Anschreien, genervt sein, schlecht behandeln

    • (1) 26.09.12 - 10:03
      Anonymist besserhier

      Mein Freund schreit mich immer öfter an. Er dreht dabei auf volle Lautstärke auf. Gestern ist das im Auto passiert, das war für mich so schlimm und bedrohlich, dass ich ausgestiegen bin vor einer Ampel, nachdem ich ihm noch einen bösen Satz an den Kopf geworfen habe. Er ist übrigens noch nie handgreiflich geworden.

      Er ist auch oft von mir genervt, ich würde zu viel reden. Dann ignoriert er mich. Überhaupt antwortet er oft nicht auf Fragen (nicht nur bei mir), sondern ist ganz in Gedanken. Wenn man dann die Frage wiederholt, ist er genervt. Ich fühle mich dadurch schlecht behandelt. Ständig sagt er mir, dass ich ihn nerve, oder sagt so abfällige Sachen wie "Du heulst ständig herum wegen des Geldes", weil ich am Tag zuvor gesagt habe, dass auf meinem Konto nicht mehr viel Geld ist, was mir große Sorgen bereitet und ich sparen muss.

      Ich habe ihm schon auf jede erdenkliche Art gesagt, dass ich das nicht so hinnehme, das ich so eine Beziehung nicht will. Ich habe mich schon mehrfach zeitweise getrennt von ihm deswegen, aber er hat sich immer entschuldigt und Besserung versprochen - ist nach einiger Zeit jedoch immer wieder rückfällig geworden. Er hat viele finanzielle Probleme, richtig schlimme Probleme. Aber das kann doch keine Rechtfertigung dafür sein, dass ich darunter leiden muss?

      Nach der Szene im Auto gestern habe ich mich erst einmal zurück gezogen und will zur Ruhe kommen. Das Ganze macht mich so fertig, dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren kann. So ein Leben will ich nicht. Er hat mir jetzt geschrieben, dass es ihm leid tut und ich ihm helfen soll, sich zu bessern. Und dass er nicht in ständiger Angst leben kann, mich zu verlieren. Das sei keine gesunde Beziehung. Bei seinen Kindern müsse er auch keine Angst haben, sie zu verlieren (ich hatte ihm vorgeworfen, diese auch oft anzuschreien). Wie seht ihr das?

      Klingt für mich nach Hilflosigkeit seinerseits.

      Vielleicht hörst du ihm auch nicht zu und er hat das Gefühl, dir seine Worte ins Mark schreien zu müssen?

      Oder du bist ihm rhetorisch überlegen und er empfindet die Lautstärke als angemessene Kompensation?

      Oder du bist einfach eine furchtbare Nervensäge und weißt das gar nicht? :-)

      Alles in allem fehlt euch die Basis für eine "normale" Kommunikation. Ob das allein an ihm oder an euch beiden oder etwas ganz anderem liegt, müsst ihr im (möglichst ruhigen) Dialog ergründen.

      LG, Sylvi

      na entweder hat er ne andere oder du gehst ihm wirklich auf den sack, nur dass er schiss hat, sich zu trennen.

      also komme ihm zuvor und verlass ihn.

      und such dir einen der zu dir passt

    • <<<ich würde zu viel reden>>>

      In Deinen Augen vielleicht lächerlich....aber sowas kann WIRKLICH ein Problem für Männer sein, wenn die auserkorene Herzensdame ihre Mitteilsamkeit nicht in den Griff bekommt, und den ganzen Tag verbal dahinplätschert wie ein Gebirgsbächlein das zu viel Wasser führt.

      Ein Grund dafür, jemanden dann anzubrüllen sollte es dennoch nicht sein.

      Vielleicht trefft ihr Euch mal in der Mitte.....Du kaust ihm weniger ein Ohr ab....und er drosselt seinen Umgang auf Zimmerlautstärke.

      Diesen Satz von wegen, DU solltest ihm helfen, sich zu bessern, finde ich nicht prickelnd. Es ist SEINE Verantwortung, seine Ausraster in den Griff zu bekommen. Wenn nötig, mit Hilfe eines Verhaltenstrainings. Aber du hast damit erstmal nix zu tun - und vor allem solltest du nicht in die Rolle rutschen, dass er dir die Schuld zuschieben kann, wenn er sich nicht in den Griff bekommt.
      Allerdings wirkst du auch nicht sonderlich konsequent. Wieso sollte er denn auf dich Rücksicht nehmen, wenn du - nach kurzer Schmollpause - eh zu ihm zurückkommst und alles mit dir machen lässt? Da verliert doch jedes "Änder das, oder ich trenn mich" seine Wirkung.
      Natürlich muss er keine Angst haben, seine Kinder zu verlieren. Kinder lieben ihre Eltern selbst, wenn sie von ihnen misshandelt werden. Aber du kannst dir aussuchen, ob du diese Beziehung so führen möchtest.
      Habt ihr schon mal über eine Paarberatung nachgedacht?

      VG

      Also mal ehrlich, an das mit dem ADHS hab ich aber auch gedacht!
      Ela
      PS: Ich hab hier nämlich 2 ADHSler und kenn das ein wenig

      Tja, schwierig.

      In unserer Beziehung bin ich diejenige die hin und wieder mal laut wird. Wenn die Kinder da sind nicht, aber wenn wir alleine sind kann das schon passieren.

      Es kommt auch vor das er mir eine so dämliche Frage stellt, das ich darauf auch nicht antworte.

      Ich bin manchmal schon ziemlich impulsiv.
      Aber ich bin nicht nachtragend.

      Du kennst deinen Freund am besten. Schlimme Finanzielle Probleme können einem arg zusetzen. Man hat das Gefühl sein ganzes Leben geht den Bach runter.

      Wenn du nicht mit der Art deines Freundes klar kommst, trenn dich. Sonst leidest du nur, und bist nicht glücklich.

      Mein Mann kennt mich seit 15 Jahren und weiß wie ich bin. Er kommt mit meiner Art gut zurecht, aber das ist bestimmt nicht jedermanns Sache.

      Ich wünsch dir für die Zukunft viel Glück und Kraft.

      Du machst dich unglaubwürdig. Willst so nicht leben und trennst dich mehrere Male, lässt dich aber jedes Mal wieder einlullen. Und das, obwohl dir im Grunde genommen bewusst ist, dass die Verhaltensänderung deines Freundes nicht von Dauer ist. Ich würde sagen, finde dich mit seinen "Launen" ab oder zieh deine Konsequenzen...und dann aber auch wirklich endgültig.

      (12) 26.09.12 - 17:44

      Ich kann Dir aus Erfahrung berichten, daß finanzielle Probleme, gerade wenn sie so massiv zu sein scheinen wie bei Deinem Freund, an die Nerven gehen. Aus finanziellen Engpässen wird andauernde Geldnot, aus andauernder Geldnot wird die blanke Existenzangst.

      In Gedanken ist man nur damit beschäftigt, aus der Misere wieder rauszufinden.
      Und das dauert.

      Ich habe es fast geschafft und kann zumindest in naher Zukunft wieder einer soliden Haushaltsrechnung entgegenblicken. Aber hätte meine Freundin, deren größte Geldsorge es ist, auch am 25. des Monats noch Klamotten shoppen gehen zu können, damals bei mir über ihren knappen Kontostand gejammert, ich glaube, ich wäre auch explodiert.

      Schreien geht natürlich gar nicht. Das war nie mein Weg. Ich war mehr in mich selbst zurückgezogen, grüblerisch und gedankenverloren.

      Setzt Euch zusammen und redet mal intensiv.

      Alles Gute für Euch beide.

      Grüße
      S.

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