Auf Partnerschaft einlassen, trotz Bipolarer Störung?

    • (1) 08.09.12 - 21:09
      unsichtbareFrau

      Guten Abend,

      ich habe heute einen Mann näher kennengelernt, es hat uns beide etwas erwischt.
      Er sagte mir dann, dass er mir sagen muss, dass er eine Bipolare Störung habe. (Er hat es etwas netter verpackt und etwas nett umschrieben, aber es ist, wie es ist!)

      Nun bin ich absolut hin und her gerissen, soll ich dem ganzen wirklich ne chance geben, oder die Füsse in die Hände nehmen und laufen?!

      Ich bin alleinerziehend und habe zur Zeit echt viel um die Ohren, ich habe nicht so viel kraft, für nebenkriegsschauplätze...

      Ich bin auf eure antworten gepsannt!
      unsichtbar

      • Puh, schwere Frage....

        wie ist er denn medikamentös eingestellt? Gut? Schlecht?

        Was hat er dir denn genau erzählt über seinen Verlauf?

        Hallo,

        auch wen ich jetzt total unromantisch bin, das wäre mir deutlich zu anstrengend! So toll kann ein Mann nicht sein das ich mich auf sowas einlasse!

        LG dore

        Nabend

        Hmmmm , ich würde ihm eine Chance geben, den ich würde mich vielleicht im nachhinein fragen, was wäre wenn ich es nicht getan hätte. Vielleicht eine versäumte Chance ? Oder auch nicht? Es liegt an dir, horche in dein inneres, lass es dir in Ruhe durch den Kopf gehen . Wir alle können nur Ratschläge geben, letztentlich mußt du für dich selbst die entscheidung treffen . Lg

      • Ich kann dir nur wärmstens abraten:

        Mein Nachbar hier ist manisch-depressiv, und schwankt zwischen Phasen, in denen er völlig abgewrackt und ungepflegt die halben Tage verpennt, säuft und zu nichts nutze ist, und Phasen, wo er hyperaktiv hier das ganze Haus umkrempelt, ohne Ende Kredite aufnimmt, aggressiv wird, irre Pläne schmiedet und komplett Beratungsresistent ist. Die Frau arbeitet wie ein bescheuerte, damit die Kreditraten gedeckt werden ...

        Und eine Bekannte ist ebenfalls manisch depressiv:Wenn die ihren Koller bekommt, baggert sie jeden Kerl an, erzählt dreckige Witze, streitet mit allen Freunden, hängt den Nachbarn Vergewaltigungen an ...

        NICHT lustig.

        • Aha. Und du bist dir absolut sicher, dass beide bipolar sind, von einem Facharzt auch so diagnostiziert wurden...?

          Entschuldige, aber mich kotzen solche Horrorgeschichten an. Es gibt sie, natürlich. Aber DIESE Menschen, die du da beschreibst, nehmen garantiert keine wirksamen Medikamente. Oder sind falsch eingestellt. Oder haben zusätzlich noch andere Störungen. Wurden sie therapiert? Werden sie überwacht?

          Ich bin bipolar, und selbst in meinen übelsten Zeiten habe ich weder Kredite aufgenommen noch habe ich die Männer anderer Frauen angebaggert #zitter

          Ach so, ich habe seit Jahren keine heftigen Phasen mehr.

          Bitte nicht diese Verallgemeinerungen.

      #winke

      Nein, ich würde mich nicht darauf einlassen.
      Meine Schwester ist manisch-depressiv...daher weiß ich was das heißt.
      Als Partner käme sowas für mich nicht in Frage.

      LG
      Eichkatzerl

      (8) 08.09.12 - 23:12

      "Ich bin alleinerziehend"

      Laufen. So schnell du kannst.

      Ich kenne drei Bipos. Das Problem sind weniger die Medikamente sondern die Einsicht, diese zu nehmen. Geht's den Bipos himmelhochjauchzend sind sie der Meinung, dass man die Dosis reduzieren oder die Medis ganz weg lassen kann. Dann passieren Dinge wie Selbstüberschätzung, Kaufrausch, Eigene-Sachen-Verschenk-Rausch. Rasselt der Bipo in eine Depression fällt er quasi doppelt tief.

      Zwei meiner Bipos sind zuverlässig und nehmen immer ihre Medis. In beiden Fällen sind es Frauen, die schon öfters auf der Nase lagen und jetzt "vernünftig" geworden sind. Aber sie werden von der Angst begleitet, dass ihre bipo-Störung doch mal entgleisen könnte. Die bipo-Störung dominiert ihren Alltag, ihr Denken, d. h. eine gesunde Beziehung ist mit solchen Menschen nicht möglich, weil immer das Bipo-Damoklesschwert über einem baumelt. Wie soll man sich als Partnerin verhalten?
      Löse ich etwas Schlimmes aus? Wie kann ich Kritik üben, ohne dass der Bipo-Patient entgleist?

      Der unzuverlässige Bipo ist mein Stiefbruder. Seit 20 Jahren langzeitarbeitslos, Medi-Verweigerer, hochverschuldeter armer Schlucker. Kriegte er seinen Rappel dann bestellte er wie irre Ware, fuhr mit seiner Rostlaube kreuz und quer ohne Vignette durch Österreich, nur um es den Österreichern zu zeigen, dass er ohne "Pickerl" auf der Autobahn fahren kann, fuhr 800 km an den Bodensee um für seine Frau Bodensee-Birnen zu kaufen usw. Er bestellte ein neues Auto, eine Rolex, verschenkte eine noch nicht bezahlte Lederjacke einem wildfremden Kerl in einer Kneipe, war hoch verschuldet und wenn er in den Depri rutschte kam er nicht vom Sofa oder wollte sich umbringen, lief von zuhause weg und irrte im Wald umher.

      Wollte man ihn in seinem Wahn beschränken (Storno Bestellungen) wurde er handgreiflich. Zum Schluß hat er seine Frau gewürgt, die Polizei musste geholt werden. Mein Stiefbruder war immer wieder mal in der Psychiatrie und lebt jetzt im betreuten Wohnen in einem Altersheim weil er nix mehr peilt.

      Mal ganz ehrlich. Hast du dich nicht schon insgeheim entschieden?

      "ich habe nicht so viel kraft, für nebenkriegsschauplätze..."

      Sollte dieser Mann instabil werden, dann haben du und dein Kind die Hölle. Er ist bestimmt sensibler und einfühlsamer wie ein gesunder Mann, aber du würdest ein gewaltiges Risiko mit einer solchen Partnerschaft eingehen. Denke an dich und deine Verantwortung als Mutter.

      • Vielleicht bin ich überempfindlich (mir auch egal ;-))... aber dieses "diese Bipos, jene Bipos" find ich echt ein bisschen respektlos. Sind schon immer noch Leute.

        • (11) 09.09.12 - 09:44

          ich finde es eher "liebevoll" (finde kein anderes wort), wie sie die nennt.

          schließlich kann sie ja auch was dazu sagen, da sie selbst bekannte und verwandtschaft hat.
          man muß doch nicht immer alles so steif sehen?

          schlimmer würde ich es finden, wenn leute so reden, die damit nichts zu tun und keine ahnung haben. die sollten wirklich die klappe halten.

          Keine Aufregung. Diese Patienten nennen sich selbst so. "Ich bin ein Bipo" habe ich schon oft gehört. Mir scheint es, dass diese Patienten so mit ihrer Erkrankung salopper umgehen können. Sonst hätte ich diesen Begriff nicht gewählt.
          Ähnliches kenne ich von Krebskranken, die ihren Tumor z. B. "Untermieter" nennen, den sie rausschmeißen wollen.

          • (13) 10.09.12 - 11:06

            das ist doch auch gut so!
            man muß nicht immer alles so eng sehen und wenn die betroffenen selber locker damit umgehen und locker reden, ist es doch völlig ok. man muß halt das beste draus machen und wenn man so damit eher umgehen kann?

            ändern kann man es sowieso nicht, egal ob man krebs hat oder andere schwere krankheiten.

      Auch wenn es liebevoll gemeint ist, aber ich bin kein Bipo. Habe ich noch nie gehört, und finde ich genauso beknackt wie "Bordi" -- was sich anhört wie eine Hunderasse.

      "d. h. eine gesunde Beziehung ist mit solchen Menschen nicht möglich, weil immer das Bipo-Damoklesschwert über einem baumelt. "

      Diese Aussage ist eine Unverschämtheit. Selbstverständlich kann man mit "uns" eine gesunde Beziehung führen. Wenn die Medikation stimmt, wenn sie diszipliniert durchgeführt wird, wenn man einen Partner hat, der nicht bei jedem kleinen Konflikt die große Flatter kriegt, weil es ja ein "Ausbruch" sein könnte...

      Was ich in diesem Thread lese, macht mich wirklich traurig.

      Auch wenn dein Stiefbruder so ist - er ist ein extremer Fall.

      :-(

Hallo,

hast Du denn näher nachgefragt, wie die "Störung" sich bei ihm zeigt, bzw. ob und wie er behandelt wird?

Sicher ist das nicht bei jedem Erkrankten gleich so extrem, wie es weiter unten beschrieben wird. Also müsste man glaube ich erstmal mehr Infos von ihm einholen. ;-)

Vielleicht muss das ja gar nicht erst zum Nebenkriegsschauplatz werden, wenn er gut eingestellt ist und für sich einen Weg gefunden hat, damit umzugehen.

Mein Partner ist zwar nicht bipolar, aber auch psychisch erkrankt. Wir haben über die Jahre sehr gute Regelungen für Phasen gefunden, wo es ihm nicht gut geht und er Zeit für sich braucht. Er bekommt etwa ein Mal im Jahr eine "Auszeit", wo er für 3-4 Wochen nicht Zuhause ist und sich ganz auf sich konzentrieren kann. Keine Verantwortung in dieser Zeit, keine Forderungen, nichts. Das muss man aber auch mitmachen können. Habe ich auch erst gelernt. Trotzdem kommen wir zwei seit 7 Jahren wunderbar miteinander aus. ;-)

Was ich damit sagen will: Man muss sich selbst im Klaren darüber sein, was man will. Bist Du selbst so gut aufgestellt, dass Du auch mal einen "Ausfall" des Partners verkraften kannst? Welche Erwartungen hast Du an eine Beziehung?
Und dann müsstet Ihr Euch eigentlich zusammensetzen und schauen, ob ihr auf einen einigermaßen gleichen Nenner kommt.

Liebe Grüße

Hallo,

wenn mein Mann, Vater meiner drei Kinder, nun, nach über 10 Jahren Ehe, eine bipolare Störung entwickeln würde, dann würde ich zu ihm stehen - keine Frage.

ABER - wenn ich in der Kennenlernphase und noch nicht in einer langen Beziehungsphase bin, noch keine gemeinsame Geschichte habe und weiß, dass es auf jeden Fall schwierige Phasen geben wird, nein, dann würde ich mich distanzieren.

GLG
Miss Mary

Klar ist das alles möglich und ich bin auch immer dafür, dem Ganzen eine Chance zu geben, aber dieser Satz: "ich habe nicht so viel kraft, für nebenkriegsschauplätze..." sagt in Deinem Fall alles.

Hallo Unsichtbar,

mein Mann hat auch eine Bipolare Störung und wir leben gut damit. Allerdings sind seine Medikamente seit seinem 12 oder 13. Lebensjahr eingestellt und er nimmt sie auch regelmässig. Viele in unserem Umfeld wissen davon gar nix, bzw ist es auch nie gross ein Thema.

Ich weiss ja nicht wie es bei deinem Freund aussieht. Ist er in Behandlung? Wie lang ist er schon bipolar? usw. Von daher kann ich dir keinen Rat geben, ob du dich drauf einlassen sollst oder nicht.

Ich hab meinem damals eine Chance gegeben und könnte mir heute keinen anderen Partner mehr vorstellen, allerdings waren damals auch keine Kinder im Spiel.

Ich wünsch dir alles Gute mit Deiner Entscheidung.

liebe Grüsse

Monika

(19) 10.09.12 - 11:28

eindeutiges nein.
könnte jetzt aus erfahrung ewig erklären warum.
aber kurzzusammenfassung: nein.
unsere liebe war wirklich sehr groß und es hat nicht gereicht.
so eine 'einschränkung' in der persönlichkeit macht einfach auf dauer so viel kaputt, dass nur noch schmerz bleibt.
mag unfair ihm gegenüber klingen, aber ich würde sowas niemals wieder versuchen!

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