Ich traue ihm nicht

Hallo,
Ich versuche die Situation kurz zu erklaeren.
Ich bin seit etwas über einem halben Jahr mit meinem freund zusammen. Er hat sich im Januar von seiner Frau getrennt, sie waren 11 Jahre zusammen.
Sie haben auch ein Kind zusammen , es wird jetzt bald ein Jahr.
Wir ziehen jetzt gerad zusammen, und an sich ist alles total schön.
Leider habe große Probleme ihm zu trauen, da er anfangs nicht ganz ehrlich war was den Zeitpunkt seiner Trennung angeht. Er meinte Januar, seine Frau hätte das aber wohl erst im März realisiert....solche Dinge eben. Er reagiert noch sehr emotional auf Streitigkeiten mit seiner ex, zum Teil versteh ich das dennoch verletzt es mich wenn ich sehe das es ihn so aus der Bahn wirft oder seine Laune kippt.
Am Anfang gab es auch viel Heimlichtuerei in Bezug auf seine ex, sie sollte nicht wisse. Das wir zusammen sind, zusammen ziehen usw. Sie weis aber inzwischen alles.
Ich merke das ich sehr empfindlich reagiere auf alles was mit seiner ex zusammen hängt, ich wäre da gern entspannter, aber ich werd dieses Misstrauen nicht los. Ich wünsch mir das er ein stück weit neutraler auf seine ex reagiert, sich mehr über das uns freut anstatt an der bevorstehenden Scheidung zu verzweifeln, also aus finanzieller Sicht.
Ist das zuviel gefordert ? Ich hab das Gefühl er ist emotional noch nicht ganz durch damit, natürlich verneint er das und sagt er liebt mich. Er tut eine Menge für uns, dennoch bleibt in mir dieses Misstrauen.

ganz ehrlich: einem mann, der seine frau mit einem wenige monate alten baby sitzenlässt, mit einem sack voll heimlichkeiten direkt in die nächste beziehung springt und nach einem halben jahr bereits zusammenzieht, würde ich auch nicht trauen. auch wenn ich ihm damit jetzt vielleicht unrecht tue, aber: er scheint kein sonderlich verlässlicher mensch zu sein.

obendrein: wann hätte er denn gelegenheit haben sollen, diese langjährige beziehung überhaupt mal emotional abzuschließen?

Hallo.

Er ist noch nicht mal ein Jahr getrennt, ihr zieht nach etwa einem halben Jahr zusammen. Alles ein bisschen schnell. Das er da emotional noch nicht durch ist, ist völlig klar. Elf Jahre kann man nicht wegdenken und dann das Kind noch.

<<Ist das zuviel gefordert ?>>

Ich würde sagen ja. Du gehst unvorbelastet in diese Beziehung, dein Partner hat noch Altlasten zu bewältigen. Ihr solltet alles ein bisschen langsamer angehen.

Viel Glück.

LG

Eine Ehe wird in der REgel nicht leichtfertig eingegangen, d. h. es gab/gibt viel was deinen Freund mit seiner Ex-Frau verbindet. Elf Jahre kann man nicht einfach auf Knopfdruck vergessen. Ich möchte das Verhalten deines Freundes nicht werten, niemand weiss was zur Trennung geführt hat etc. Aber er hat eine Ex-Frau und die wird er sein Leben lang haben und noch dazu haben sie ein gemeinsames Kind und zumindest das wird sie ihre Leben lang verbinden.

Gruß
Barrik

Und warum muss man dann nach einen halben Jahr schon zusammenziehen? Warum kannst Du diesen Mann nicht erstmal sein altes Leben regeln lassen?

Du rennst sehenden Auges in Dein Unglück, warum tut Frau sich sowas an?

Lichtchen

"Ich wünsch mir das er ein stück weit neutraler auf seine ex reagiert, sich mehr über das uns freut anstatt an der bevorstehenden Scheidung zu verzweifeln, also aus finanzieller Sicht.
Ist das zuviel gefordert ? Ich hab das Gefühl er ist emotional noch nicht ganz durch damit, natürlich verneint er das und sagt er liebt mich. Er tut eine Menge für uns, dennoch bleibt in mir dieses Misstrauen."

Wie soll er denn nach 11 Jahren Beziehung und einem gemeinsamen Kind neutral auf seine Ex reagieren? Natürlich ist er da emotional noch nicht durch, das wird wohl auch noch was dauern. Wieso zieht ihr schon nach einem halben Jahr zusammen? Ehrlich, mir sind Menschen, die sich von einer Beziehung in die nächste stürzen, ohne dazwischen Zeit zum Verarbeiten der alten Beziehung zu haben, immer sehr suspekt. Und ein Mann, der seine Frau mit einem Einjährigen sitzen läßt, auch.

Es war nicht meine Idee das mit dem zusammenziehen. Es hat sich aus beruflicher und natürlich privater Sicht einfach angeboten. Für viele sicher recht früh, aber wie man sieht können auch elf Jahre " zu früh" sein. Heutzutage sind gemeinsame Jahre ja keine Garantie mehr für irgendetwas

Wie billig ist das? Wie viele Frauen trennen sich mit kleinem Kind von ihren Partnern? Und wenn Mann das tut, ist das verwerflich. Das übliche verlogene urbia...

Er war in der Beziehung schoneine ganze zeit ungluecklich h d ich denke jeder kennt den trennungsprozess der in einem drin passiert. Derjenige der geht beschäftigt sich damit meist schon eine geraume zeit.

Nein, gemeinsame Jahre nicht.. aber z.B. Vertrauen wäre eine gute Grundbasis. Ebenso wie "alte Dinge geregelt haben". und eine elfjährige Beziehung mit einem 1 jährigen Baby ist nach einer gut 10 monatigen Trennung eben noch nicht geregelt.

Die befinden sich noch im Trennungsjahr. Dass es füh ihn vielleicht privat und beruflich bequemer ist, gleich wieder "unterzuschlüpfen" ist sicher nachzuvollziehen.

Schafft ihr erstmal 11 Jahre ;-)

Lichtchen

Wieso sitzenlassen ? Er kuemmertsich nach wie vor um Kind und exfrau.Natuerlich wünscht man sich sowas nicht. Aber inzwischen ist ein Kind auch keine garantie mehr für eine glückliche Beziehung.

ja nee, logisch: schon eine ganze zeit unglücklich gewesen, dies aber erst kurz nach der geburt des kindes realisiert und dann aber sofort nichts wie her mit der nächsten frau.

nein, diese art von trennungsprozess kenne ich nicht.

Nun die meisten der elf Jahre liefen als Fernbedienung. Denke das ist noch ein wesentlicher Unterschied zu wirklich elf Jahre gemeinsam leben. Außerdem wenn man sich nach elf Jahren immer nicht entschließen kann in derselben Stadt zu leben und das trotz Kind, dann stimmt etwas nicht

Waere es besser sie in der Schwangerschaft zu verlassen ? Denkst du wirklich ein Mann verlässt seine Frau und sein Kind einfach so ? Ich denke da gehört schon ne ganze Menge zu außer ein bisschen unglücklich sein

Sehr richtig.

Ich finde, du forderst viel zu viel. Und ich finde, dass du/ihr höchst unvernünftig an die Sache herangehst.

M. E. ist es sinnvoll, sich sein neues Leben zuerst alleine einzurichten, Dinge sacken zu lassen, dass es eben zu diesen emotionalen Verwicklungen weniger kommt.

Was ihr da plant ist ein fliegender Wechsel und der ist m. E. für alle sehr belastend.

Beispiel: Nehmen wir mal an, dass der Zeitpunkt der Trennung für ihn wirklich der Januar war, für seine Ex aber der März. Was zeigt dir das? M. E. unterschiedliche Sichtweisen. Sie tut sich mit der Trennung schwerer als er. Also reagiert sie empfindlich auf dich. Das muss nicht mal was mit dir zu tun haben.

Meine Ex-Frau reagiert nach 10 Jahren noch empfindlich auf meine neue Partnerin. Versteht keiner, wir haben uns erst nach ihrem Auszug kennengelernt.

Neutral auf die Ex zu reagieren, die emotional um die Ecke kommt, ist extrem schwierig, insbesondere, wenn erst eine so kurze Zeit vergangen ist.

du wirst es vielleicht anders sehen, aber ich finde es in der tat verwerflich, wenn ein mann eine frau kurze zeit nach der geburt des gemeinsamen kindes verlässt, "weil er schon geraume zeit unglücklich war", um sich dann übergangslos der nächsten zuzuwenden.

das darf man gerne anders sehen, ich spreche hier ausschließlich für mich und mein eigenes empfinden. was daran billig oder verlogen sein soll, erschließt sich mir nicht.

Billig und verlogen ist an diesem Umstand einfach die Einseitigkeit. Mann darf das nicht, Frau schon...

Übergangslos ist konstruiert, verlogen, sorry.

Natürlich ist ein Kind keine Garantie für eine glückliche Beziehung, war es auch nie. Aber du und anscheinend auch er selber, erwarten, dass alles während des Trennungsjahres schon wieder abläuft, als hätte es die Ehe nie gegeben und ihr euch vollkommen unbelastet kennengelernt.

Und mit dem Sitzenlassen, frag mal Frau und Kind, wie sie das sehen. Wenn das Kind jetzt ein Jahr wird, und die 10 Monate getrennt sind, war das Kind bei der Trennung 2 Monate also noch ein Neugeborenes. Das sieht für mich dann nach Flucht aus der neuen, evtl. schwierigen Situation aus, sorry.

Ich gebe dir recht das man viele Dinge vermeiden koennte wenn man einfach langsamer an alles heran geht. Ergab aber auch Punkte die eben die aktuelle Situation, das wir zusammen ziehen, einfach notwendig gemacht haben. Das alles genau aufzuschlüsseln würde hier aber echt den Rahmen sprengen.
Ich bin einfach hin und her zwischen Verständnis für ihn haben und meine eigenen Gefühle dabei zu ignorieren oder eben meinem ärger darüber Luft zu machen. Ich will ihn ja damit nicht zusätzlich belasten, dennoch kann ich in vielen Momenten schwer damit umgehen

Konnte man annehmen, wäre mir als Hobby psychologische Erklärung aber zu einfach.

Hat nichts mit Hobbypsychologischer Erklärung zu tun, ich kenne nur genug, wo es so war. Du musst ja einen Grund haben, ihm nicht zu vertrauen. Meine Gründe, die ich hätte, einem solchen Mann nicht zu vertrauen, habe ich dir aufgezählt. Es tut mir leid, dass ich dir nicht sage, quatsch, vertraut ihm, du liebst ihn doch. Auch wenn du dir solche Antworten wahrscheinlich erhofft hattest. Aber so sehe ich das halt nicht. Und wenn du es so sehen würdest, hättest du hier nicht gepostet.

Wenn Frau das tut, ist das genau so billig und verlogen wie wenn Mann das tut. Nur trennen sich einfach mehr Männer als Frauen, von ihrem 2 Monate alten Kind.

Es gehört auch eine ganze Menge dazu sich nach jahrelanger Beziehung zu einem Kind zu entschließen.

Ich wollte mein eigenes verhalten etwas hinterfragen. Im Gründe kann ich mir denken das man elf Jahre, unglücklich oder nicht, nicht einfach so wegpacken kann. Dennoch hat er sich ja entschieden in Zukunft mit mir den gemeinsamen weg zu gehen, ich habe ihn in keiner weise zu irgendetwas gedrängt, dennoch verletzt mich sein verhalten manchmal, trotz Verständnis. Ist es so falsch auch für mich Verständnis einzufordern ? Ich weiss es nicht. Natürlich hat er sich seiner ex gegenüber nicht wie der edle Ritter verhalten, aber das ist zwischen den beiden passiert und ich möchte nicht darüber urteilen. Zudem liebe ich diesen mann und würde ihn so oder so in Schutz nehmen.