Unter diesen Voraussetzungen ein Haus kaufen?

    • (1) 27.11.12 - 22:21
      zu naiv?

      Hallo,

      ich möchte euch um eure Meinung fragen.

      Meine Eltern wollen ihr Erspartes in eine Immobilie investieren. Die Idee ist, dass sie ein Haus kaufen, in das ich mit Mann und Kind einziehe. Meine Eltern müssten noch einen Kredit aufnehmen. Wir würden Miete zahlen, meine Eltern zahlen ebenfalls monatlich Betrag X, so dass das Haus nach 15 Jahren abbezahlt wäre und dann auf mich überschrieben werden würde. Damit wäre mein Erbe ausbezahlt, ich hätte dann keine Ansprüche mehr an meine Schwester, die unser Elternhaus bekommen wird. Das entsprechende Haus haben wir gefunden, es besteht ein mündlicher Kaufvertrag, die Eigentümer sind selbst noch auf der Suche nach einem neuen Haus.

      Soweit zum Plan. Mein Mann und ich sind beide Beamte auf Lebenszeit, rein finanziell bedeutet das eine große Sicherheit.

      Und jetzt kommt das große Aber. Mein Mann ist krank, er leidet an Depressionen, als deren Folge sich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt hat. Ich weiß es seit 1 Jahr, außer mir wusste niemand, dass mein Mann trinkt. Vor nem guten Monat fiel bei meinem Mann der Groschen, er hat sich "geoutet", schnell gehandelt und befindet sich seit 4 Wochen in einer stationären Therapie. Familie und Freunde sind aus allen Wolken gefallen. Auch meine Eltern, die nun verständlicherweise ihre Zweifel bzgl. des Hauskaufs haben. Ich hab das ganze Vorhaben in den letzten Monaten forciert, weil ich die Krankheiten verdrängt habe und immer dachte, das wird schon wieder.

      Und jetzt? Ich glaube fest daran, dass mein Mann wieder gesund wird. Ich liebe ihn über alles, es müsste verdammt viel passieren, dass ich auch nur an Trennung denken würde. Wir haben finanzielle Sicherheit. Dieses Haus ist mein/unser Traum. Ich glaube, es kann für uns eine Art Neuanfang sein. Ich möchte den ursprünglichen Plan gern nach wie vor durchziehen.

      Aber der Verstand sagt ganz klar, dass es völlig unvernünftig wäre, in unserer derzeitigen Situation das Risiko eines Hauskaufs einzugehen.

      Wie seht ihr das?

      VG

      • >>>Aber der Verstand sagt ganz klar, dass es völlig unvernünftig wäre, in unserer derzeitigen Situation das Risiko eines Hauskaufs einzugehen.<<<

        IHR kauft das Haus doch gar nicht, sondern zahlt nur Miete, oder habe ich etwas falsch verstanden?

        • (3) 27.11.12 - 22:42

          Du hast nichts falsch verstanden. Meine Eltern kaufen, wir mieten. Aber wir tragen das Risiko ja alle vier. Schlimmstenfalls kommt irgendwann ein Rückfall, womöglich die Trennung und dann müsste das Haus verkauft werden... Ich bin ja überzeugt, dass das nicht passieren wird, aber das ist bei einer derart heftigen psychischen Erkrankung wohl reichlich naiv...

          • Du bist Beamtin auf Lebenszeit. Könntest du nicht die Miete allein zahlen, käme es zur Trennung?

            Und falls nicht, müssen deine Eltern doch nicht verkaufen, wenn andere Mieter in das Haus einziehen.

            • Ich versteh das Problem gerade auch nicht. #kratz
              Dann dürfte ja niemand auf er Welt ein Haus finanzieren, weil ja niemand weiß, ob man sich nicht 10 Jahre später trennt oder ob der eine Partner vielleicht stirbt. Ein Risiko gibt es immer.

              Aber so ein Haus wäre ja immerhin ein Neuanfang und für einen Menschen mit Depressionen sind gewissen materielle Sicherheiten ja auch ein guter Rückhalt. Also ich würd mir da jetzt keine Gednken machen sondern das Haus nehmen.

      Ähm....

      IHR kauft doch garkein haus....

      ... Ihr habt vor euch die nächsten 15 jahre von mami und papi abhängig zu machen, das würde mir Bauchschmerzen bereiten und das würde ich mir 10 mal überlegen

      Was soll denn dieser quatsch eigentlich? Deine eltern kaufen ein haus und ihr zahlt miete.... Wegen irgend einem erbe?

    ganz ehrlich, wenn ich mir als paar kein eigentum leisten kann bzw. keinen kredit bekomme und das über andere laufen lassen muss, dann würde ich es ganz sein lassen!

    • (9) 28.11.12 - 00:57

      Der Witz dabei ist, das Ehepaar zahlt mit der Miete praktisch das Haus ab und in 15 Jahren bekommen sie es großzügig als Vorerbe geschenkt.
      Was ist, wenn sie sich mit den Eltern in 13 Jahren zerstreiten oder die Eltern unglücklicherweise versterben und nirgendwo etwas Schriftliches festgehalten wurde?
      Solche Konstrukte halte ich von vornherein für fragwürdig.

      • "Was ist, wenn sie sich mit den Eltern in 13 Jahren zerstreiten oder die Eltern unglücklicherweise versterben und nirgendwo etwas Schriftliches festgehalten wurde? Solche Konstrukte halte ich von vornherein für fragwürdig."

        Dann hätten sie Miete für die Nutzung gezahlt...so wie an jeden anderen Vermieter auch. Was daran fragwürdig sein soll, erschließt sich mir nicht...für noppes kann man bekanntlich nirgendwo wohnen. Ob es sinnvoll ist, unter den gegebenen Umständen ein Haus zu kaufen, ist wieder ne ganz andere Frage...davon würde ich auch eher abraten.

Es kann auch einfach so zu einer Trennung kommen. Es kann einem von euch beiden einfach so etwas geschehen.
Ich verstehe nicht, warum jetzt, wo klar ist, dein Mann ist krank, plötzlich Zweifel laut werden.

Ohnehin ist das in der Tat eine merkwürdige Idee. Da kann so viel geschehen. Was ist, wenn alles gut läuft, deine Eltern überschreiben dir das Haus, leben selbst noch in ihrem eigenen Haus. Nun werden die beiden krank. Um sich versorgen zu können, müssen sie nun an ihr Vermögen - ups, da ist keines, bis auf das Haus (das ja eigentlich deine Schwester bekommen soll). Nun muss also das Haus verkauft werden. Was sagt dann deine Schwester? DU sitzt in trockenen Tüchern, DEIN Erbe ist mit DEINEM Haus quasi abgegolten. Aber sie schaut zu, wie die Eltern das, was ihr zustünde, ausgeben müssen, um die letzten Jahre zu leben.
Das Leben und der Tod sind schwer planbar. Wenn Familien um das Erbe verhandeln, wird es immer kritisch.
Wenn ihr beiden Beamte auf Lebenszeit seid, seid ihr dann nicht allein kreditwürdig? Könnt ihr das Haus nicht selbst kaufen?

Und könnt ihr Kinder eure Eltern nicht dazu bewegen, nicht darauf hinzuarbeiten, beiden Töchtern ein gewisses Erbe zu hinterlassen, sondern ihr Leben zu leben, bis sie eben tot sind?
Ich bin der Meinung, Eltern haben sich das verdient, was sie haben. Das Haus haben sie nicht gefunden, das haben sie entweder selbst geerbt oder gebaut oder gekauft. Es gehört ihnen. Es ist ihre Altersvorsorge, ihr Vermögen. Sie sollen es behalten. Und wenn sie es verkaufen wollen oder müssen, dann sollen sie auch das tun. Denn es gehört ihnen.

Wenn sie dann mal gestorben sind, sollte das, was übrig ist, zwischen den Kindern geteilt werden, keine Frage.

Nur, wenn dann eben "nur" EIN Haus da ist, ist das eben so. Dann teilt ihr Kinder es unter euch auf.

Die eine zahlt die andere aus, ihr verkauft das Haus und teilt euch das Geld, da gibt es ja ein paar Möglichkeiten.
Aber jetzt auf Biegen und Brechen ein 2. Haus aus einer Rippe zu schneiden, das halte ich für eine sehr schlechte Idee.
Das Risiko, dass ein Teil von euch dreien (Eltern, Schwester, Du) Schaden and er Sache nimmt, ist in meinen Auge zu gross.

L G

White

  • " ups, da ist keines, bis auf das Haus (das ja eigentlich deine Schwester bekommen soll). Nun muss also das Haus verkauft werden. Was sagt dann deine Schwester? DU sitzt in trockenen Tüchern, DEIN Erbe ist mit DEINEM Haus quasi abgegolten."

    nun ja, ihr haus gehört ja auch den eltern.
    und selbst nach einer schenkung an die tochter kann 10 jahre lang noch arauf zurückgegriffen werden (wie in dem von dir beschriebenen Pflegefall z.B.)

    aber die TE lebt ab "morgen" in ihrem haus- die schwester bkommt vielleicht in 10, 20, 30 oder 40 jahren ihr erbe (wer weiß, wann die eltern ausziehen wollen oder gar sterben - falls erst dann die überschreibung stattfinden soll)

    • Stimmt, das habe ich nicht bedacht. Ob die TE das bedacht hat?

      Und ansonsten verstärkt die Tatsache, dass SIE bereits in "ihrem Haus" leben kann, die Schwester jedoch auf das Ableben der Eltern warten muss, mein Gefühl der grossen Ungerechtigkeit.

      Ich finde, das Erbe zu verplanen ist eine furchtbar komplizierte Angelegenheit.

Guten Morgen,

als erstes würde ich schauen, dass mein Mann wieder auf die Beine kommt. Wie steht er dieser ganzen Sache gegenüber? Möchte er sich für die nächsten Jahre abhängig machen von deinen Eltern. Warum ist dein Mann krank geworden? Das wären für mich die Fragen, die zu klären sind.

Ein Risiko gehst du überhaupt nicht ein, da du nur mietest. Du schreibst selber, du hast alles bezüglich dieses Projektes forciert, vielleicht ist es auch dein Traum?

Lieben Gruss

Joana

  • (15) 28.11.12 - 12:01

    Der Grund für die Alkoholkrankheit liegt in der Depression und der Grund hierfür liegt in der Jugend. Die genauen Gründe sind bekannt und werden nach und nach aufgearbeitet.

    Mein Mann möchte dieses Haus genauso sehr wie ich. Er sieht es auch als Chance für einen Neuanfang. Er hat auch kein Problem, sich quasi von meinen Eltern abhängig zu machen.

    Mein Mann würde verstehen, wenn wir das Ganze jetzt abblasen, aber es würd ihm nen ganz schönen Dämpfer verpassen...

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