Lang:Hoffnungslos und aussichtslos?Meine lieblose Ehe!

    • (1) 06.09.12 - 23:24
      it's me

      Hallo an alle da draußen,

      ich wollte gerne etwas über mich schreiben und mir mein Problem von der Seele schreiben.

      Es geht um meinen Mann und mich.Wir sind seit 19 Jahren zusammen und seit 14 Jahren verheiratet.Haben 2 Kinder,einen Hund und ansonsten keine äußerlichen Probleme.

      Wir wohnen in einer großen Mietwohnung mit tollem Garten,es ist alles geregelt,wir sind beide berufstätig und haben ein gutes Einkommen,können unseren Kindern vieles bieten,wir haben unsere Hobbys und ich sollte zufrieden sein mit allem,wie es ist.

      Aber das bin ich eben nicht.Seit etwa einem halben Jahr beschäftigt mich die Frage nach der Zukunft unserer Ehe.

      Mein Mann und ich mussten lange auf unsere Kinder warten,weil ich mehrere Fehlgeburten hatte und wir zuletzt Sex nach Plan hatten.Es war für meinen Mann nicht gerade prickelnd und stressfrei,aber der "Lohn der Arbeit" ließ dann nicht lange auf sich warten und wir wurden Eltern.

      Leider hatten wir in den 3 Jahren nach der Geburt des 1.Kindes ungefähr so oft Sex,wie ich Finger an der rechten Hand habe und mein 2.Kind erscheint mir wie ein Wunder-es ist ein absolutes Wunschkind-es klappte sofort beim ersten Termin im "Trainingslager".Gott sei Dank!

      Seitdem mein 2.Kind auf der Welt ist-und das sind schon nunmehr 6 Jahre
      -haben mein Mann und ich nie mehr miteinander geschlafen.Dennoch war bis vor einigen Monaten/Jahren alles o.k..Meine Kinder haben mich so beschäftigt,dass ich kaum Gedanken an unser Sexleben verschwendet habe.
      Ich war voll und ganz ausgelastet und mir fehlte es an sozusagen nichts.Mein Mann ergriff auch nie die Initiative.Wir leben wie Bruder und Schwester und wir verstehen uns im Alltag gut.
      Es ist in der Tat so,dass es zwischen meinem Mann und mir keine Zärtlichkeiten mehr gibt,keine Berührungen,nichts.Sie verschwanden ganz leise aus unserem Leben.Natürlich fehlt mich das.Dass es so ist spüre ich erst jetzt,wo ich nun etwas mehr Luft habe im Leben.

      Dann aber begann der Wandel.Die Kinder wurden größer und ich veränderte mich ebenfalls,soll heißen,dass ich mir wieder Gedanken um meine berufliche Zukunft mache,meine wö.Arbeitszeit erhöht habe,recht viel abgenommen habe,so viel,dass ich wieder die Alte bin und mich wieder so kleiden kann,wie ich es mag.Bin also schon wieder ansehnlich!Ich unternehme gelegentlich-ich meine,es ist nicht so viel-etwas ohne meinen Mann und gehe meinen Hobbys (außerhalb des Hauses) nach.

      Ich habe auch jemanden kennengelernt,für den ich mehr empfinden könnte,von dem ich aber weiß,dass er liiert ist und daher mache ich mir da keinen Kopf.Diese Sache hat mir allerdings klar werden lassen,dass ich mich nach Liebe sehne,nach all dem,was halt dazu gehört.
      Wenn ich manchmal Pärchen sehe,werde ich total neidisch auf sie und frage mich,wie sie es geschafft haben,einander nah zu bleiben,oder ich frage mich,ob das viell.frisch Verliebte sind.Aber wenn es Leute in meinem Alter sind,dann frage ich mich,ob die denn noch Sex miteinander haben oder nicht oder ob sie auch mal Händchen halten!!!???
      Ich bin neidisch auf meine Freundinnen,die Sex haben und eine auch ansonsten intakte Beziehung führen.

      Mit diesem neuen Mann ist mir klar geworden,dass ich mich von meinem Mann so weit entfernt habe,dass ein Zurück aus meiner Sicht unmöglich ist.Ich könnte und möchte ihn nicht mehr küssen,mit ihm Sex haben.Dazu bin ich schon emotional zu weit weg von ihm.Ich denke,mein Mann sieht das ähnlich.

      Es gab auch schon zwei-dreimal Streit zwischen uns,er wurde so wütend,dass ich meine, Hass in seinen Augen und seiner Stimme gespürt zu haben.Beim letzten Mal habe ich in diesem Moment Angst gehabt,er würde mich schlagen,was er nicht tat,aber seitdem sind meine (letzten) Gefühle für ihn endgültig erloschen.Als ob ein Schalter umgelegt worden wäre.
      Er war es,der das Wort "Scheidung" erwähnt hat.Danach aber nie wieder.

      Jetzt komm ich zum eigentlichen Problem.
      Eigentlich geht es mir/uns gut.Wir sind für unsere Kinder gute Eltern,wir unternehmen immer noch zusammen Sachen,nach außen sieht alles wunderbar aus.Streit gibt es selten,im normalen Rahmen.
      Ich habe auch noch nie jemanden vom Zustand unserer Ehe erzählt und von meinen Gefühlen und Gedanken,denn wie sollte mein Mann dann dastehen?Ich will ihn nicht bloß stellen in diesem Sinne.
      Aber ich liebe ihn nicht mehr.Ich liebe ihn nicht mehr,es ist nur noch diese "Verbundenheit"unserer Ehe.Wir reden aber nicht darüber.Das Thema wird verdrängt von uns beiden.
      Was wäre ich für eine Mutter,wenn ich meinen Kindern dieses Leben,diese Normalität nehmen würde.Bei einer Trennung würde sich ihr ganzes Leben ändern und vieles würde dann schwieriger.Klar,ich könnte unser Leben finanzieren,da ich ja auch arbeite,aber ganz klar hätten wir finanzielle und zeitliche Einbußen hinzunehmen.
      Außerdem halte ich mich für einen verantwortungsbewußten Menschen,der einmal eine Entscheidung getroffen hat,nämlich mit meinem Mann eine Familie zu gründen.Ich will meinen Kindern eine Familie geben,sie in ihrer Umgebung lassen,es ist doch ganz klar,dass Kinder aus einem "intakten"Elternhaus gefestigter sind.

      Ach Scheiße,bin ich wirklich so eine,die sich in die Arme eines anderen flüchtet,wenn die Beziehung krank ist,wenn sie mit ihrem Mann keinen Sex mehr hat.Nee,erstens flüchte ich nicht in die Arme eines anderen,da der jawohl schon vergeben ist,zweitens hätte ich gerne zuerst eine saubere Trennung und klare Verhältnisse,bevor ich eine neue Beziehung eingehen würde.
      Ich denke so oft daran,wie schön es wäre,wenn ich mit meinen Kindern eine eigene Wohnung hätte.
      Ich wünsche mir Liebe,ich will keine lieblose,sexlose Ehe führen.
      Das ist so normal,was ich da empfinde.Ich bin gerade mal 40 Jahre jung und denke,dass ich für den Rest meines Lebens "versauern" muss.
      Was lebe ich meinen Kindern überhaupt vor?So wie unsere Beziehung ist,so soll doch nicht das Bild sein,das sie von der Ehe haben.

      Bin ich zu egoistisch,wenn ich mir eine andere Partnerschaft wünsche.Ich weiß nicht.

      • (2) 06.09.12 - 23:39

        Ihr habt beide versäumt, an eurer Partnerschaft zu arbeiten und steht jetzt vor den Scherben eurer Ehe.
        Du hast deine Käseglocke abgestreift, bist partiell wieder wach geworden und erwartest mehr vom Leben als eine Bruder/Schwester-Ehe.
        Du traust dich aber nicht, die Konseqeunzen da raus zu ziehen, weil es dir eigentlich doch recht gut geht.
        Such nicht nach Vorwänden, etwas zu ändern, stell fest, was du willst und handle entsprechend und steh zu deinen Entscheidungen.

        (3) 07.09.12 - 07:00

        Hallo.

        Ja, das kenne ich. Nur, dass ich mich mit meinem Ex jeden Tag dann schon gezofft habe. Ich habe mich gar nicht mehr auf zuhause gefreut. Wenn ich schon dran gedacht habe, ihn zu sehen, wäre ich am liebsten wieder gegangen. Also bei mir war die Liebe schon total weg und ist schon teilweise in Hass umgestiegen. Er war aber auch so egoistisch, musste auch alles alleine stämmen, Arbeit, drei Kinder, Haushalt etc. Habe es auch viel zu lange mit mir machen lassen. Es ging dann soweit, dass er nur noch sein Ding gemacht hat, zuhause war ihm alles egal. Er kam nachhause und auf die Couch und Beine hoch. Nach dem Motto, jetzt kannst du mal was machen, ich habe den ganzen Tag gearbeitet. Klar, ich hatte ja in der Zeit Däumchen gedreht. Also es kam auch keine Liebe mehr rüber, keine Zärtlichkeiten, Küsse geschweige denn Sex. Aber ehrlich, mit ihm wollte ich auch keinen mehr. Er hat mich schon angewidert. Ich war am Ende, dachte, das soll doch jetzt nicht bis zum Ende meines Lebens so gehen, ich war gerade mal 38. Da schmiss ich das Ruder rum. Für mich und den Kindern. Die litten nämlich auch schon darunter. Naja, und in dieser Zeit bekam ich wieder Kontakt zu meiner Jugendliebe (nach zwanzig Jahren). Wir schrieben uns und erzählten uns die letzten zwanzig Jahre. Und ich merkte, dass da was passiert in mir. Ich hatte wieder verliebtes Kribbeln. Naja, und so entstand wieder eine Liebe, die nie weg war, nur durch eine andere Beziehung verdrängt wurde. Er ist das ganze Gegenteil. Liebenswert, hört zu, hilft mir im Haushalt, kommt mit den Kindern super klar. Da war mir klar, mit ihm möchte ich zusammenleben. Ich trennte mich von meinem Ex (was er nicht verstehen konnte) und jetzt bin ich seit zwei Jahren wieder verheiratet, mit meiner Jugendliebe. Haben einen gemeinsamen Sohn noch zusammen und alles ist so, wie ich mir das vorstelle. Und ich muss sagen, so möchte ich bis zum Ende meines Lebens leben.

        Wie du siehst, bist du nicht alleine mit den Gefühlen und es ist völlig normal. Wenn ihr euch beide sogar einig seid, dass eure Ehe nur noch auf Freundschaft basiert, dann bringt es nichts mehr. Und du wirst immer unglücklicher und das kann nicht gut sein. Und dass dann da ein neuer Mann deine Gefühlswelt durcheinander bringt ist völlig klar. Und deinen Kindern wird es auch besser gehen, wenn du glücklich bist. Die bekommen eine Menge mit, das glaube mal. Mein Große (jetzt 22) sagte mal vor kurzem, dass ich das beste getan habe. Ich bin ein ganz anderer Mensch.

        Mach, wonach dir jetzt ist. Rede mit allen, Mann und Kinder und vielleicht ist es ja einfacher als du denkst. Und die Kinder kommen auch damit klar. Solange ihr noch vernünftig miteinander umgeht und keine bösen Worte fallen.

        Viel Glück.

        LG Hermina

        Wenn du noch Fragen hast, dann melde dich ruhig über PN.

        Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, dir zu schreiben. Kannst du mich daran erinnern, dich anzuschreiben ((jahaaa, du bist in grau unterwegs, antworte einfach hier auf dieses Posting von mir, ja?)?
        Denn das hier, das ist das Thema schlechthin, dass unglaublich viele Ehen betrifft.

        Ich bin mir sicher, nicht nur ich erkenne mich in deiner Geschichte wieder. Und ich würde dir gern ehrlich und aufrichtig sagen, was da so in den Köpfen passieren kann.

        Aber gerade heute - puhhh #schwitz, die Zeit.

        Wie dem auch sei, es würde mich freuen, denn auch wenn wir dir hier keine Entscheidungen abnehmen, kannst du dir doch etwas Hilfe holen, indem du liest, wie es anderen Usern in genau derselben Situation ergangen ist.

        (auf dass ausser mir noch so einige antworten werden.)

        L G

        White (immer dieses reale, fordernde Leben, verdammich aber auch;-))

      (6) 07.09.12 - 07:42

      Ich glaube, das ihr das zurückerobern könnt was ihr hattet.

      Euch beiden würde ich eine Eheberatung wärmstens ans Herz legen - denn bei euch würde es sich wirklich lohnen, die Ehe aufrecht zu erhalten. Ihr versteht euch im Alltag gut, ihr habt gemeinsame Kinder, ein gutes Leben.

      Wirf das nicht einfach weg. Mir ist klar, das du jetzt keinen Weg siehst raus aus diese Öde. Du schaust sozusagen in die falsche Richtung, statt dich umzudrehen und den blühenden Garten hinter dir zu sehen. Dein Mann macht es genauso.

      Ihr beide braucht jemanden, der euch zeigt, wie man den Kopf dreht und den Blickwinkel ändert ...

      • (7) 07.09.12 - 12:38

        Denkst du das wirklich?
        Ich kann mir keine Nähe zu meinem Mann mehr vorstellen,die Anziehung ist weg,die Gefühle auch...
        Was ich jetzt noch weiß,ist:Ich will nicht!
        An früher habe ich auch schon gedacht,aber die Zeiten sind andere,es ist etwas dazwischen gekommen (der Hass in seiner Stimme,seinen Augen damals...).

    (8) 07.09.12 - 08:29

    Hallo it´s me

    deine Worte hätten meine sein können. Ich lebe in genauso einer Gefühls-und Gedankenwelt wie du. An manchen Tagen denke ich mir, das kann doch nicht alles gewesen sein und dann sind da wieder Tage da denke ich, mir geht es wirtschaftlich viel besser als vielen anderen und das für Sex aufgeben? Was ist, wenn ich den aus irgendwelchen Gründen mit dem neuen Partner dann auch nicht mehr haben könnte? Den nächsten potenten Kerl suchen???

    (9) 07.09.12 - 09:56

    Du schreibst, Du redest mit Deinem Mann nicht über die momentanen Gefühle? Ich bin der Meinung, genau das solltest Du aber tun. Am besten mit einem Mediator/Berater. Du gibst ihm und Dir doch gar keine Chance an der Situation was zu ändern?

    Vielleicht könnt Ihr zusammen neu entdecken, was Euch damals zusammengebracht hat.
    Weißt Du, ob es ihm nicht vielleicht genauso geht und er die gleichen Gedanken hat?

    Eure Beziehung ist eingeschlafen, vielleicht lässt sie sich neu erwecken, vielleicht aber auch nicht. Wahrscheinlich habt ihr schon zu lange gewartet, es zu versuchen. Wieso ein Gespräch nicht schon nach 1 oder 2 Jahren fehlender Zärtlichkeit?

    Ein bißchen klingt es auch nach "Mitlifecrisis". Gerade ab dem Punkt, als Du jemanden kennengelernt hast.

    Ich wünsch Euch alles Gute und den für Euch richtigen Weg.

    (10) 07.09.12 - 11:08
    mir geht's so ähnlich

    Hey Du,

    in gewisser Weise geht es mir so ähnlich und ich erkenne mich wieder, in dem was Du schreibst. Die gleichen Ängste & Bedenken, die Du im Falle einer Trennung hast habe ich auch (u. a. finanzielle & zeitliche Einbußen, etc.).

    Bin 40, verheiratet seit 12 Jahren, seit 15 Jahren ein Paar. Das jüngste Kind 6 Jahre, das größere wird 9. Berufstätig war ich durchgängig, habe nicht mal Pause gemacht, als die Kinder auf die Welt kamen (hatte finanzielle Gründe). Seit 1 Jahr macht sich bei mir ganz offensichtlich Unzufriedenheit breit. Ich war schon viel länger unzufrieden, aber die Arbeit und die Kinder haben mich so beschäftigt, dass andere Gedanken immer wieder verdrängt wurden. Wir haben schon seit Jahren Kommunikationsprobleme in unserer Ehe. Mein Mann redet im Job viel, privat sehr wenig. Wenn er abends heim kommt, empfängt er oft noch geschäftliche Telefonate oder hängt vor dem Laptop. Gemeinsame Freizeitinteressen = 0. Die Wochenenden mit ihm sind zum Gähnen langweilig. Wenn von mir keine Initiative kommt, sitzen wir das ganze WE zu Hause. Wobei ich sagen muss, dass wir ein schönes Haus mit großem Garten haben, aber das ist es letztendlich nicht was glücklich macht. Über unsere Probleme reden wir erst in letzter Zeit, seitdem offensichtlich ist, dass wir in einer Sackgasse stecken. Ich habe es auch irgendwann aufgegeben, konstruktiv mit ihm zu reden. Es kam kaum was zurück. Wir pflegen seit Jahren aus meiner Sicht einen lieblosen Umgang miteinander (ist meinen Eltern schon lange aufgefallen). Küssen kaum, in Arm nehmen so gut wie nie.
    Weder ich noch die Kinder werden von meinem Mann in Arm genommen. Dass er so mit den Kindern umgeht tut mir seh weh, aber er wird sich nicht ändern, er war schon immer so. Ich dagegen gehe liebevoll mit den Kindern um, versuche das auszugleichen, was er nicht kann. Tja, dass ich bei so einem Verhalten auch irgendwann den Spaß am Sex verloren habe (er übrigens nicht!!) denke ich ist auch nachvollziehbar. Ich habe während meiner Ehe schon den ein oder anderen Seitensprung hinter mir, wobei ich meine Ehe nie in Frage gestellt habe. Seit einigen Monaten verweigere ich den Sex, was zu noch mehr schlechter Laune führt. Ich kann ihn körperlich einfach nicht mehr an mich ran lassen, weil emotional so viel zwischen uns ist... Eine zeitlang habe ich mich gezwungen, aber nun möchte ich einfach nicht mehr.

    Nach außen hin waren wir seither immer das perfekte Paar. Wir sind beide lustig, gebildet, pflegen einen guten Lebensstandard. Aber wenn die Liebe abhanden gekommen ist hilft auch irgendwann der Lebensstandard nicht mehr, das zu kompensieren.

    Tja, nun ist es so, dass ich vor einigen Monaten während eines Urlaubs mit einer Freundin einen Mann kennen gelernt habe. Er ist in einer ähnlichen Situation wie ich. Seit 20 Jahren mit seiner Frau zusammen, 2 Kinder, liebloser Umgang miteinander. Mehr oder weniger nur noch eine Ehe auf dem Papier. Wir verstanden uns von Anfang an, liegen auf einer Wellenlänge, können uns super unterhalten, es passt einfach. Wir beide können uns vorstellen, im richtigen Leben irgendwann zusammen zu kommen. Nur ist es so, dass er am anderen Ende von Deutschland wohnt .... also alles nicht so ganz einfach. Wir telefonieren täglich und sehen uns ab und zu. Emotional sind wir uns ganz nah, wie mir in den Jahren meiner Ehe noch nie jemand kam. Ja, ich könnte mir mittlerweile vorstellen, ein neues Leben zu beginnen. Aber auf der anderen Seite habe ich große Angst, die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen, auch für mich wäre es mit finanziellen Einbußen verbunden.

    Unabhängig davon, was aus dieser Geschichte mit dem anderen Mann wird, hat es mir gezeigt, dass mein Leben so nicht weitergehen kann. Dass ich seit Jahren ein Leben entgegen meinen Bedürfnissen lebe. Ich habe die Bedürfnisse meines Mannes gelebt und mich selbst hinten angestellt. Ich bin 40, ich kann doch nicht so für den Rest meines Lebens weiter leben! So lieblos, keine gemeinsame Interessen, das macht mich so langsam echt fertig. Mittlerweile bin ich froh, wenn mein Mann geschäftlich einige Tage unterwegs ist. Ich bin manchmal schon regelrecht agressiv, wenn ich ihn sehe.

    Die letzten 6 Monate habe ich sehr viel Zeit verbracht, mich und mein Leben zu analysieren. War sogar auf einem Persönlichkeits- und Identitätstraining. Meine Eltern und die engsten Freunde wissen mittlerweile schon Bescheid, dass der große Knall in den nächsten Monaten bevorstehen könnte. Alle haben Verständnis, dass ich so nicht weiterleben möchte. Meine Eltern haben es schon vor Jahren kommen gesehen ....

    Nun haben wir nicht nur Kommunikationsprobleme, auch finanzielle Sorgen haben uns lange verfolgt (über Jahre hinweg. Immer wieder und wieder). Ich habe schon oft finanziell zurückgesteckt und Dinge bezahlt (Raten für Immobilien), die mir nicht gehören. Das alles hat im Laufe der Zeit zu richtig Stress in unserer Ehe geführt, weil mein Mann es für selbstverständlich angesehen hat und ich nicht. Ich fühle mich ausgenutzt. Aber na ja, mein Mann ist ein excellenter Vertriebsmensch, der gut manipulieren kann. Und so habe ich mich auch jahrelang manipulieren lassen. Ihm war schon immer wichtig, ein großes Auto zu fahren, ein schickes Haus in einer tollen Wohngegeben zu besitzen. Nach außen hin alles hei tei tei, nach innen sah es oft anders aus. Was hatte ich Schlaflosnächte & Existenzängste .... aber das hat ihn alles wenig berührt.

    Ich wünsche Dir, dass Du die richtige Entscheidung triffst. Du weißt, wir alle leben nur einmal. Das sage ich mir jeden Tag. Und Kinder merken es, wenn es zwischen den Eltern nicht mehr stimmt. Mir fällt der Absprung auch sehr schwer, aber ich glaube, bei mir wird

    es nicht mehr lange dauern, bis mir der Kragen platzt.

    Ganz liebe Grüße

    • (11) 07.09.12 - 12:39

      Lieb von dir,mir zu antworten.

      Ich weiß, es klingt so abgedroschen, aber mir hilft in solchen Entscheidungmomenten oft das Gedankenexperiment, an was ich positiv zurückdenke werde, wenn ich am Ende bin. Es ist icht so, dass ich dann vollkommen nach dem Lustprinzip handel, aber dennoch kann ich in solchen Momenten ziemlich klar identifizieren, was mir eigentlich wichtig ist. Ich wünsche euch beiden alles Gute! d

      • (13) 07.09.12 - 21:54

        Meinst du,du stellst dir vor,was du am Ende deines Leben-quasi am Sterbebett-über die Situation denken wirst und wie du zurück blicken wirst?
        Interessanter Weg zu einer Lösung zu kommen.Echt gut.
        Ich hatte auch schon mal so einen Gedanken.

(14) 07.09.12 - 12:55

Hallo it´s me,
Man merkt deinem Bericht deine innere Einsamkeit an! Dass du irgendetwas ändern musst liegt wohl klar auf der Hand. Ich denke, du hast die Möglichkeiten, entweder deine Beziehung zu beenden und woanders dein Glück zu suchen (mit allen Konsequenzen für dich und die Kinder) oder noch ein letztes Mal ernsthaft zu versuchen, deine Beziehung zu retten.
So wie deine Beschreibung klingt habt ihr, bis auf wenige heftige Streitigkeitn, weitgehend friedlich nebeneinander hergelebt, wie du schreibst "Wir leben wie Bruder und Schwester und wir verstehen uns im Alltag gut". Das sind, denke ich, nicht die schlechtesten Voraussetzungen, noch etwas zu retten. Ich unterstelle einfach mal, dass du diesen Mann irgenwann geliebt hast, ihn dir bewusst rausgesucht hast. Die Eigenschaften, die dich damals angezogen haben lassen sich vielleicht wieder entdecken.
Hat er denn noch Interesse die Beziehung zu retten., wäre er bereit daran zu arbeiten? Vielleicht war das Wort "Scheidung" auch eine Art Hilfeschrei, weil er innerlich genauso einsam ist wie du?
Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich denke, eine Beziehung ist es einen echten Versuch wert, sie zu retten. Und so wie du schreibst bekomme ich den Eindruck, du denkst vielleicht ähnlich. Ich selbst bin mitte 30, kenne meinen Mann seit 17 Jahren, wir sind 12 Jahre verheiratet und haben 5 Kinder. Natürlich gibt es Phasen, in denen man sich näher ist und welche, in denen der Stress und die Alltagshektik die Liebe überdecken. Aber ja, wir halten noch Händchen, und auch wenn das Liebesleben nicht mehr ganz so rege ist, es ist durchaus noch vorhanden. Es kann funktionieren!
Vielleicht liest du dir mal "Die fünf Sprachen der Liebe" von Gary Chapman durch, ich halte sehr viel von diesem Buch, auch wenn es für meinen Geschmack manchmal ein bisschen arg glaubensbasiert ist, aber die Grundideen sind sehr aufschlussreich! Vielleicht seid ihr beide furchtbar einsam, jeder will sein bestes tun, aber es kommt beim anderen nicht an.
Entschuldige, wenn ich zu viel hineininterpretiert habe und du innerlich schon längst mit deine Ehe abgeschlossen hast und schon längst auf dem Absprung bist. Aber ich bekomme von deinem Text einfach das Gefühl, dass es dein Traum wäre, die Liebe, nach der du dich sehnst, von deinem Mann zu bekommen und deinen Kindern eine glückliche Beziehung ihrer Eltern vorzuleben statt "zu versauern" oder zu gehen. Vielleicht lässt sich so ein Traum ja verwirklichen! Alles Gute!

(15) 07.09.12 - 14:27

"es ist doch ganz klar,dass Kinder aus einem "intakten"Elternhaus gefestigter sind."

Wie definierst Du denn intakt?

Übrigens war das Elternhaus meines Sohnes nach der Trennung von seinem Papa intakter als vorher. Und ich muss nicht befürchten, dass er irgendwann fragt: "Mama, warum küsst Du und Papa Euch eigentlich nie, so wie die Eltern von XY es machen?". :-)

  • (16) 07.09.12 - 15:24

    Ganz genau! Ich habe noch nie gesehen, dass meine Eltern sich küssen oder zu zweit was machen (und dabei meine ich keine Einladung zum Geburtstagen oder so) Sie haben uns überhaupt keine liebevolle Ehe vorgelebt. Ich hätte denken können, dass das normal ist. Nur zu meinem Glück hab ich auch Ferien bei meiner Tante und ihrer Familie verbracht und konnte sehen wie sich ein Mann und eine Frau lieben und sich das auch zeigen! Manchmal tut mir meine Mutter leid. Vielleicht wäre sie mit einem neuen Partner eine ganz andere geworden und wäre jetzt zum Teil nicht so verbittert und resigniert.

    Mich und meinen Ex verbindet eine ganz gute Freundschaft. Wir gehen mit Respekt miteinander um, lachen zusammen, unternehmen was mit Kind, gehen zu allen schulischen Verantstaltungen gemeinsam. Unsere Tochter hat uns nie streiten gesehen. Eben weil keine Liebe mehr zwischen uns ist. Wir hätten auch wie eine WG zusammen leben können, es hätte sicher funktioniert. Aber: so hat jeder doch noch sein Stück Leben und die Möglichkeit, sich zu verlieben. Meine Tochter hat auch mal gefragt warum wir uns nicht "lange" küssen. Ich habe ihr erklärt, dass Mama und Papa nicht ineinander verliebt sind. Damit hat sie sich zufrieden gegeben.

    Also ich bin zufrieden mit meiner Situation. Ich habe auch Zeiten für mich wenn sei bei papa ist, er wiederum hat auch sein Leben.

    (17) 07.09.12 - 20:58

    Mit "intakt" habe ich eine klassische Familienkonstellation gemeint:Mutter,Vater,Kinder.Es sei dahin gestellt,ob verheiratet,wilde Ehe oder Patchwork,aber auf jeden Fall ein stabiles Familiengefüge.
    Ich sage nicht,dass es nicht auch andere Fälle gibt,wo Kinder gefestigt sind trotz alleinerziehender Elternteil.Ich denke,so ein Gefüge erleichtert vieles.

    Ich habe auch die gestresste Mutter vor Augen,die als Verkäuferin bis 20.00Uhr arbeitet und ihr Kind kaum sieht,während dieses sich selbst überlassen ist.Ein Horrorszenario in meinen Augen.
    Natürlich kann kein Kind gesund aufwachsen,wenn sich seine Eltern anfeinden und hassen,o.ä.,dann ist ein Trennung das Beste,was dem Kind passieren kann.

(18) 07.09.12 - 14:45

Hallo!

Warum brichst Du denn nicht erst einmal das Schweigen, das zwischen Euch herrscht?

Es hört sich vielleicht leicht an, Trennung, Scheidung dann kommt das neue Glück!

Aber das ist doch gar nicht gesagt- dass Du dann glücklicher, zufriedener bist.

Weniger langweilig ist alleinerziehend sein allerdings, das ist mal klar. Allerdings nicht gerade im positiven Sinne:-)

In Deinem Beitrag ist ehrlich gesagt kein Leidensdruck (auch wenig Gefühl) herauszulesen. Du bist absolut gelangweilt in Deiner Ehe, das ist offensichtlich.

Langeweile kann auch sehr aufs Gemüt gehen!

So ein richtiges Bild kann ich mir, ehrlich gesagt, von so einer Ehe nicht machen, ich kann mir nicht vorstellen, wie erwachsene Menschen "keinen Sex zu haben" nicht ansprechen oder eben eine solch verfahrene Situation jahrelang todschweigen! Warum macht man nicht einfach den Mund auf? Warum geht man nicht einfach zu seinem Partner und fordert den Sex ein?

Meine Vorschreiberinnen haben Dir Eheberatung empfohlen und dem muss ich mich anschließen.

Es geht anscheinend wirklich nicht. Eine Beziehung funktioniert wohl echt nicht, wenn man rein gar nichts für sie tut.

Eine Trennung, fände ich in Deiner Situation mehr als schade.

Ich wünsche Dir das Du vielleicht einen Weg siehst, dem vermeintlich, schönen (denn das ist es in der Realität ganz und gar nicht) alleinerziehenden Leben zu entgehen!

  • (19) 07.09.12 - 21:42

    Hallo,

    du liegst ganz richtig.Ich bin in meiner Ehe gelangweilt.

    Das heißt jedoch nicht,dass mein Alltag so langweilig ist.Ganz und gar nicht,oft reichen mir 24 Stunden am Tag nicht.Ich habe ja 2 Kinder,bin in einem recht hohen Umfang berufstätig,habe einen Hund,Freunde,Familie,Hobbys...

    Mein Mann und ich haben uns nicht mehr viel zu sagen,wir haben uns voneinander entfernt,ich kann das nur so ausdrücken.
    Wenn du in einer guten Partnerschaft/Beziehung lebst und so was noch nie erlebt hast,dann kannst du das nicht so verstehen.Ich wusste auch nie,wie sich dieses Wort anfühlt,jetzt schon.Und:Sex einfordern bei null Gefühl für einander?Käme mir nie in den Sinn,nicht,wenn einer bereits den anderen nicht mehr liebt.

    Leidensdruck?Ich wollte meine Situation lediglich schildern,ohne allzu emotional zu schreiben.Mir ist klar,dass das kein Zustand ist und sich irgendwas ändern muss.Und wenn ich intensiv und dauernd daran denken würde,dann würde es mir völlig zusetzen und ich würde depressiv.Es geht doch um mein Leben,ich weiß ja,dass ich nur eines habe und nun in einer Situation stecke,die nie auf dem Plan stand.
    Ich halte die Trauer und Enttäuschung womöglich bewusst/unbewusst auf Abstand.Ich muss funktionieren und alltagstauglich sein und weiß,dass ich meinen Kindern und mir eher schaden würde,würde ich mich gehen lassen würde.

    Ja,ich bin gelangweilt von dieser Beziehung,weil sie mich nicht froh und glücklich macht.Ich bin kein Typ,dessen Glück vom Sex abhängt,der bei einer Flaute im Bett geht.
    Mir fehlen einfach Zärtlichkeit,Liebe,Zuneigung,Lachen,Freude,Spaß,Gespräche und in meinen Augen grundlegende Bestandteile einer Beziehung.Diese möchte ich nicht einfach nur einfordern,ich fühle(jetzt werde ich kitschig,aber die Worte tatsächlich passen gut),dass ich all das auch geben kann und das mein Leben ausmacht.
    Daran,dass uns diese abhanden gekommen sind,habe ich auch meinen Anteil.
    Aber ich kann die Zeit nicht zurück drehen und im richtigen Moment korrigieren.
    Ich kann nur noch einlenken.

    Ich muss sagen,dass ich froh bin,dass mir hier so viele antworten.Das hilft mir,vielleicht bringt es mich ja weiter.

    (23) 08.09.12 - 09:10

    Sorry, nochmal ich, aber mich lässt dein Schreiben irgendwie nicht los!
    Ich weiß, man kann auch bei mir sagen "die redet sich leicht", aber wir haben im Freundeskreis/Verwandtschaft auch schon Situationen wie eure erlebt, und auch wir hatten nicht nur Sonnentage, von daher erlabe ich mir trotzdem nochmal eine Aussage:
    Ich finde, du solltest die Karten offen auf den Tisch legen. Red mit deinem Mann, ob er bereit ist, zur Paartherapie oder Ähnliches zu gehen, notfalls auch mit der Ansage: Wenn sich nichts ändert, gehe ich, ich halt das nicht mehr aus. Und setz dir einen Zeitrahmen, wie lange du bereit bist, an der Ehe zu arbeiten, vielleicht hilft dir das psychisch, es scheint dann nicht alles so für die Ewigkeit. Ein Jahr bewusste Rettungsaktion ist, meiner Meinung nach, für eine langjährige Ehe mit gemeinsamen Kindern, sicher nicht zu viel investiert. Natürlich lässt sich die Zeit nicht zurückdrehen, aber vielleicht gibt es einen gemeinsamen Neuanfang. Wenn nach z.B. einem Jahr keine Fortschritte zu merken sind oder dein Mann überhaupt nicht bereit ist an sich zu arbeiten (aber du musst vielleicht sehr deutlich werden, manche Männer sind in Beziehungsfragen einfach schwer von Begriff) dann würde auch ich sagen - geh!

(24) 07.09.12 - 17:23

Ich lese das so, dass du dich von deinem Mann entfernt hast und der es hat laufen lassen... erstes Kind, zweites Kind, jeder macht sein Ding und plötzlich öffnet man die Augen und alles ist anders. du meinst Hass gesehen zu haben, hattest Angst geschlagen zu werden, glaubst, dass es deinem Mann auch so geht.
unterm strich bleibt aber nur dein Glaube, deine Einstellung... es würde mich nicht wundern, wenn diese Einstellung von dir als Reaktion auf sein Verhalten gesehen wird. es ist längst Zeit zu reden... Mit Mediator...

(25) 08.09.12 - 16:21

Hallo it's me,

ich habe mir einige der Antworten durchgelesen und kann auch die verstehen, die sagen: Rede mit deinem Mann!, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es dazu schon zu spät sein kann, denn es ging mir genauso. Ich wäre im Nachhinein froh gewesen, früher mit einem Forum wie urbia in Berührung gekommen zu sein, denn ich denke, dann hätte ich damals vielleicht noch das Ruder rumreißen können, ehe es zu spät war (aber ich hatte eine lange Familienpause und keinen Zugang zum Internet, mein Ex-Mann hat sich immer gegen einen PC im Haus gesperrt und last but not least hatte ich auch noch nicht die Erkenntnisse die ich heute habe, habe meine Leben noch nicht so reflektiert).

Wir hatten eine genauso eingeschlafene, lieblose Beziehung, lebten aber fast streitfrei und waren nach außen die perfekte Familie! Nur ich wurde immer unglücklicher, mir fehlte Zuneigung und Zärtlichkeit, meinem Ex-Mann fehlte nur der Sex, der bei uns am Ende auch schon ca. 1-2 Jahre komplett gefehlt hatte. Ich wollte einfach nicht mehr. Tagsüber kein nettes Wort, keine Umarmung, aber dann im Bett heiße "Liebe", das funktionierte einfach nicht mehr.

Irgendwann habe ich den Absprung geschafft, mit so wenig Einschnitten wie möglich für alle Beteiligten (z.B. geringe räumliche Entfernung). Aber unsere Tochter ist natürlich die Leidtragende und ich bereue noch heute, nicht rechtzeitig den Dreh gefunden zu haben, mit meinem Ex-Mann zu reden, an der Partnerschaft zu arbeiten. Als dann der Scheidungswunsch ausgesprochen war, war es längst zu spät. Die noch begonnende Paartherapie war mehr so eine Alibihandlung von uns, um uns selbst kein Versäumnis vorwerfen zu müssen. Wir waren aber innerlich schon viel zu weit voneinander entfernt, um noch aufeinander zuzugehen.

Eine Beziehung fordert einfach konsequentes Wachsein für die eigenen und auch die Bedürfnisse des Partners.

Heute bin ich wieder in einer glücklichen Beziehung und vermutlich wäre ich mit meinem Ex-Mann doch nie sooo glücklich geworden und hätten wir noch so viel an uns gearbeitet. Denn in grundlegenden Bedürfnissen können wir uns auf Dauer nicht verbiegen. Mein jetziger Partner gibt mir die Zuneigung, Zärtlichkeit etc., die ich brauche und ich gehe auf seine Bedürfnisse genauso ein. Zum Glück ist es so, dass wir eine sehr große Übereinstimmung haben. #verliebt

Und trotzdem trauer ich noch manchmal, dass es nicht möglich war, meiner Tochter die Ursprungsfamilie zu bewahren und ich hoffe, dass ich ihr jetzt vorlebe, was ein liebevoller, partnerschaftlicher Umgang beinhaltet. Auch sie hatte ihr Eltern sich nie küssen gesehen und war total von den Socken (ca. 7 Jahre alt), als sie sah, dass die Eltern eines Spielkameraden sich geküsst haben! Als sie mir dies empört und verunsichert erzählt hat, wurde mir so richtig bewusst, dass bei meinem Ex-Mann und mir etwas grundlegend falsch gelaufen war.

Oh Gott, ich komme schon wieder ins Schwafeln und muss noch los.

Ich kann also verstehen, dass du es für zu spät hältst, an der bestehenden Ehe zu arbeiten. Es kann in der Zukunft wieder eine tolle Partnerschaft geben, aber es wird auch Zeiten geben, in denen du allein bist und es ist nicht immer nur toll, Single mit Kind zu sein! Auch deine Kinder werden es nicht immer toll finden! Noch heute kann ich mir so manches Mal einen Text meiner Tochter anhören, was sie "schon alles mitmachen musste". Das ist natürlich dramatisiert, aber eben nicht völlig aus der Luft gegriffen. Sie hat sich die Situation nicht ausgesucht und gewissermaßen haben wir als Eltern eben doch versagt. :-(

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute für die vor dir liegende Zeit - wie auch immer du dich entscheidest.

LG -neugierig-

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