Ich bekomme ein Haus - wie für Trennungsfall absichern?

    • (1) 22.11.12 - 13:32
      Erbin

      Hallo!

      Ich möchte gern anonym bleiben und versuche deshalb allgemein zu bleiben.

      Hier die wichtigsten Eckdaten:
      Ich bekomme im nächsten Jahr ein Haus überschrieben - und werde dort mit meiner Familie (Mann + Kinder) einziehen. Die überschreibenden Angehörigen werden dort in einer seperaten Wohnung ebenfalls leben.
      Wir werden das Haus nach unseren Vorstellungen umbauen und dafür einen Kredit aufnehmen (insgs. 50 - 60T €)

      Das Haus wird auf mich allein überschrieben und KEIN Bestandteil der ehelichen Zugewinngemeinschaft sein. Das wird notariell alles so festgelegt und ist auch der ausdrückliche Wunsch meiner Angehörigen, da das Haus auf jeden Fall im Familienbesitz bleiben soll.

      Mein Mann ist im Moment Alleinverdiener und wird das auch bleiben - zumindest der Hauptverdiener. Ich bin mit den Kindern zu Hause.
      Mein Mann hat natürlich etwas Magengrummeln, da das Haus auf dem Papier ausschließlich mir gehören wird und er keine Ansprüche hat, sollten wir uns trennen.

      Wie können wir für den Fall der Fälle vorsorgen, damit es fair bleibt?
      Im Moment ist er, wie gesagt, Alleinverdiener und kommt somit für alles auf. Wir haben zwar "einen Topf", keine getrennten Kassen (nie gehabt) und es gibt kein "mein und dein" in unserer Ehe - aber da wir nun mal nicht auf rosa Wölkchen leben, müssen wir in diesem Fall auch weiter denken und das "was wäre wenn" Szenario im Auge behalten.

      Ich hatte jetzt überlegt, den nötigen Kredit für den Umbau ausschließlich auf meinen Namen laufen zu lassen und somit allein dafür zu haften. Real zahlen wir natürlich beide dafür - bzw. wenn wir ehrlich sind: Mein Mann!
      Deshalb wollte ich mit meinem Mann einen seperaten Ehevertrag aufsetzen, der festlegt, dass ich ihm im Scheidungsfall eine Summe X, die er für den fälligen Umbau "meines Hauses" durch seine Arbeit beigetragen habe, ausbezahle.

      Reicht das aus? Oder ist das unfair?
      Wir sehen keine Scheidung voraus, aber wer weiß, was in einigen Jahren ist. Man soll ja in guten Zeiten für die schlechten vorsorgen.

      Habt Ihr Tipps? Sowohl für mich, als auch für ihn ganz individuell, sowie für uns beide?

      Vielen Dank!

      • (2) 22.11.12 - 13:45

        Hallo,

        vorneweg: ich bin keine Juristin, sondern schreibe dir nur, was mir mein Bauchgefühl sagt.

        Ich empfinde die Lösung, die du vorschlägst, aus der Sicht deines Mannes als ungerecht.

        Du würdest den Kredit auf deinen Namen aufnehmen, aber de facto würde ihn dein Mann bedienen und hätte im Falle einer Trennung - rein rechtlich, da er nicht im Grundbuch steht - keinerlei Ansprüche an dem Haus, das er ja dann zu einem wesentlichen Teil mitfinanziert hätte (bzw. den Umbau).

        Wenn ihr das so machen wollt, finde ich, dass ihr einen notariellen Vertrag aufsetzen lassen solltet, der klar regelt, dass dein Mann im Falle einer Trennung das ganze Geld, das er für den Kredit ausgegeben hat, samt Zinsen zurückerhält.

        Lasst euch doch am besten mal direkt beim Notar beraten! Denn wenn es zur Trennung käme und du deinen Mann ausbezahlen müsstest, wäre das sicher für dich kaum zu leisten, sonst könntest du den Kredit ja auch selbst bezahlen.

        Die Regelung, die du vorschlägst, ist aus meiner Sicht für euch beide ungünstig. Für deinen Mann, weil er Geld für etwas zahlen soll, was ihm nicht gehört. Und für dich, weil du deinen Mann im Falle einer Trennung wohl nicht ausbezahlen können wirst.

        Just my 2 cents ;-)

        #winke

        • Ich sehe das nicht so. Einfach deswegen, weil er, als Alleinverdiener eh für die Miete aufkäme. Er hat einen Benefit dadurch, dass die Miete flach fällt.

          Ich hätte ein Problem damit, dass ich ins Haus meiner Schwiegerelten einziehen müsste. Ich würde mich schlicht weigern. Die wiederum hätten einen Nießbrauch und ich wäre in der Nutzung der Immobilie gebunden. Hätte ich jetzt keinen Bock drauf.

          Wenn er im Rahmen des Umbaus Eigenleistungen, sagen wir mal, in Höhe von 20 tsd. Euro erbringt, finde ich, hätte er nur auf diesen Punkt einen Anspruch. Das würde meinem Verständnis von fairem Miteinander entsprechen.

          Schau mal, meine Frau bekäme ein Haus geschenkt, für das ich nichts zahle, außer der Anpassung auf meine Verhältnisse. M. E. wäre das Profit genug. Ich käme niemals auf den Gedanken, von meiner Frau mehr zu fordern.

          (4) 22.11.12 - 15:48

          +Und für dich, weil du deinen Mann im Falle einer Trennung wohl nicht ausbezahlen können wirst+

          Für den Fall will sie mit Ihrer Lösung ja vorsorgen, indem der Kredit auf ihren Namen läuft, ihr Mann den Kredit aber abbezahlt. Wahrscheinlich würde sie dann letzendlich sogar damit durchkommen, daß ihr Mann bei einer Trennung leer ausgeht. Ihr Haus - Ihr Kredit.

      Finde ich gut, das ihr euch da beide Gedanken macht ...

      Hm, ich bin keine Juristin. Von daher geht es hier nur um mein persönliches Gerechtigkeitsempfinden, das muss aber nicht mit den juristischen Gegebenheiten übereinstimmen.

      Das Haus kriegst du von der Verwandtschaft "vererbt". Und da es eine Schenkung an dich ist, fällt es sowieso nicht unter die Zugewinngemeinschaft, so oder so.

      Der Kredit hingegen fällt unter den Begriff Zugewinngemeinschaft - und wird dann im Trennungsfall ganz unabhängig davon gesehen.

      D. H. die Schulden, die im Trennungsfall noch übrig sind, werden 50:50 aufgeteilt. Du die Hälfte, er die Hälfte. Genauso wird der Wertzuwachs, den das Haus durch die Renovierungsarbeiten und den Umbau erfährt hälftig geteilt.

      Also, mal fiktiv gerechnet:

      60.000,- Euro Kredit = 60.000 Euro Wertsteigerung

      Nach einem Jahr sind 10.000 Euro abbezahlt, ihr Trennt euch:
      Dein Mann kriegt die Hälfte des Wertzuwachses ausbezahlt = 30.000 Euro
      Dafür trägt er die Hälfte des noch verbleibenden Kredites weiter ab, das wären dann 25.000 Euro Restschuld. Er geht also mit einem "Gewinn" von 5.000 Euro raus.

      Nach 5 Jahren ist der halbe Kredit abgezahlt, ihr Trennt euch:

      Dein Mann kriegt die Hälfte des Wertzuwachses ausbezahlt = 30.000 Euro
      Dafür trägt er die Hälfte des noch verbleibenden Kredites weiter ab, das wären dann 15.000 Euro Restschuld. Er geht also mit einem "Gewinn" von 15.000 Euro raus.

      Nach 10 Jahren ist der Kredit vollständig abgezahlt, ihr Trennt euch:
      Dein Mann kriegt die Hälfte des Wertzuwachses ausbezahlt = 30.000 Euro
      Es gibt keine Restschuld. Er geht also mit einem "Gewinn" von 30.000 Euro raus.

      Risiko dabei natürlich, das der Wertzuwachs deutlich kleiner ausfällt als der aufgenommene Kredit, oder im Laufe der Jahre möglicherweise wieder sinkt (weil inzwischen neue Schäden aufgetreten sind). Es könnte aber auch einen Boom auf dem immobilienmarkt geben, und auf einmal steigt der Wert des Hauses dramatisch an ...

      ------

      Wenn ihr euch trennt, solange er für die Kinder Unterhalt bezahlen muss, kannst du den Kredit natürlich durch den Unterhalt decken. (In eurem Fall dürften die Raten ja eine ortsübliche Miete nicht übersteigen). Um ihn Auszuzahlen musst du natürlich dann deinen Kredit aufstocken. Das dürfte kein Problem sein da du ja eine Immobilie dein Eigen nennst, die beliehen werden kann. Außerdem dürftest du bis dahin vermutlich wieder arbeiten - denn sonst würde dann ja auch Betreuungsunterhalt für dich fällig.

      -----

      Klingt das irgendwie stimmig für dich?

      • >>>60.000,- Euro Kredit = 60.000 Euro Wertsteigerung<<<

        Sehe ich nicht so. Wenn man in ein Haus Geld steckt für Renovierungen, Anbauten, bedeutet das nicht, dass der Wert des Hauses 1:1 steigt.

    Anstelle deines Mannes würde ich mich von einem Notar oder Anwalt beraten lassen und ggf. alles vertraglich festhalten.

    Ich frage mich: von was willst du ihn im Falle der Scheidung ausbezahlen? Was machst du im Scheidungsfall und dein Mann verwehrt die Abzahlung des Kredits, dreht den Geldhahn zu? Dann wirst DU belangt und musst die Bank bedienen. Von was? Willst du wieder arbeiten gehen?

    Eure/Deine Denke stimmt hinten und vorne nicht. Lasst euch professionell beraten!

    (10) 22.11.12 - 14:33

    Danke bis hierher.

    Eure unterschiedlichen Ansichten sind ein guter Denkanstoss; ich hoffe auf weitere Meinungsäußerungen.

    Ja, ich plane spätenstens übernächstes Jahr wieder zu arbeiten. Zudem verfüge ich über eine sehr hohe Kapitalversicherung, die mir möglich machen würde meinen Mann mit einem Schlag die Hälfte der Kreditsumme auszubezahlen. Sie ist Bestandteil meiner Altersvorsorge, die dann jedoch verringert werden würde - dafür habe ich ja dann ein quasi abbezahltes Haus.

    • Er könnte eine monatliche "Miete" an Dich zahlen, mit der Du den Kredit bedienst...

      (12) 23.11.12 - 10:46

      Ich habe keine Zeit alle Antworten zu lesen, möchte aber trotzdem rasch antworten.

      Ihr zahlt jetzt Miete, bzw. dein Mann zahlt sie. Rechne die Miete aufs Jahr um und alles was darüber hinaus an Kosten anfällt, wird deinem Mann zur Hälfte gut geschrieben.
      Halbe Halbe, weil vorher auch sicherlich alles geteilt wurde.
      Dein Mann wird außerdem Nutznießer einer vermutlich besseren Wohnsituation, mehr Platz, mehr Komfort, Garten ect.
      Falls dein Mann selbst Hand anlegen muss, so gleicht sich das sicherlich damit aus, dass du deine Familie, die mit euch wohnt irgendwann betreuen musst (?) und die Hauptbelastung mit den Kinder und dem Haushalt hast.

ich verstehe nicht gnz, warum das haus aus der zugewinngemeinschaft ausgeschlossen werden sollte?
zumindest das, was ihr reinivestiert ist doch genau das: ein zugewinn während der ehe

ich würde mich da auch bertaten lassen.

und: wenn du kein einkommen hast, wird dir die bank kein darlehen geben, das nur auf dich läuft.

Top Diskussionen anzeigen