Hab alles für ihn aufgegeben und jetzt ständig Streit - Patchworkfamilie (recht lang!)

    • (1) 16.09.12 - 22:13

      Hallo,

      bei mir ist es so: Ich bin jetzt seit 1,5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Erst ist er zu mir gezogen, 160 km von Zuhause weg. Ich habe einen Sohn (6), er eine Tochter (5). Die Tochter ist alle zwei Wochen bei uns übers We. Er wollte sein Studium bei mir zu Ende bringen aber die haben ihn dort nicht angenommen, also ist er wieder als Zimmerer arbeiten gegangen. Er litt unter Depressionen und der Job und die Entfernung von seiner Tochter haben ihn so fertig gemacht, dass die Depressionen schlimmer wurden. Er hat in der Zeit viel gekifft oder getrunken. Ich habe mich dann um Hilfe für ihn gekümmert und Kontakt mit Ärzten aufgenommen, bis er in so einer Klinik gelandet ist, wo ihm geholfen wurde. Wir haben dann beschlossen umzuziehen in seine Gegend. Also ich mit meinem Sohn 160 km von Zuhause weg, wir hielten das alle für die beste Lösung für alle. Mein Sohn stand grad vor der Einschulung, mein Partner kann hier zu Ende studieren, ich war im Job nicht mehr so ganz zufrieden und wir wären näher bei seiner Tochter. Ich habe also meinen Job nach 11 Jahren Betriebszugehörigkeit aufgegeben und bin hierher gegangen. Zwar war ich nicht mehr ganz so happy dort aber es gab mir trotzdem ein Gefühl der Sicherheit, so dass ich mit dem Gehalt meinem Sohn ein gutes Leben möglich machen konnte. Aber gut, ich habe halt an alle gedacht und wollte, dass es allen gut geht.

      Nun wohnen wir seit Juli in einem schönen Haus, so wie wir uns das immer erträumt haben. Mit großem Garten, wir haben nun einen Hund in unserer Familie und ich habe mehr Zeit für meine Familie, da ich nun auf Jobsuche und erst mal Zuhause bin.

      Sollten also alle zufrieden sein.... Aber wir streiten uns ständig und an diesen We wieder so, dass ich am zweifeln bin, ob ich das Richtige gemacht habe oder nicht. Und verzweifelt bin, da mir Gedanken durch den Kopf gehen, dass meine Beziehungen nie gut gehen werden und ich am Ende doch immer wieder alleine da stehen werde.

      Wir haben uns noch vorher gesimst, dass wir uns auf unser gemeinsames We sehr freuen. Seine Tochter war auch bei uns. Am Sa wollte er mich ausschlafen lassen und hat meinem Sohn quasi verboten zu mir hoch zu kommen. Der kam dann irgendwann mit Tränen in den Augen hoch und hat mir das gesagt. Das hat mich etwas sauer gemacht, da ich ihm schon mal in so einer Situation gesagt habe, dass er immer zu mir kommen darf wenn ihm danach ist. Ich also mit meinem Sohn nach unten, wo mein Partner grad versucht hat den Kamin an zu machen. Ich gefragt wieso mein Sohn nicht hoch kommen durfte, worauf er sehr verärgert reagierte und meinte er wolle mich nur ausschlafen lassen. War aber sauer, da er draußen Holz holen war und den Kindern aufgebrummt hat auf unseren Welpen aufzupassen, der dann leider ins Haus gekackt hat. War also sauer, dass vor allem mein Sohn einfach hoch gegangen ist, sobald er aus dem Haus war und nicht seinen Anweisungen gefolgt ist. Die Tränen waren bei meinem Sohn aber eher, weil er Angst hatte, er bekommt jetzt Ärger dafür, dass er hoch gegangen ist. Ich fand seine Art in dem Moment so unangenehm, dass er da so eine Welle geschoben hat und dann ist mir raus gerutscht: "Du bist so ein Blödmann, wie du dich hier aufführst". Das war natürlich noch mehr ein rotes Tuch für ihn. Er wollte dann Frühstück machen und hat Spiegeleier gemacht, allerdings hab ich schon keins abbekommen, für mich hat er keins gemacht. Den Rest des Tages ist er brummig rumgelaufen und wir haben nicht mehr miteinander geredet, er hat den ganzen Tag im Garten verbracht und dort Gartenarbeit gemacht, während ich mich um die Kinder gekümmert habe. Zwischendurch ist er einfach weg gefahren, ohne zu sagen wo hin und wann er wieder da ist. Er war dann wohl paar Gartengeräte holen bei seiner Mutter aber er hat mich halt doof dar stehen lassen. Abends ist er dann mit seiner Tochter weg gefahren die Geräte weg bringen und als er wieder kam hab ich seiner Kurzen noch etwas zu Essen gemacht und dann haben wir die Kids ins Bett gelegt. Er saß dann in der Küche und hat sich ein Sixpack rein gehauen. Ich im Wohnzimmer und habe mir einen Film angeschaut, eine Komödie und habe ihn noch vorm Film gefragt, ob er mit mir etwas zusammen schauen wollte. Er wollte nicht. Dann kam nur ein Spruch aus der Küche, ich würde mir ja was sehr intellektuelles anschauen. Naja, ich habs ignoriert, man darf sich ja wohl noch eine Komödie angucken. Als er sein Sixpack auf hatte, kam er ins Wohnzimmer und sagt zu mir, ob ich wüsste was er an dem ganzen noch am traurigsten findet. Er meinte mir wäre eine scheiss Kommödie wichtiger als das mit ihm zu klären und mein Sohn hätte sich ja wenigstens noch bei ihm entschuldigt. Sagte dann noch, wir wären ja ein super Team, nur ich und mein Sohn wären eins, was bei mir sehr nach Eifersucht klang. Naja, nach sechs Flaschen Bier hatte ich aber keine Lust auf Gespräche. Er ist dann hoch ins Bett. Als ich dann später auch ins Bett wollte, lag seine Kurze bei uns auf meiner Seite. Wir hatten eigentlich gesagt, die Kinder schlafen in Ihren Betten und kommen wenn dann morgens zum kuscheln zu uns aber ab da hatte ich das Gefühl er wollte meinem Kurzen nun einen auswischen. Seine Tochter hat bei uns auch ihr eigenes Zimmer. Naja, ich habe mich dann zu meinem Sohn gelegt, was nicht sehr erholsam war. Habe dann am nächsten Tag seine Tochter gefragt, wieso sie bei uns im Bett geschlafen hat. Sie sagte dann, Papa hätte ihr versprochen, er würde sie zu sich ins Bett nehmen, wenn er schlafen geht. Also hat er sich nicht an unsere Abmachung gehalten. Schlimmer fand ich dann noch weiteres. Ich habe für alle Frühstück gemacht und saß mit meinem Sohn bereits am Tisch. Er hat dann mit seiner Schwester telefoniert und ganz laut gesagt, seine Tochter würde heute gerne mit den beiden Kindern von ihr zu so einer Spieleveranstaltung. Mit Absicht alles auf Laut gestellt, dass mein Sohn das auch alles mitbekommt und nicht gefragt wird, ob er da auch mit möchte. Das war mir echt zu viel des Guten und das ging direkt in mein Herz. Das fand ich echt zu krass, einen sechs jährigen einen auswischen zu wollen, weil wir beide Stress haben. Ich habe ihm dann vorgeschlagen, dass wir ins Schwimmbad fahren. Mein Partner wollte dann, dass ich die beiden weg bringe und ich habe gesagt, ich würde mich dann noch eben schnell fertig machen und die Sachen zum schwimmen packen. Er meinte dann dazu, dann fahre ich halt alleine, sieh zu wie du hier klar kommst. Also bring uns jetzt sofort oder du hast kein Auto und sitzt aufn Land fest. Ich habe ihn dann weg gebracht, weil ich meinem Sohn das Schwimmen auf jeden Fall ermöglichen wollte.

      Jetzt bin ich am überlegen was ich tun soll und weiß es nicht genau. Ich habe eine so große Wut auf ihn. Er ist natürlich der Meinung mein Verhalten wäre schlimm gewesen, denn er wollte ja schließlich eine schönen Morgen für seine Familie und wurde dann als Blödmann beschimpft. Als er heute Abend wieder kam, hat er kein Wort geredet und ist ganz früh ins Bett.

      Ich sitze nun ganz alleine hier, kenne noch keinen in der neuen Gegend. Kann noch nicht mal mit jemanden darüber reden. Er hat mir vorher versprochen, dass er sich immer gut um uns kümmern wird, dass ich es nie bereuen werde diesen Schritt zu gehen und das alles aufzugeben. Und jetzt darf ich mich mit sowas rumschlagen und fühle mich irgendwie verarscht von ihm und allein gelassen.

      Sagt mir bitte eure Meinung dazu, danke!

      • Meine Meinung dazu ist erst einmal, dass mir auffällt, dass Du eine riesige Textwand voller Gejammer über Deinen "bösartigen" Freund einstellst, aber mir irgendwie der Lösungsansatz fehlt. Wo genau hast Du Dich nochmal mit ihm hingesetzt und friedlich versucht, eine gemeinsame Kommunikationsbasis zu finden? Der Text liest sich eher wie die Situation zweier bockende Kleinkinder, die sich im Sandkasten um ein Eimerchen streiten.

        Ihr habt Kinder. Benehmt Euch bitte auch so. Und im Übrigen gibt der oder die Klügere nach, also zeig Dich doch einfach klärungsbereit, so wie er das auch signalisiert. Mein Eindruck ist, dass er aufgrund Deines Verhaltens gerade gar nicht weiss, wie er noch mit Dir kommunizieren soll. Und Du verrennst Dich in sinnlose Wut.

        • Genau so!!!

          Mich in aller Ruhe hinsetzen und in aller Ruhe reden, da bin ich immer zu bereit. Nur ist das in so einer Situation nicht möglich ich kenne meinen Partner ja. Und als er mir (zwar nicht sehr nett) signalisiert hat, er möchte es klären, hatte er bereits einen Sixpack auf, da ist mir dann auch nicht nach Gesprächen zumute mit der Vorgeschichte. Und ich glaube ich darf wütend darüber sein, dass er versucht mir über meinen Sohn einen auszuwischen, ja das geht mitten ins Herz und macht wütend und das ist ein Tabu in meinen Augen. Und genau das ist ja das Problem, wir streiten uns wegen Blödsinn und dann endet das so. Und es ist ja nicht der erste Streit dieser Art. Mich macht es fertig und ich wünschte mir, wir könnten da wie Erwachsene drüber sprechen und über das eigentliche Problem oder die Situation kurz diskutieren und uns dann wieder fangen, dann wäre alles gut. Natürlich werde ich das Gespräch suchen, nur wird er sich als Opfer sehen und auch noch von mir verlangen, dass ich mich für mein Verhalten entschuldige. Und was soll ich deiner Meinung nach tun? Klein bei geben und immer alles schlucken? Ich wünschte mir das so, ein "Stopp", wo sich erst mal beide zurückhalten mit ihrer "Wut" in der Situation und wenn wir allein sind, pass auf, dass war blöd von dir und das war blöd von mir, das und das geht nicht, jeder sagt seine Meinung was ihm da nicht gepasst hat, wie es gelaufen ist, man versucht den andren zu verstehen und dann findet man einen Mittelweg und der Rest des We ist gerettet. Aber wir kriegen das nicht hin... warum, weil er in solchen Situationen sehr laut wird in seiner Art unangenehm, wie er mit mir redet und dann gehe ich dem aus dem Weg. Ich kann nur etwas klären im normalen Ton, respektvoll und das ist meistens erst nach drei Tagen Schweigen möglich. Ich weiß wie es gehen könnte, nur klappt das nicht und wir landen immer wieder im Sandkasten. Wie sind zwei sehr große Dickköpfe, nur würde ich behaupten ich könnte diese Art Konversation wie oben beschrieben in so einer Situation hinbekommen, ich hasse Streit mich macht es fertig. Aber er ist der Herr im Haus der das Sagen hat in so einer Situation, er hat Recht und ist das Opfer und so benimmt er sich dann. Er ist laut und bauscht sich vor einem auf, wie so ein Gorilla. So kann man nicht miteinander etwas klären. Wenn wir miteinander reden, höre ich immer du "DU" aus seinem Mund. Für ihn sind es immer die andren. Anstatt zu sagen, was ihm in dem Moment weg getan hat oder wo er sich zu unrecht behandelt gefühlt hat, hört man immer du "Aber du hast das und du hast dies..." Er beschuldigt andere immer nur anstatt sich mitzuteilen, was ihn selbst angeht. Es ist schwer... Und mein Partner kennt mich, denn nach paar Tagen reden wir ja dann auch und er weiß, dass man mit mir über alles reden kann. Nur ich verlange da einen gewissen Respekt bei so einem Gespräch und einen angebrachten Ton. Ich wäre schon gestern dazu bereit gewesen und heute auch aber ohne Alkohol und wie gesagt im angebrachten Ton, der signalisiert, dass man es klären will und nicht mit einer Agrostimme und DU DU DU und von sich kein Ton sagt und sich als Opfer darstellt.

          • Das meine ich doch: Es gibt hier eine totale Disharmonie in der Kommunikation. Willst Du das ewig so mitmachen? Er muss genauso wie Du lernen, wie man einen Konflikt löst. Die Frage ist jetzt lediglich, ob er zur Rettung Eurer Beziehung daran interessiert ist oder ob es ihm wichtiger ist, seinen Standpunkt zu behalten, auch auf die Gefahr hin, dass Du Dich irgendwann trennst.

            Kauf Dir mal ein Buch über Partnerkommunikation, lies es und erwarte ruhig, dass er bereit ist, das auch zu tun. Du machst nämlich offenbar auch den Fehler, sein Verhalten gegenüber Deines Sohnes als falsch zu definieren (was es de facto nicht zwingend ist) und zeigst Dich genauso wenig kompromissbereit wie er. Das mit der Schuldzuweisung kannst Du offenbar genauso gut, dabei gäbe es eine ganz offenkundige einfache Lösung für diesen Konflikt.

      Meinst du nicht das ging alles viel zu schnell? Was ihr da in 1,5 Jahre reingestopft habt hättet ihr wohl besser auf mehrere Jahre verteilt, Kinder sind involviert, ein Hund musste auch her, und gemeinsame Zukunftsperspektive sehe ich keine.

      • Echt an dieser einen Mail kannst du sehen, dass wir keine Zukunftsperspektive haben? Das ist meiner Meinung nach zu wenig an Infos um so zu urteilen. Ich sehen sehr viele Zukunftsperspektiven für uns und ja es ging alles schnell aber wir sind auch ein super Team. Das war eine Situation unter vielen und zwar eine negative, dazu kommen noch verdammt viele positive. Eine Patchworkfamilie braucht im Durchschnitt fünf Jahre, bis sie sich aufeinander eingespielt hat also haben wir noch etwas Zeit. Wir haben mit vielen schwierigen Dingen gestartet und diese kindischen Streitereien bekommen wir auch noch in Griff, das ist nämlich wirklich Kinderkacke im Gegensatz zu vielen anderen, was wir bereits gemeistert haben.

        Und entweder zwei Menschen sind in der Lage miteinander klar zu kommen oder nicht. Und dann spielt der Zeitrahmen keine Rolle. Und es gibt Dinge die lassen sich nicht einfach so auf Jahre verteilen, die passieren genau zu dem Zeitpunkt wenn sie eben passieren und dann müssen sie gemeistert werden.

        Trotzdem danke dir.

        • Dein Bericht drehte sich ausschliesslich ums Negative, schon vergessen?

          Ich habe keine Kristallkugel, aber ich habe ziemlich viel Lebens- und Berufserfahrung, insofern bin ich pessimistisch was eure Zukunft anbelangt anhand dessen was und wie du es geschrieben hast.
          Aber egal, wäre ja schön ich würde mich irren, zudem ist es dein Leben. Nur eins, du sagst eine Patchworkfamilie brauche 5 Jahre um zusammenzuwachsen, dann nehmt euch doch auch etwas mehr Zeit, besucht Paar- oder Elternkommunikationskurse usw.

          Ich lebe übrigens selber seit 17 Jahren in einer Patchworkbeziehung, wir sind auch alles recht schnell angegangen, hatten/haben jedoch zum Glück keine ernstzunehmenden Konflikte.

          "Das war eine Situation unter vielen und zwar eine negative, dazu kommen noch verdammt viele positive."

          Ich kann nichts positives daran erkennen, wenn man nicht in der Lage ist, vernünftig miteinander zu reden. Und das hat m.E. auch nix mit "einspielen" zu tun...

          "Und entweder zwei Menschen sind in der Lage miteinander klar zu kommen oder nicht."

          Eben. Und ihr seid es ganz offensichtlich nicht...

    Die Überschrift an sich ist schon total Panne.
    DRAMA: ICH HABE ALLES AUFGEGEBEN und der Scheisskerl tut xyz.
    Dein Leben ist, was DU daraus machst.

    Wenn mein Partner 6 Bier intus hat, führe ich keine Problemgespräche mehr. Aber es gibt einen Morgen danach und der kann genutzt werden. Ich lass mich nicht emotional in die Ecke drängen. Weniger Drama und mehr Realität bitte!

Hallo

Als allererstes möchte ich schonmal in den Vordergrund stellen, das eine Patchwork Familie garnicht so einfach ist. Man braucht eine ganze Palette gemeinsamer Regeln, die man vorher gemeinsam absteckt.

Wenn Du Deinen Partner vor den Kindern als Blödmann betitelst untergräbst Du ihn ja schonmal als Autoritätsperson.

Man hätte ihn nach dem Fall ( ohne Kids erstmal) beiseite nehmen müssen und ihm sagen das er nicht einfach gehen kann und 5+ 6 Jahre alten Kindern sagen: du darfst nicht zur Mama ...! Was ist wenn was passiert wäre? Das fiel MIR jetzt mal spontan dazu ein. Loben kann man ja den Hintergedanken Dich ausschlafen wollen zu lassen.

Dann finde ich es eh schon sehr waghalsig zu einem Mann zu ziehen der seinen Frust mit kiffen und trinken bekämpft- das wäre für mich nix.

Mal einen heben- kein Thema. Aber aus Spaß und nicht aus Frust.

Ansonsten kann ich dazu nur sagen ich habe einmal Patchwork Geschichte geschrieben, es war sehr schwer und wir sind gescheitert. Aber ich weiß auch genau was ich beim nächsten Mal anders machen werde. Und nie mehr einen Mann, der sich als Opfer sieht.

Viel Glück - das kannst Du gut brauchen

  • Wenn du jemanden liebst, dann lässt du ihn nicht einfach liegen, weil er ein Problem hat. Als wir uns kennen gelernt haben, wusste ich noch nicht mal davon und das hat sich nach und nach raus gestellt, dass er unter Depressionen leidet. Dass er Kiffen oder Alkohol als Antidepressivum benutzt ist natürlich nicht schön und für wen ist das schon etwas aber ich liebe ihn als Menschen und an dem Problem kann man arbeiten und dagegen steuern. Da sagt man dann nicht einfach, das ist nichts für mich geh wieder. Sondern dann ist man füreinander da, vor allem wenn man merkt, dass das Gegenüber weiß, dass es nicht richtig ist und auch dagegen steuern möchte.

    Aber der Rest deines Beitrags hat mir auch weiter geholfen, dafür danke ich dir.

    Liebe Grüße

    Ich bin niemand der von Dingen redet, von dem er keine Ahnung hat. In meiner ersten Ehe hat sich rausgestellt das mein Mann Alkoholiker war. Als ich meine erste Ohrfeige im seinem Suff kassierte wartete ich die zweite ab und war beim Anwalt. Da war ich 20! Ein halbes Leben ist das her. Niemals würde ich mir oder meinen Kindern sowas freiwillig antun. Damals hatte ich zum Glück noch kein Kind.

    Pass auf Euch auf. Kinder leiden leise um die Eltern nicht noch zu belasten und unsensiblere Eltern meinen dann ach die Kinder kriegen nichts mit- Kinder spüren restlos ALLES !!!

    • (17) 18.09.12 - 01:20

      "unsensiblere Eltern meinen dann ach die Kinder kriegen nichts mit- Kinder spüren restlos ALLES !!!"
      Du hast noch nie einen wahreren Satz geschrieben.

      Das geht aber in die Köpfe vieler Eltern nicht rein. Leider!
      Ich kriege manchmal das kalte Grausen, wenn ich lese, wie mit Kindern, Kinderseelen umgegangen wird.
      Zum Glück ist urbia kein Querschnitt der Gesellschaft, ansonsten könnte man glatt verzweifeln.
      "Kinder leiden leise um die Eltern nicht noch zu belasten"
      Das seh ich anders, Kinder leiden leise, weil sie nicht wissen, wie sie mit ihrer Angst umgehen sollen, sie lieben beide Eltern und hoffen, dass alles wieder gut wird.

      • Glaub mir, dass ich mir sehr viele Gedanken über unsere Kinder mache und ich viele Gespräche darüber führe. Und ich streite mich nicht vor den Kindern, nur dieses Mal ist es leider komplett schief gelaufen. Wir haben im Moment viel zu verarbeiten und vermutlich war ich etwas zu angespannt und hab nicht zu Ende gedacht. So ist das Leben, manchmal passieren Fehler aber stell uns jetzt nicht als Eltern dar, die sich keine Gedanken über ihre Kinder machen und denken, die können alles ab und würden nichts mitbekommen. Da liegst du bei uns völlig falsch.

    Hier wird keiner geschlagen und mein Partner ist kein Alkoholiker der überall seine Pullen versteckt und morgens mit Pils startet. Was dir zugestoßen ist, tut mir sehr leid und das würde ich an deiner Stelle mir auch nicht geben und vor allem keinem Kind so etwas antun.

(20) 18.09.12 - 14:45

"Man hätte ihn nach dem Fall ( ohne Kids erstmal) beiseite nehmen müssen und ihm sagen das er nicht einfach gehen kann und 5+ 6 Jahre alten Kindern sagen: du darfst nicht zur Mama ...! Was ist wenn was passiert wäre? Das fiel MIR jetzt mal spontan dazu ein. Loben kann man ja den Hintergedanken Dich ausschlafen wollen zu lassen."

Ich denke nicht das er wirklich gesagt hat "ich VERBIETE ihr zu Mama zu gehen!!!" sonder eher in dem Sinne, geh jetzt mal nicht zu Mama, wir lassen sie heute mal ausschlafen. Was ich wirklich als nett von ihm empfinde, machen ja nicht viele Männer ;-) .
Ich glaube er hat es nur gut gemein.

Was mir auffällt sie schreibt auch nur von Mein Sohn, Seine Tochter, ich lese nirgends ein Wir?

Zudem sollte Ihr Sohn vielleicht auch mal lernen auf den quasi Stiefvater zu hören, er sollte die Mama nicht wecken, rennt aber sofort zu ihr, sobald "Stiefpapa" einmal den Rücken zudreht. Warum? Was war so wichtig, was nicht hätte warten können?

Es scheint hier keine gemeinsamen Regeln zu geben, an die sich alle halten?

(21) 17.09.12 - 02:08

Nur als Tipp, du wirst ganz bestimmt mehr Antworten bekommen, wenn du deinen Text noch mal einstellst, aber etwas strukturierter.
Ich bin sicher nicht die Einzige, die diesen zusammengeklatschten Text nicht lesen mag.

also ich hab bis dahin gelesen wo das Gejammer los ging

und zum einen fällt mir auf

das dein partner dir was liebes wollte und das du auschlafen kannst

und das dein sohn euch da sehr nett ausgespielt hat

und das du sehr sehr negativ und agressiv an die sachen ran gehst

und patchwork ist nicht einfach und eine kuschelfam sondern

da werde zwei kleinfamilien zusammen gesetzt und das braucht zeit

offenheit , loyalität und gemeinsamkeiten

und ich denke du gibt deinen partner nun die schuld das alles anders ist bei dir

und das du zuhause hockst und reagierst mit den gemeinheiten und kannst

nichts possitives sehen

und dein partner reagiert mit kiffen usw auf die selbe sitation

ich denke da müßt ihr euch in ruhe hinsetzen evtl auch an einem neutralen boden

Ich sehe nicht wirklich. wo du ALLES für ihn aufgegeben hast. Das habt ihr doch gemeinsam entschieden. Und zunächst einmal hatte ER alles für DICH aufgegeben, was ihn aber de facto krank gemacht hat.
So viel dazu, ihr habt da also ein Gleichgewicht, will ich meinen.
Dann nur eines: Wenn mein Partner mir sagen würde, dass ich eine wahre doofe Kuh wäre, gäbe es danach auch erst einmal keine Konfliktlösung im Sinne von "wir schauen jetzt gemeinsam Fernsehen", dann bräuchte ich erst einmal Klärung, warum man mich blöde Kuh nennen muss, anstatt zu sagen, was einen geärgert hat.

Das bedeutet, DU hättest dich in MEINEN Augen zunächst einmal für den "Blödmann" entschuldigen müssen, danach wäret ihr beide vielleicht dazu in der Lage gewesen, euer Problem miteinander zu klären.

Stattdessen willst du mit ihm Fernsehen, aber er sitzt am Tisch. Sicher, da trinkt er. Aber er sitzt am Tisch, das meint R E D E N. Am Tisch werden Probleme geklärt, nicht auf dem Sofa vor dem Fernseher.

Ich denke, du bist nicht die einzige, die Zugeständnisse macht, aber in deinen Augen ist es momentan so.

Patchwork meint Arbeit, für alle Beteiligten.

Fang an zu arbeiten, hör auf, dich als Opfer zu sehen.

L G

White

ihr habt schon eine ganze menge durch in 1, 5 jahren ....puuuh.

was mir bei dir fehlt, ist, auch seine sicht zu sehen, ein wenig verständnis, du wirkst so bockig.ich weiß nicht ob es daher kommt, weil du damals, in seiner depressiven phase, so für ihn da warst?!
du hast nicht alles für ihn aufgegeben, du selber fandest diese lösung auch am besten und er hat das damals ebenfalls getan und ist in deine ecke gezogen...
auch deinen satz <<<<< Also gut, ich habe halt an alle gedacht und wollte, dass es allen gut geht <<<<...dieser liest sich bockig und das du annimmst immer nur du würdest opfer bringen....ich finde, generell solche vorhaltungen sehr unfair, weil, man macht sie in guten und freiwillig und dann, wenn es nicht so läuft, wird es benutzt als vorwurf.

wie du deinen freund vor den kindern betitelst geht null, aber ich denke das weißt du selber :-)
patchwork ist harte arbeit und vor allem man muss tierisch aufpassen, kinder haben eine super antenne wie sie ihre "eltern" austricksen.du und dein freund, ihr müsst zusammen arbeiten.

dein freund hat es gut gemeint als er deinen sohn verboten hat, dass er zu dir hoch geht...aber das hast du gar nicht mehr gesehen, es ging dir nur um deinen armen, armen sohn und dann packst du dir diesen auch noch, gehst zu deinem freund und wirfst ihm das vor den kindern vor...ich wäre auch sauer gewesen!er hat nichts böses gewollt und du stellst ihn vor dem kind aber so dar.....tolle nummer!

ich weiß nicht ob dein freund deinen sohn vorher genau erklärt hat warum er nicht zu dir soll.hat er es ihn ohne erklärung gesagt, ist das nicht ok, logisch.aber egal wie, er ist zu dir hoch, was er nicht sollte.du hättest das deinem sohn erklären müssen, dass dein freund es lieb gemeint hat und das er auf ihn hören soll, du es aber trotzdem schön findest das er zu dir gekommen ist....

wenn so etwas öfter in der art vorkommt, na denn , viel spaß....

die kinder lernen so nur wie sie am besten das bekommen was sie wollen und ihr/du machst das spielchen mit...ihr streitet euch, gegenseitiges unverständnis usw....und was lernt man den kindern dabei?unsoziales verhalten!und das nur weil das arme, arme kind tränchen in den augen hatte....sorry, etwas provokativ...aber du hast nur das traurige kind gesehen und unterstützt es letztendlich noch darin, gleichzeitig wiegelst du es auf und beim nächsten mal weiß der kleene genau was er zu machen hat....

ergebnis ist dann....er hetzt euch gegeneinander auf (und ein kind geht natürlich den einfachsten weg, meint es null böse, logisch), ihr streitet (wegen ihm)...er liebt euch aber beide, will nicht das ihr streitet....was meinst du was da erst recht in seinem köpfchen los ist?!

wenn sowas öfter vorkommt, dann wirst du dafür zuständig sein, dass dein freund wirklich immer mehr gegen deinen sohn geht, aber nicht weil er deinen sohn nicht mag, sondern weil dein verhalten so ist.....mein armer, armer sohn.

natürlich ist das nicht fair dann von deinem freund, aber eine normale verhaltensweise, die natürlich zu nichts führt, außer zu noch mehr stress....

das dein freund jetzt den ganzen tag so bockig war, klar, albern, denn auch er hätte reden können und auch dieses mit dem spielen bei der schwester war daneben, genau wie es nicht ok war, dass er trotz abmachung, seine tochter mit ins bett holt
allerdings denke ich, dass sowas wie morgens mit deinem sohn , wo er nicht hoch sollte, schon öfter vorgekommen ist und dein freund weiß nicht wie er dagegen ankommen soll....

überdenke mal was du deinen sohn antust wenn du ihn letztendlich immer so uneinsichtig in schutz nimmst ;-)

  • Ich danke dir ganz herzlich für deine Antwort, das ist die erste die mir wirklich weiter hilft und mich zum nachdenken bringt.

    Du hast Recht, für 1,5 Jahre haben wir schon sehr viel hinter uns gebracht aber somit auch viel zusammen überstanden. Wir haben quasi mit sehr schwierigen Dingen angefangen und glaub mir, das war nicht einfach für uns beide aber wir lieben uns eigentlich über alles, wirklich. Deshalb sind wir ja auch noch zusammen, trotz allem.

    Und das ist die Komik unserer Beziehung. Wir haben so vieles schon durchgestanden und bei so einem Scheiss kriegen wir es nicht hin und das mit der Klinik war nicht das Einzige, da war noch mehr an Schicksalsschlägen aber darauf muss man ja nicht näher eingehen. Und wir haben unsere Kinder lieb, das weiß ich auch. Deshalb war ich auch so verwundert über sein Verhalten meinem Sohn gegenüber. Aber du hast Recht, wenn ich ganz ehrlich bin muss ich zugeben, dass auch ich ein Wutgefühl gegenüber seiner Tochter hatte, als sie bei uns im Bett geschlafen hat und ich habe dieses Mädchen sehr lieb. Genau das wird bei ihm auch passiert sein, was zu seinem Verhalten gegenüber meinem Sohn geführt hat. Ich war der Auslöser.

    Ja ich hätte an dem Morgen anders reagieren sollen, ich habe mich falsch verhalten und die Kette los gelöst. Er hat es ja in erster Linie nur gut gemeint und wollte mir eine Freude machen. Ich wäre auch sauer an seiner Stelle.

    Ich denke es ist eine Entschuldigung von meiner Seite fällig. Wir müssen noch mal über alles reden und in Zukunft besser aufpassen was die Kinder an geht. Wir haben in dem Moment nicht zusammen gearbeitet, das stimmt.

    Manchmal braucht man jemanden, der einem die Augen für so etwas wieder etwas öffnet und das hast du gemacht, danke dir noch mal herzlich.

    Liebe Grüße

Top Diskussionen anzeigen