Das hat mir den Boden unter den Fuessen gerissen.

      Deine Eltern sind weggezogen. Sie erfuellen sich einen Lebenstraum und das finde ich sehr schoen, dass sie die Moeglichkeit dazu haben. Freu dich fuer sie!
      Dank der heutigen Technik kannst du deine Eltern per Skype sehen und sprechen ohne Kosten.
      Du kannst hinfliegen und sie in den Arm nehmen, intensiv Zeit mit ihnen verbringen und wahrscheinlich dieses Zusammensein viel mehr geniessen und wertschaetzen. Eben weil sie nicht mehr so einfach zu erreichen sind.
      Klar ist das erst mal sehr traurig, aber es gibt Wege den Kontakt einfach zu halten mit wenig Muehen sogar.
      Du wirst dich daran gewoehnen und in der Situation neu einrichten, wenn du es nur willst und zulaesst.

      Alles Gute!

      Saludos

    • Hallo!

      Erstmal : Das ist kein BlaBla und kein Grund zum Entschuldigen!

      Ich finde es mehr als normal, dass es Dir so geht.

      Egal, ob Du 3 oder 30 oder 50 Jahre alt bist, es sind Deine Eltern und Abschied nehmen tut sauweh.

      Meine Eltern sind von HH nach Bayern gezogen, 800 km, da war ich 22 J. Das tat auch sehr weh, ich habe es nicht so zeigen wollen, aber es war schon sehr schmerzhaft.

      Mittlerweile, das ist jetzt 17 Jahre her, wohnen sie wieder hier im Norden, und endlich sehe ich sie wieder öfter als 1 x im Jahr.

      Gerade weil sie auch nicht mehr die Jüngsten sind, mein Papa wird nächstes Jahr schon 80 J., hatte ich immer Angst, zu spät zu kommen, wenn etwas passiert (das kann natürlich genauso gut sein, wenn man im gleichen Ort wohnt, das weiss ich), aber es war so eine Angst in mir deswegen.

      Mein Freund kann auch ganz schlecht damit umgehen, wenn ich meine traurigen Gefühle zeige und weine und verzweifelt bin oder auch mal hier tobe und alles hinschmeissen will, er wird dann meist total kalt, was mir noch mehr weh tut.

      Er sagte mal in einem zugänglichen, ruhigen Moment, dass er sich selbst oft als schwach ansieht und ich seine starke Schulter sei. Und wenn ich dann am weinen bin und verzweifelt, macht ihn das total unsicher.

      Aber lass Dir gesagt sein, dass Du nicht übertreibst. Der Abschiedsschmerz wird weniger, es ist ja noch ganz ganz frisch und diese große Distanz ist schon heftig. Und natürlich bist Du traurig deswegen. Eine ganz neue Situation!!

      Versuche es nicht zu sehr an Dich dranzulassen, wenn Dein Mann das so abwertet. Er ist unsicher und hilflos (was sein Verhalten aber nicht besser macht, Männer haben oft große Probleme, ihre Gefühle zu verbalisieren und sich ihre Unbeholfenheit einzugestehen...ist oft die Prägung - der Mann muss stark sein, nicht so weinerlich, usw..).

      Liebe Grüße!

      #liebdrueck

      (8) 27.07.12 - 05:32

      dein mann ist taktlos.

      Hallo,

      ich kann dich soooo gut verstehen. #liebdrueck

      Bei mir waren es nicht die Eltern, die ausgewandert sind, sondern mein Bruder. Er ist allerdings auf die andere Seite der Welt gegangen, nach Neuseeland. Obwohl auch ich erwachsen war, damals 34, gerade das zweite Kind bekommen hatte - der Tag des Abschieds war schrecklich für mich. #heul
      Ja, er hat sich einen Traum erfüllt, so wie deine Eltern jetzt, aber trotzdem fehlte er. Und nach Neuseeland fliegt man nicht mal so eben, schon gar nicht mit Kindern.

      Mein Mann ist nun auch nicht jemand, der leicht weint, aber er hat verstanden, dass das für mich nicht einfach war. Mit der Zeit lernt man aber, mit der Situation klar zu kommen, man muss sich ja arrangieren damit.

      Vielleicht wird es irgendwann für dich so sein, dass deine Eltern unangemeldet vor der Tür stehen, ihr wunderschöne Urlaube bei ihnen verleben könnt und seht, dass es zwar nicht um die Ecke, aber doch nicht aus der Welt ist!

      Ich wünsch dir alles Gute, du schaffst das!

      leviana

      Sorry, aber dein Mann ist ein Arsch, wenn ich das mal so salopp sagen darf! Ich kann dich total gut verstehen, für mich wäre das auch der Horror.

      Ich bin mit 18 nach Berlin gezogen (komme aus Freiburg) und habe dort 3 Jahre lang meine Ausbildung gemacht und in der Zeit meine Mutter nur 3-4 Mal im Jahr gesehen. Danach war ich 1 Jahr lang in den USA und habe meine Mutter in der Zeit nur einmal gesehen. Das ging alles, weil es ja meine Entscheidung war, ICH bin ja weggegangen.

      Nach dieser Zeit bin ich wieder nach Hause nach Freiburg, weil ich gemerkt habe, dass es woanders auch nicht besser/schöner/aufregender ist, als daheim.

      Seitdem sehe ich meine Mutter i.d.R. mindestens einmal die Woche. Wir essen zusammen, gehen shoppen, Wellness Wochenenden etc.

      Für mich wäre es total schlimm, wenn meine Mutter jetzt (oder in ein paar Jahren, wenn sie in Rente geht) auswandern würde. Das würde ein Loch in mein Leben brennen, auch wenn ich es ihr gönnen würde! Das du deshalb traurig bist, ist absolut normal und verständlich und dein Mann ist einfach ein unsensibler Klotz!

      Meiner hätte wahrscheinlich (innerlich) auch nciht allzuviel Verständnis, weil er auch nicht gerade zur sentimentalen Sorte gehört und außerdem kein gutes Verhältnis zu seinen eigenen Eltern hat. Er würde das aber in so einer Situation nicht laut aussprechen, sondern mich in den Arm nehmen und seine Klappe halten.

      Es geht ja, wie du schon geschrieben hast, nicht darum, dass du es ihnen nicht gönnst, sondern einfach darum, dass du traurig bist und dann sollte man als Partner etwas Trost spenden, auch wenn man es vielleicht nicht 100%ig nachvollziehen kann!

      Und Kopf hoch, es hätte schlimmer kommen können! In die Türkei gibt es doch öfters mal günstige Flüge etc... stell dir mal vor sie wären nach Australien ausgewandert!

      LG Brijuni#blume

      Hey,

      ich kann dich verstehen. Meine Eltern sind ausgewandert als ich 18 war.

      Am Anfang habe ich es nicht so sehr realisiert, aber mit den Jahren habe ich sie immer mehr vermisst.

      Lass dich von niemanden verunsichern. Jeder verarbeitet so etwas anders. Und wenn dir zum weinen zumute ist, dann tu es. Irgendwann wirst du dich daran gewöhnt haben, das sie nicht mehr in deiner Nähe sind.

      Alles Gute!

      lg Medina

      Ich denke Du wurdest dahingehend anders erzogen als er und wohl auch als ich. Es gibt Skype oder Facetime und Billigflieger.... in den Zeiten der Globalisierung sind Entfernungen keine mehr...

      In meiner Familie zieht dauernd jemand für ein paar Jahre ins Ausland... wenn ich da jedes Mal so einen Aufstand machen würde.... hätte ich längst Depressionen!!! :-D

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