Einfach nicht mehr melden oder "letzte Klärung"?

    • (1) 11.09.12 - 10:47
      Enough!

      Hallo zusammen,

      mich würde Eure offene und ehrliche Meinung zu einem Dilemma interessieren, in dem ich stecke.

      Es geht um einen sehr guten Freund von mir. Wir kennen uns seit 13 Jahren. Seit 7 Jahren sind wir wirklich eng miteinander befreundet.
      Wir mögen uns wirklich sehr und haben absolutes Vertrauen ineinander. Ich denke, soweit kann ich für ihn mitsprechen.

      Jedoch war unsere Freundschaft trotzdem stets im Ungleichgewicht - teilweise an der Grenze zur Einseitigkeit.
      Es war immer klar, dass er mir deutlich mehr bedeutet als ich ihm und das diese Freundschaft für mich einen Stellenwert hat, den sie bei ihm nie erreichen konnte, obwohl ich mich immer sehr, sehr bemüht habe.
      Heißt, ich habe ihn nicht nur mit meinen Problemen zugemüllt sondern war auch stets für ihn da, habe ihm gezeigt, dass er jederzeit mit mir reden kann und ich habe auch ein oder zweimal bewiesen, dass dies nicht nur leere Worte sind.

      So habe ich z.B. vor zwei Jahren, als sein komplettes Büroteam krank oder im Urlaub war (er ist selbstständig) und er selbst ins Ausland musste, trotz krankem Kind und eigener Krankheit alles stehen und liegen lassen und mich zwei volle Tage um sein Büro gekümmert (habe eine Ausbildung in dem Bereich) und ihm den Rücken freigehalten. Es ist eine Branche mit großen Datenschutzrichtlinien und ich habe dort wirklich ohne Netz und doppelten Boden gearbeitet. Ich habe keinen Cent dafür genommen, obwohl er es mir angeboten hat, weil es für mich ein Freundschaftsdienst war.
      Genauso habe ich auch im privaten Bereich agiert. Er konnte mir stets private Dinge anvertrauen und ich habe sie absolut verschwiegen behandelt und selbst meinem Mann nichts davon erzählt, wenn er es gewünscht hat.
      Ich habe ihn auch stets wissen lassen, wieviel er mir bedeutet.
      (An dieser Stelle sollte ich hinzufügen, dass es auf beiden Seiten nie zu einer "Verliebtheit" gekommen ist und auch sonst nie was diesbezüglich lief!)

      Die Arbeit, die in jeder Freundschaft steckt - wie sich melden, Treffen vorschlagen, einfach mal anrufen, ab und zu mal zeigen was der andere einem Wert ist, simple Dinge wie Geburtstagsglückwünsche... alles lag allein auf meinen Schultern.

      Jetzt fragt Ihr Euch, warum ich überhaupt von einer Freundschaft spreche bzw. warum ich das solange "mitgemacht" habe.
      Das ist ganz einfach:
      Ich verdanke diesem Mann mein Leben.

      Und das ist nicht einfach nur eine Phrase oder ein Satz, den man in übergroßer Emotionalität oder unreifer Sentimentalität mal so daher sagt.
      Es ist nichts als die Wahrheit.
      Mein ganzes Leben, so wie es heute läuft - inkl. der Tatsache, dass ich Mann und Kinder haben kann und nachts nicht mehr schreiend aufwache - ist auf dieser "Zufallsfreundschaft" aufgebaut worden.
      Heute ist dieses Leben selbsttragend, keine Frage, aber damals konnte ich kaum selber stehen. Mir sind damals sehr, sehr schreckliche Dinge passiert. Ich möchte da jetzt nicht ins Detail gehen, da ich hier nicht noch ne Triggerwarnung aussprechen möchte.

      Meine Familie und mein Freundeskreis waren völlig überfordert mit der Situation oder damit beschäftigt selbst damit klar zu kommen. Ich war innerlich wie tot. Ich glaube nicht, dass ich wirklich suizidgefährdet war, denn zu so einem Schritt fehlte mir bereits die Kraft. Ich habe existiert, vegetiert, war nur noch eine leere Hülle.

      Er hat damals Stück für Stück mein Vertrauen gewonnen, mit mir geredet, stundenlang. Er hat irgendwie einen Weg in meine Seele gefunden - ich weiß bis heute nicht wie. Irgendetwas an ihm hat mich berührt - und irgendetwas hat er in mir erreichen können. Er hat in mühevoller Kleinarbeit die zersplitterten Teile meiner Seele wieder zusammen gesetzt. Einige Teile fehlen bis heute und sind auch nicht mehr zu ersetzen und die Narben sind sichtbar aber ich hatte auch nie die Hoffnung wieder "die Alte" zu werden. Er hat es geschafft, dass ich den Mut zu einer Therapie gefunden habe, dass ich mich nicht mehr völlig allein und verlassen gefühlt habe, dass ich wieder Hoffnung geschöpft habe. Er hat meine anfängliche Klammerei, die ich ohne mit der Wimper zu zucken eingestehe, klaglos ertragen und auch die Penetranz, mit der ich mich an ihn und diese unverhofft erwachte Freundschaft gekrallt habe.

      Irgendwann, nach c.a. einem Jahr, wurde ich stärker, besser, mutiger, selbstbewusster, lebensfroher... Ich kämpfte mich an seiner Hand Stück für Stück ins Leben zurück. Und irgendwann war ich soweit loszulassen, mich umzusehen und neu anzufangen. Als eigenständiger Mensch.
      Ich habe meinen Mann kennenglernt, eine Familie gegründet und mir auch sonst im Leben völlig neue Perspektiven geschaffen, neue Aufgaben übernommen.
      Heute gelte ich als starke Frau, als "große Persönlichkeit" (sorry, nicht meine Worte, ich versuche Euch nur ein Bild zu vermitteln), als Phönix aus der Asche.
      Aber ich habe nie vergessen, wem ich das zu verdanken habe und das die Kraft zwar aus mir selbst kam, aber es jemanden gab, der sie für mich ausgebuddelt hat.

      So erstarkt konnte ich ihm endlich auf Augenhöhe begegnen und das klappte erstaunlich gut. Wir haben unsere Freundschaft auf die nächste Ebene gehoben. Wir haben viel gemeinsam. Einen ähnlichen Berufsbackround (auch wenn ich inzwischen was ganz anderes mache), ein paar ähnliche Interessen und einen bemerkenswert ähnlichen Humor. Wir ticken sehr gleich - und sind doch vollkommen verschieden. In manchen Punkten sind wir auch wie Tag und Nacht. Eine Mischung, die aber immer gepasst hat. Unsere Leben und auch unsere Partnerschaften sind nie kollidiert, weil es da nichts zu kollidieren gab.

      Doch mein Freund hat zwei ganz gravierende Fehler. Fehler, die ich immer versucht habe wett zu machen, weg zu reden, zu ignorieren, mit einem Lächeln weg zu wischen...
      Er ist ein Workaholic der schlimmsten Sorte. Oft hat er nichts anderes im Kopf als seine Arbeit. Darüber sind Beziehungen zerbrochen - und werden weiter zerbrechen, wenn er sich nicht ändert. Er stößt mit seiner Art Familie und Freunde permanent vor den Kopf. Er vergisst Geburtstage - obwohl Handy, Organizer, Laptop... an ihm festgewachsen sind und er sich einfach nur ne Erinnerung einspeichern müsste.
      Und er meldet sich teilweise wochenlang nicht. Wenn man sich nicht selbst zwischendurch meldet, kann es sein das man monatelang nichts von ihm hört.
      Das ist der erste Fehler. Ein Fehler, der nicht nur mich betrifft sondern sein gesamtes Umfeld.
      Der zweite Punkt betrifft ausschließlich mich und unsere Beziehung zueinander.
      Trotz all der Jahre und all den Dingen, die wir miteinander durch haben, ist es mir nie gelungen, dass er mich als gleichwertige Freundin akzeptiert.
      Oh, ich weiß das er mich mag. Ich weiß es vielleicht sogar mehr als er selbst ahnt. Und ich denke ich weiß, dass der Tag kommen könnte an dem er sein Verhalten bitter bereuen wird.
      Aber bis heute rangiere ich in der Hierarchie seines Umfeldes irgendwo unter ferner liefen.
      Ich akzeptiere das. Was bleibt mir auch anderes übrig? Von meiner Seite aus gibt es absolut nichts mehr was ich noch machen oder sagen könnte, um daran etwas zu ändern.
      In diesem Punkt sind Freundschaft und Liebe gleich: Entweder man gibt sie freiwillig oder gar nicht. Ich kann das nicht erzwingen und ich werde es auch nicht über Gebühr versuchen.
      Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Der weniger selbstbewusste Teil in mir sucht den Fehler bei mir selbst. Ich frage mich, was ich falsch mache, was mit mir nicht stimmt, wo der Fehler liegt.
      Ein anderer Teil von mir glaubt, dass er es nie geschafft hat die Frau von heute zu sehen sondern er irgendwie immer noch dieses zerstörte Mädchen vor sich sieht, das ihm damals mehr oder weniger in den Schoß gefallen ist. Dann kann das natürlich nicht funktionieren.

      Mein Problem akutell ist:
      Ich weiß nicht mehr weiter. Wir wollten uns eigentlich mal wieder treffen, schon vor einiger Zeit. Aber wie immer kam es nicht dazu. Das ist Normalzustand. Ich habe mich dann öfter mal gemeldet und versucht, etwas auszumachen doch irgendwie kam nie wirklich was zurück.

      Ich weiß nicht genau, was dieses Mal anders war oder ist aber irgendwie ist es, als wäre der Groschen bei mir gefallen.

      Er will mich nicht.
      Er akzeptiert mich, er mag mich auch aber das wars. Eine "echte" Freundschaft seinerseits wird es nie geben.
      Vor zwei Jahren habe ich ihm zu Geburstag ein großes Geschenk gemacht. Wir sind beide große Fußballfans und ich wollte mit ihm zu einem Spiel "seines" Vereins gehen. Durch gute Kontakte, die ich habe, könnte ich sogar Logenplätze bekommen. Ich hatte extra die Karten nicht im Vorfeld besorgt, weil ich wusste wie eingespannt er ist und die Gefahr, dass er an dem Termin keine Zeit gehabt hätte, war immens hoch. Ich wollte mich nach ihm richten.
      Ich habe mehrere Vorschläge gemacht aber er ist auf keinen eingegangen. Immer hieß es "keine Zeit, zuviel Stress, machen wir noch..."
      Seitdem sind zwei Jahre vergangen. Zwischendurch dachte ich, ihm hätte das Geschenk vielleicht nicht gefallen. Mittlerweile glaube ich, dass das Geschenk selbst super war aber er eben nicht mit MIR dahin gehen wollte. Mit nem anderen Kumpel hätte er das sicher noch im selben Jahr eingelöst.
      Ich habe dieses Beispiel aufgeschrieben, weil es so bezeichnend für unsere ganze Beziehung ist.

      Mein Mann sieht wie ich darunter leide und hat mir sehr nachdrücklich klar gemacht, dass ich es jetzt einfach gut sein lassen und mich völlig zurück ziehen sollte.
      Wie ich oben schrieb, wollten wir uns eigentlich treffen aber wieder ist nichts zustande gekommen und er hat meine Anrufe und SMS dazu sehr abgeblockt. Vor einigen Wochen hat er auf eine SMS von mir - für meine Begriffe - sehr hart reagiert und mir durch die Blume zu verstehen gegeben, dass ich es vielleicht ein wenig übertrieben habe mit meinen Anfragen.
      Das habe ich so hingenommen, weil es auch durchaus Wahrheitsgehalt hat und ihm gesagt, dass ich dann erstmal Ruhe gebe und er sich selbst melden sollte.
      Das war Ende Juli.
      Seitdem herrscht absolut Funkstille.
      Vor drei Wochen hatte er Geburststag, da habe ich ihm eine SMS geschrieben und gratuliert. Keine Reaktion.
      Ich selbst habe ich mich außer den Geburtstagsgrüßen auch konsequent nicht gemeldet.

      Ich habe sehr, sehr lange nachgedacht. So eine Situation haben wir nicht zum ersten Mal. Und ich bin es inzwischen so leid.
      Wirklich, ich habe es satt.
      Alles, was ich je zu ihm gesagt habe, hat seine Gültigkeit. Ich liebe ihn, auf meine platonische Art, wirklich sehr!!! Aber ich muss jetzt einfach auf mich selbst aufpassen. Denn so langsam macht mich das fertig.
      Ich will nicht mehr kämpfen. Wenn ich es in 7 Jahren nicht geschafft habe bei ihm "aufzusteigen" dann schaffe ich es auch nicht in den nächsten Jahren.
      Und ich will nicht mehr.
      Ich will das einfach nicht mehr.

      Wie würdet Ihr vorgehen?
      Soll ich einfach meinen "Kontaktboykott" fortsetzen und damit wird die Sache wohl im Sande verlaufen - sofern er sich nicht doch noch meldet? Wobei ich nicht weiß, wie ich darauf überhaupt reagieren werde.
      Oder soll ich einen richtigen Abschluss suchen und ein letztes, klärendes Gespräch fordern bzw. ihm einen Brief schreiben und die Freundschaft offiziell von meiner Seite aus beenden?

      Ich kann nicht fassen, dass ich das hier schreibe. Er ist ein Teil meiner Seele. Er bedeutet die Welt für mich.
      Nach allem, was war, nach all den Jahren... Alles, was er für mich getan hat, was wir zusammen durchgemacht haben, was ich auch von ihm ertragen habe...
      Und jetzt meine ich das wirklich ernst.
      Es bricht mir das Herz. Es zerreißt mich.
      Aber ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich langfristig mehr Schaden nehme, wenn ich keinen sauberen Abschluss suche.
      Er wird mir nie geben, was ich will.
      Den Satz, auf den ich seit Jahren so sehnsüchtig warte.
      "Du bist mir sehr wichtig!"
      "Du bist eine meiner besten Freunde!" (Die Position 1 beanspruche ich gar nicht für mich)
      "Ich will Dich nicht verlieren."

      Was würdet Ihr machen?
      Einfach weiter nicht melden und im Sande verlaufen lassen? (Mein Gott, er war mein Trauzeuge...)
      Oder das "Abschiedsgespräch" suchen? Wobei ich ehrlicherweise sagen muss das ich nicht weiß, ob ich das erhobenen Hauptes durchstehe oder an Ort und Stelle zusammen breche.

      Ich weiß nicht, ob diesen Roman jemand gelesen hat. Es ist viel zu viel Text.
      Aber ich musste mir das alles von der Seele schreiben. Und ich bin beim Schreiben einfach besser...

      Danke fürs Lesen.

      LG

      • <<<Mein Mann sieht wie ich darunter leide und hat mir sehr nachdrücklich klar gemacht, dass ich es jetzt einfach gut sein lassen und mich völlig zurück ziehen sollte.>>>

        Kluger Mann!

        Nutz ihn als Rückhalt, den du ja vermutlich eh hast!

        Löblich von dem "Freund", dass er dir, aus welcher schweren Zeit auch immer, half.

        Die Zeit scheint vorbei und mehr wollte er vermutlich nie.

        Du kannst nun 2 Dinge tun.

        1. Konfrontation
        2. Den Vorschlag deines MAnnes wahrnehmen.

        So oder so, sehe ich die Sache eh schon gescheitert, die Frage ist, ob du dafür noch eine ofizielle Absage benötigst.

        • (3) 11.09.12 - 11:49

          Vielen Dank!

          Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau. Vielleicht braucht mein Kopf tatsächlich eine Art "offizielle Absage", einen Schlussstrich (wow, soviele "s"...), damit ich aufhöre zu hoffen, dass sich etwas ändert.

          Ich weiß, dass mein Mann Recht hat. Ich hasse es, wenn das passiert. ;-)
          Nein, im Ernst.
          Wenn mein Freund tatsächlich von Anfang an "nur" behilflich sein wollte, warum hat er das dann nicht einfach gesagt? Warum hat er dann nicht einfach mal in ner ruhigen Minute gesagt:
          "Pass auf, Du bist sympathisch oder was weiß ich aber ich habe überhaupt keine Zeit, keinen Nerv, kein Interesse an allem, was über eine lockere Bekannteschaft hinaus geht. Deshalb lass es mal gut sein jetzt."
          Vielleicht zu ehrlich?
          Vielleicht Angst, mich in einer vielleicht noch instabilen Situation zu verletzen?
          Ja, aber auch wenn es weh getan hätte - mussten diese 7 Jahre dann wirklich sein?

          So, jetzt schreib ich wirres Zeug, merke ich...

      Dieser Mann gibt Dir nicht, was Du brauchst.
      Selbst wenn Du versuchst ein Abschlussgespräch zu führen wird er es Dir wahrscheinlich auch in der Beziehung nicht geben. Vielleicht würde er gedrungenermassen etwas sagen, was Dich noch ein bisschen warten läßt.
      Ich denke Dein Mann hat Dir einen guten Rat gegeben und kennt die Situation viel besser als wir.

      In meinem Leben gibt es auch einen Menschen, dem ich sehr dankbar bin. Ein Mensch, der mich in einer entscheidenen Situation aufgenommen hat. Dennoch habe ich den Kontakt abgebrochen. Menschen verändern sich und manchmal geht man einfach nicht mehr in die gleiche Richtung. Es gibt auch hier keine Klärung der Situation und ich bin stark genug geworden, um das auszuhalten.

      Ich denke Dein Freund weiss, dass Du ihm dankbar bist. Er hat seine "Schuldigkeit" getan und möchte nicht weiter für Dich da sein oder mit Dir Zeit verbringen. Respektiere das und lasse ihn gehen, ohne dramatisches Abschlussgespräch.

      • (5) 11.09.12 - 11:57

        Danke, Deine Antwort klingt für mich irgendwie schlüssig. Auch wenn das akzeptieren sehr weh tut.
        Hat sich das bei Dir damals auch einfach im Sande verlaufen? Oder hast Du - auch wenn es keine richtige Klärung gab - diesen Kontaktabbruch noch offen kommuniziert?

    Hallo,

    so schwer es für dich sein mag: Ich würde den Rat deines Mannes befolgen.
    Besinn dich auf deine Ehe.
    Dir ging es damals schlecht und heute hast du die Gelegenheit, "sorgenfrei" zu leben.
    Dein Freund hat dir geholfen und du hast ihm lange und oft genug deine Dankbarkeit bewiesen.
    So, wie es sich jetzt darstellt, willst du ihm bis zu deinem Lebensende beweisen, dass du ihm etwas schuldig bist.
    Aber mehr konntest und kannst du nicht tun.
    Dein Mann hat Recht. Irgendwann ist es mal gut.
    Es ist Verlustangst die du hast und bist auf dem besten Weg eine wunderbare Freundschaft zu zerstören.

    • (8) 11.09.12 - 12:05

      Was die Verlustangst betrifft, muss ich wohl eingestehen das Du damit absolut Recht hast.

      Aber kann ich wirklich eine wunderbare Freundschaft zerstören, die allein auf meiner Seite existiert? Ist eine wunderbare Freundschaft nicht gegenseitig?
      Oder habe ich einen Denkfehler.

      Ja, ich übertreibe es sicher hin und wieder. Das kann ich leider nicht abstreiten. *seufz* Ich bin so. Ich wollte nie, dass der Eindruck entsteht, dass ich nur von ihm nehme und von ihm profitiere aber er nichts von mir zurück bekommt/ bekommen kann.
      Dabei bin ich vielleicht übers Ziel hinaus geschossen.

      Danke!

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(10) 11.09.12 - 11:03

wow..was ein langer Text!

ich kann Dich unglaublich gut verstehen. Aber vielleicht schaust Du ihn Dir mal an, aus einem anderen Blickwinkel.

Du schreibst, er ist ein totaler Workaholic.. er hat seine Firma an absolut erster Stelle stehen. er geht nicht nur mit Dir als Freund so um, sondern er ist generell nicht der große Melder. ich seh hier keinen Fehler bei Dir...sondern- Freundschaften haben für Ihn einfach einen anderen Stellenwert!
Ich kann mir auch vorstellen, dass Du ihm mit Deiner öfteren Fragerei nach einem Termin "auf die Nerven" gehst.. :-) entschuldige das ich das so harsch schreibe.
Vielleicht wäre auch, statt eines Fußball Events, eine Wellnessmassage für ihn besser gewesen- einfach mal nicht entertainen zu müssen, sondern sich einfach mal schnell kurz entspannen.

Er hat nicht Deine Bedürfnisse ! Und da unterscheidet ihr euch! ich bin sicher er mag Dich! Aber: er sieht Du bist unter der Haube, bist glücklich, stabil und zu einer starten Persönlichkeit gefreift... Du brauchst ihn eigentlich nicht mehr in der intensität wie früher. und damit ist er einfach nicht bereit im Job zurückzustecken!

Du hast nur 2 möglichkeiten: 1.) Du akzeptierst ihn so wie er ist....und entweder ihr habt dann zu gleichen Zeit das gleiche Bedürnfnis nach einem Treffen.

oder Du löst Dich von ihm. Was ich persönlich völlig überzogen fände.

Such Dir andere Menschen zum ausgehen. und freue Dich das es einen Menschen auf der Welt gibt, der alles hat stehen und liegen lassen um Dich zu retten, als Du es am nötigsten hattest...und wenn die Zeit ist, dann seht Euch! einer meiner liebsten Freundinnen lebt in Malaysia. ich hatte sie bis zum Sommer, 10 Jahre nicht gesehen! Ich weinte als ich sie am Flughafen abholte...und noch mehr als sie 18 Stunden später wieder wegflog!
Spielt es eine Rolle wie oft ´man sich sieht, austauscht ? wenn das GEfühl das richtige ist?

ALles liebe

  • (11) 11.09.12 - 11:44

    Danke für Deine Antwort!

    >>Spielt es eine Rolle wie oft ´man sich sieht, austauscht ? wenn das GEfühl das richtige ist?<<

    Nein, absolut nicht. Solange man weiß, wo man beim anderen steht und was man sich GEGENSEITIG bedeutet.

    Wenn ich das Verhalten meines Freundes nicht als absolute Gleichgültigkeit empfinden würde, wäre wochenlange Funkstille etwas, das ich kaum registrieren würde, wenn es drauf ankommt.

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      • (13) 11.09.12 - 12:01

        Erstmal danke ich auch Dir für deine Meinung.

        Wie kommst Du darauf?
        Zwischen uns ist nie etwas gelaufen und ich bin nicht in ihn verliebt. Ich habe meinen Mann kennengelernt, da bestand die Freundschaft schon. Mein Freund war mein Trauzeuge. Das wäre etwas makaber gewesen, wenn ich in Wahrheit IHN gewollt hätte. ;-)

        Wenn Du allerdings meinst, dass es für mich nicht nur eine "einfache" Freundschaft ist, die man an jeder Ecke finden kann sondern ich gehofft hatte, dass es wirklich diese Art von Freundschaft ist, die sehr tief gehen und ein Leben lang halten - dann hast Du Recht.

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          • (15) 11.09.12 - 12:44

            Ich musste jetzt ein paar Minuten darüber nachdenken, damit ich eine vernünftige Antwort geben kann. Hoffentlich gelingt es mir das verständlich auszudrücken.

            >>Du sagst - er ist die Welt für mich.

            Was bedeutet das?<<

            Ich sage es, weil es die Wahrheit ist. Das mag für eine verheiratete Frau keine politisch korrekte Aussage sein, aber so ist es.

            Ich liebe meinen Mann - als Mann und als Menschen.
            Meinen Freund liebe ich auch - als Menschen!
            Mit meinem Mann kann ich ein Leben führen, wir haben Kinder bekommen, wir führen (meistens) eine gute Ehe, haben die gleichen Ziele im Leben, harmonieren.

            Mein Freund und ich hätten - wenn wir uns ineinander verliebt hätten - nie eine langfristige Zukunft gehabt. Dafür sind unsere Vorstellungen von Familie und Beziehung viel zu weit auseinander. Es gibt viele Dinge, die ich als Partnerin nie akzeptiert hätte - und umgekehrt er bei mir wohl auch nicht.
            Als Freunde habe ich - und haben auch andere - immer ein unfassbares Potential für uns gesehen.
            Es ist hart sich einzugestehen, dass dies ein Irrtum sein könnte - oder schlicht eben ein Irrtum ist!

            In vielen Aussagen, die hier auf meinen Beitrag gekommen ist, steckt sehr viel Wahrheit drin. In einer Aussage von Dir steckt jetzt aber ein kleiner aber entscheidener Fehler.

            >>du willst ihn noch weiter brauchen,<<

            Ich will ihn nicht noch weiter "brauchen". Ja, ich will ihn nicht verlieren aber ich möchte keine Situation, in der ich ihn brauche. Also wirklich IHN, wo nur er wirklich helfen kann und von mir akzeptiert würde. Daran ist mein Bedarf für den Rest meines Lebens gedeckt.
            Vielmehr möchte ich, dass er mich ebenfalls braucht. Und zwar nicht im Sinne von "Notfall, bei dem ich die Hand halten muss". Sowas wünscht man niemandem. Sondern "brauchen" im Sinne von "wichtig und gegenseitig".

            Und da bin ich jetzt an dem Punkt wo ich sage:
            Wenn die Freundschaft nach all den Jahren immer noch so einseitig ist - dann wird sich das nicht mehr ändern. Und das tut weh. Aber dann muss ich das wohl akzeptieren und meiner Wege gehen.
            Die Frage war halt eben: Stillschweigend oder nicht?

            Da lese ich im Moment fleißig die Meinungen und versuche ganz für mich selbst einen Weg zu finden, wie ich diese Situation handeln werde.

            Das klingt jetzt sachlicher als es in mir aussieht. Aber zum Glück beherrsche ich das "Pokerface" aus dem FF.

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