Burn out, Borderline oder Depression ?

    • (1) 05.08.12 - 16:34

      Hallo...

      vielleicht kann mir hier jemand (aus Erfahrungswerten) weiterhelfen...

      Mein Freund hat sich in den letzten Jahren ganz schlimm verändert...
      Wir sind seit 5 Jahren zusammen,leben aber nicht gemeinsam, sondern in zwei Haushalten.

      Ich weiß, daß was nicht stimmt...

      er ist sehr sehr verschlossen, möchte nicht genau ins Detail gehen... Habe jetzt viel Lektüre gelesen und auch im internet geforscht (wie ich ihm helfen KÖNNTE)...

      Nach allem was ich so gelesen habe, kommen für mich 3 "Diagnosen" in Frage... Burn Out, Borderline oder klinische Depressionen...

      Ich kanns aber nicht genau definieren...
      Ich beschreibe ihn mal...

      - er lebt sein Leben in erster Linie "beruflich", ist selbständig, hat Kundenkontakt (Beratergeschäft)...arbeitet fast rund um die Uhr, auch Nachts... schläft so gut wie gar nicht... weiß im Beruf genau was er will, hat tolle Ideen, Perfektionismus total

      - privat ist er absolut nicht fähig Entscheidungen zu treffen, hat kaum noch Lust was zu unternehmen, schiebt alles nur auf termine, erschöpft, aggressiv, launisch

      - putscht sich auf mit literweise Getränken, um wach zu bleiben (Red Bull etc, aber kein Alkohol)

      - Zieht sich völlig zurück, will oft keine Nähe haben, kann nur noch "böse" Gefühle sagen und zeigen (kein ich habe dich lieb etc)... Sex klappt, aber wenn er will

      - völlig launisch... wir haben Sex, einen schönen Tag etc...am nächsten Tag meldet er sich wieder nicht

      - er ist aufbrausend....kann kaum noch Menschen leiden... teilweise sehr abwertend gegenüber bestimmten "Menschengruppen"..äußert dies auch

      - meidet große Menschenansammlungen

      - völlig konfliktunfähig... bei drohenden "Beziehungsgesprächen" geht er sofort aus dem Weg
      bei Problemen mit Mitarbeitern läßt er andere den Konflikt für ihn austragen

      - rastet oft aus und schmeißt Dinge kaputt

      - ist negativ gegenüber seinem Leben eingestellt ... sein Lieblingssatz ist: ich habe gar kein Leben

      - sagt ständig, er möchte morgen nicht mehr aufwachen, einfach einschlafen heute Nacht

      - nimmt zwar Hilfe an, wenn auch ungern und dann nur geschäftlich, kann aber keine Hilfe anderen geben...keine Fürsorge für nahestehende Personen

      - hat (unverarbeitete) Traumatas aus der Kindheit

      - wirkt auf der einen Seite total arrogant und selbstsicher.... dann wieder unsicher und klein wie ein Kind 8traut sich manchmal noch nicht mal in ein Geschäft zu gehen)

      Vielleicht kann mir hier jemand Tipps geben...

      Vielen Dank und Gruß

      • (2) 05.08.12 - 16:48

        Ich tippe darauf dass er ausgebrannt ist (Burn out) und einfach mal Ruhe von allem braucht,
        damit er wieder durch starten kann.
        Ist schon wirklich hart.
        Viel Glück,ein gutes Durchhaltevermögen für Dich und gute Besserung an Deinen Partner

        Hallo mille,

        ich finde folgender Punkt dürfte Ausgang für seine Probleme sein:

        "- hat (unverarbeitete) Traumatas aus der Kindheit"

        Es ist möglich das er traumatisiert ist und angst hat seine Traumas aufzuarbeiten. Betroffene verstehen es oft ihre Probleme nach außen zu verbergen. Sie spielen heile Welt obwohl es in ihnen ganz anders aussieht.

        In meinen Augen ist es möglich das er unter einer Posttraumatische Belastungsstörung leidet.

        Es ist möglich das er sich seine Arbeit stürzt um die Gedanken an die traumatisierenden Ereignisse nicht zu zulassen.

        FG blaue-rose

        • Hallo und danke für deine Antwort...

          Ich denke auch, das seine Arbeit sein "Zufluchtsort" ist...

          aber zum jetzigen Zeitpunkt muß ich sagen, das ich so (mit ihm) nicht mehr weiter machen kann...

          Also meine Gefühle sind wirklich so unterschiedlich...mal verstehe ich ihn und möchte ihn unterstützen, ihm helfen...
          dann wiederum bin ich maßlos wütend..ständig muß ich zurückstecken...bekomme "Liebe" in der Sparpackung

          Auch Trennungsgedanken habe ich... dann wiederrum hab ich Angst, daß er sich trennen könnte...da er so keine probleme hat, auf Distanz zu gehen...
          Haben wir uns länger nicht gesehen...freut er sich wie ein kleines Kind, mich in den Arm zu nehmen...hält dann ständig meine Hand

          Oft habe ich das Gefühl, er traut sich nicht, mich z.B. in den Arm zu nehmen... Er kommt auf mich zu und hält dann seinerseits die Arme offen und wartet darauf, daß ICH IHN in den Arm nehme... völlige Angst vor Zurückweisung...das war früher nicht so...
          Dann sagt er ständig...er wäre nicht eifersüchtig, KEINER könnte ihn verletzen...warum sagt er das dauernd ???

          Es ist so schwierig mit ihm... (geworden)

          • Weißt du was er in seiner Kindheit erlebt hat?

            Seine Aussage das ihn keiner verletzen kann kann Selbstschutz sein. Ich denke aber dadurch wird er sich selbst verletzen.

            Das du dich für seine Krankheit interessierst ist gut und ich denke es wird dir auch helfen wenn du weißt was er hat. Es kann aber ein Problem geben, Betroffene fällt es oft sehr schwer Hilfe anzunehmen.

            FG

      was würde dir eine diagnose nützen?

      • Weil ich ihm als Angehöriger helfen möchte... und mich einfach am besten informieren möchte...

        • und du denkst, wenn du hinter seinem rücken private details verbreitest um dann von einem laien "depression" als "diagnose" gesagt zu bekommen, daß du ihm wirklich hilfst?

          eine diagnose ist immer nur dann sinnvoll, wenn sie zu eienr notwendigen verbesserung benötigt wird.

          wenn also dein freund hilfe möchte, muß er sich welceh besorgen.
          wenn er psychiatische oder psychotherapeutische hilfe in anspruch nehmen möchte, dann kann es sinnvoll sein, daß dort eine diagnose erstellt wird- aber nur dafür ist diese notwendig und sinnvoll.

          alles andere ist völlig banane

          • Sorry, aber "banane" find ich eher deine Antwort...

            Hinter seinem Rücken ????? Private Details ????? die Sachen, die ich hier geschrieben haben, passen auf was weiß ich wie viele Menschen . Das ganze Forum ist hier voll von "Privaten Details"....

            Und Hilfe suche ich in erster Linie FÜR MICH....

            Wenn du nichts hilfreiches zu melden hast...lies doch einfach anderweitig weiter !

            • dann such dir ne selbsthilfegruppe, wenn du hilfe für dich brauchst

              eine diagnose würde dir nicht weiterhelfen, so lange dein partner keine veranlassung sieht etwas zu verändern

              • Offensichtlich habe ich ja auch dein Interesse geweckt, sonst hättest du ja nicht den Post geöffnet ???

                Und woraus schließt du bitte, daß er sich keine Hilfe suchen wird ???#kratz

                Und danke für den Tip mit der Selbsthilfegruppe...aber da war auch nicht die Frage nach... So...und jetzt mach Alarm woanders... Ich bin (tatsächlich) nur an wirklich ernstgemeinten Ratschlägen und Tips interessiert ....

                • meine tips und ratschäge waren enrst gemeint.
                  denkst du im ernst, daß "diagnose raten" einfach mal aus spaßjemandem weiterhilft?

                  zeig doch deinem partner mal, das was du hier über ihn schreibst.
                  würde mich interessieren, was er davon hält.

                  sollte er sich also hilfe suche, wird er dir genau das von seinen diagnosen mitteilen, was er für richtig hält!

                  und wenn du hilfe für dich suchst (wie du mir eben geschieben hast), dann ist eine selsbthilfegruppe für angehöre von menschen mit psychischen störungen sicher nicht schlecht.

                  du kannst dichaber auch beim sozialpsychiatrischen dienst beraten lassen.
                  aber auch die werden mir dir ein diagnose-ratespiel veranstalten oder ähnlich übgergriffig deinem partner gegenüber werden

                  • Hallo lisasimpson,

                    ich denke das es der TE helfen kann wenn sie weiß welche Diagnose für ihren Partner zutreffen könnte.

                    Sie kann sich dann weiter mit seiner Krankheit beschäftigen und weiß wie sie ihn besser unterstützen kann. Selbstverständlich wird hier keiner eine Diagnose erstellen können. In meinen Augen ist die Te aber nicht über griffig sondern versucht Hilfe für sich und auch für ihren Partner zu finden.

                    Für Angehörige kann es einfacher sein wenn sie über die Erkrankung der Partner Bescheid wissen. Sie können dann einige Reaktionen des Partners besser verstehen und auch im Sinne des Partners reagieren.

                    FG blaue-rose

                    • (14) 05.08.12 - 18:33

                      >>>ich denke das es der TE helfen kann wenn sie weiß welche Diagnose für ihren Partner zutreffen könnte.<<<

                      Eine Diagnose, die Aufgrund der Beschreibung der TE in einem Forum gestellt wird? #kratz

                      Hallo,

                      *einmisch*
                      Welche Diagnose zutreffen KÖNNTE hat sie doch selber schon erforscht, vielleicht könnten auch noch andere hinzukommen, und wir User sollen jetzt anhand ihrer Angaben rausfinden, welche Krankheit ihr Partner haben könnte?
                      Ich vermute, dass nicht mal ein Fachmann nur an Aussagen eines Angehörigen eine explizite Diagnose stellen kann, dies ist sicher nur mit dem *Patienten* möglich.
                      Wie schon erwähnt wurde, hat das alles was von Lottozahlen tippen, hier eine Diagnose oder einen Verdacht abzugeben, wäre mir persönlich viel zu heikel.

                      LG Anita

                      eine diagnose ist aber nicht zuer erheiterung des partners da, sondern einzig und alleine voraussetzung für eien therapie
                      für den partner spiet es überhaupt keine rolle und verändert gar nichts, ob die krankheit nun "burn out" "depression" oder "borderline" heißt- und schon drei mal nicht, wenn diese diagnose selbst erstellt wurde.

                      wenn der partner ein interesse an hilfe hat, dann und nur dann ist eine diagnose sinnvoll um die entsprechende therapie einzuleiten.
                      so lange der partner dies nicht will und/o der seien freundin NICHT über seine störung unterrichten möchte/ seine diagnose bekannt geben möchte, so lange ist ein solches diagnosen-raten übergriffig und trägt weder dazu bei, dem anderen respekt zu zollen, ihn zu stützen oder ihm gegeben über offen und aufrichtig zu sein und ihm offen zu begnen.

                      die TE muß sich überlegen, ob sie die partnerschaft unter diesen voraussetzungen aufrecht halten möchte.
                      aber der betroffene partner ist der einzige, der entscheidet, ob er eine diagnose haben möchte oder nicht

                (17) 05.08.12 - 18:10

                Hi!

                Mein Interesse hast du mit der Überschrift auch geweckt...ich dachte es ginge dir vielleicht um die Unterschiede zwischen diesen Erkrankungen.

                Aber anscheinend möchtest du ernsthaft, dass dir wildfremde User anhand einer vagen Beschreibung eine Diagnose stellen und dir Tipps zum Umgang geben.

                Daher empfinde ich Lisas Antwort als absolut korrekt.

                Meiner Meinung nach war es sogar die hilfreichste Antwort....die anderen vor ihr klangen wie angehende Lottospieler "Ich tippe mal x...."

                Deine Beschreibung sagt überhaupt nichts aus, was eine Diagnose rechtfertigen würde. Man könnte anhand dieser Stichpunkte auch deuten: "der ist gar nicht krank, der ist bloss ein egozentrischer Arsch"
                Ferndiagnosen von Internet-Hobbypsychologen sind nichts wert.

                Wenn du dir wirklich Sorgen machst, ob dein Freund psychisch krank ist, bleibt dir bloss mit ihm zu reden und ihm einen Termin beim Psychologen nahezulegen.

                Grüsse

                serdes

        (18) 05.08.12 - 18:07

        Deine Antwort finde ich auch nicht ok #contra
        Sie will sich doch nur informieren ... und fragt nach Erfahrungen... Dazu ist doch ein solches Forum hier da ...

        Natürlich wird HIER keine richtige Diagnose gestellt...aber ich glaube darum gehts auch gar nicht...

        Soll sie in ihrem Umfeld fragen ??? ich glaube, dann könnte man eher von privaten Details hinter dem Rücken sprechen...

        • (19) 05.08.12 - 20:41

          sie will eine diagnose und hat sich vorab schon mal den spaß gemacht, und ist auf 3 diagnosen gekommen, die sie ihrem partner zuschreibt

          welchen sinn hat das zuschreiben von diagnosen deiner meinung nach?

          was wäre anders, wenn jetzt jemand sagt, es wäre depression oder "burn out"
          würde das irgend etwas verändern?

          eine diagnose ist NUR und ausschließlich dafür sinnvoll, um eine geignete therapie zu beginnen.
          wenn der partner also eine solche möchte, wird er das sicher tun
          wenn er möchte, daß die TE über seine diagnose bescheid weiß, wird er sie sich informieren.

          andernfalls haeben diagnosen keinen sinn, als den anderen abzustempeln- was keinem hilft

Bei aller Liebe, diese Selbstdiagnosen sind so zuverlässig wie der Sommer derzeit über Köln ;-) Und wenn man dann noch andere Diagnostizieren möchte.....#schwitz Lass das! Klar willst du helfen, aber du kannst keinen Menschen helfen/retten, der dies für sich selbst nicht will. Solange dein Partner nicht für sich erkennt, dass er ein Problem hat und dieses auch angehen will, ist jede Mühe die du dir machst, völlig Sinnlos. Du vergeudest Kraft und Zeit.

(21) 05.08.12 - 23:51

Hallo,

ich denke das hört sich stark nach einer Posttraumatischen Verhaltens/Belastungsstörung an (hat (unverarbeitete) Traumatas aus der Kindheit)

Ich kann dir nur raten, ihm schnell zu einem guten Therapeuten zu schicken, der ihn mal "unter der Lupe" nimmt und ihm helfen kann!

Lieben Gruß

(22) 06.08.12 - 15:26

Aus eigener Erfahrung (ich leide an schweren Depressionen) kann ich Dir nur folgendes mit auf den Weg geben:

Es ehrt Dich, dass Du so besorgt um Deinen Freund bis. Trotzdem muss ich Dir sagen, dass diese 3 von Dir benannten Krankheitsformen sehr vielschichtig sind. Das was Du liest, um ihm helfend zur Seite zu stehen, KANN...muss aber nicht zwingend hilfreich für ihn sein.
Mein Ex meinte auch, er weiß alles, nachdem er sich ein paar Seiten durchgelesen hat. Ganz ehrlich...einen Scheiß wusste er. Und helfen konnte er mir schon 3 mal nicht.
Es hat mich nur noch mehr weggetrieben, je mehr er auf mich eingelabert hat. Er hat es nur gut gemeint...klar...er war hilflos, wusste nicht, was er tun sollte. Also hat er sich an "Ratgeber" gehalten und mich damit noch mehr angewatscht.
Für Deinen Freund ist es wichtig zu erkennen, dass er Hilfe braucht, das er soweit kommt diese auch anzunehmen und begreift, dass diese Suche nach Hilfe eine Stärke und keine Schwäche ist. Erst dann wird sich sein Leidensweg verändern oder auflösen.
Es ist schwer bis unmöglich, sich in derlei Krankheiten reinzuversetzen, es ist eben kein gebrochenes Bein, was äußerlich sichtbar ist und nach 6 Wochen verheilt.
Versuch Du Dir Hilfe zu suchen, wie Du für Dich mit der Situation umgehen kannst oder lernst umzugehen. Es ist für Angehörige sehr schwer, das weiß ich durch meine Familie.
Ich hoffe, Dein Freund kommt irgendwann an den Punkt, an dem er merkt, dass er das alleine nicht schafft. Du kannst leider nur seine Hand halten, wenn er das wünscht und musst ansonsten gut auf Dich selbst aufpassen, damit Du daran nicht zerbrichst.

Alles Gute!

(23) 06.08.12 - 21:37

Du wirst weder eine Diagnose stellen, noch deinen Freund therapieren können....überlass das mal einem Psychologen. Grundvoraussetzung ist übrigens, dass er sich helfen lassen WILL...ansonsten hat es eh keinen Zweck.

(24) 02.07.13 - 13:53

Hallo,

vielleicht hilft dir folgende Seite: https://www.psycheplus.de/

Hier kannst du dich genau über die verschiednen psychischen Störungen informieren und in diesem Forum sind dann genau solchen Personen die die selben Fragen mit sich herum tragen. Vielleicht hilft es dir. Alles Gute.

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