Gibt es das perfekte Leben?

    • (1) 11.02.13 - 11:27
      wasfüreinleben

      Guten Morgen!

      Ich denke ich brauche mal einen Tritt in den Hintern, der mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt! Sorry wenn es etwas länger wird!

      Vorab zu mir, ich habe nach Außen hin wohl das perfekte Leben, tolle Ehe, toller Mann, gesunde Kinder, eigenes Haus, mehrmals im Jahr in Urlaub, zwei Autos...könnte alles nicht besser sein. Warum bin ich nur nicht zufrieden und glücklich?:-[ Gibt es Menschen die nie glücklich sind? Also wirklich so grundzufrieden und mit sich selbst in reinen?

      Bis vor der Geburt der Kinder hatte ich einen tollen Job, flog in der Weltgeschichte unher, wohnte in teuren Hotels und wurde vom Chauffeur abgeholt und zu den Events gebracht. Das wurde mir alles zu viel, ich dachte das kann nicht alles sein, ich brauche eine Familie. Also bekam ich meine zwei tollen Kinder, dachte dann bin ich endlich glücklich, das ist es was den wirklichen Sinn des Lebens ausmacht, dann bin ich 10000% glücklich. Nunja, ich habe zwei wirklich bezaubernde kleine Kinder, ich liebe sie sehr, trotzdem hocke ich nun hier zu Hause und bin unglücklich! Ich wünsche mir mein altes Leben zurück, wo ich erfolgreich war und ständig unterwegs und in Action war. Ich verstehe mich selbst nicht mehr, warum bin ich nur ständig unzufrieden? Meine eigene Unzufriedenheit wirkt sich natürlich auch auf die Kinder aus, ich bin oft gereizt, schreie viel zu viel rum, bin unfair zu meinem Mann. Am Wochenende hab ich ihn wegen einer Kleinigkeit so angezickt, das tat mir danach total leid, aber ich war so sauer in dem Moment, dass ich etwas ausgerastet bin #hicks Er war dann das ganze Wochenende sauer, kann ich auch verstehen, aber ich kann es nicht abstellen.

      Viele werden sagen such dir wieder einen Job. Ja, das ist schwierig, ich möchte auf keinen Fall wieder Vollzeit arbeiten wie vorher, denn ich möchte ja meine Kinder noch sehen...ich kann auch nicht mehr 2 Wochen am Stück im Ausland unterwegs sein. Also bleibt ein Teizeitjob, irgendetwas stupides, ohne große Verantwortung... denn die guten Jobs gibt es nur Vollzeit. Ihr seht, es ist zum verzweifeln, egal wie es ist, man kann es mir wohl nicht recht machen. Ich sollte total glücklich und froh sein, so eine tolle Familie zu haben, ich liebe sie auch alle sehr, aber trotzdem scheine ich wohl nie zufrieden zu sein :-[
      Ich bin echt gespannt wie das ein Außenstehender sieht, ich glaube ich komme wirklich sehr undankbar und unsympatisch rüber wenn ich mir das alles so durchlese #aerger

      • Das Problem ist, dass es in der Natur des Menschen liegt, immer noch mehr zu wollen und daher nie glücklich genug ist.
        Ein schöner Spruch: trauere nicht dem hinterher, das du nicht hast, sondern erfreue dich an dem, was du hast!
        Wie wahr ... nur schwer umzusetzen ;-)

      (4) 11.02.13 - 11:38
      Kein Hausmütterchen

      Hallo,

      Du bist scheinbar nicht zur Hausfrau geboren. Ich könnte das auch nicht. Es gibt Millionen von Frauen, die gerne arbeiten gehen, obwohl sie nicht die große Karriere machen können oder wollen.

      Wenn Dein Job so zeitaufwändig ist, dass er die normale Vollzeit übersteigen würde, mußt Du eben Abstriche machen und Dir was anderes suchen. Nicht alle "normalen" Jobs sind stupide. Ich habe hier etliche sehr gut ausgebildete Kolleginnen, die Kinder haben und trotzdem einen sehr verantwortungsvollen Job machen.

      Du solltest also überlegen, Dir einen Job zu suchen, auch wenn Du nicht mehr diese Verantwortung und Reisetätigkeit haben kannst wie früher. Trotzdem wirst Du Dich besser fühlen, wenn Du mal was anderes siehst als Kinder, Küche und Herd.

      Alles Gute!

    • (5) 11.02.13 - 11:39

      im leben, wenn man nicht zu schätzen weiß was man hat.
      leider geht es so vielen menschen und viele werden erst wieder auf den boden der tatsachen geholt, wenn was schlimmes passiert.

      mir ging es vor vielen jahren selbst so und das hat meine sicht aufs leben verändert.

      du kannst nicht genießen was du hast und das beherrscht dein denken, deine laune, deinen alltag. du solltest dich ehrenamtlich engagieren. Bei menschen die nicht so viel glück im leben haben. das hilft.

      Löse Dich erst mal von der Vorstellung, dauerhaft 10000% (oder auch nur 100% ;-)) glücklich sein zu können - irgendwas nervt immer und das Gras ist bekanntlich immer grüner auf der anderen Seite des Zauns. Würdest Du jetzt noch im chauffeurgesteuerten Wagen zum nächsten Termin hetzen, würdest Du Dich vielleicht gerade nach Kindern sehnen.

      Du kannst nicht das perfekte Familienleben UND den anspruchsvollen Vollzeit-mit-Überstunden-Job gleichzeitig haben, auch Dein Tag hat nur 24 Stunden.

      Glücklich ist nicht unbedingt der, der alles hat, sondern der, der in der Lage ist, das Glas halb voll statt halb leer zu sehen!:-)

    • (7) 11.02.13 - 11:51

      warum kommen immer sachen wie 2 autos, eigenes haus, mehrmals urluab im jahr usw. als aussage zum perfekten leben? #kratz

      ich brauche keine 2 autos zum perfekten leben oder mehrere urlaube (zu orten hinfahren/hinfliegen) im jahr #gruebel

      nun gut, du hast dir ein ziel gesetzt mit familie und kinder und dies ist alles so eingetreten, wie du es dir gewünscht hast. was ist das nächste ziel? gibt es eigentlich noch ein ziel im leben, in deinem leben?
      vielleicht bist du auch einfach nur "zu viel" mutter und hausfrau? unternimm mit deinem mann mehr alleine, macht verrückte dinge/unternehmungen, soweit es geht ohne kinder. ich denke, dir fehlt evtl. auch etwas der "kick" im (familien)leben.

      du kannst aber auch mal nur alleine wegfahren. nur weil du kinder hast, heißt es nicht, dass du aufhören sollst zu leben ;-)

      Hallo,

      lies dieses Buch:

      David Richo: Fünf Dinge, die wir nicht ändern können und das Glück, das daraus entsteht.

      Behindere dich selbst nicht und verbaue dir nicht Chancen und Ideen durch Vor/Pauschalurteile: "... denn die guten Jobs gibt es nur Vollzeit..."

      Das, was du da erlebst, hat schon Kurt Tucholsky vor fast 100 Jahren beschrieben:

      Ja, das möchste:
      Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
      vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
      mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
      vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
      aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

      Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

      Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!
      Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
      Radio, Zentralheizung, Vakuum,
      eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
      eine süße Frau voller Rasse und Verve -
      (und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -,
      eine Bibliothek und drumherum
      Einsamkeit und Hummelgesumm.

      Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
      acht Autos, Motorrad - alles lenkste
      natürlich selber - das wär ja gelacht!
      Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

      Ja, und das hab ich ganz vergessen:
      Prima Küche - erstes Essen -
      alte Weine aus schönem Pokal -
      und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
      Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
      Und noch ne Million und noch ne Million.
      Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
      Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit. Ja, das möchste!

      Aber, wie das so ist hienieden:
      manchmal scheints so, als sei es beschieden
      nur pöapö, das irdische Glück.
      Immer fehlt dir irgendein Stück.
      Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
      hast du die Frau, dann fehln dir Moneten -
      hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
      bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

      Etwas ist immer. Tröste dich.

      Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
      Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
      Daß einer alles hat: das ist selten.
      ___

      Und: hau dir nicht in die Fresse beim Nicht glücklich sein, dass du nicht glücklich bist. Lass die Schuldgefühle los.

      Ich finde ehrlich gesagt, Glück wird überschätzt. Sinn, Sinn, das ist es doch...

      Und den kannst du jederzeit in deinem Leben finden, ihm Platz machen.

      Viel Glück
      die hinterwäldlerin

    (10) 11.02.13 - 12:08

    Dein Problem ist, daß dir scheinbar im Leben alles zugeflogen ist, du immer die Rosinen rauspicken konntest. Erst super toller Job. Jetzt eine super tolles Familienleben. Suße Zwillige. Ein Mann der dir den Luxus ermöglicht nicht arbeiten zu müssen. Du führst ein rundum abgesichertes Leben ohne großartige Sorgen.

    Vermutlich hast du nie erleben müssen wie es ist, wenn es einem finanziell richtig dreckig geht, vieles im Leben schiefläuft und man wirklich Grund zur Unzufriedenheit hat. Oft sind gerade das aber die Menschen, die sich auch an kleinen Dingen freuen können.

    Bei dir scheint das nicht möglich zu sein.

    • (11) 11.02.13 - 12:20

      Woher weißt du wie mein bisherigens Leben verlaufen ist? #gruebel
      Was meinst du ich habe meinen Job vor die Füße geschmissen bekommen? Ich habe dafür hart gearbeitet und auf vieles verzichtet. Und wieso meinst du habe ich diesen hart erarbeiteten Job damals trotzdem beendet? Weil es mir zu viel wurde, weil ich es satt hatte jeden Monat in einer anderen Stadt, in einem anderen Land in einem fremden Hotel aufzuwachen. Alleine! Ich hatte meine Freunde schon wochenlang nicht mehr gesehen, meine Familie fehlte mir und ich fühlte mich wie eine Marionette. Was nutzte mir das teure Hotel und der Chauffeur wenn ich nur alleine war? Genau deswegen wollte ich eine Familie haben, da mir der Sinn in meinem damaligen Leben fehlte.

      Und woher willst du wissen dass ich so problemlos meine Kinder bekam? Weißt du wie viele FG ich hatte? Wie viele Babies ich verloren hatte wegen dem Stress den ich durch das ganze Fliegen, ständiges Reisen, bis nachts arbeiten hatte? Nein, das weißt du nicht.

      Ich habe nur wenige zeilen geschrieben, in denen ich einen ÜBERBLICK über mein "perfektes Leben" gegeben habe. Und ich habe geschrieben ich will nicht undankbar sein, da ich weiß, es gibt Leute denen es schlimmer geht. Trotzdem bin ich unglücklich, wer entscheidet wer unglücklich sein darf und wer nicht?

#rofl nunmal langsam mit den jungen Pferden - nur, weil Du dich nicht wohl in Deinem Leben fühlst bist Du nicht sofort unsympathisch ;)
Manche Menschen sind einfach von Natur aus unzufrieden - egal, was ist (in unserer Familie ist meine Mutter das beste Beispiel). Ich persönlich bin genau das Gegenteil - bei uns ist schon vieles völlig schiefgegangen, unser Leben war nicht immer einfach - sowohl was das Finanzielle als auch was das Gesundheitliche angeht, aber ich selbst versuche einfach immer, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe (ganz nach dem Motto: schlimmer gehts immer).

Sag mal: weißt Du eigentlich, was Du wirklich willst? Vielleicht ist DAS Dein Hauptproblem - Du bist nicht 100 Prozent mit Deinem jetzigen Leben zufrieden, also sehnst Du dich nach dem, was vergangen ist und was Du in Deiner jetzigen Situation defitiniv nicht mehr haben kannst.
Also was ist die Lösung? - Finde etwas Neues, was Dich erfüllt und was Du mit Kind und Kegel vereinbaren kannst - und wenn es nur ein Hobby ist, das Dir vielleicht Spaß macht.
Aber wie geschrieben, ganz wichtig ist erstmal, dass Du dir über Dich selbst im Klaren wirst:

Was will ich? - Was aber will ich auf keinen Fall? - Was macht mich unzufrieden und welche Mögllichkeiten hätte ich, dem entgegenzuwirken?

Lustigerweise kommen manche mit weniger unsympathisch und undankbar rüber, aber das Gefühl hatte ich bei dir nicht. ;-)

Ich glaube, wenn ich deine Zeilen lese, dass du einfach nie richtig darüber nachgedacht hast, was du eigentlich wirklich willst. Im Prinzip bist du ja vom einen Extrem ins andere und das wahrscheinlich auch noch relativ schnell; vor Kindern die Karrierefrau mit Luxusumfeld und Auslandsreisen und nachher das von der Gesellschaft angenommene "perfekte" Leben mit 2,04 Kindern, Haus, Baum, Mann, zwei Autos und 3,8 Wochen Ferien.

Es gibt das perfekte Leben nicht, weil es sehr subjektiv ist - verschiedene Menschen haben verschiedene Lebensziele und diese ändern sich auch noch durch das Erwachsenwerden und durch das wechselnde Umfeld.

Ich frage mich, ob du dich jemals wirklich mit den Grauzonen auseinander gesetzt hast? Du möchtest nicht nur Hausfrau sein, sondern noch woanders gefordert werden - aber welchen Teil von dir möchtest du denn fördern?

Du bist in der glücklichen Position, dass du dir die Zeit nehmen kannst, dies zu erörtern und genau das würde ich tun. Setze dich hin und überlege dir einfach mal, was du dir wünscht - im Sinne von Tätigkeiten, nicht eines ganzen Lebens. Mehr Unternehmungen? Eine regelmässige Beschäftigung? Willst du etwas neues lernen oder mehr sehen? Schaue dir einmal wild an, was es alles gibt, tausche dich aus. Du musst nicht gleich alles annehmen, sondern mache einen Ordner mit all den Möglichkeiten, die du hast! Dabei wirst du einerseits über dich selber nachdenken und es macht glücklicher. Und vielleicht nach Wochen oder Monaten weisst du, was du machen willst - und dann machst du das.

Wie ich herauszulesen glaube, bist Du auf das Geld eines Jobs nicht angewiesen.
Gut ! Warum holst Du Dir nicht eine innere Befriedigung über ein Ehrenamt ??
Es gibt hunderte verschiedener Möglichkeiten, sich abends zurückzulehnen und sich über etwas zu freuen, was man anderen Gutes getan hat.
Vollkommen egal, ob für Kinder, Tiere, ältere Menschen oder sonstwas. Man kann sich erkundigen.
Klingt hart, obwohl es nicht mal so gemeint ist: Deine Unzufriedenheit kommt aus einer gewissen Übersättigung heraus - Du hast alles immer erreicht, was Du wolltest, mal mit mehr, mal vielleicht mit weniger Einsatz - und nun......hast Du keine Ziele mehr ? Keine Träume ? Mir würden zig Dinge einfallen, wenn ich Deine Möglichkeiten hätte.

Ist man "erfolgreich" nur, wenn man am Monatsende eine Schweinekohle dafür einstreicht oder bin ich auch "erfolgreich", wenn ich einer kleinen Bande Kinder eine Geschichte vorgelesen habe, sich ein kleines Händchen in meine Hand schiebt und eine leise Stimme mich fragt "wann kommst du wieder ????"
Ich lass das nun mal so stehen - mach Dir Deine eigenen Gedanken.
LG Moni

Wenn Du arbeiten willst, gehe arbeiten. Wenn nicht Vollzeit, dann halt Teilzeit. dein altes Leben bekommst du nicht zurück. Kinder zu haben heißt für Frauen für längere zeit ein Leben mit Kompromissen:

Entweder unabhängig frei und ein Leben,das relativ problemlos Selbstverwirklichung ermöglicht - dann tut sich Langeweile und die Sinnfrage auf.
Entweder Kinder und Hausfrau - dann die Sehnsucht nach dem alten Leben.
Kinder und Job - die Kinder kommen zu kurz und/oder man muss jobmässig Kompromisse machen.

So ist es halt. Man rifft eine Entscheidung für sich und trägt die Konsequenzen.

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