Zahlt die AOK eine Haushaltshilfe bei Burn Out...?

    • (1) 20.01.13 - 01:43
      erschöpfte Frau

      Mir ist das unangenehm, darüber zu schreiben :-( :-(
      Ich schäme mich ..... :-(
      Mein Arzt sagte mir vor einigen Monaten, dass ich ganz kurz vorm Burn out bin.
      Inzwischen gehts mir aber noch schlechter und ich schaffe zu Hause nichts mehr.

      Aufraffen für irgendetwas ist so schwer, wenn ich von meinem Job nach Hause komme, muss ich manchmal 3 Stunden schlafen, weil ich so fertig bin, dabei ist es ein einfacher Rezeptionsjob in einem kleinen Hotel. Im Moment schlafen die Kinder zum Glück auch noch in der Zeit, aber das wird wohl bald anders sein :-(
      Ich habe kleine Kinder, eines davon ist körperlich und leicht geistig behindert.
      Ich kümmere mich um meine Eltern, die beide nicht mehr fit sind.
      Ich gehe 14 Stunden in der Woche arbeite, aufgeteilt auf meistens 3 Tage.
      Also alles nicht viel. Dann hole ich die Kinder ab und fahre mit dem Bus in die 18 km entfernte Stadt zu meinen Eltern, gehe für sie einkaufen und mache Hausarbeit. Immer die Kinder dabei.
      Unser nicht gesundes KInd ist aber so unglaublich anstrengend, die Pflege geht mir körperlich und oft auch psychisch sehr an die Substanz, mehr und mehr.
      Die Kur hat gut getan, aber hat an meinem Alltag nichts geändert.
      Zwar bekam ich viele Tipps, wie ich das alles besser meistern kann, aber die umzusetzten ist fast unmöglich. Mein Mann arbeitet 60 Stunden die Woche, trotzdem muss er mir an manchen Tagen bei der Hausarbeit helfen, ich schaffe es nicht, die leichtesten Arbeiten wie Spülmaschine ausräumen fallen mir so unglaublich schwer.
      Wir haben versucht, eine Pflegekraft für die morgenPflege für unser Kind zu bekommen, aber das wurde dreimal abgelehnt. Begründung: Kleine KInder brauchen generell viel Pflege. Arzt und Krankenhausbesuche fielen überhaupt nicht in die Begründung.
      Jetzt habe ich bei der AOK angerufen, ihnen meine Situation geschildert (ich bin selbst körperlich auch krank und meine Werte sind wirklich sehr sehr schlecht, es gibt Tage, da kann ich keine Treppe laufen...... so dass ich immer schon Angst habe, mein Arzt verfrachtet mich ins Krankenhaus...)
      ..... aber die AOK sagt, solange ich nicht bettlägerig bin, bekomme ich keine Haushaltshilfe.
      Aber das kann doch nicht sein, ich bin völlig am Ende meiner Kräfte, aber aus eigener Tasche kann ich sie nicht voll zahlen, das geht absolut nicht. (Finanzielle Sorgen haben wir auch....)
      Bei der Caritas konnte man mir auch nicht helfen, hier auf dem Land gibts wirklich wenig Hilfe und einen Babyssitter möchte ich nicht, weil alle Kinder leicht krank sind und eins halt etwas schwerer krank.
      Meine S-Eltern wohnen sehr weit weg und meine Eltern sind selbst beide sehr krank und können mir nicht helfen.
      Wir suchen zur Zeit eine neue Wohnung, wir wohnen im Moment in der 3. Etage in einem Mehrfamilienwohnhaus und die Treppen schaffe ich einfach nicht mehr. Aber hier auf dem Lande etwas bezahlbares zu finden, was aber auch zentral ist, ist nicht einfach. Aber ich muss mit dem Bus zur Arbeit fahren, ein Auto habe ich nicht, sitzt finanziell nicht drin ......

      • Hallo
        Du brauchst Dich nicht zu schämen, das mal als erstes!
        Ich litt letztes Jahr auch an schweren Depressionen mit Burnout Syndrom. So lange es irgendwie ging hab ich mich auf die Arbeit geschleppt, die Kinder versorgt und den Haushalt gemacht. Irgendwann ging es aber einfach nicht mehr!

        Ich konnte nicht mehr zur Arbeit, bekam im Haushalt nichts mehr auf die Reihe und wollte am Ende nicht mehr leben.
        Aus Scham hab ich lange geschwiegen, aber als ich mich dann ernsthaft von ner Brücke stürzen wollte ging ich zum Arzt. Der schickte mich zu einem Psychiater und der wies mich in eine Klinik ein. Dort war ich 6 Wochen.
        Bist Du bei einem Psychiater? Wenn nein lass Dich zu einem überweisen. Ich weiss nicht wie es in DE ist, aber bei uns in der Schweiz bekommst Du wenn vom Psychiater verordnet jemanden von der Spitex. Die helfen im Haushalt, gehen auch mal einkaufen oder hören Dir auch einfach nur zu.
        Du brauchst dringend Hilfe, lass Dich von der AOK nicht abwimmeln! Burnout ist eine Krankheit.
        Du kannst mir gerne eine PN schicken wenn Du reden magst.

        Ich drück Dich!
        Lg sinclaer

        • In DE bekommt man so eine Hilfe seitens der Klinik leider nicht. Aaaaber:

          Du brauchst definitiv Hilfe!! Dass Dir die KK keine Haushaltshilfe zur Seite stellt, ist so leider korrekt. Erst wenn Du komplett wegfällst, zahlt man Dir vielleicht (!!) eine Haushaltshilfe. Kommt noch drauf an, wieviele Kinder Du über 12 hast. Die KK geht nämlich davon aus, dass Deine älteren Kinder Dir im Haushalt helfen können. So geschehen mit einer Freundin, die vor 2 Jahren mit 38 einen Schlaganfall erlitt. Nach dem Krankenhaus gings in die Reha. Zuhause 4 kleine Kinder zwischen 0-5 und zwei ältere Kinder im Alter von 14 und 16 und ein Mann im 3-Schichtdienst. Zwei Wochen Haushaltshilfe wurden gewährt, dann erfuhr die KK, dass da zwei ältere Kinder sind (obwohl im Antrag angegeben). Der KK wars allerdings scheißegal, dass die älteren Kinder keinen Handschlag machen, die Haushaltshilfe wurde gestrichen und meiner Freundin blieb nichts anderes übrig, als die Reha abzubrechen! Tolle KK!! Aber so ist das hier in DE!!

          Ich denke aber, wenn Du in eine Klinik gehst, wirst Du Deine Haushaltshilfe bekommen!! Die ist aber nur für Deinen Haushalt zuständig, nicht für Deine Eltern. Gibts denn da keine Alternativen? Pflegestufe beantragen bspw.?

          Du sagst, Du hast nicht viel zu tun. Das seh ich persönlich aber anders und ein "Burn Out" muss nicht von zuviel Arbeit kommen. Ich mag den Begriff "Burn Out" nicht! Er suggeriert, dass jemand überarbeitet ist und deshalb depressiv wird. Das ist aber falsch in meinen Augen. Für eine Depression braucht man nicht im Vorfeld "zuviel Arbeit"! Eine Depression kann jeden erwischen! Und ich meine wirklich jeden. Mich hat sie schon erwischt, ich hab seit etlichen Jahren immer wieder damit zu kämpfen, seit ich 13 Jahre alt bin. Ohne "zuviel Arbeit" ohne "traumatischen Erlebnissen". Ich kenne die Auslöser inzwischen, seit ich für 3 Monate in einer Tagesklinik war (was u. U. auch eine Option wäre!!) und arbeite diese nach und nach auf. Aber ich werde wohl mein Leben lang immer wieder damit zu kämpfen haben. Manche haben einfach die Veranlagung dazu!

          Lass Dir helfen. Deinen Kindern zuliebe, Deiner Familie zuliebe aber vorallem: DIR ZULIEBE!!

          • Dann ist deine Freundin leider seintens der Reha schlecht beraten gewesen. Was ich für sehr unglaubhaft halte!

            In diesen Fällen übernimmt nämlich der Rentenversicherungsträger die kosten der HH bei Kindern zw 12 - 18 Jahren.

            Und jede Reha hat einen Sozialen Dienst, der diese Anträge zur Not auch im Eilverfahren umsetzt.

            Und aus diesem Grund glaube ich viel eher, das Deine Freundin Dir da nur die halbe Wahrheit erzählt hat.

            Agathe

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