Hat jemand eine Beziehung mit einem kriegstraumatisierten Mann?

    • (1) 06.12.12 - 14:21
      biglove

      Hallo,

      seit gut einem halben Jahr bin ich mit meinem Freund zusammen.

      Die ersten 3 Monate lief es superperfekt, auch mit meinem Sohn

      versteht er sich blendend.

      Er war vor Jahren Zeitsoldat und bei einem Auslandseinsatz im

      Kosovo. Da sind schlimme Dinge passiert; da möchte hier nicht ins

      Detail gehen.

      Wie gesagt es lief toll, wir hatten Zukunftspläne alles tip top. Er war die

      Woche über auf Montage wir sahen uns nur am Wochenende und er

      ist dem Grund auch recht schnell zu mir gezogen.

      Als er dann im Affekt seinen Job gekündigt hat gingen die Probleme los.

      Er hatte hier eine Arbeit , die er dann aber wegen eines Bandscheibenvorfalls

      verloren hat.

      Seitdem gings bergab, er saß die meiste Zeit vor dem PC , ich kam damit nicht

      klar. Wir beschlossen dann gemeinsam daß er sich in seiner Heimatstadt ( 70 km von mir entfernt ) ein WG Zimmer sucht. Da er dort nächstes Jahr eine Umschulung von der RV

      anfängt , weil er Körperlich seinen erlernten Beruf ( Bau ) nicht mehr ausüben kann.

      Die räumliche Trennung fiel uns beiden sehr schwer, vor allem auch für meinen Sohn

      war es schwierig.

      Er hat sich dann sehr zurückgezogen, ist sehr empfindlich und nachtragend. Sagt immer

      wieder, daß alle anderen sowieso besser für mich sind.

      Für mich war dieser Zustand schwer auszuhalten, hab ihn dann vor die Wahl gestellt-

      entweder ganz oder garnicht. Er hat dann Schluss gemacht; wir waren 3 Wochen

      getrennt, hatten aber täglich Kontakt wegen meinem Sohn.

      Dann wollte er einen Neuanfang. Darüber habe ich mich sehr gefreut und jetzt sind

      wir seit 3 Wochen wieder zusammen. Es ist natürlich nicht mehr so wie es war,

      wir sind beide sehr vorsichtig, haben Angst daß es wieder kippt. Er ist extrem

      eifersüchtig und zeigt seine Liebe nicht mehr so wie am Anfang.

      Die Erlebnisse im Krieg belasten ihn sehr, er möchte aber keine Therapie mehr

      machen. Weil er schon viele Therapien gemacht hat und keinen Sinn mehr sieht.

      Ich liebe Ihn sehr und er mich auch, aber ich habe Angst, daß wir an der Situation

      zerbrechen.

      Vielleicht hat jemand von euch ja ähnliche Erfahrungen gemacht?

      Würd mich über Antworten freuen #herzlich

      Danke#paket

      • (2) 06.12.12 - 14:35

        Womöglich leidet dein Mann unter eine Posttraumatischen Belastungsstörung. Er sollte auf jeden Fall eine Therapie machen!!! http://ptbs-selbsthilfe.de/

        Bei Interesse gebe ich euch kontakdaten zum Gründer des Vereins "Roter Freitag". Er war Soldat in Afghanistan, litt unter PTBS und kann deinen mann sicher verstehen!

        Schreib mich an wenn du magst!

      (8) 06.12.12 - 14:45
      hier mal anonym

      Hallo,

      in meiner Beziehung bin ich diejenige die traumatisiert ist. Daher kann ich vielleicht mal die andere Seite beleuchten. Ich denke auch, dass dein Mann an einer posttraumatischen Belastungsreaktion leidet (so wie ich auch). Dieses Krankheitsbild hat viele Gesichter und kann medikamentös nicht behandelt werden (es können jedoch verschiedene Aspekte dieser Erkrankung mit Tabletten behandelt werden z. B. Depressionen). Das einzige was ihm langfristig jedoch helfen kann ist eine Therapie. Auch ich habe mich lange dagegen gewehrt und es wurde immer schlimmer: Albträume, Flashbacks, selbstverletzendes Verhalten, Stimmungsschwankungen, Depressionen bis hin zum Suizidversuch. Nun hat dein Mann schon einiges ausprobiert und wenn das nicht klappt, dann wird man mürbe und denkt, dass es nichts mehr gibt was helfen könnte. Manchmal reicht es aber schon den Therapeuten zu wechseln, weil man dann plötzlich einen besseren Draht hat. Auch gibt es verschiedene Therapieansätze (welche hat dein Mann schon versucht?).

      Es kann nur diesen einen Weg für ihn geben, glaube mir. Wenn er sich nicht sowohl in psychiatrische als auch psychologische Behandlung begibt, dann sind die Probleme die er/ihr jetzt hat/habt erst der Anfang...

      Gruß

      (9) 06.12.12 - 14:48

      Hallo,

      Inwieweit da seine Kriegserlebnisse beteiligt sind, oder eher der momentane Stress seine Auswirkungen zeigt, kann ich nicht beurteilen. Was ich aber klar sehe, ist dass für Eure junge Beziehung schon viel zu viele Umwälzungen passiert sind und ihr in einem rasantem Tempo aufeinander zugestürzt seid.

      Gut, dass ihr einen Gang zurück geschaltet habt. Mach schön langsam, dann wird es Euch auch nicht schwindelig.

      Wegen dem Kind brauchst Du Dir keine Sorgen machen, die Kleinen sind sehr anpassungsfähig und wenn die großen guter Dinge sind, dann sind sie es auch.

      • (10) 06.12.12 - 14:53

        Vielen Dank für deine Einschätzung. Da hast du sicher recht mit dem rasanten Tempo,

        aber es hat einfach alles gepasst #verliebt. Klar spielt auch seine Arbeitslosigkeit und

        andere Dinge eine Rolle.

        Danke für deine Einschätzung.#herzlich

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