Unzufrieden in der Beziehung

    • (1) 20.12.12 - 13:14

      Hallo ihr Lieben,

      mir fällt immer mehr auf wie unzufrieden ich in meiner Ehe bin. Wir sind fast 20 Jahre zusammen, und 8 Jahre verheiratet. Wir haben zwei Kinder von 9 und 5 Jahren. Wohnen seit 9 Jahren in unserem Haus.

      Ich bin immer nach zwei Erziehungsjahren wieder halbtags arbeiten gegangen. Um ein wenig mehr Abwechslung zu haben, habe ich noch einen Nebenjob (Direktvertrieb ähnlich wie Tupperware).

      Den Nebenjob mache ich erst seit einem Jahr bin aber sehr erfolgreich dort. Bekomme viel Lob, habe gute Umsätze und viele wollen mich für eine Party buchen. Mein Mann ist nicht begeistert das ich noch einen Nebenjob habe, unterstützt mich aber wenn ich arbeiten gehe in der Kinderbetreuung. Von der Geld was ich dort verdiene, ermögliche ich viel Dinge für die Familie. Jahreskarte im Freizeitpark, Reiterferien usw

      Mich stört es irgendwie das ich die größte Verantwortung für alles habe. Wir bringen die Kinder morgens gemeinsam in die Schule/Kindergarten, da wir beide in der Stadt arbeiten und morgens zusammen fahren.

      Ich habe dann ab 14 Uhr die Kinder. Kaufe ein, koche, mache die Wäsche und halte das Haus sauber. Alles was halt anfällt.

      Mein Mann kommt von der Arbeit nach Hause und setzt sich dann am liebsten an den PC oder vor den Fernseher. Ich würde mir mehr Mithilfe im Haushalt wünschen. Das er mal einkauft, entscheidet was es zu essen gibt, kocht, oder mithilft beim Kochen. Tisch decken, abwaschen, Wäsche aufhängen, zusammenlegen oder sonst was. Ich bin für den kompletten Haushalt alleine zuständig. Er macht abends die Kinder bettfertig.

      Als ich mal ansprach das ich mir Hilfe im Haushalt wünsche, meinte er das er ja für die Fahrzeuge, den Garten und die Instandsetzung des Hauses zuständig sei. Das sind jedoch Dinge die nicht regelmäßig anfallen. Rasen mähen ist nur im Sommer alle zwei Wochen akut, Hecke schneiden einmal im Jahr und zweimal im Jahr Reifen wechseln. Zur Autowäsche geht es in die Waschanlage.

      Er ist jetzt auch nicht der, der am Haus werkelt. Er sitzt am liebsten am PC oder vor dem TV.

      Was es zu organisieren gibt, organisiere ich eigentlich. Muss ich ja. Wenn Kindergeb ist, dann überlege ich wer was schenkt, wer kommt, was zu angeboten wird, und auch die Durchführung liegt bei mir.

      Kürzlich war ich sehr krank und lag mit Fieber wirklich flach, passend zum WE allerdings, es gab also nicht viel wegen der Kinder zu organisieren. Auch da habe ich mich um mich selbst kümmern müssen. Richtige Fürsorge habe ich nicht bekommen. Kein Nachfragen wie es mir geht, oder ob ich was brauche.

      Als ich wieder gesund war habe ich das angesprochen, gesagt das ich traurig wäre. Er hat mich nicht verstanden.

      Ich frage mich oft, ob wir uns noch lieben, oder ob es nur noch die Gewohnheit ist, die einen zusammen hält. Er sagt, das er mich lieb hat, interessiert sich sonst aber recht wenig, was ich so mache, wie mein Tag so ist, und wie es mir geht, was in mir vorgeht oder so.

      Mit den Gedanken sind wir oft nicht auf einer Wellenlänge. Auch bei Erziehungsfragen gehen unsere Meinungen auseinander.

      Wenn ich auf die letzten 20 Jahre zurückblicke hatten wir eine gute Zeit, haben viel durchgemacht und erlebt. Uns gemeinsam was erschaffen.

      Aber wenn ich nach vorn schaue, sehe ich nicht viel.

      Ich fühle mich ungeliebt und unwichtig. Meine Meinung ist oft nicht anerkannt und wird nicht ernst genommen. Mein Mann ist immer sehr von seiner Meinung überzeugt. Er hat halt "Recht".

      Ich habe das Gefühl wir entwickeln uns auseinander. Er wird bald 40 und immer gemütlicher, ich bin 3 Jahre jünger und habe das Gefühl endlich wieder was erleben zu können. Die Kinder werden größer und ich habe wieder mehr Freiheiten. Gehe auch gern mal aus (mit Freundinnen er will nicht), habe zwei Jobs in denen ich erfolgreich bin. Ich habe das Gefühl voller Tatendrang zu sein. Er dagegen will nicht viel unternehmen und wird langsam gemütlich. Als die Kinder klein waren, war er voll Power und hat mit seinen Motorradkumpels viele Touren gemacht, war dort sehr aktiv. Ich konnte ja nicht wegen der Kinder.

      Ich wünsche mir Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung.

      Ich frage ihn immer wie sein Tag war, nach speziellen Ereignissen von den er zuvor erzählt hatte, lobe ihn für Dinge die er macht. Ich diskutiere gern, aber mit ihm sehr schwer.

      Wenn ich zurück blicke habe ich mich natürlich auch in den letzten 20 Jahren verändert. Bin selbstbewusst und stark geworden. Früher war ich die kleine Maus an seiner Seite die ihn angehimmelt hat und alles gut fand was er gesagt hat. Jetzt bin ich kritischer und habe eine eigene Meinung. Ich weiß nicht, ob er damit wirklich klar kommt. Gut diskutieren können wir einfach nicht. Seine Meinung stimmt ja. Wenn ich abends vom Nebenjob wieder komme, fragt er nichtmal wie es war. Als ich als eine der besten 10 jungen (in 2012 gestartet) Beraterinnen geehrt wurde. Kam nicht mehr als ein "schön". Kein Stolz oder so. Ich habe das Gefühl das alles für ihn gut ist, solange es funktioniert, so lange ich funktioniere.

      Ich habe auch keine Lust jetzt unsere ganze Beziehung hin zu werfen nur weil man sich evlt. auseinander entwickelt. Aber glücklich bin ich so irgendwie nicht. Ich wäre gern richtig glücklich.

      Wollte nur mal alles erzählen, einen richtigen Rat erwarte ich gar nicht.

      LG
      Jule

      • (2) 20.12.12 - 13:52

        Hm so wie ich das lese, möchtest du eigentlich schon noch gerne an der Ehe/Beziehung festhalten. Hast du mal darüber nachgedacht ob du und dein Mann bereit wären eine Paartherapie/Eheberatung zu machen? Vielleicht wäre es dort möglich deinen Mann etwas zu sensibilisieren für deine Belange und Interessen?

        Alles Gute
        Barrik

        • (3) 20.12.12 - 17:20

          Danke für deine Antwort.

          Ich denke dafür könnte ich meinen Mann schwer begeistern. Er hält von Therapie usw nichts. Er ist ein sehr strukturiert denkender Mensch und hält auch an Statussymbolen fest (gibt er allerdings nicht zu) und eine Therapie ist etwas was das Bild nach außen einfach nicht zulässt denke ich.

      Hallo,

      ich kann dich gut verstehen. Einen Rat erwartest du gott sei dank nicht denn diesen kann ich leider auch nicht geben. Bei uns ist es ähnlich und ich habe auch immer wieder Phasen in denen ich im viereck hüpfen könnte und mein Mann versteht natürlich nur Bahnhof.

      Wahrscheinlich kann er den "Bedarf" an dem was in meinen Augen getan werden muss nicht sehen und reagiert deswegen mit unverständnis. Da nicht alles schlecht ist nehme ich es hin wenn auch nicht ohnen murren denn er kann ruhig wissen das ich angefressen bin. Denn selbst wenn er es nicht versteht kann er es doch ein bisserl versuchen.

      Was die Jobsache angeht sind manche Männer sehr eigen. Vielleicht ist er neidisch auf deinen Erfolg im Nebenjob. Aber nicht so das es im Bewusst ist sondern eher so unterschwellig. Wahrscheinlich würde er es abstreiten solltest du sowas ansprechen.

      Gibt es die Möglichkeit das ihr euch beide ein gemeinsames Hobby zulegt wo ihr beide gemeinsam etwas machen könnt ohne das es was mit Beruf Haushalt oder Kindern zu tun hat. Das könnte helfen wieder ein paar gemeinsamkeiten zu finden.

      Natürlich könntes du auch einfach alle Organisatorischen Fähigkeiten einfach mal verlieren wenn es um etwas geht was ihm wichtig ist wobei das eher die fiese Variante währe, aber so mancher braucht das.

      LG
      Corinna

      • Danke für deine Antwort.

        Ein gemeinsames Hobby haben wir bereits. Wir sind gemeinsam in sowas ählichem wie einem Motorradclub. Einmal im Monat gehen wir gemeinsam zum Clubabend. Im Sommer sind gemeinsame Ausfahrten. Daran nehmen wir abwechselnd oder gemeinsam teil.

        Je nachdem ob wir einen Babysitter haben oder nicht.

        Wenn wir gemeinsam mit den anderen unterwegs sind, laufen wir aber nicht Händchen haltend durch die Gegend. Da will er ja mit seinen Kumpels reden und Fachgespräche führen. Ich suche mir dann auch Leute zum quatschen.

        Wenn wir mal die Möglichkeit haben auszugehen, dann will er oft noch Freunde mitnehmen. Ich würde mich freuen wenn wir dann ganz alleine was machen.

        Gruß
        Jule

        • (6) 28.12.12 - 12:35

          Hallo Jule,
          ich finde dich sehr bemüht, auch deine Antworten hier sehr durchdacht und finde es toll das du an eurer Beziehung arbeiten willst. (Ich wünschte ich wäre mal so abgeklärt ;-) )

          Eine kurze Frage: Was sagt er denn wenn du deutlich machst das du gerne etwas mit ihm alleine machen wollen würdest? Lehnt er das grundsätzlich ab?
          Vielleicht wäre eine Idee das ihr einmal im Monat zum Essen ausgeht, ohne Kinder usw. nur ihre Zwei. Da gibt es dann keinen Fernseher und mann/frau MUSS sich unterhalten. Vielleicht wäre das ein Anfang?

          Alles Liebe dir!

    <<<Wollte nur mal alles erzählen, einen richtigen Rat erwarte ich gar nicht.>>>

    Ok.

    (8) 20.12.12 - 15:23

    Huhu,

    Ich würde dir auch eine Paartherapie empfehlen. Aber es ist leider schwierig, die Männer dazu zu überreden.

    In eurer Beziehung ist nach 20 Jahren die Luft raus, das kann ja mal passieren. Leider ist es deinem Mann noch nicht aufgefallen. Ich würde ihn mal zum Essen einladen (raus aus der gewohnten Umgebung) und dann das Gespräch suchen (im Restaurant kann er sich vor so einer Situation nicht drücken). Dabei würde ich aber sachlich bleiben (keine direkten Vorwürfe, keinen Streit suchen), ihm meine Gefühle beschreiben und ganz offen mit ihm reden.

    Ihr müsst euch als Paar wiederenddecken, gemeinsame Ziele finden. Die Kinder sind jetzt selbstständig, das Haus ist fertig, ihr habt beide tolle Karrieren - aber ihr habt eigentlich nichts mehr, das ihr miteinander teilt. Ein gemeinsames Hobby, ein schönes Erlebnis zu zweit, ein romantisches Wochenende oder so würde auch sicher gut tun.

    Vielleicht konnte ich dir ja ein paar Ideen geben.

    LG

    • (9) 20.12.12 - 17:36

      Danke für deine Antwort.

      Im April wollen wir wohl ein langes WE weg, da hat er Geb und wir wollen alleine weg. Mal sehen ob es klappt.

      Das Problem ist, das er jetzt generell an einem Punkt ist wo er ziellos ist. Darüber spricht er öfter, das er keine Ziele mehr hat usw. Nicht weiß wo der Weg hinführt.

      Gemeinsames Hobby haben wir ja. Wobei er daran auch langsam die Lust verliert.

      Leider.

      Gruß
      Jule

(10) 20.12.12 - 16:02

maenner! klarer fall. ich wuerde mich trennen. er tut nicht, was du willst. er hat andere prioritaeten, als du fuer ihn vorgesehen hast. das geht ja gar nicht. du finanzierst ja schon alles, reiterferien und jahreskarte in den freizeitpark und so, sieht er denn das nicht? wozu brauchst du denn ihn ueberhaupt noch? such dir nen anderen, mit dem du wieder mehr spass haben kannst.

lg

(11) 20.12.12 - 16:18

Hallo!

Ich kann euch auch nur zu einer Eheberatung raten.

Ihr habt beide so einen Wendepunkt erreicht, die Kinder sind ein wenig größer, ihr habt euch beide entwickelt.

wenn es so weiter geht, dann entfernt ihr euch so weit voneinander, dass ihr euch ganz verliert und die Ehe ist am Ende.

Wenn ihr aber JETZT einseht, dass ihr was tun müsst, könnt ihr euch wieder annähern und eure Entwicklung kann sich wieder aneinander annähern.

nur eben nicht sooo lange warten...

(12) 20.12.12 - 16:52

Hallo Jule,

das hört sich ja gar nicht gut an! Unternehmt Ihr noch was gemeinsam (ohne die Kinder, ohne Freunde, nur Ihr beide)? Was habt Ihr denn früher, bevor alles zur Routine wurde, miteinander unternommen? An was hattet Ihr Spaß?
Ich glaube, Ihr habt vor lauter Pflichterfüllung Euren Draht zueinander (bzgl. Intimität und Spontanität) verloren. Bei zwei kleinen Kindern bleibt ja anfangs nicht viel Zeit für Zweisamkeit. Es wird alles zur Routine, Kinder versorgen, Haus abbezahlen, Haushalt schmeissen, Job zuverlässig erledigen ......klar, dass da gefühlsmäßig was auf der Strecke bleibt. Und jeder sucht für sich einen Weg, das alles zu bewältigen. Er lenkt sich am PC ab, Du suchst Anerkennung im Zweitjob.

Bezüglich Eures "Im-Haushalt-nicht-mithelfen"-Problems möchte ich Dir kurz was erzählen: Eine Freundin von mir hat sich ihren Partner (beide ganztags berufstätig) regelrecht als Haushaltsmuffel erzogen, weil sie mit seiner Art die Arbeiten zu erledigen, nicht zufrieden war. Er hat es ihr z. B. einfach nicht sauber genug oder nicht schnell genug gemacht. Sie hat ihm sogar vorgeschrieben, welches Putzmittel er für welche Tätigkeit nehmen soll! Daraufhin hat er sich zurückgezogen und ausgeklinkt! Was ich gut verstehen kann, wir sind doch Individuen und als Partner nicht auf einmal geklont!
Soll jetzt keine Kritik sein, aber vielleicht hast Du da Deinem Mann einfach zu wenig Spielraum gelassen???
Wie war das denn, bevor die Kinder kamen? Da wart Ihr doch sicher beide ganztags berufstätig, habt Ihr Euch da den Haushalt nicht geteilt?

Schön, dass Du Deine Beziehung deswegen nicht hinwerfen möchtest und dass Dir Dein Mann noch was bedeutet! Du hast Dich während Eures gemeinsamen Lebens weiterentwickelt und ich denke schon, dass Dein Mann stolz auf Dich ist. Er kann es Dir aber vielleicht nicht mitteilen, weil Euch die Nähe zueinander fehlt und weil er sich vielleicht nicht so stark und selbstbewusst fühlt wie Du...
Kann ja sein, dass er Diskussionen abwürgt, weil er sich Dir unterlegen fühlt, oder aber einfach nur das Gefühl hat, man(n) muss nicht jede Trivialität stundenlang breittreten. Was uns Frauen Gesprächsstoff für mehrere Tage gäbe, ringt Männern doch oft nur ein müdes Lächeln ab. Man muss nicht immer alles totquatschen. Weniger ist oft mehr!

Ihr solltet unbedingt wieder etwas finden, was Euch gemeinsam (nur Euch beiden zusammen!!!) Spaß macht, damit Ihr Euch wieder annähert. Ihr habt doch noch soviel schöne Zeit vor Euch: den Kindern beim Erwachsenwerden helfen, das eigene Haus genießen, keine finanziellen Sorgen...

Von ganzem Herzen alles Gute #winke

iamwhatiam

  • Danke für deine Antwort.

    Ich denke schon das ich ihm Spielraum lasse, wenn er was macht, hat er freie Hand. Da mache ich keine Vorschriften oder so. Ich bin froh wenn er hilft. Klar würde ich die Wäsche anders aufhängen und die Sachen anders zusammen legen, aber ich bin zufrieden wenn er überhaupt was macht und halte dann lieber meinen Mund wenn es darum geht wie er etwas macht.

    Vor den Kindern hatte jeder seinen eigenen Haushalt, da war er selbstständig und hat seins selbst gemacht. Auch als wir noch keine Kinder hatten und zusammen gewohnt haben, haben wir den Haushalt gemeinsam gemacht.

    Früher war mein Mann irgendwie lebenslustiger und voller Elan und Power. Jetzt ist er irgendwie träger geworden, hat nicht mehr so viel Spaß an den Dingen.

    Das empfinde ich als Belastung/Problem.

    Gruß
    Jule

    • Hallo Jule,

      das glaube ich Dir gern!

      "Früher war mein Mann irgendwie lebenslustiger und voller Elan und Power. Jetzt ist er irgendwie träger geworden, hat nicht mehr so viel Spaß an den Dingen!"

      Igelt sich Dein Mann allgemein so ein, ich meine, zieht er sich auch gesellschaftlich zurück? Könnte sein, dass er, wenn er sensibel veranlagt ist, in Depressionen abrutscht, da sollte er sich therapeutische Hilfe suchen. Wenn man(n) jahrelang hohe Anforderungen an sich selber stellt, damit man gesellschaftlich mithalten kann, fordert das schon seinen Tribut.

      Du hast geschrieben, dass Dein Mann bald 40 wird, vielleicht macht ihm das auf irgendeine Art und Weise Schwierigkeiten (das Gefühl "war das schon alles?", oder vielleicht die Hormone, oder die Arbeitskollegen sticheln).

      Einige im Forum haben Euch ja eine Paartherapie empfohlen. Wenn es sich um meinen Mann handeln würde, würde ich ihm vorher die hier geschriebenen Threads zeigen. Dann erkennt er vielleicht, dass Du Dir wirklich Sorgen um ihn machst. Schimpfen braucht er nicht, dass Du Dir hier Hilfe suchst, es ist ja alles herrlich anonym.

      Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Dein Mann "aufwacht", damit Ihr Euer Leben wieder miteinander ausleben könnt!

      Liebe Grüße,

      iamwhatiam

(15) 20.12.12 - 19:35

Ich weiß genau was du meinst und wie du dich fühlst. Mir geht es auch so. Ich war immer der aktivere Part bis die Kinder kamen. Mein Mann fing an Karriere zu machen, ich den Rest inkl. kleinem Job, den ich später immer mehr ausgebaut habe. Hoffte auch das mein Mann stolz auf mich wäre, weil ich beruflich wieder etwas erreiche und ich fühlte mich wieder vollständig. Da kam aber nichts von ihm. Das hat mich schon traurig gemacht. Er hatte nur noch Interesse an seiner Arbeit. Mit mir. Reden oder mir auch im Haushalt helfen war unmöglich. Selbst wenn wir mal zusammen aus waren, war es extrem anstrengend für mich, weil er unlustig und phlegmatisch dasaß und sich einfach von mir unterhalten lassen wollte.

Einer Paarberatung hätte er nie und nimmer zugestimmt. Er hat immer Recht und behandelte mich gern von oben herab. Eine Therapie wäre ein Eingeständnis gewesen, dass er auch Fehler macht. Auch musste ich mich um mich selbst kümmern. War ich krank, durfte ich trotzdem funktionieren so gut es eben ging. Bin mal draußen gestürzt und habe mir das Knie aufgeschlagen. Er saß auf dem Sofa und kam nichtmal raus. Habe mich selbst verarztet und mir Pflaster und Kühlpack geholt. Von ihm gab es nur erstaunte Blicke. Nach einer kleineren OP fragte er am nächsten Tag kein einziges Mal, wie es mir geht. Hatte er "vergessen". Erst als ich mich enttäuscht zeigte, fragte er danach jeden Tag. Aber wer braucht schon sowas, diese geheuchelte Anteilnahme. Gestern fielen mir laut krachend 2 Teller aus dem Schrank. Er saß weiter seelenruhig vor dem TV und kam nicht in die Küche, um zu schauen oder gar zu helfen. Ich könnte die Treppe runterfallen und er würde mich zufällig nach Stunden mal finden #augen umgekehrt lässt er sich gern verpflegen. Machte ich auch immer selbstverständlich, wenn man sich liebt. Besorgte Tabletten, kochte Hühnersuppe...... Würde ihm im Traum nicht einfallen ohne das ich ihn darum bitte.

Inzwischen habe ich mich abgefunden und warte nur noch auf den richtigen Moment zum Absprung. Allein bin ich auch nicht schlechter dran. Nur überstürzen will ich nichts sondern gut durchdacht planen und vorbereiten und dann handeln. Er wurde es eh nicht verstehen, das weiß ich jetzt schon. Ich werde die undankbare sein, die unser Leben nicht zu schätzen weiß. Ich wünsche mir auch einen richtigen Partner, der sich interessiert, mit dem man alles teilt, reden kann und der ein wenig fürsorglich ist und mich nicht selbstverständlich findet wie ein Möbelstück. Die Hoffnung auf so jemanden habe ich allerdings nicht. Bei den meisten Paaren die ich kenne, läuft es leider so oder ähnlich wie bei uns ab. Ab 40 wollen die Männer eine gut funktionierende Haushälterin mit F.....Qualitäten, die nicht zu anstrengend ist und wenig Ansprüche stellt. Für das Ego nimmt Mann sich gern noch ein Püppchen nebenbei, das jünger ist und einen anhimmelt. Für die reißt Mann sich gern kurzzeitig zusammen und spielt den interessierten Supermann.

Viel Glück das dein Mann doch noch aufwacht und dich nicht bereits zum Inventar zählt.

(16) 20.12.12 - 19:54

Hallo,

diese zwei Aussagen passen für mich nicht zusammen.

1.) "Ich fühle mich ungeliebt und unwichtig. Meine Meinung ist oft nicht anerkannt und wird nicht ernst genommen. Mein Mann ist immer sehr von seiner Meinung überzeugt. Er hat halt "Recht".
...

Ich wünsche mir Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung."

UND

2.) "Wenn ich zurück blicke habe ich mich natürlich auch in den letzten 20 Jahren verändert. Bin selbstbewusst und stark geworden. "

Ich finde das beisst sich.

Du bist als allererstes einzig und allein für Dich und Deine Gefühle verantwortlich, niemand anderes, nur Du.

Das Stichwort heißt Selbstliebe, das müsstest Du glaube ich noch lernen.

LG

  • (17) 20.12.12 - 20:27

    Hallo,

    ich denke schon dass ich mich selbst liebe. Warum auch nicht. Trotzdem wünsche ich mir in meiner Partnerschaft Liebe, Anerkennung und Aufmerksamkeit. Das gehört für mich zu einer funktionierenden Partnerschaft dazu.

    Nur sich selbst zu lieben erfüllt doch nicht. Zuviel Selbstliebe ist doch irgendwann Egoismus.

    Von meinem Mann fühle ich mich ungeliebt und unwichtig. Ich selbst bin mit mir im Reinen.

    Habe ein gesundes Selbstbewusstsein aufgebaut und stehe zu meinen Meinungen. Meine Meinung zählt nur oft nicht bei meinem Mann.

    Ich verstehe nicht warum sich diese beiden Aussagen beißen sollen.

    Viele Grüße
    Jule

(18) 21.12.12 - 12:28

Hallo,

du sprichst mir aus der Seele. Ich erkenne viele Gemeinsamkeiten. Mein Mann und ich sind auch seit 20 Jahren ein Paar, wir haben 2 Jungs 9 Jahre und 6 Jahre alt.

Bei uns ist es ganz genauso, dass ich mir mehr Hilfe von ihm wünsche und auch Anerkennung für das, was ich so alles für uns tue. Und auch er antwortet mir, dass er ja für Haus und Garten und Autos zuständig ist, wo momentan ja wirklich nicht unbedingt was zu machen ist. Wenn ich dann sage, im Winter hast du Urlaub oder wie, wann hab ich denn mal Urlaub, versteht er es nicht.

Manchmal komme ich mir vor wie alleinerziehend, was ich ihm auch schon gesagt habe. Er sagt, ich überteibe und bin viel zu empfindlich:-(. Auch ich möchte mich jetzt nicht gleich trennen, aber glücklich ist was Anderes.

Es ist schön zu lesen, dass man nicht alleine so denkt.

Liebe Grüße

daggidaisy

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