würdet/könntet ihr einen behinderten Mann verlassen? - schlechtes Gewissen

    • (1) 21.08.12 - 09:14
      weiß-nicht-weiter

      Hallo zusammen!

      Ich weiß einfach nicht weiter und hab niemanden mit dem ich so direkt darüber reden kann :-(

      also kurz ein umriß von uns:
      16 Jahre zusammen / 9 Jahre davon verheiratet
      3 Kinder

      1 gemeinsames Haus (und gemeinsamen Kredit dafür, der noch sehr laaaange laufen wird)

      Mein Mann war schon damals gesundheitlich eingeschränkt als ich ihn kennenlernte. Er hat gearbeitet und später dann bekam er EU-Rente und verdiente sich was dazu. seit 4 Jharen geht das nun auch nicht mehr und seit ca. 2 Jahren bekommt er die Pflegestufe 2 .

      Aber in den ganzen Jahren war er schon immer sehr "streitfreudig" was Nachbarn und Behörden anging. Gut man kann damit sehr viel erreichen grad wenn man um alles bei den behörden kämpfen muß - keine Frage, ABER er legt sich ständig mit den Nachbarn an :-[

      Wir sind in den ganzen 16 Jahren ca. 7 mal umgezogen (wegen Beruf und Kindern,..) und überall hat er Streit mit den Nachbarn angefangen #aerger . Gründe waren unterschiedliche, aber er besteht auf SEIN Recht und gibt auch nicht klein bei :-(

      Jetzt wohnen wir seit ca 3 Jahren hier in unserem Haus eine Siedlung mit Einfamilienhäusern und auch hier fängt er schonwieder Sreit an #heul . Der Mann kann echt in der Wüste wohnen und würde immernoch jemanden finden mit dem er sich Streiten kann :-[ .
      Das ganze belastet mich extrem und ich hab echt keine Lust mehr. Ich habs ihm im Guten gesagt das Ich/Wir (also auch die Kinder) darunter leiden würde, aber er macht immer weiter #heul . Es geht immerwieder ums Parken vor unserem Grundstück. Der Nachbar von gegenüber steht immerwieder zuerst vor seinem Grundstück aber auf dem Gehweg - Mein mann ihn beim Ordnungsamt "angeschissen" , seitdem Steht der gute Mann bei uns vor dem Zaun auf dem Grünstreifen (vom Ordnungsamt so gesagt worden). So nun paßt dies meinem Mann aber auch nicht und er legt sich jetzt mit dem Ordnungamt an und mit dem Nachbarn. Immerwieder werden Fotos gemacht von ALLEN Nachbarn die "falsch" stehen und teilweise sogar das Ordnungsamt informiert (wenn sie direkt vor unserem grundstück parken und auf dem schmalen Gehweg) :-[

      Ich hab das Gefühl das wir immer doof angeschaut werden und auch die Nachbarn mit denen ich mich eigentlich von anfang an gut verstanden habe disdanzieren sich so langsam, mehr als Tag und tschüß ist nicht mehr drin #heul . Unsere Kinder die vorher mit den nachbarskindern gespielt haben spielen nun sehr wenig bis gar nicht mehr mit den Nachbarskindern #schmoll

      Leute ich kann nicht mehr #heul #heul #heul

      Ich möchte entlich mal irgendwo in Ruhe wohnen können wo er nicht alles kaputt macht #aerger

      ABER ich kann ihn doch nicht einfach so sitzen lassen #schmoll , grad wo er doch eigentlich keinen hat der ihn Versorgt #zitter .

      Außerdem ist ja da auch noch das gemeinsame Haus mit dem gemeinsamen Kredit, den weder ich noch er allein bedienen könnten.
      Für unsere Kinder sehe ich keine Probleme (was Umgangsrecht und der gleichen angeht, da würden wir uns einig werden)
      Aber alles andere macht mir schon Angst, weil ich nicht mit nem riesen Schuldenberg da stehen möchte #zitter

      Aber ich kann mich doch auch nicht einfach "kaputt machen" lassen. Nächsten Monat fang ich wieder an mit Arbeiten, dann ist meine Elternzeit zu Ende und dann bekomm ich gar nicht mehr mit was er hier so treibt den ganzen Tag #zitter

      Was würdet ihr machen ???
      Ich weiß echt nicht mehr weiter :-(, ich weiß nur eins : SO kann und will ich nicht mehr weiter leben #heul

      LG
      weis-nicht-weiter

      • Bei dir steht nicht im Vordergrund ich will nicht mehr weil er eine Behinderung hat, sondern weil er wohl streitlustig ist und dir dies auf den zeiger geht.

        Weiss er es denn? Sag Ihm das du darüber nachdenkst das ganze zu beenden wenn er sich nicht ein wenig ändert.

        • (3) 21.08.12 - 09:34
          weis-nicht-weiter

          "Weiss er es denn? Sag Ihm das du darüber nachdenkst das ganze zu beenden wenn er sich nicht ein wenig ändert."

          hab ich schon gemacht, mehrfach sogar :-(

          Ich hab ihn sogar eine Zeit lang "links liegen" lassen soweit es ging, damit er sieht was er eigentlich an uns hat. Keine Arztgänge mehr erledigt,.... (da hat er dann seine Mama hingeschickt, weil ich es ja nicht gemacht hab ;-) ) . Sein Essen durfte er sich selbst machen, seine Wäsche hab ich nicht gewaschen,.... .

          Aber dann denkt man er macht nichts mehr und hat aufgehört mit dem ganzen schei* und was sieht man dann ne woche später ganz zufällig #schmoll er macht HEIMLICH weiter :-[

          "Bei dir steht nicht im Vordergrund ich will nicht mehr weil er eine Behinderung hat, sondern weil er wohl streitlustig ist und dir dies auf den zeiger geht"

          Genau so ist es. Ich kann einfach nicht mehr diese ständige Anspannung ertragen "Was macht er haute wieder?" Ich und die Kinder werden ja damit trotzdem in Verbindung gebracht und müssen drunter leiden :-( , aber das ist ihm anscheinend völlig egal, hauptsache ER bekommt SEIN Recht durchgesetzt (ob nun richtig oder nicht).

          Aber mein Problem ist wirklich das ich ihn als behinderten doch nicht so einfach setzen lassen kann :-( und vorallem dann auch das gemeinsame Haus und der dazugehörige Kredit.

          Wenn die Behinderung nicht wäre und das gemeinsame Haus mit Kredit wäre ich schon lange weg, aber so kann ich das irgendwie nicht :-(

      (4) 21.08.12 - 09:34

      Meinst du nicht, dass er irgendwo ein Ventil für seine körperliche Beeinträchtigung sucht? Wenn ich innerlich unausgeglichen, unzufrieden bin, fange ich eher Streit an als wenn ich entspannt und gut gelaunt bin. Seiner Familie will er seine innere Zerrissenheit nicht so zeigen und lädt seine Wut woanders ab.

      Meinst du nicht, dass ihm eine Gesprächstherapie helfen würde all seine Gedanken laut und konkret auszusprechen? Wie er sich fühlt, was in ihm vorgeht. Vielleicht Lösungen finden. Andere Leute können für seine Behinderug nichts.

      Gruß

      • (5) 21.08.12 - 09:56

        Ja, das mag schon sein, er ist ja schon so seit ich ihn kenne, aber es ist mir vorher nicht so doll aufgefallen, hat sich mit den Jahren gesteigert.

        Eine Therapie oder Selbsthilfegruppe wurde ihm schon sehr oft angeboten, aber die lehnte er stetz ab. Sowas wäre ihm zu doof #augen .

        Zwingen kann ich ihn ja nicht dazu, nur anbieten.

        Ich hab ihm auch schonmal an den Kopf geknallt das es schon "krankhaft" ist was er macht, aber das will er partu nicht hören und schiebt die schuld dann halt auf die , die in seinen Augen alles falsch machen.

        • (6) 21.08.12 - 10:28

          schade für ihn. Durch sein Verhalten macht er sich sein Leben kaputt. Am Ende bleibt er allein, weil keiner es mit ihm aushalten wird. Er kann sich auch einen männlichen therapeuten suchen. Er kann nur eine oder zwei Probesitzungen machen und schauen. Kannst du ihm nicht einen Termin besorgen und schon vorab mit dem Psychologen reden? DAss er sich dagegen sträubt und was sein Problem ist?

          Wenn er wollte könnte er ein ganz anderer Mensch werden

          Gruß

          • hab extra nen neuen nick angelegt ;-) (brauch nicht mehr in schwarz schreiben :-P)

            Das hab ich ihm auch schon gesagt das er alle vergrault und keiner mehr was mit ihm zu tun haben will, aber das redet er sich dann schön #augen , vonwegen, die sind eh alle blöd, solche Leute bräuchte er nicht,...

            aber er würde niemals zu einem Psychologen gehen. das hatte er schonmal auf der Reha machen müssen. Da hat er halt geredet was der Psychologe hären wollte und hat seine Zeit dort "abgesessen". Auch ne Selbsthilfe war dort, die hat er auch nur besucht weil er dazu verdonnert wurde.

            Ja ich find es auch echt schade, aber was soll ich machen wenn er nicht will :-(
            hab jetzt schonmal im Forum "Trennung" nachgefragt wie es mit dem Haus,... weitergehen würde wenn ich den entscheidenen Schritt wirklich tun würde, denn ich kann nicht mehr #heul und vorallem muß ich ja auch an die Kinder denken, er vergrault ja alle die nicht in sein Schema passen #schmoll

            Vielen dank für Deine Antwort und auch Allen anderen VIELEN DANK #blume
            Es tat wirklich mal gut so "offen", wenn auch anonym

            LG
            weis-nicht-weiter

    Hallo,

    welche Behinderung hat denn dein Mann wenn ich fragen darf?

    Ich kenne so ein Verhalten von meinem Vater.

    Seine Geschichte fing 1991 an, mittlerweile ist er beidseitig beinamputiert, er war auch schon immer gern auf Zank aus und seit er nicht mehr vor die Tür geht, wurde es immer schlimmer und der ganze Frust, dass er ja nichts mehr kann und ist, bekamen meine Mutter, meine Kids und ich ab. Mittlerweile gehe ich auch nicht mehr hin (hatte auch noch andere Gründe), ich hatte es satt.

    Hat dein Mann abgesehen vom Streiten und aufpassen Hobbys?

    Grüße

"SO kann und will ich nicht mehr weiter leben "

Dann stell deinem Mann ein Ultimatum.Entweder er ändert sich (eventuell mit einer Therapie) oder ihr trennt euch.
Aus Mitleid zu bleiben ,weil dein Mann behindert ist ,finde ich falsch.

Schwierig dir zu raten, insbesondere, da es in meinen Augen eine Rolle spielt ob sein Verhalten in einem Zusammenhang mit seiner Behinderung steht oder nicht.

Grundsätzlich: Wäre es mein Mann und er wäre nicht behindert, dann hätte ich ihm schon vor langem klar gemacht, dass er entweder sein Verhalten von Grund auf ändert, sich bei Bedarf in Therapie begibt oder ich mich trenne. Spätestens jetzt würde ich die durchziehen.

Wäre es mein Mann und er wäre behindert, aber sein Verhalten hätte nichts mit der Behinderung zu tun, würde ich spätestens jetzt genau wie im oberen Abschnitt handeln.

Wäre es mein Mann, er wäre behindert, und sein unsägliches Verhalten wäre durch die Behinderung verursacht, würde ich vehement auf einer Therapie oder einer seinem Verhalten, seiner Behinderung angemessenen Unterbringung bestehen.

Im übrigen, wenn jemand Betreuung oder Pflege benötigt, ist ja ohnehin nicht immer gewährleistet, dass er Angehörige hat welche das übernehmen können oder wollen, dennoch wird niemand seinem Schicksal überlassen, dazu gibt es Fachleute, Institutionen, Ämter usw. Du bist weder gesetzlich noch moralisch verpflichtet in der Hölle zu leben, nur weil jemand in deinem Umfeld auf irgendjemandes Hilfe angewiesen ist. Du hast aber sehr wohl eine Verpflichtung deinen Kindern gegenüber. Sind solche Lebensumstände ihnen gegenüber noch zu verantworten?

Solchen Fragen musste ich mich auch stellen, als mein Exmann an Schizophrenie erkrankte.

  • (12) 21.08.12 - 10:23
    weiß-nicht-weiter

    Vielen dank für deine Antwort

    Ich hatte weiter schon geantwortet

    "Aber mein Problem ist wirklich das ich ihn als behinderten doch nicht so einfach setzen lassen kann und vorallem dann auch das gemeinsame Haus und der dazugehörige Kredit.

    Wenn die Behinderung nicht wäre und das gemeinsame Haus mit Kredit wäre ich schon lange weg, aber so kann ich das irgendwie nicht "

    Ich denke es ist bei ihm sowohl als auch. Durch seine Behinderung ist er schon sein ganzes Leben lang drauf "angewiesen" zu kämpfen. Die Kämpfe mit den Ämtern und Behörden find ich ja auch "Gut", denn ohne kämpfen bekommt man sonst nichts. Aber die unwichtigen Kämpfe mit den Nachbarn müssen doch nicht sein. Man kann sich doch auch etwas an die Mitmenschen anpassen.

    Aber ich hab auch Angst mit dem gemeinsamen Haus und dem gemeinsamen Kredit. Ich denke Alleinerziehend zu sein ist schon schwer genug, aber dann auch noch mit nem riiiiiesen Schuldenberg dazu #heul

    • Deine finanziellen Sorgen verstehe ich sehr gut, diesbezüglich gibt es bestimmt Fachleute die alles mit dir durchrechnen können?

      Wir hatten ebenfalls sehr viel mit Ämtern zu kämpfen, zuerst wegen der Schizophrenie meines Exmannes und später unter anderem deshalb, weil ein paar unserer Kinder sowohl hochbegabt als auch Autisten sind. Nun ja, der Typ der sich durch alle Instanzen kämpft bin ich nicht, wir alle nicht, dazu fehlen uns die Mittel aber auch die Charaktereigenschaften. Dadurch erhalten wir natürlich weder die Leistungen die uns zustehen würden, noch das was andere mit mehr Kampfesgeist kriegen.
      Was jedoch das Verhalten deines Mannes anbelangt: Lässt sich das wirklich noch mit seinen Erfahrungen rechtfertigen? Geht es nicht vielmehr bereits ins Pathologische rein? Mir scheint es hat das Mass und die Wahrnehmung diesbezüglich völlig verloren.

      Es gibt Krankheiten/Behinderungen welche neurologische Veränderungen auslösen, welche wiederum sein Verhalten erklären würden. Wäre so etwas die Ursache, müsstest du mit einer stetigen Verschlimmerung rechnen.

Für mich gibts eigentlich zwei ganz klare Gesichtspunkte:
Hast Du einen kranken Mann geheiratet - und er wird immer schlimmer, was das "nicht Kranke" betrifft sondern eben wie in Deinem Fall, der Umgang mit ihm, die Streitlust und alles - dann kannst Du, nach entsprechender "Vorwarnung" und Ablehnung Deiner Lösungsvorschläge ohne weiteres an eine Trennung denken.
Die finanziellen Trennungsmodalitäten müsste Dir ein Anwalt erklären. Es KANN allerdings sein, dass sich Dein Mann auf seine Krankheit beruft und die Scheidung ablehnt, dann wartest Du drei Jahre......und - inwieweit Du ihm "Unterhalt" bezahlen musst - muss auch geklärt werden. Wegen seiner "Versorgung" bei ihm zu bleiben, ist sicher falsch.

Der andere Gesichtspunkt ist: Hat man einen gesunden Mann geheiratet und viele gute Jahre miteinander verbracht und wird er dann sehr krank usw - dann ist eine Trennung so gut wie nicht möglich, denn dann wird man sich immer charakterlos vorkommen.
Aber das ist bei euch ja nicht so.
Einen ewigen Streithansel möchte ich auch nicht haben, schon als Vorbild für die Kinder nicht und mit sowas leben könnte ich auch nicht.

Eine dritte Option gibts eigentlich nicht.
LG Moni

Eine echte blöde Situation für Dich.
Warum er das macht, ist wie ich finde, offensichtlich - er fühlt sich ungerecht behandelt und wahrscheinlich vom Leben betrogen.

Der eine zerfällt in Selbstmitleid, der andere lässt es an seinen Mitmenschen aus.

Wenn Du ihm helfen willst, dann denke ich auch, daß es das Beste wäre ihn zu einer Psychotherapie zu drängen, sofern er das selbst will.

Will er das nicht, dann solltest Du mal ganz in Ruhe einen "Selbstfindungsworkshop" nur für Dich machen.

2 Tage Auszeit, wenn Du das irgenwie möglich machen kannst, ohne Kinder - geh ins Kloster bspw. (war ich auch schon, ist wirklich eine schöne Erfahrung) oder schnapp Dir eine Freundin mit offenem Horizont (eine ohne festgefahrene Meinung) und mach mal ein paar Listen, schreibe wirklich auf, was Euch noch zusammenhält.

Welche Auswirkungen eine Trennung haben könnte, pros und kontras.
Welche Auswirkungen eine weitere Partnerschaft haben könnte.
usw.

Welche Ängste Du dabei hast (aufschreiben, gedacht ist nämlich noch nicht gesehen und damit weniger offensichtlich)

Sammel mal ein paar Fragen die nächsten Tage (schreibe sie auf), ohne sie zu beantworten, damit kommst Du Deinem Ziel schon ein wenig näher - wenn klarer wird was klarer werden soll, dann kommt die Kraft meist ganz von allein, oder/und Dir wird Hilfe von außen zuteil.

Mehr fällt mir dazu leider auch nicht ein.

LG
Marcus

P.S. Ein Haus ist eine Sache und Sachen kann man verkaufen und auch Kredite lassen sich auf die ein oder andere Weise auflösen oder verändern. (sieht oft größer aus als es ist) Wenn am Ende ein verkraftbarer Verlust oder eine Null steht, dann wäre mir persönlich, das freie Leben mehr wert, als in etwas festzustecken was ich nicht will. Es fällt mir leicht das zu sagen, weil ich es selbst schon erlebt habe, ich hatte solche Angst davor, später waren es nur ein paar Stück Papier und eine Umschuldung, ging viel leichter als gedacht.

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