Partner will keinen Sex mehr

    • (1) 19.09.12 - 11:15
      so ratlos

      Hallo,
      steht ja schon in der Überschrift, worum es geht. Mein Mann und ich sind seit über 12 Jahren zusammen. Anfangs hatten wir viel Sex, später weniger - wie das halt so ist, wenn sich der Alltag und viel Stress einschleichen.
      Seit 3-4 Jahren allerdings ist es weniger als wenig. Anfangs schob ich das auf die viele Arbeit, seinen Stress dort. Aber es wurde auch in ruhigen Zeiten nicht besser. Dazu kam, dass er immer später ins Bett kam. Morgens müssen wir sehr früh raus, oft auch am Wochenende.

      Immer waren irgendwie Kinder um uns herum, Zeit für uns beide blieb wenig. Wenn, dann haben wir die aber anderweitig gefüllt. Irgendwie dachte ich immer, diese Phase geht vorbei - tut sie aber nicht. Mir fehlt das aktive Sexleben jetzt total. Gespräche mit ihm darüber führen zu gar nichts, weil er sofort abblockt. Er kann auch nicht über seine Gefühle sprechen, noch nie.
      Nun habe ich vor kurzem einen Artikel gelesen, indem es darum ging, dass Frauen/Männer, die täglich Pornos schauen in eine Art abhängigkeit fallen, die sich auch auf das Sexleben auswirken kann. Dieses kann quasi unwichtig werden. Das virtuelle wird viel wichtiger.
      Also konnte ich es mir nicht verkneifen, bei passender Gelegenheit mal in seinem Browserverlauf zu suchen und bin fündig geworden :( (ja, ich weiß das tut man nicht, habe ich ja die ganzen Jahre auch nie, aber ich wollte Gewissheit)
      Von 7 Tagen die Woche schaut er 6 Tage abends Bilder und Videos an .......
      Nun steh ich da und weiß nicht weiter. Wenn ich mir überlege, wie oft ich unser Sexleben aufpeppen wollte mit verschiedensten Dingen, auch Pornos, und er hat mich jedesmal gegen die Wand laufen lassen ....keine Worte, kein Brief, kein Heulen und Jammern haben je was gebracht.

      Was würdet ihr jetzt tun? Ansprechen darauf? Ich weiß für mich, dass dies eh ins Leere läuft.... den Artikel an den PC legen (wenn ich ihn denn noch finde) ?
      Ach, ich weiß einfach nicht. Ich liebe ihn und ich könnte mich sogar mit einer sexlosen Beziehung abfinden, wenn dies Grund einer Krankheit oder so wäre .... aber nicht, weil er sich mit Bilder so weit befriedigt fühlt, dass ihm das reicht.....

      Etwas ratlose Grüße

      • (2) 19.09.12 - 11:27

        Hallo!

        Der er deine Gefühle und Bedürfnisse vollkommen zu ignorieren scheint, würde ich versuchen, ein letztes Gespräch mit ihm darüber zu führen und ihm ansonsten mitteilen, dass ich meine Bedürfnisse ab sofort außerhalb der Ehe befriedigen werde.

        LG Lena

      Ich kann mir vorstellen, was in Dir vorgeht.

      Du wünscht Dir aktives Sexleben, Dein Mann zieht die virtuelle Welt vor.
      Ist auch einfacher für ihn: er kann kann passiv bleiben, muss selber kaum Einsatz zeigen.

      Der Weg in die Abhängigkeit ist m.E. aber nicht sofort gegeben.

      Eher scheint es Bequemlichkeit zu sein. Die schnelle Befriedigung ist weniger umständlich, dauert oftmals nur einige Minuten, da ist niemand anderes den man noch glücklich machen muss.

      Für Dich ist das traurig und enttäuschend - kann ich nachvollziehen.
      V.a. weil Dein Mann total abblockt, wie Du schreibst. Für ihn scheint die Situation nicht unbefriedigend zu sein.

      Bei Partnern die "beratungsresistent" sind hilft manchmal Hilfe von außen. Z.B. mit einer Paartherapie.

      Sagt Dein Mann denn noch, daß er Dich liebt ? Wenn ja, sind durchaus Chancen da, das wieder in den Griff zu bekommen.

      Den Artikel den Du suchst, meine ich auch mal gelesen zu haben, da hieß es u.a. daß bei Männern, die sehr oft (d.h. mehrmals täglich) Pornos konsumieren, die Attraktivität der Partnerin automatisch abnimmt. Wohl ein gewisser Teufelskreis.
      Wissenschaftlich aber nicht bestätigt!

      Alles Gute !

      Borstie

    • (5) 19.09.12 - 11:54

      ich denke, dass man nicht das recht hat, dan anderen verändern zu wollen.
      sb und sex mit dem partner sind 2 verschiedene schuhe.
      sb wirst du ihm kaum verbieten können.
      sb ist leicht und nicht mit der pflicht verbunden, dem anderen dabei seine wünsche zu erfüllen.

      es muss ja gründe haben, wieso er keinen sex mehr mit dir will.
      vielleicht hat er ne andere, oder der sex mit dir ist ihm zu langweilig oder du für ihn nicht mehr attraktiv.

      wenn dir jahrelang schon aufgefallen ist, dass er keine ambitionen mehr hat, mit dir zu schlafen, dann frag ich mich, wieso du mit deinem mißmut so lang gewartet hast.

      je länger sowas eingeschlafen ist, desto weniger ist die lust wieder zu wecken.

      also wenn gespräche nichts nützen musst du entscheiden, ob du dich trennen willst, weil dir der sex fehlt, oder ob du ne offene ehe vorschlägst, eine affäre beginnst oder eben sexlos leben möchtest bis ans ende deiner tage.

      ich denke zeitmäßig dürfte für euch der zug abgefahren sein,was ein normales sexleben angeht

      • (6) 19.09.12 - 17:18

        Danke für deine Antwort, ich will meinen Partner nicht ändern, ich will ihn nur verstehen .... und sb verbieten liegt mir fern. Mit meinem Mißmut habe ich nicht bis jetzt gewartet, er kennt ihn, das Thema hab ich oft genug angeschnitten, nur irgendwann sagt man sich, es hat eh keinen Sinn, wenn er nicht darauf reagiert.
        Eine andere hat er definitiv nicht. Zum einen, weil er ein Mensch ist, der immer erst eine Sache erledigen muß, bevor er etwas anderes beginnt. Zum anderen, weil er arbeitsmäßig stark eingespannt ist, so daß dafür kaum noch Zeit bleibt. Außerdem versucht er jede freie Minute rauzuschinden, um zu Hause zu sein.

    (7) 19.09.12 - 12:09

    wo siehst du denn die basis eurer beziehung? wo habt ihr noch nähe, wenn ihr weder sex habt, noch über gefühle reden könnt? diese kombination wäre für mich das weitaus größere problem als die heimliche freude an pornos.

    • (8) 19.09.12 - 17:27

      Danke für deine Antwort. Unsere Basis ist hier, ist unser Zu Hause, unsere Kinder, unser Hof unsere Selbstständigkeit, unsere gemeinsamen Interessen und und und..... es gibt so viel. Ich habe mich nie in meinem Leben so sicher gefühlt wie hier.

      Uns ist sehr viel Schlimmes passiert und immer war es das Wir, was uns geholfen hat das durchzustehen.
      Wir haben uns was aufgebaut, einen Betrieb, er liebt meine Kinder wie seinen eigenen .... viele Interessen, die wir haben, sind gemeinsame Interessen ... oft genug ertappen wir uns dabei, dass wir gerade das Gleiche sagen wollten. Er verabschiedet sich nie ohne einen Kuss und eine Umarmung. Ich weiß, dass er stolz auf mich ist, weil er das anderen erzählt hat (und die wiederum mir :D )
      Das alles ist mir schon sehr viel wert und macht manches wett, was fehlt. Das ist es auch, was mich über eine Trennung erst gar nicht nachdenken lässt.

      • (9) 19.09.12 - 19:11

        ich finde es super, dass du nicht als erste option an trennung denkst. ich bin da selbst sehr altmodisch: wenn was nicht funktioniert, muss man es nicht gleich wegwerfen, sondern repariert es nach möglichkeit lieber ;-)

        offenbar habt ihr in eurer beziehung ja durchaus ein ganz solides grundgerüst. was fehlt, ist die leidenschaft. die kann einem im laufe der jahre ja auch leicht mal abhanden kommen und ich weiss aus erfahrung, dass es, wenn erstmal ein weilchen vergangen ist, nicht ganz einfach ist, die neu zu entdecken. nach der geburt meines sohnes war mir auch erstmal eine ganze zeit nicht danach (ziemlich üble geburtsverletzungen, da geh ich lieber nicht ins detail...)

        es klingt ein bisschen blöd, aber bei uns hat es geholfen, sich für das "erste mal" gezielt zu verabreden.

        dafür musst du deinem mann natürlich aber erstmal näherbringen, dass dir etwas fehlt. vielleicht ist ihm das gar nicht so klar. er scheint ja immerhin das grundsätzliche bedürfnis nach sex zu haben, daher die pornogeschichten. schlimmer wär doch, er hätte das thema für sich komplett zu den akten gelegt, sowas gibt's ja auch.

        ich verstehe wohl ein stück weit, dass er nicht der größte fan von intimen gesprächen über gefühle ist, da ist mein mann auch nicht so begeistert dabei, aber wenn man das ein bisschen sensibel angeht und dem mann immer wieder verdeutlicht, dass es für einen selbst eben wichtig ist, sich dazu mitzuteilen und auszutauschen, kann das mit der zeit nicht nur gelingen, sondern auch zu einer sehr nahen sache werden. da ist geduld und einfühlungsvermögen gefragt. dass er sich aber weiterhin jeder art von intimität, ob nun körperlich oder im gespräch, entzieht, ist nicht ok und du scheinst das ja auch sehr zu vermissen. darauf "muss" er meiner meinung nach eingehen, eine beziehung kann auf dauer nicht funktionieren, wenn einer der beteiligten langfristig unerfüllte bedürfnisse hat.

(10) 19.09.12 - 12:45

Hallo,

das ist kein einfaches Thema, zumal dein Mann darüber nicht reden will.

Man weiß ja nicht ob er es einfacher findet sich vorm PC zu befriedigen oder ob ihn was an dir stört oder er mit sich selbst ein Problem hat.

Ich denke, es hilft nur reden.

Mein Mann hat früher auch regelmäßig Zeug am PC angeschaut und dann ist es bei uns sexuell auch ruhiger geworden.

Das hat er irgendwann selbst gemerkt und läßt es am PC ( ich weiß es nicht weil ich es nicht kontrolliere aber ich gehe mal davon aus)

LG

(11) 19.09.12 - 13:35

Klingt jetzt vielleicht etwas lachhaft für manche, doch wie wäre es mit einer Therapie. manchmal wirkt es wunder wenn man in Ruhe und ohne Scham über alles sprechen kann. ich verstehe deine Befürchtungen und Bedürfnisse und würde auf jeden Fall handeln.

  • (12) 19.09.12 - 17:29

    Nein, es klingt nicht lachhaft - vielleicht ist es der einzige Weg, der noch hilft .....

Mir ging es am Ende meiner Ehe wie dir. Mein Mann wollte/ brauchte keinen Sex mehr.
Ich hab versucht zu erfahren,warum das so ist.......keine vernünftige Antwort.
Mal war es zu warm,mal zu kalt ,mal zu müde,mal war er im Stress.
Eine andere hatte er definitiv nicht.
Ich hab vorgeschlagen,mit ihm gemeinsam zum Arzt zu gehen ,eventuell eine Therapie zu machen.Er hat alles abgeblockt.
Weil ich SO nicht leben wollte,hab ich mich getrennt.Das Geheule war groß,als er gemerkt hat,daß ich tatsächlich ernst mache.

War mir egal,ich bin gegangen.Gekämpft hatte ich lange genug.

(14) 19.09.12 - 17:36

Ich danke euch allen für eure Antworten. Vom Prinzip her sind das alles Gedanken, auf die ich mehr oder weniger auch schon gekommen bin.
Ich werd wohl nicht umhin kommen, mal eine Paartheraphie anzuregen, denn so will und kann ich nicht weitermachen. Vielleicht liegt es wirklich an seiner Vergangenheit/Kindheit die sehr schrecklich war. Auch seine beiden Geschwister leiden arg darunter, noch immer. Gefühle waren in der erzkath. Familie absolut verpönt und wurden nicht geduldet. Seine Mutter begann deshalb zu trinken und ist sehr zeitig gestorben, daran.

Sein Vater hat ihn mal, da war er 12, vor versammelter Klasse die Hosen runtergezogen und verprügelt, als Strafe für etwas, was ein anderer verbockt hatte .....
Sowas hinterlässt sicherlich Narben. Seine beiden Ehen sind letztendlich auch daran, bereits nach kurzer Zeit gescheitert. Das wir nun schon 12 Jahre zusammen sind, hat uns keiner zugetraut :)
Ich liebe ihn und werde auch daran festhalten, denn eigentlich ist er ein wunderbarer Mensch. Und ich weiß, dass er auch mich liebt .....

  • (15) 20.09.12 - 11:50

    Nachdem, was du schreibst, kann auch eine Depression ursächlich für das Problem sein. Vielleicht ist es gar kein Paar- bzw. Beziehungsproblem, sondern eins, was er grundsätzlich mit sich selber hat. Wenn man da ansetzen würde, kann er vielleicht irgendwann von sich aus selber auf dich zugehen und du kannst damit besser umgehen, evtl. auch noch geduldiger warten, bis sich was tut, weil das Kind sozusagen einen Namen hat. Es könnte nämlich wirklich auch daran liegen, er sich selber für einen schlechten Liebhaber hält. Und da kannst du dann noch so viele Vorschläge machen, gegen diese Überzeugung kommst du nicht an.

    Für ein gutes Sexualleben muss man vor allem erstmal mit sich selbst im Reinen sein und seinen Körper kennen und schätzen. Vielleicht hat er sein Körpergefühl verloren oder kann sich selbst nicht so akzeptieren. Und das ist mit Sicherheit keine Sache, die man mit seiner eigenen Ehefrau ausdiskutieren möchte.

    Bedenke immer, dass du dich als Frau immer noch hinlegen kannst und den Mann machen lassen kannst. Als Mann spielen da auch noch Versagensängste eine Rolle, die man vor dem PC nicht haben braucht. Wenns da nicht klappt, dann halt nicht. Der PC stellt keine Fragen.

    Überlege einfach, wie fatal es wäre, wenn du ihn jetzt unter Druck setzt und sagst, dass du dir dann deine Befriedigung woanders holst. Vielleicht hat er keine Wahl.

    Nenn mich altmodisch, aber genau das sind die harten Proben, auf die eine Ehe gestellt wird. In guten wie in schlechten Zeiten auch noch treu zu bleiben, wenn man kein funktionierendes Sexualleben hat.

    Sexualität ist nur eine Facette der Ehe und es gibt da noch eine Menge anderer Sachen, die bei euch anscheinend besser funktionieren als bei anderen Beziehungen. Bewahrt euch das!

    Alles Gute!

(16) 19.09.12 - 18:29

Ich möchte noch mal etwas erwähnen, was noch nicht gesagt wurde.
Ihr seid über 12 Jahre zusammen, vielleicht begehrt er Dich einfach nicht mehr (das würde nicht heißen, dass er Dich nicht liebt).

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