Tod des (Schwieger-)Vaters... jetzt ich einfach alles anders

    • (1) 26.01.13 - 10:15
      mannoichbinsotraurig

      Hallo zusammen,

      ich versuche die Geschichte so kurz wie möglich zu schreiben:

      Ich (23) und er (24) sind jetzt 3 Jahre zusammen. Wir beide wohnen noch zuhause bei unseren Eltern aber haben vor 1,5 Jahren beschlossen zusammen zu ziehen. Seine Eltern haben 2 Wohnungen vermietet und eine davon sollen wir bekommen, jedoch will der jetzige Mieter nicht auziehen, wir sind auch schon vor Gericht gewesen und spätestens Mitte diesen Jahres sollte die Wohnung endlich frei werden. Nach dann fast 2 Jahren warten!!!

      Wir führen eine sehr schöne Beziehung, versuchen uns so oft es geht zu sehen, sagen und schreiben und ständig liebe Sachen, dazu gehört auch jeden Morgen und Abend "Gute Nacht" oder "Gute Morgen"-Sms :D ist irgendwie ein Ritual und wir sind immer gegenseitig böse wenn einer von uns das versäumt :D

      Naja anfang Januar hat sich alles geändert, sein Vater ist total plötzlich umgekippt und war 7 stunden später tot. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Er hat mir von der Situation geschrieben und abends plötzlich rief er weinend an, dass ich zu ihm kommen soll, wir sollen uns alle im Krankenhaus von seinem Vater verabschieden. Haben wir dann auch gemacht, 10minuten später war er verstoren:( Ich habe direkt natürlich alles stehen und liegen gelassen und bin die kompletten 7Tage danach bei ihm gewesen, Tag und Nacht, habe meine Uni komplett vernachlässigt, das war für mich das mindeste was ich für ihn tun konnte. Ich war bei allen Terminen für die Beerdigung dabei.
      Auch die Tage danach, als ich dann wieder bei mir Zuhause war bin ich jederzeit für ihn erreichbar und bin zu ihm gefahren wenn er wen brauchte.

      Jetzt auf einmal will er nicht mehr mit mir zusammen ziehen, die Wohnung auf die wir so lange warten wollen sie anderweitig vermieten um mehr Geld für seine Mutter reinzubekommen (kann ich ja irgendwie verstehen) aber dass er jetzt auch lieber Zuhause wohnen bleiben will und unseren Traum total platzen lässt enttäuscht mich einfach extrem :(. Auf der einen Seite will ich ihm jetzt keine Vorwürfe machen, er hat seinen Papa verloren und die Familie steht plötzlich vor dem Nichts.... andererseits schmerzt es mich auch, dass er unseren Traum des eigenen Zuhauses auf einmal nach 1,5 Jahren platzen lässt :(

      Er ist auch plötzlich ganz anders, er schreibt kaum noch was liebes, er sagt nicht mehr Gute Nacht oder so..... seit er mir anfang der woche gesagt hat, dass er nicht von zuhause ausziehen will.

      Heute Abend wollten wir zusammen was unternehmen, jetzt will er auf einmal was allein mit seinem Kumpel machen.... Mir geht es gesundheitlich nicht so gut (Grippe), früher hätte er mich gepflegt und sich gekümmert, heute kommt gar nichts :( ....

      Mich macht das alles wahnsinnig traurig, auch, dass ich ihm irgendwie nicht Helfen kann. Er sagt so oft Sätze wie "ich habe keinen Papa mehr", mitten aus dem Zusammenhang gerissen und ich kann dazu nicht viel sagen, ich kann ihn nur in den Arm zu nehmen, denn es ist ja leider so :( ich kann nicht mehr machen als ihm zu sagen, dass er sich JEDERZEIT bei mir melden kann und dass ich jederzeit zu ihm komme, wenn er sich einsam fühlt....

      ach keine Ahnung :( mich würde einfach nur interessiere wie ihr die Sache seht... was kann ich für ihn noch tun? wieso ist er auf einmal so abweisend zu mir?

      Hallo!

      Ich würde ihn einfach in Ruhe lassen bzw. Weiter einfach für ihn da sein! Ist doch gerade erst passiert! Er hat seinen Papa verloren, daran müssen sich alle in seiner Familie erst gewöhnen und den Tod verarbeiten. Das ist um Moment halt das Wichtigste. Ich kann verstehen, dass er erst einmal keine Lust hat, einen Umzug zu planen. Ihr habt doch zeit, gib sie ihm einfach!

      LG Stufflana

      • (5) 26.01.13 - 11:01
        mannoichbinsotraurig

        Der Umzug wäre ja frühestens in 4-5 Monaten :( ... was mich so traurig macht, dass er ganz allgemein meinte, dass er nicht mehr von zuhause ausziehen will... weder in die wohnung, die wir vorgesehen hatten, noch in eine völlig andere ...

        Naja egal, ist dann eben so :(

        • "was mich so traurig macht, dass er ganz allgemein meinte, dass er nicht mehr von zuhause ausziehen will... weder in die wohnung, die wir vorgesehen hatten, noch in eine völlig andere ..."

          Meine Güte...was erwartest du denn? Lass deinen Freund doch erst mal klar kommen...möglicherweise sieht er das in ein paar Monaten schon wieder ganz anders. Ist doch logisch, dass er sich im Moment nicht vorstellen kann auszuziehen (und damit seine Mutter alleine zu lassen)...das wird sich aber auch wieder geben.

    (7) 26.01.13 - 11:04

    Gib ihm Zeit. Das erste Jahr nach dem Tod eines Menschen ist das schlimmste, danach wird es meistens wieder besser.
    Er will jetzt bei seiner Mutter sein, das ist doch okay.

    Mach Dir nicht zuviele Gedanken.

    Ich finde, das er da durchaus das Richtige tut: Seine Mutter wird in den nächsten Monaten extrem viel Unterstützung brauchen und das Geld wird einfach nicht mehr so da sein wie bisher. Da kann man sich den Luxus einer "verschenkten" Mietwohnung nicht leisten.

    Der Tod seines Vaters ist erst wenige Tage her, kam sehr plötzlich und überraschend, so was wirft einen total aus der Bahn. Da wirst du dich und deine Bedürfnisse für die nächsten Monate deutlich zurückschrauben müssen, und in der Zeit einfach da sein müssen für ihn, wenn er dich will und braucht.

    du bist schon ein wenig sagen egozentisch veranlagt oder

    nein du stehst nun nicht mehr im mittelpunkt seiner welt

    das ist erst mal seine mutter und diese riesige trauer

    und das kann auch mal länger wie 1 jahr dauern

    und es gibt verschiedene phasen

    wenn du ihn wirklich verstehen würdest

    dann hättest du ihm irgendwie mitgeteilt das du ihn verstehst

    und ihm den freiraum gibst zu trauern

    sonst kann es ganz schnell passieren das er sagt

    er hat genug von dir

    und eine grippe kann man sehr gut auch alleine auskurieren

    An Deiner Stelle würde ich sooft zu Deinem Freund und seiner Familie fahren wie nur möglich.

    Und frage Deinen Freund mal: hätte sich denn der verstorbene Vater gewünscht, dass der Sohn sein Vorhaben, mit Dir zusammen zu ziehen, aufgibt?

    Das tut mir wirklich leid für dich #liebdrueck und auch für deinen Freund. Schätze er hat seinen Vater sehr geliebt und liebt auch seine Mum, die am Boden zerstört sein wird. Er will ihr jetzt helfen, sie unterstützen. Es gibt bestimmt viel zu tun und er mag sie nun auch nicht einfach alleine lassen. Sie hat ihren Mann verloren und wäre plötzlich ganz alleine, wenn er nun auszieht. Gib ihnen Zeit. Ich kann natürlich auch total verstehen, wie du dich nun fühlst. Es war zum Greifen nahe. Ihr wärt bald in eurem eigenem Nest gewesen und plötzlich sagt er dir das ab. Ich würde mich genauso mies und alleine gelassen fühlen und traurig sein. Aber er sieht nur das was war. Ihr hattet, wie es war (und ist) eine schöne Zeit. Und er meint, dass das erstmal so weiter gehen kann, auch wenn ein neuer Abschnitt geplant war. Er sieht nicht, dass es dir damit schlecht geht, weil doch vorher auch so alles gut war. Er sieht jetzt sein eigenes Elend und das seiner Mum. Darum bleibt er erst mal bei ihr. Du hast nur die Wahl geduldig zu sein und ihm Zeit zu geben. Sei weiter für ihn da und genießt eure Zeit zusammen, wie bisher (allerdings wird er wohl noch trauern und Friede Freude Eierkuchen ist erstmal nicht) und plant dann in einem halben/dreiviertel Jahr noch mal neu. Ansonsten werdet ihr euch wohl über kurz oder lang trennen, weil er dich für kalt halten wird, wenn du ihn jetzt bedrängte. Es tut mir wirklich leid. Ich wünsche euch alles Gute

    Ich verstehe, dass du verletzt bist. Du hast auch Angst, befürchtest vielleicht, dein Freund habe sich jetzt so verändert, dass du ihn womöglich verlierst...weil der Trauerprozess ihn von dir entfernt.

    Wenn du wirklich etwas für ihn tun willst, stelle deine Verletzung und deine Ängste jetzt nicht so in den Vordergrund.

    Wenn du ihm wirklich helfen willst, akzeptiere, dass er sich jetzt so verhält. Stelle keine (An)forderungen. Nehme dich zurück.

    Das wird schwer für dich. Aber wenn du ihn liebst, lohnt es sich.

    Manchmal ist helfen nicht stützen, sondern loslassen. Und darauf vertrauen, dass der andere wieder kommt, wenn er es wieder kann.

    Tröste dich: Wenn ihr das schafft, wird eure Beziehung vielleicht tiefer und fester sein.

    Viel Kraft
    die hinterwäldlerin

    Hallo,

    ich kann Deine Gefühle verstehen.
    Die Welt dreht sich auf einmal nicht mehr in ihrem gewohnten Gang, sondern verändert auf einer anderen Ebene. Das ist für dich erstmal sehr ungewöhnlich.

    Der Tot eines geliebten Menschen schaltet erstmal alle rationellen Gegebenheiten/Gewohnheiten ab und man funktioniert anders.
    Jeder trauert anders!
    Ich führe eine sehr gute Ehe und als unser Sohn geboren wurde(9 Wochen zu früh) und auch noch schwerstbehindert, haben wir nebeneinander her gelebt. Aber es war okay so und keiner von uns hat dem Anderen seine Gefühle/Wünsche und Emotionen aufgedrängt. Es war ein Jonglieren mit dem Leben.

    Versuche zu akzeptieren und loszulassen. Lass ihn wiederkommen, aber gib ihm die Chance dazu!

    Viel Glück!

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