Ehe am Ende, PTBS 2

    • (1) 22.12.12 - 09:30
      bin ratlos

      Hallo!

      Dies war mein erster Beitrag nun sieht es so aus.

      http://www.urbia.de/forum/16-partnerschaft/4082956-ehe-am-ende-ptbs/25669082

      Vor zwei Tagen hat sich mein Mann von mir getrennt, aber irgendwie ist es nicht halbes und nichts ganzes. Eine zweite Chance wollte er im Moment nicht. Auf die Frage, ob er mich noch liebt: Gibt es nur ein Schulter zucken, weder nein noch ja. Doch weiter kämpfen?

      Mein Mann sagte mir Gestern: So lange du nicht in der Klink warst, werden wir sowieso keine getrennten Wohnungen haben. Sicher ich werde mich gleich im Neuen Jahr darum kümmern, zwischen zwei Kliniken steht eine Entscheidung aus, möchte nur noch Rücksprache mit jemanden halten, der sich damit auskennt. bzw. Tipps holen

      Seiner Familie möchte er jetzt nicht sagen, dass wir uns trennen. Es lässt mir die Entscheidung, ob ich mit an den Feiertagen zu seiner Familie fahren möchte.
      Warum er die Entscheidung mir lässt, weiß ich nicht, fragen möchte ich erst mal nicht, möchte nichts falsch machen.

      Aus Verzweiflung habe ich gestern seine Mutter angerufen, sie war natürlich geschockt, weil sie all das nicht wusste, dass ich "so" krank bin und das die Trennung da ist. (ich kann ihr vertrauen) Sie ist der Meinung wir sollten kämpfen und die Schritte die ihr Sohn gegangen sei, sind logisch, weil er eben so ist. Er steckt den Kopf in den Sand. Sie kennt ihn sehr gut und sie hat die Vermutung, dass er mit meiner Krankheit überfordert ist und deshalb so gehandelt hat.
      Er weiß von nichts, sie möchte mit ihm irgendwann (wissen wir noch nicht) mit ihm reden, als unbeteiligte Person. (sie wusste ja bisher von nichts)

      Ja ich weiß, dass die letzten 10 Jahre schwer waren, aber wir hatten auch viele schöne Momente ohne und mit unseren Kindern. Möchte die Jahre nicht einfach weg werfen. Vor allem nicht dann wenn er überfordert ist, da könnte man helfen.

      ICH möchte kämpfen um (meinen) einen Mann den ich liebe, der für mich verdammt viel gemacht hat und um unsere Ehe.

      Nur wie stelle ich das an?

      Guß ratlos

      (6) 22.12.12 - 11:00

      Ich verstehe nicht! Du schiebst die ganze Zeit deine PTBS vor, die der Grund allen Übel wäre. Das Übel zeigte sich vorallem in heftigen Streits. Die von dir ausgingen. Die kann man auch ohne PTBS haben!
      Und dein Mann ist auch eine Pfeife. Was er jetzt mit dir macht, macht man nicht. Das kommt mir hier grade alles wie im Kindergarten vor!

      Helfen würde vielleicht eine Therapie, würde aber raten für beide!

      • (7) 22.12.12 - 11:38

        Hallo!

        "Ich verstehe nicht! Du schiebst die ganze Zeit deine PTBS vor, die der Grund allen Übel wäre."

        Richtig. Wenn man unter PTBS leidet, hat man Symptome. (Ursache Kindheit)
        z.B.

        - oft habe ich Panikattacken ( dauer ca 10 Minuten), wenn ich Nachts aufwache und von damals etwas geträumt habe, dann ist der ganze Tag kaputt und ich erhole mich sehr schlecht davon, dass ich dann nicht immer auf alles so regiere wie es sein sollte ist auch klar

        - auf bestimmte Männer reagiere ich, wenn sie Ähnlichkeiten mit meinem Vater haben, zittern, stottern, mit wird heiß, kippe um

        "Das Übel zeigte sich vorallem in heftigen Streits. Die von dir ausgingen. Die kann man auch ohne PTBS haben!"

        Unser Hauptproblem/Streit war bzw ist, dass mein Mann sich die letzten zwei Monate geweigert hat, mit mir zum Therapeuten zu gehen. Mein Therapeut ist der Meinung, das er lernen solle was PTBS sind, wie er mich unterstützen könnte. Damit er versteh, was die Krankheit bedeutet. Mein Mann wollte das nicht und da mich mein Therapeut gedrängt hat, habe ich das wohl bei meinem Mann gemacht. Er wollte nicht -den Grund- kenne ich nicht, dazu schweigt er. Warum? Deshalb die Vermutung von seiner Mutter, er ist überfordert.

        Er hat mich unterstützt als die Menschen starben, die mir sehr wichtig waren. Er hat mir bei viele geholfen und ich bin Dankbar. Nur bei meiner Krankheit macht er einen Bogen? Warum? Warum sollen wir diese nicht in den Griff bekommen? Warum hat er Angst. Frage ich gibt es ein Schulter zucken.

        Bei meinem Vater mussten wir immer zu allem Ja und Amen sagen, sonst gab es prügel. Haben mein Bruder und ich gestritten, gab es eine Mahnung, kam er rein und verprügelte uns.
        Zur Strafe hat er uns Holzscheitel knien lassen und er hat auch gut darauf geachtet, dass die Scheitel Spitz sind und wir voll darauf knien. Teilweise sehr lange gute 15 Minuten, wir hatten eine große rosa Bahnhofsuhr in der Küche. Wenn man schaut bis die Zeit vergeht.

        Ein Streitthema war bei uns z.B. das er mich in den Kindergarten fährt, wenn er frei hat. (habe keine Schein) Oft habe ich mich nicht fragen trauen und dann war ich traurig. ICH weiß ICH hätte etwas sagen müssen. Nur mir wurden immer alle Entscheidungen abgenommen, wir durften nichts sagen. Um Hilfe durften wir auch nicht fragen.

        Das sind nur kleine Beispiele.

        So blöd wie es ist, aber ich muss sehr vieles lernen, mich zu wehren, den Mund auf zu machen. Das was man als Kind lernt und als Erwachsner kann.

        Verstehst du? Wir streiten nicht über den Müll, über die Kindererziehung, oder wer das Auto wäscht. Wie viel Geld jeder ausgeben darf, oder wie lange jemand weg bleiben darf. Wir streiten und über Dinge, die ich als Kind nicht gelernt habe, die jetzt mein Leben erschweren.

        Vor 10 Jahren habe ich mich nicht einmal, in ein Geschäft getraut um etwas zu kaufen, aus Angst das ich mich verspreche. Mich jemand auslacht oder sogar verprügelt. Ja für einen normal denkenden Menschen ist es schwer zu verstehen solche Gedanken. Aber dafür ein Beispiel warum kommt jetzt.

        In Mathe war ich leider nie gut, mein Vater eine Genie. Da mit meine Mutter nicht weiter helfen konnte, musste mein Vater. Mein Vater hatte keine Geduld, die er hätte haben müssen für jemanden, der Mathe nicht kann, einfach nicht versteht. Sagte ich eine Antwort falsch, oder verstand es nicht. Vater, das ist doch nicht so schwer, stell dich nicht so blöd an. Jetzt hat du sie schon wieder falsch gesagt, schon hatte er mich auf den Kopf geklopft. Ich bekam Angst, meine Augen wurden feucht. Wieder falsche Antwort. Und schon lag ich auf dem Boden. Und es wurde mir dauernd gesagt, wie blöd ich doch bin.

        Danke wenn du es bis zum Ende geschafft hast, vielleicht verstehst du jetzt. Sicher kann es auch unter gesunden Menschen zum streit kommen. Aber mich hindert meine Kindheit wirklich sehr und da mein Mann ja bei mir wohnt, mit mir lebt, bekommt er viel mit und es betrifft ihn auch.

        Er versteht oft nicht, warum ich so handle... Und ich deshalb finde ich es traurig, dass er sich nicht dafür interessiert, warum auch immer, wovor er Angst hat.

        (8) 22.12.12 - 11:44

        Sorry mein Beitrag war noch nicht fertig.

        "Und dein Mann ist auch eine Pfeife. Was er jetzt mit dir macht, macht man nicht. Das kommt mir hier grade alles wie im Kindergarten vor!"

        Ja er ist aber ne liebe Pfeiffe. ;-) Stimmt das macht man nicht, ich bin psychisch total am Ende und ich bin mir nicht sicher wie lange ich das "so" noch aushalte. Es wäre hat gut zu wissen, den richtigen Grund warum mein Mann nicht über meine Krankheit reden will. Habe in vier Wochen gute sechs Kilo abgenommen. Und ich kann immer noch fast nichts essen. Mehr als ein Brot, bekomme ich nicht runter. Oder eben eine sehr kleine Mahlzeit, vielleicht auch nur ein Zwieback. Ehrlich gesagt, ich kenne schon gar kein Hungergefühl mehr, ich esse halt etwas, wenn die Kinder essen, sonst würde ich es wohl vergessen.

        Nein es ist kein Kindergarten. Das ist leider eine Krankheit. Die Frage ist nur, warum mein Mann sich so gegen meine Krankheit wert.

        Gruß von ratlos

    (9) 22.12.12 - 12:37

    Hallo,

    einerseits finde ich deine Geschichte wirklich traurig, denn du kannst ja auch nichts für deine Krankheit und du tust mir auch leid, andererseits kann ich deinen Mann durchaus verstehen.

    Ich lebte jahrelang mit meiner psychisch kranken Mutter zusammen - schreckliche Jahre mit vielen vielen Ausbrüchen auch gegen mich, Klinikaufenthalten, gefühlten Ungerechtigkeiten auf allen Seiten, Kränkungen und kein Patentrezept, wie man sich richtig verhält. Ich bin zum Studium ausgezogen und erst durch die räumliche Trennung überhaupt zur Ruhe gekommen. Zwar mag ich sie irgendwie, aber den Respekt vor ihr habe ich verloren. Noch heute ist es für mich Pflicht sie anzurufen, ich könnte auch ohne sie auskommen.

    Was ich damit sagen will: Wenn man mit einer kranken Person zusammenlebt, dann ist das eine große Bürde, bei der man sich teilweise noch nicht mal beklagen darf, gerade weil ja der andere Teil krank ist. Man sieht, wie es auch das eigene Leben massiv beeinträchtigt und fragt sich natürlich, ob man sein Leben so leben kann und will, nämlich bis hin zur Selbstaufgabe. Will man alles hinnehmen, den ganzen Streit, die Ungerechtigkeiten, auch wenn der andere nichts dafür kann. Dieses nichts dafür können ist ein wesentlicher Punkt, denn natürlich kann der andere nichts dafür, aber das ändert nichts daran, dass die Situation trotzdem schrecklich ist.

    Gehen ist am Ende letztlich der Weg zur Selbsterhaltung. Man muss es tun, bevor es mit einem selbst den Bach runter geht. Niemand sollte gezwungen werden sein Leben aus Mitgefühl oder "weil man das so macht" so aufzuopfern. Ich habe mir das Recht herausgenommen, da egoistisch zu sein, weil ich auch auf mich schauen musste.
    Natürlich geht man mit einem schlechten Gefühl, weil man weiß, wie sehr der andere leidet, aber irgendwann gibt es eben einen Point of no Return. Du kannst davon ausgehen, dass die Entscheiung in so einem Fall zu gehen sicherlich wohl überlegt war, denn man hat ja eh schon extreme Hemmungen das zu tun. Aus meiner Sicht hat der Leidensdruck daher ein absolutes Hoch erreicht, wenn man geht.

    Ich kann dir nicht sagen, ob dein Mann wieder zurück kommen wird, ich kann mir nur vorstellen, dass es für ihn - wie auch für mich damals - erstmals befreiend und erleichternd sein wird, wenn er jetzt zur Ruhe kommen kann.

    Und noch was: auch ich sollte damals mit zum Therapeuten gehen um mehr Verständnis für die Situation zu entwickeln und auch ich habe es nicht gemacht, denn es wäre nur noch ein Punkt mehr auf der Liste, wo man versucht hätte, ihre Probleme zu meinen zu machen. Ich wollte mich da streng distanzieren und kann deinen Mann da gut verstehen, wenn er das auch tut. Viele Dinge kann ich heute nicht nachvollziehen und will es auch gar nicht versuchen, denn ich will schlicht meine Ruhe haben und kann jeden verstehen, dem es ähnlich geht.

    Alles Gute

    • (10) 22.12.12 - 13:04

      Hallo!

      Habe deinen ganzen Text gelesen und ich kann dich sehr gut verstehen.

      Nur ich verstehen nicht, warum mir die Sterne vom Himmel geholt wurden, ich sehr oft unterstützt wurde. Wir so viele schöne Momente hatte. Nur nicht in meiner Krankheit, die zu meinem Leben leider dazu gehört. Er wusste dass, er hat mich trotz Krankheit nach 6 Jahren geheiratet. Warum das alles? Nur um 4 Jahre später zu sagen, jetzt ist alles vorbei?

      Weißt du ein Alkoholiker braucht mal öfter einen Tritt in den Arsch, als Hilfe. Und das hätte ich mir im Bezug meiner Krankheit von meinem Mann auch gehofft und zwar schon viel früher. Nicht nur in den anderen Dinge, die wir hin bekommen haben.

      Nein es hat eine Freudin gemacht und ich möchte etwas ändern, Klink und man kann bei PTBS gut helfen, auch notfals erstmal mit Medikamente. Was mir mein Therapeut leider verweigert hat, warum, weiß ich nicht. Habe leider drei oder vier Jahre vergeudet, weil ich auf die falsche Hilfe gesetzt hatte. Dem falschen Vertraut habe. Wenn man krank ist, sieht man nicht immer alles sofort.

      Und hinnehmen hätte mein Mann NIE ewas müssen, niemals. Wir hätten reden sollen, wie wir wegen meiner Krankheit weiter gehen können. Ich hätte in dem Bezug einen Arschtritt gebraucht, damit ich früher in die Klink gehe, damit er sich ein bisschen einsetzt. Warum mein Therapeut sagte, das nützt nichts, ich weis nicht, so blöd es klingt ich war dem ausgeliefert.

      Eine bekannte von mir, hat das selbe durch, schon bei ihr passiere es früher. Dei geht in die Klink kommt Medikamente und macht Fortschritte, kann etwas tun. Sie hat einen neuen Partner und ein Baby zusammen gekommen.

      Na ja ich versuche zu kämpfen, ich will nicht das nach 10 Jahren alles kaputt ist, vielleicht schaffen wir es noch.

      Ausziehen kann im Moment eh noch keiner.

      So ich muss nun leider weg. Danke für deinen beitrag.

      Gruß bin ratlos

      • "Weißt du ein Alkoholiker braucht mal öfter einen Tritt in den Arsch, als Hilfe. Und das hätte ich mir im Bezug meiner Krankheit von meinem Mann auch gehofft und zwar schon viel früher."

        Gerade eben nicht. Wenn der Alkoholiker selber nicht will, kann ihn seine Umgebung treten, bis sie nicht mehr kann - ändern wird sich nichts, weil der Betroffene es ablehnt. Das dürfte auch der Grund sein, warum Dein Therapeut sagt, dass das nichts nützt.

        Ich bin mir sicher, dass Dein Mann Dich sogar sehr unterstützt, ihm aber irgendwann die Kraft ausgegangen ist. Um Deine Gesundung musst Du Dich selber kümmern, dass ist Deine Aufgabe ganz alleine.

        • (12) 23.12.12 - 10:46

          Hallo!

          Mein Therapeut sagte oft, nein das geht nicht, mach das so wie mein Vorschlag ist, so nur so geh es.

          Und was lese ich? Dass es andere Möglichkeiten gibt, habe mich Informiert. Es gibt Hoffnung, zu all dem, was er bei mir abgelehnt hat.

          Mein Mann hat mich in allem Unterstützt, wo er nur konnte. Aber nicht bei meiner Krankheit. Ich bin einfach zu lange auf dem falsche Weg gewesen. Vielleicht hätte er mir die Augen früher öffnen können. Was ich selbst nicht sah und mir einreden lassen habe!

          Schon klar in eine Klink muss ich alleine, aber wir hätten uns informieren können, was ich noch tun kann. Mein Mann hat oft bessere Ideen wie ich. Mit meiner Krankenkasse bin ich leider nicht weit gekommen. Und musste auch wieder feststellen, dass was sie sage nicht der Fall ist.

          So oft habe ich meinen Mann gefragt, geht es dir gut, ist alles okay, es kam immer nur ein: Ja.

          Auch er hätte mal den Mund aufmachen können. Aber schweigen und dann alles weg werfen ist sehr dünn.

          Wir haben beide Fehler gemacht und deshalb sollten wir kämpfen, für uns, für unsere Kinder. Das ich kämpfe für meine Gesundheit ist ja klar und muss ich eigentlich nicht mehr erwähnen.

          Gruß

          • Dein Mann hat vermutlich geschwiegen, um Dich nicht mehr zu belasten.

            Ich war 1,5 Jahre mit einem Mann zusammen, der an einer psychischen Störung leidet. Irgendwie tanzt man ständig um diese Krankheit herum. Man will den anderen nicht unter Druck setzen, freut sich, wenn es ihm gut geht, versucht ihn zu entlasten, wenn es ihm schlecht geht. Und nie weiss man, ob man das Richtige tut. Irgendwie steht man verdammt alleine da.

            Dazu kommt noch, dass es sich um einen erwachsenen Menschen handelt. Für ein Kind kann ich einen Termin in der Klinik, beim Arzt, wo auch immer vereinbaren, das kann ich für einen Erwachsenen nicht. Da muss der Betroffene selber entscheiden.

            Nach den eineinhalb Jahren war ich seelisch komplett ausgelaugt. Meine Bedürfnisse wurden so gewaltig ignoriert, dass irgendwann garnichts mehr ging.

            • (14) 24.12.12 - 09:25

              Hallo!

              "Dein Mann hat vermutlich geschwiegen, um Dich nicht mehr zu belasten."
              Das ist aber auch nicht gut, wenn man schweigt, wie man sieht. Ich wollte ja kämpfen etwas, ändern, aber ich wusste nicht wie.

              Die Hilfe die ich wollte hat mein Therapeut nicht gut geheißen. Wären aber Möglichkeiten/Versuche gewesen, die im Internet stehen und auf Klinkseiten für PTBS. Nur leider las ich zu spät, damit ich Druck mache. Und von dem weg komme, was er mir all die Jahre eingeredet hat.

              "Irgendwie steht man verdammt alleine da."
              Man hätte das gemeinsam anpacken können und dann wäre man nicht alleine. Sich hinsetzten und was jetzt. Mein Mann hat oft gute Ideen. z.B. Internet, Ärzte, Krankenkasse, sich per E-Mail an eine Klink wenden

              Sicher Termine muss der Betroffe selbst machen, keine Thema, aber siehe oben, Rat kann man sich zusammen holen und wenn der zunichte gemacht wird. Tja.

              Ja ich kann dich verstehen, dass du komplett ausgelaugt warst.

              Wollte kämpfen, aber ich wusste nicht wie. Und das mache ich meinem Mann trotzdem zum Vorwurf, es gehören trotzdem zwei dazu, er kennt mich schon immer so. Er hätte mich unterstützen können. Hat er nicht. Und nun wirft er alles weg, das ist alles sehr dünn.

              Gruß bin ratlos

Du schreibst, dass die Krankheit schon da war, als du mit deinem Mann zusammen kamst. Du schreibst auch etwas von einer Therapie. Aber so wie ich es verstehe, lebst du und dein Mann seit 10 Jahren mit der Krankheit, ohne nennenswerte Fortschritte.
Ich hatte mein Leben lang im engsten Familienkreis (Mutter, Tante, Pflegmutter, Exmann) schwer psychisch kranke Menschen um mich rum.
Deshalb weiss ich leider zu gut, wie gross die Belastung ist für die Mitmenschen. Um den Kranken dreht sich alles, die Mitmenschen bleiben aussen vor, nehmen Rücksicht bis zur Erschöpfung, tragen teure Behandlungen mit, übernehmen Zusatzaufgaben um den Kranken zu entlasten, ertragen die wechselnden Stimmungen, den allenfalls fehlenden Sex, verzichten auf Normalität. Irgendwann ist dann halt die Energie zu Ende, keine Perspektive mehr da, die Liebe verbraucht oder nicht mehr fühlbar. Logisch ist man überfordert.

Ich weiss nicht, was du bisher alles unternommen hast zu deiner Heilung, soll das jetzt dein erster Klinikaufenthalt werden? Wie gross ist deine Erwartungshaltung an deinen Mann, an deine Umwelt, wieviel Verständnis erwartest du? Kann es sein, dass dein Blickwinkel recht egozentrisch ist? Du wurdest gebeten die Familie deines Mannes nicht vor den Festtagen zu informieren- und was tust du?: Steckst sofort alles seiner Mutter.

Weisst du, was ich hier schreibe soll keine Kritik an dir sein, kein Vorwurf, es soll nur aufzeigen, wie es eventuell "von der anderen Seite her" aussieht.

  • (16) 23.12.12 - 10:37

    Hallo!

    Danke für deinen Beitrag möchte, aber noch etwas dazu schreiben, weil einiges so nichts stimmt, habe ich nie gesagt.

    Möchte gesagt sein, ein Alkoholiker lernt auch nicht von heute auf Morgen.
    Kurzfassung:

    - mit 16 kamen die Symptome, warum die kamen wusste ich nicht, überfordert, da war ich noch bei meinem vater und steckte prügel ein
    - mit 17 vom vater weg, erst mal vesteckt, weil ich Angst hatte, dass er mich findet und...
    - mit 22 habe ich das erste mal daran gedacht mir Hilfe zu suchen, ich war überfordert
    - dann musste ich warten, bin ich zu einem Therapeuten kam fast ein Jahr!
    - mit 23/24: habe meinem Therapeuten vertraut, habe ihm das gelaubt was er mir sagte. also zuerst nicht, weil ich nicht verstand, wie seine Methode helfen soll. Ein Jahr hat es dauert und dann hat er geschafft mir das einzureden, Klinik hilft nicht, Tabletten für den Anfang auch nicht ja und dann vergingen zwei Jahre... habe versucht, das umzusetzen was er gesagt hat. Mein Fehler war das ich meine Mann nicht um Hilfe bat, aber ich war der Meinung, der Mann hat Ahnung, der weiß was er sagt, dass es andere Möglichkeiten gibt, habe ich erst später erfahren

    Dann hat mir eine gute Bekannte auf die Füße getreten und hat mir gesagt was alles möglich ist und das mein Therapeut eine Pfeiffe ist. Ihr Tochter macht das selbst grad durch, was ich durch mache. Also hatte ich doch noch Hoffung, das es eine ANDERE Hilfe gibt. Habe Pläne geschmiedet, aber mein Mann war schon abweisend und dann nahm es seinen Gang.

    "Du wurdest gebeten die Familie deines Mannes nicht vor den Festtagen zu informieren- und was tust du?: Steckst sofort alles seiner Mutter."
    Nein mein Mann hat mir nie gesagt das ich den Mund halten soll! Niemals! Ich weis nicht wo du das heraus gelesen haben willst.

    Ja es wird mein erster Aufenthalt und ich verspreche mir mehr davon was bisher geschehen ist. Habe Jahrelang auf den falschen Mann gehofft, auf einen Therapeuten der mir eingeredet hat, dass es nur so geht wie ER sagt.

    Ja ich gebe zu das ich einige Fehler gemacht habe, kein Thema, das würde ich nie bestreiten. Aber dazu gehören immer zwei.

    Nur weil ich krank bin, muss nicht ich immer alles falsch gemacht habe und erwartet werden dass ich immer etwas tun muss. Wenn nur einer macht dann wird es auch nichts.

    - mein Mann hat einfach zu lange gewartet bis er den Mund aufmacht, man hätte zusammen arbeiten können
    - wie oft habe ich ihn gefragt, wie es ihm geht, ob alles okay ist: Es kam immer nur ein Ja... er hätte mit mir reden sollen, von mir aus auch mit einer dritten Person, so dass ich aufwache
    Und jetzt wo ich kämpfen will, gibt er auf und dass ist nicht fair. Er schweigt was weiß ich wie lange und dann schmeißt er alles einfach hin. Ohne Chance, ohne das er geredet hat, ohne das auch er ehrlich war.

    So geht es nun auch nicht.

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