Egositischer Partner?? Oder sehe ich das so falsch??

    • (1) 06.02.13 - 09:35
      Dieungeliebte

      Ich versuche, meine Geschichte kurz zu fassen:

      Im letzten Sommer bin ich mit meinem Sohn nach 1 ½ Jahren Zusammenleben mit meinem Freund ausgezogen, weil ich in seiner Stadt keine Arbeit gefunden habe, ich 4 Stunden täglich gependelt habe, weil es meinem Sohn (damals 15) dort nicht gut ging, weil mein Freund über die Zeit lieblos geworden war, er sagt, weil alles nicht so war, wie wir uns das vorgestellt haben, weil ich „nörgelig“ war.

      Ich fühlte mich damals alleine, er lebte „sein“ Leben weiter, ihm ging es gut, er hat ausgesorgt und arbeitet aus Spaß und um den Tag zu erfüllen. Ich war früh raus, spät nach Hause, wir sahen uns wenig und er war oft unterwegs, hatte abends Freunde zu Besuch oder schlief vor dem Fernseher. Als es eskalierte und ich ihn bat, auch etwas in unsere Beziehung zu investieren zog er sich zurück, fuhr in Urlaub, verlängerte. Ich fühlte mich nun auch verlassen. Als ich endlich auszog, war es eine Erleichterung.

      Vor 2 Monaten stand er eines Abends vor meiner Tür. Sagte, er habe viel nachgedacht, sieht viel, was ihm vorher verborgen war, gestand Fehler ein. Er sagte, er würde nicht ohne mich sein wollen. Ich fragte, ob er sich sicher sei oder ob es nur eine Laune sei. Nein, er war sich sicher.

      Wir nahmen vorsichtig unsere alten Träume aus dem Schrank, planten behutsam neu. Erst einmal ein Urlaub in April nach Lissabon, im Sommer nach Südengland. Später Heirat. Ein kleiner Resthof.

      Gestern Abend dann wieder das Erkenntnis – es hat sich nichts geändert. Es ging darum, dass ich meinem Sohn, der in der 9 . Klasse ist, die er wiederholt weil er letztes Jahr seelisch so abstürzte, dass nichts mehr ging und er sogar von Selbstmord sprach, sein neues Zuhause, in der es gerade wieder gut läuft, nicht wieder wegnehmen will. Ich möchte einfach, dass er endlich sein Realschulabschluß macht, eine Ausbildung, erst dann kann ich umziehen. Ich habe bereits ein Mal sein Leben auf den Kopf gestellt und es ist furchtbar daneben gegangen. Ein zweites Mal kann und darf ich das nicht. Ich habe einfach Angst, dass es schon wieder schief läuft und fühle, dass ich nicht schon wieder das Recht habe, sein Leben so zu verändern.

      Es geht um 4 Jahre. Mein Freund will aber in diesen 4 Jahren nicht zu uns ziehen. Wir hätten dann jeder 1 Stunde Fahrt zur "Arbeit" oder zur "Heimat". Ich bin angestellt – er ist selbständig und viel „on the road“, weshalb ich dachte, es wäre für ihn etwas einfacher, seine Siebensachen zu packen und für ein paar Jahre in meine Region zu kommen bis wir unsere Träume verwirklichen können. Das will er nicht. Mein Kaff mag er nicht, er möchte dort nicht tot über den Zaun hängen, sagt er. Da ist kein Wasser, da kann er im Sommer nicht spontan schwimmen gehen. Verstehe ich alles, aber ICH bin doch da. Und er sagt er möchte mit mir wieder leben. Und findet unsere momentane Situation nicht schön. Ich kann aber nicht 4 Jahre eine „Beziehung“ führen, in der ich mich die Woche abrackere, am Wochenende kaputt bin, putzen, waschen, Garten, Haus, etc. flott machen muss und er trudelt zum Kaffee ein, kommt, wenn ich mit der Hausarbeit fertig bin, weil er ja nicht dort lebt, in der Woche ruft er an und erzählt mir, wie schön das Wasser gestern im See war, wie entspannt das Mittagsnickerchen im Garten, wie gut seine Putzfee wieder die Fenster gemacht hat und wie witzig der Nachmittag mit seinem Kumpel war. Oh, doch, ich gönne ihm dieses Leben, denn er hat dafür viel und hart gearbeitet. Aber muss ich mir das 4 Jahre antun und es Partnerschaft nennen?

      So…doch lang geworden. Er hat kein Verständnis, sagt, mein Sohn ist alt genug um zu begreifen, dass es nicht nur um ihn geht. Sagt, ich bin Schuld dass ich so lange warten muss. Ich sage, er ist ein schlechter Partner und ein Egoist. Ich fühle mich so unbedeutend. Als wäre es ihm egal, ob ich da bin – ob wir zusammen sein können - oder nicht – irgendwie geht es ihm nur darum, dass er seine Träume erfüllen kann. Was mich angeht – ich kann zusehen, dass ich klarkomme.

      Ich bin verletzt und traurig – ihm ist seine Bequemlichkeit wichtiger, er würde mich tatsächlich zumuten, 4 Jahre "warten" zu müssen, bis ich in den Genuss einer Partnerschaft komme, jemand habe, mit dem ich die Haus- und Gartenarbeit teilen kann, die Sorgen und die Probleme teilen kann - und habe ihm gesagt, es hat alles keinen Sinn. Ich kann auf ihn als Partner nicht zählen. Es ist vorbei. Wieder mal. Und wieder hat er kein Verständnis.

      Sehe ich das so falsch?? Oder versteht mich hier jemand?? Hat jemand vielleicht eine praktikable Lösung??

      Vielen Dank für alle Antworten.

      • (2) 06.02.13 - 09:44

        Hallo erstmal!

        Nicht Dein Sohn muss irgendetwas einsehen! Der hat schon genug mitgemacht. Dein Freund muss einsehen, dass nicht er der Nabel der Welt ist. Wenn doch alles an Deinem Leben so furchtbar ist, was will er dann mit Dir???

        Denk an Dich und Dein Kind. Ein Mann mit so einer Einstellung sollte Dir egal sein!

        • Dem kann ich nur beipflichten.

          Dein "Freund" nicht bereit deinetwegen etwas auf sich zu nehmen, erwartet es aber von dir.
          Zieh auf keinen Fall zum jetzigen Zeitpunkt wieder hin.

      Du bist für deinen Sohn verantwortlich!

      ER sollte dein Problem sein. Nicht dein Freund.

      Für mich hört es sich so an, als will dieser Kerl einfach nur nicht alleine sein und sucht sich für jede Situation jemanden, der da ist um es sich noch einfacher zu machen.

      Eine Lösung habe ich für dich nicht. Ich persönlich, könnte aber mit so einem Mann nicht leben.

    • Er ist wirklich ein sehr egoistischer Mensch.
      Hast du denn auch Beispiele in denen er mal nicht an sich denkt?

      Ändern wird er sich nicht, auch nicht wenn ihr dann in 4 Jahren eine "Beziehung" führt.
      Willst du dein Leben nur seiner Nase nach gestalten?
      Liebst du wirklich einen Mann dem dein Kind egal ist? (egal wie alt es ist,es wird immer das eigene Kind bleiben)

      Ich bin mir sicher du findest einen Mann der zu euch beiden passt,der Kompromisse eingeht weil er dich liebt und bei euch sein will. Da spielt es dann keine Rolle wie weit man zum planschen an den See fahren muss.

      LG

      >> Ich kann auf ihn als Partner nicht zählen. Es ist vorbei. Wieder mal. Und wieder hat er kein Verständnis.<<

      von solch einem Egoisten erwartest du Verständnis? Kannst du knicken.

      Du hast die einzig richtige Entscheidung getroffen, dich von ihm zu trennen. Auf so einen Mann ist kein Verlass, gesetz den Fall, du würdest später einmal krank werden, was wäre dann?

    • Ich verstehe dich. Warum tust dir das an?

      Der Mann wird immer ein ich-bezogenes Wesen bleiben.

      Finde einen Mann, der dich als gleichberechtigten Partner ansieht und nicht als Zeitvertreib.

      (8) 06.02.13 - 10:15

      Wie alt ist dieser Mann? 12? Hat er jemals in seinem Leben außer für sich Verantwortung übernommen? Klingt mir nicht danach. Willst du ihn jetzt dahingehend erziehen? Dann nimm dies als praktikable Lösung! Fändest du das ansprechend?!?
      Wenn nicht, trenne dich - so einfach ist das!

      Aus seiner Sicht stellt sich das wahrscheinlich so dar:

      - Du hast sein Ego verletzt, indem Du Dich getrennt hast und ausgezogen bist.
      - Er hat sich dazu herabgelassen, zu Dir zu kommen und zu Kreuze zu kriechen - wieder ein Schlag gegen sein Ego.
      - Also hast Du im Gegenzug jetzt gefälligst alles stehen und liegen zu lassen und froh zu sein, daß er Dich zurück will.

      >>> Ich sage, er ist ein schlechter Partner und ein Egoist.

      Das faßt Deinen ganzen Beitrag zusammen. Er ist kein guter Partner und alles dreht sich nur um ihn. Daß das so nicht funktioniert und Du in erster Linie für Deinen Sohn verantwortlich bist, hast Du ja schon selbst erkannt.

      Du weißt auch selbst ganz genau, wie die Sache ausgehen muß und wird. Also, nimm Deinen Sohn in den Arm (wenn er dafür nicht gerade zu cool ist) und genieß die Jahre, die Du ihn noch um Dich hast. Ich finde es toll, daß Du für Deinen Jungen letzten Sommer weggezogen bist. Viele Frauen hätten sich eher mit Macht an ihrem Partner festgehalten.

      Du bist eine gute Mutter und wirst auch dieses Mal die richtige Entscheidung treffen. Vielleicht wartet Dein Egoist ja tatsächlich auf Dich. Aber eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, daß es sein Ego verkraftet, nur der zweit-wichtigste Mann in Deinem Leben zu sein.

      So oder so, ich wünsch' Dir alles Gute!

      Schieß´den Typ bloß in den Wind!
      Du hast es doch richtig erkannt: du bist ihm nicht wichtig genug, er will "sein" Leben nicht ändern - da wirst du immer den Kürzeren ziehen!

      Hallo,

      ich verstehe Dich und die Beweggründe der Trennung sehr gut.

      Wenn er sagt, dass Dein Sohn alt genug sei, um zu erkennen, dass es nicht immer um ihn geht, kann ich nur den Kopf schütteln.

      Es geht doch darum, dass sowohl Dein Sohn als auch Du nicht wieder alles umwerfen müssen, weil Dein Partner nicht gewillt ist, Dir Zugeständnisse zu machen. Für mich eindeutig, wer der egoistische Part ist.

      Besser ein Ende mit Schrecken und so...

      LG
      Karin

      Ihr bewegt euch auf völlig unterschiedlichen Ebenen des Lebens Dein Freund - Ex-Freund - und Du. Du alleinerziehend mit einem nicht ganz gefestigtem Sohn, arbeitend, nicht wissend wie Du Deinen Alltag mit Garten, Haus etc. wirklich auf die Reihe kriegen sollst. Er.... arbeitet als hobby, ich nehm an keine Kinder, lässt den lieben Gott einen guten Mann sein, Mittagsschläfchen, im See planschen, Freunde treffen, chillen, reisen.

      Das passt doch so oder so nicht. Du hättest in ihm bestimmt nie den Partner, der Dir zu Hause was vom stressigen Alltag abnimmt. Sondern eher jemanden, der Dir abends, wenn Du noch am rödeln bist, erzählt, wie schön sein Tag war.

      Praktikable Lösung? hast Du bereits, nämlich Schluss gemacht. DAs muss er ja auch nicht verstehen, sondern nur akzeptieren.

      Lichtchen

      (13) 06.02.13 - 14:30

      Vielen Dank für alle Eure - sehr eindeutige - Antworten.

      Es erschreckt mich schon ein wenig zu sehen, wie eindeutig. Ich hatte schon das Gefühl, für mich und mein Lebenssituation im Recht zu sein, aber ich hätte nicht erwartet, dass andere so klar - und heftig - sagen, wie sehr.

      Ja, mein Sohn und ich haben schon viel (zu viel) mitgemacht. Ich (und er) brauchen vor allem Stabilität und Verläßlichkeit. Und liebevolle und aufmerksame Menschen, die zu meinem (noch unserem) Leben dazugehören möchten und mir zeigen, dass ich geliebt werde.

      Ich weiß dass mein Freund nicht aus böser Absicht handelt. Er is einfach ein Vollegoist und seit frühester Kindheit gewohnt, dass sich alles um ihn dreht. Dass er immer das bekommt, was er will - und sei es mit Lügen, Manipulation und auf Kosten Anderer. Leider. Ich dachte, er würde mich lieben und dass er sich dadurch ein wenig ändern würde - dass er zumindest dafür sorgen würde, dass wenn ich an meine Grenzen gestossen bin, er "das restliche Stück gehen würde". Denn zu einer Partnerschaft gehören nun mal Kompromisse.

      Nun sagt er klipp und klar, nein, er wird sich kein Stück bewegen. Damit ist für mich klar, dass ich/unsere Beziehung für ihn nicht so wichtig ist. Er verzichtet lieber auf mich, als für ein paar Jahre an einem Ort zu leben, der zwar nicht so traumhaft ist, so schlimm aber auch nicht...es ist für ihn halt nicht so bequem, weil er mehr fahren muss, um einiges machen zu können, was er sonst mit einmal umdrehen machen könnte. Und damit ist mir auch klar, dass er immer nur dann etwas machen wird, wenn es zu seinem Vorteil ist.

      Auf mich warten wird er nicht. Er hat sich bereits bei unserer ersten Trennung schon nach wenigen Tagen bei einer Single-Börse angemeldet, welches mich echt geschockt hat. Aber auch so weiß ich nun, mit welcher Art von Mensch ich es bei ihm zu tun habe. Und vielleicht sage ich eines Tages, es war gut für mich es zu beenden.

      Es tut weh. Dass er mich beim ersten Mal hat gehen lassen, dass er wiederkam und sagte, er will nicht ohne mich sein und will sein Leben verändern - und nun schon wieder einen Rückzieher macht. ER kam doch wieder, ER sagte doch, er würde sich verändern wollen und nun erwartet er, dass alles nach seinem Gusto läuft? Dass ich 4-5 Jahre nur seine Freizeitpartnerin bin und alles im Alltag alleine wuppen muss, weil es ihm nicht schmeckt, sich ernstahft, wie ein echter Partner, sich auf eine Frau einzulassen, die nicht sein Lebensstandard hat oder haben kann? Glaubt er wirklich, dass so etwas unser Verhältnis zueinander gut tut? Dass ein solches Verhalten nicht verletzt, zerstört?

      Richtig...wenn man liebt ist es nicht so wichtig, wo man wohnt. Gerade wenn es nur vorübergehend ist und man schöne Pläne hat, an die man bauen kann. Wenn man liebt ist es nicht so wesentlich, dass der Weg zum Planschen im Sommer kurz ist. Wenn man liebt sind einem die eigenen Wünsche und Vorstellungen nicht so wichtig, dass einem das Leben und das Glück des Partners vollkommen gleichgültig ist.

      Nochmal danke für die Klarheit.

      Nein, Du siehst das nicht falsch.

      Und man muss als Antwort darauf auch gar nicht weit ausholen.

      In einer Partnerschaft unterstützt man sich. Man genießt die schönen, entspannten Zeiten zusammen und teilt sich die Arbeit.

      Und ich finde es nicht sehr einfühlsam wenn er Dir von seinen entspannten Unternehmungen erzählt während er doch sicher weiss was bei Dir los ist und das Du nicht mal eben ein Nickerchen einlegen kannst.
      Nein, er ist kein richtiger Partner ... Jedenfalls definiert er Partnerschaft anders als ich es zb machen würde ....

      Entweder er bringt sich ein, richtig ein, oder Du kannst ihn vergessen ... und das solltest Du dann auch ...

      LG und alles Gute, Lena

Top Diskussionen anzeigen