Jetzt ist es vorbei bevor es richtig angefangen hat!

    • (1) 17.09.12 - 08:18
      Allein mit Baby

      Morgen...

      ich muss mir das alles mal von der Seele schreiben...ich bin seit gestern eine schwangere Alleinerziehende Mama. Meine große ist 10 und mein Baby kommt im Januar.

      Es war ein Wunschkind. Die Beziehung zum Papa war mal perfekt. Aber seine Lügen machten alles kaputt.
      Ich hatte ihm einige Chancen gegeben, da er mir in der Vergangenheit immer wieder Lügen aufgetischt hat. Er ist Drogensüchtig und hat auch Therapie gemacht. Danach ist das Baby entstanden.
      Ich hab ihm immer klar gesagt das ich es nicht toleriere wenn er weiterhin Drogen (Amphetamin) nimmt und Spielen geht. Es gab einige Rückfälle, ich hab immer wieder verziehen da er immer wieder beteuerte jetzt ändert er sich wirklich und wir sind ihm wichtiger. Er wusste das unsere Beziehung keine Lüge mehr übersteht.
      Ich hatte ständig Angst das es wieder passiert. Und an seinem Verhalten (total aggressiv) sowie seinem körperlichen zustand merkte ich das was nicht stimmt. Immer wieder hat er es abgestritten. Ich hab gestern in sein Handy geguckt. Und auch sofort was gefunden. Er war vor zwei Wochen wieder auf Tour und hat Drogen genommen! Noch einen Tag vorher hat er mir versprochen das er sich ändert, mir beteuert das ich mir das alles einbilde das was nicht stimmt und er uns liebt.

      Wie ich das gesehn hab fiel mir alles aus dem Gesicht. Seitdem schwanke ich zwischen Hass, Ekel, Angst, einfach alles....ich hab ihn so dermaßen geliebt und jetzt ist alles kaputt. Ich kann einfach nicht mehr. Er hat mich die letzten Wochen total scheisse behandelt. Beziehung konnte man es nicht mehr nennen. Er war zwar da, aber nur körperlich. Und diese wahnsinnigen Stimmungsschwankungen. Er hat mir dolle Angst gemacht vor ein paar Tagen.

      Es ist so hart wenn man auf einmal allein dasteht. Vertrauen ist restlos weg. Ich bin einfach so, ja, wie psychisch Vergewaltigt...alles hab ich allein gemacht da er im moment kaum Geld hat, und dann seh ich das er Geld zum spielen und für Drogen hat aber nichtmal für sein eigenes Kind. Man, das mit uns hat angefangen wie was ganze besonderes. Ich wünschte ich hätte meine Verstand eher eingeschaltet. Jetzt kann ich nicht mehr mit ihm abschliessen. Er wird immer der Vater meiner Tochter sein. Wir haben uns versprochen das alles gemeinsam durchzuziehn! Er kann auch phasenweise der liebste Mensch der Welt sein. Wir hatten viel Spaß zusammen. Es hat alles gepasst. Aber seine Sucht hat gewonnen.
      Dabei wolllte er das alles doch genauso wie ich. Und er ist schon Ü30, also kein Kind mehr.

      Ich hab ihm gestern seinen Schlüssel gegeben, und er ist wortlos gegangen. Klar, aus der Geschichte kam er nicht mehr raus. Schliesslich ist nun rausgekommen was er mich die ganze Zeit angelogen hat. Das ist sooo mies...ich fühl mich so schmutzig...
      Wie söllte es denn jemals ne gemeinsame Zukunft mit unserm Kind geben, angenommen er steht wieder vor der Tür?! Wie soll ich mich jetzt verhalten? Es tut so weh, das nun alles vorbei ist bevors noch richtig angefangen hat. Hat sowas überhaupt noch ne Chance? Wenn mal ne Zeit vergangen ist?

      Würd mich über ein paar Antworten freuen! Danke!!!

      • Guten Morgen,

        ich möchte dir Mut machen. Du gehst den richtigen Weg, denn für dich und deine Kinder gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine positive Zukunft mit diesem Mann.

        Sucht ist keine rationale Entscheidung. Sucht beherrscht den Menschen und lässt ihn nur sehr schwer wieder los. Ein Entzug muss bewusst gewählt werden und die richtige Arbeit beginnt eigentlich auch erst, wenn der Abhängige wieder in seinem Alltag ist. Die KLinik ist ein geschützter Rahmen, in dem die Verlockungen ausgeschaltet sind. Und Rückfälle gehören leider zum Alltag.

        Du kannst diesem Mann nicht aktiv helfen. Es ist sein Leben, dass er weg wirft. Aber das kann er derzeit nicht ändern.

        Nimm dein Leben ohne ihn in die Hand. Das schaffst du. Und den zukünftigen Umgang würde ich mit Hilfe des Jugendamtes klären.

        Auch rate ich dir, dich mit der Drogenberatung in Verbindung zu setzen, denn da bekommen auch die Angehörigen von Süchtigen Hilfe. Dort kannst du erfahren, warum der Mann so handelt und bekommst Hilfen für dich an die Hand.

        Und verabschiede dich von der Idee, dass es eine gemeinsame Zukunft gibt, sonst kommst du nicht von ihm los.

        CVielen gelingt der Absprung von der Sucht erst, wenn sie ganz unten sind und glaub mir, da willst du nicht mit hin. Und manchen gelingt der Absprung leider nie.

        Ich wünsche dir ganz viel Kraft für dich und deine Kinder.
        M.

        Ich frage mich immer, wie man in solch einer Lage sich ein Kind wünschen kann.

        Hast du gedacht, dass gibt im Halt? Wenn ein Kind da ist, vergisst er seine Süchte?!
        Falsch die Süchte sind immer im Vordergrund. Da kann auch ein Kind nicht helfen.

        Ich rede aus Erfahrung. Ich war damals jung und ungeplant schwanger von einem Alkoholiker und Drogenabhängigen (ja ich weiß wie man verhütet,es war ein Unfall)

        im ersten moment dachte ich scheiße, in eine solche situation kannst du doch kein Kind reingebären, im zweiten moment dacht ich, vielleicht hat das Kind auch seinen Nutzen und hilft dem Vater mit seiner Sucht aufzuhören. Im dritten Moment, ca. 2 Tage später, hab ich meine Koffer gepackt und bin gegangen. Habe mein Leben alleine mit Kind geplant. Er kam immer noch mit seinen Ausreden, wenn das Kind da ist würde er sich ändern und ich solle zurück kommen. Aber ich bin standhaft geblieben, ich wollte das nicht. Ein kind zu therapiezwecken für den Vater was für eine blöde Idee. Agressiv oder sowas war er nie, eher sogar sehr liebevoll und eine treueseele, dass machte die klar trennung für mich natürlich nicht sehr leicht.

        Aber es war das beste was ich hätte tun können.

        Nun bin ich seit fast 5 Jahren von ohm getrennt. Sein Sohn sieht er einmal im Monat, wenn er ihn sieht kümmert er sich toll. Vertrauen tu ich ihm immer noch nicht hundert prozentig, was den Alkohol und die Drogen betrifft.

        Ich habe einen neuen Partner, den ich inzwischen geheiratet habe, und nun ist mein sohn auch schon großer Bruder geworden. Wir haben eine tolle Familie, mein sohn hat einen Vater dazu bekommen. Und wenn sein Vater vorbeikommt und tolle Sachen mit ihm macht, profitieren wir alle davon.

        Mein Rat, klare Trennung nie wieder draufeinlassen.

        Auch du wirst sicher noch einmal richtig glücklich werden.Hauptsache du gewährst deinen Kindern einen stabilen Alltag.

        Trenne dich, er wird sich nicht ändern! So hart wie es ist, denke an dich und deine Kinder!

        Als ich 1996 mit dem Vater meines Sohnes zusammenkam, kiffte er. Ich war dagegen, er hats gelassen. Wir haben dann im Jahr 2000 unser Wunschkind bekommen. Rund 11/2 Jahre nach der Geburt, änderte sich sein Verhalten. Ständig auf Party, nie zu hause. Ein halbes Jahr später hab ich durch Zufall erfahren, das er wieder Drogen nimmt, und wohl auch schon härtere. Ich habe mir den Mund fusselig geredet, er soll doch an seine Familie denken, usw. Wir führten dann eine typische on-off Beziehung, ich hab Schluss gemacht, er hat mir das blaue vom Himmel versprochen, wir sind wieder zusammen gekommen... Immer so wieder. Bis es mir kurz nachdem 3. Geburtstag von meinem Sohn zuviel wurde, und ich mich endgültig getrennt habe.
        Das war 2003, er konsumiert bis heute, hat den vollen sozialen Abstieg hinter sich, trinkt wie ein Schlot. Und ich bin an seinem Elend schuld, weil ich ihn ja nicht wollte. Das Interesse an seinem Sohn hat er in all den Jahren völlig verloren. Ihm interessierte noch nicht mal KH-Aufenthalte.

        Durch meine Erfahrung bin ich skeptisch, ob so ein Mensch sich ändern kann. Vorallem, denke an die Kinder, sie brauchen Vorbilder!

        lg u. alles Gute

      • Hallo
        Ich denke du hast das richtige getan.

        Mein Freund ist jetzt 35. Ich 23.

        Seit 2,5 Jahren sind wir zusammen und mein Freund hat seit seiner Jugend drohen genommen.

        Hatte den falschen Umgang. Sagt er heute selber. Ich hab auch damit angefangen als wir zusammen kamen. Überwiegend Kokain. Fast nur. Und als ich schwanger wurde hing ich in einem Loch. Es ging mir mit dem Rausch nicht mehr gut. Nur noch sche…e. Selbst daran zu denken war für mich schrecklich und ekelhaft. und ich wollte auch das er aufhört. Nun gut. Er hat es aus spas gemacht. Er Ist selbständig und arbeitet 6 tage a 12 st. Konnte spaßkonsum von Alltag meist trennen obwohl er seine Pflichten gern mal vernachlässigt hat wenn's ihm am nächsten Tag Mies ging. Klar wenn wir was hier hatten war die Versuchung Gros das wie es auch mehrfach in der Woche konsumierten und es nahm Ausmaße an. Und er hat mit mir aufgehört.

        Es gab 1 oder 2 Rückfälle. Fast ein Jahr lang war ich misstrauisch. Hab es u.a kontrolliert und ihn vorgehalten. Aber er hat nie wieder was genommen. Und das nach so länger zeit.

        Vielleicht steckt dein freund si tief drin das er den Konsum nicht trennen kann und es spielt eine zu große Rolle in seinem leben. Dann braucht er auch ne Therapie. Vielleicht sollte er sich für 2-3 Monate einweisen lassen. Das hab ich auch getan als ich in dem Loch steckte in dem 6 ssmonat.

        Vielleicht habt ihr dann noch ne Zukunft. Vielleicht wird er ja endlich dann wach wenn er weist was er da auf Spiel gesetzt hat?
        Drogen verändern Menschen. Ich bin immernoch auf der suche nach meiner Lebensfreude die ich hatte bevor ich je was konsumiert habe.

        Das kommt nicht wieder. Ich kann nicht mal mehr in die Disco gegen, oder manche Lieder hören Weils mich an den Rausch und Ekel erinnert. Und meine verlustängste haben sich immer noch nicht gelegt.

        Mein Freund kann auch kaum Menschen lieben. Er könnte allein auf der Welt überleben weil er nur 100% zu sich steht. Kaum einer kommt an ihn ran. Er ist er.

        Mitleid, Gefühle kennt er kaum noch.

        Beim Tod seines Vaters hat er zum erstenmal Gefühle zugelassen. Bei der Geburt seiner Tochter glänzten seine Augen auch u bei der FG vor 1 Woche hat er mir zum erstenmal mut gemacht. Du siehst, nur im Ausnahmezustand kommt was von ihm. So kalt u herzlos ist er davon geworden. Ihr sagt immer Menschen kann man nicht ändern. Und er ist der erste Mensch wo ich feststelle: das kann man wirklich nicht. Er ist wie er ist u entweder nimmt man ihn so oder man geht (sagt er selber)

        (obwohl er sich posetiven verändert hat seit wir zusammen sind) :-) Anscheind tue ich ihm doch gut.

        Er weist auch wenn einmal sowas passiert sieht er uns nie wieder.

        Ich hoffe sehr für dich das dein freund einer Therapie bez. Einweisung zustimmt. Da wird ihm Super geholfen. Ansonsten bist du wirklich ohne ihm besser dran.

        Wünsche die alles gute und Sorry für mein bla bla bla :-)

        Ich glaube, du hast kürzlich hier schon geschrieben?

        Versuch bitte jeden Gedanken an eine gemeinsame Zukunft aus deinem Kopf zu streichen, nur daran zu denken ist einfach nur verantwortungslos deinen Kindern gegenüber. Deine Trauer und deinen Schmerz kann ich verstehen, nicht aber dass du über eine gemeinsame Zukunft nachdenkst!

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