Heikles Thema.. wie meiner Schwester helfen?

    • (1) 16.02.13 - 12:07
      meine Schwester

      Hallo ihr Lieben...

      Ich suche Hilfe für meine über alles geliebte Schwester.
      Wir sind alle ratlos und ich wende mich an Euch in der Hoffnung, irgendjemand kann mit einem Rat, einer Erklärung helfen.

      Das Thema ist heikel, aus diesem Grund schreibe ich in Schwarz.

      Hauptproblem: meine Schwester hat seit ich sie kenne, Panik- und Angstattacken, innere Unruhe, wenn es sehr schlimm ist, Zittern des ganzen Körpers und ins besondere des Kopfes.

      Hier ein Paar Informationen, die evtl. hilfreich sein können.

      Meine Schwester (42), ich, weiblich (39) und unser Bruder (35) sind sehr behutsam aufgewachsen, haben ein schönes Elternhaus, alle verstehen sich sehr gut und haben eine enge Bindung zueinander.

      Zu meiner Schwester:
      - Im Alter von 4 Jahren lag meine Schwester im Krankenhaus, unsere Eltern haben sie dort besucht. Als sie aus dem Krankenhaus zurück war, sagten unsere Eltern, sie hätten das Gefühl, ein "fremdes" Kind zurück zu bekommen. Meine Schwester hat für eine Zeit lang aufgehört zu sprechen. Sie hat sich absolut zurück gezogen. (Sie hat keinerlei Erinnerung an diese Zeit, unsere Eltern haben es erzählt). Irgendwann hat sie wieder angefangen zu sprechen. Aber sie ist ein sehr zurückgezogener, stiller Mensch geblieben. Auch ihr Körper hat scheinbar aufgehört sich zu entwickeln. Wenn man Gruppenbilder aus der Schulzeit anschaut, hatten die meisten Mädchen schon weibliche Formen, meine Schwester hingegen sah aus, als hätte man ein 11-jähriges Mädchen zufällig zu 16-jährigen dazu gestellt. Mager, blas, klein, fast unsichtbar...

      Ich kenne meine Schwester nicht anders. Sie ist eben anders als mein Bruder und ich, sehr in sich gekehrt. Nur im Kreise der Familie fühlt sie sich wohl, dann ist sie witzig, schlagfertig , lieb.

      - Im Alter von 7 Jahren ist Folgendes vorgefallen. Meine Schwester und ein anderes Mädchen haben sich während eines Unterrichts sehr lebhaft unterhalten. Sie haben nicht gemerkt, dass die Lehrerin ihre Namen schon ein paar mal gerufen hat, um sie zur Ruhe zu bringen. Dann hat sie wohl ganz laut den Nachnamen meiner Schwester gerufen. Dabei hat sich meine Schwester erschrocken und zum ersten Mal hatte sie ein heftiges Zittern des Körpers, insbesondere des Kopfes. Seit dem waren laute Geräusche oder das Aufrufen ihres Namens die Verursacher solcher Angst und Zitteranfälle.

      - Im Alter von 21 Jahren hat meine Schwester versucht mit einer Überdosis von Schlaftabletten sich das Leben zu nehmen. Meine Eltern haben sie gefunden.

      Unsere Familie ist dann weg gezogen. Weg von den schlechten Erinnerungen.

      Sie hatte nie einen Freund, ihre Freizeit hat sich immer zuhause, mit uns abgespielt. Nie war sie weg mit Freunden, hatte auch kaum welche.

      Sie hat dann per Zeitungsannonce ihren Mann kennen gelernt, sie haben zwei Kinder. Alles ist schön.... nach aussen...

      In ihrem Inneren, so schildert es meine Schwester, ist eine große Angst und Panik, immer zu dieses Zittern. Sie weiß nicht was sie tun soll. Sie war bei vielen Ärzten, keiner kann ihr helfen. Einmal hatte sie eine Medikamenten unterstütze Therapie, die sie abgebrochen hat. Sie sagte, sie fühlte sich high, so als würde sie sich von der Seite betrachten. Sie weiß, dass sie spricht, handelt und fühlt, aber es fühlt sich an, als wäre sie in Watte gepackt, die Worte und Geräusche werden von der Hülle, die sie umgibt, abgeblockt. So dass sie Wahrnehmungsschwierigkeiten hatte.

      Nun kommt es jetzt auch noch zu einem Knaller, mit dem wir alle, besonders sie, überfordert sind...

      Sie hat erneut versucht Hilfe zu suchen. Aber nun keine ärztliche.

      Sie war bei einer Frau, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll... Ich schildere einfach, was passiert ist.

      Meine Schwester musste sich hinlegen, die Frau saß an ihrem Kopf.

      Meine Schwester hat mit geschlossenen Augen sich einen Ort vorstellen sollen, an dem sie sich wohl und sicher fühlt. Dann sollte sie diesen Ort verlassen und weiter "gehen". Auf einmal hat sie sich in einem stockdunklem Tunnel befunden! Sie hat betont, dass die Frau ihr nicht gesagt hat, wo sie hin soll, sondern immer gefragt, was meine Schwester sieht oder fühlt. Dann hat meine Schwester einen Penis gesehen, eine Brille und einen Männerhut. Plötzlich hatte sie das Gefühl, jemand würde sie an den Handgelenken fest halten und sie hatte wahnsinnige Unterleibschmerzen bekommen, ihr Köper wurde eiskalt und hat angefangen zu zittern. Sie ist in Tränen ausgebrochen.

      Laut dieser Frau war das die Reise in die Vergangenheit und sie vermutet, dass meine Schwester damals im Krankenhaus sexuell missbraucht wurde. Meine Schwester ist damit überfordert, sie weiß nicht, ob sie es glauben kann.

      Sie hat mit unseren Eltern darüber gesprochen. Die Zeit, als sie als 4-jährige im Krankenhaus lag, liegt nun 38 Jahre zurück. Meine Eltern machen sich nun Vorwürfe, dass sie sie damals nicht ausreichen beschützt haben, und haben keine Erinnerung daran, dass etwas seltsam war. Ausser, dass meine Schwester sehr traurig war, sie hatten es darauf bezogen, dass sie ihre Eltern vermisst hat.

      Diese Sitzung mit der Frau hat 5 Std. gedauert, 1 Std. kostet 70 €. Mein Vater bittet meine Schwester nicht mehr hinzugehen. Da er vermutet, dass diese Frau aus dem Leid der Menschen, die zu ihr kommen, ein Geschäft macht.

      Meine Schwester sagt, sie weiß nicht, ob sie das alles glauben soll. Sie hat keine Erinnerung daran, was damals war. Sie sagt auch, sie ist mit einem Problem hingegangen, jetzt hat sie zwei. Wenn es auch stimmen sollte, das mit dem sex. Missbrauch - was soll sie jetzt tun? Wie soll sie es verarbeiten, wie soll sie diese Angst und Panikattacken überwinden? Sie sagt, sie quält sich ihr Leben lang damit, für sie ist es kein Leben, sie kann so nicht weiter machen.

      Wer bis zum Ende durchgehalten hat, ich bitte euch, habt ihr Ähnliches gehört oder gar erlebt? Kann ein Mensch in die Vergangenheit "reisen" und etwas Entdecken, voran er sich nicht erinnert, aber was wirklich da ist? Kann es die Ursache für ihre Beschwerden sein? Wie kann sie diese Probleme überwinden?

      Liebe Grüße

      • Ich habe mir deinen Text sehr sorgfältig durchgelesen und was ich bei der Hälfte des Textes vermutet habe, hast du dann weiter unten schon geschrieben, das sie wohl im kh missbraucht wurde ......dieses Verhalten hatte ich auch danach und hielt ca. 1,5 Jahre an, ich war 12 Jahre alt und habe nichts vergessen!

        Da sie noch sehr sehr jung war, denke ich das die Erinnerung an das Geschehene danach verschwunden ist, um sie zu schützen, denke einfach das Es ein Schutz ist von ihrem Körper !

        Ich kann dir damit zwar nicht helfen und auch nicht deiner Schwester, aber vllt hilft dir mein kleiner Text zu verstehen, dass es vllt doch nicht so abwegig ist bzw. das es vllt doch möglich ist, dass sie missbraucht wurde?!

        Natürlich kann man nur Vermuten ....Beantworten kann es nur deine Schwester ,ob es nun möglich ist oder nicht !

        • (3) 16.02.13 - 13:55

          Dankeschön für deine Antwort.

          Nein, meine Schwester kann es nicht beantworten, da sie keine Erinnerung an die Zeit hat.

          LG und alles Gute

          • Das Problem ist, das man es unterbewusst meist weiß bzw. sich es selbst beantworten kann!
            Eine Therapie wird ihr Helfen sich zu erinnern (es aus dem unterbewussten hochzunehmen) und es zu verarbeiten!

            Alles alles Gute und liebe für euch und Vor allem viel Kraft für deine Schwester #liebdrueck

      • Dasselbe dachte ich auch schon gleich am Anfang des Textes.
        Gerade Kinder verdrängen solche traumatischen Ereignisse und schleppen ihr Leben lang dieses "Päckchen" mit sich. Was sie in der Rückführung (Hypnose?) erlebt hat, kann gut etwas Verdrängtes sein. Die Frage ist, hat diese Frau eine psychologische/therapeutische Ausbildung? Denn solche Verdrängungen gehören m.M.n. in ärztliche Hände. Und zwar in die von Psychologen, die Erfahrungen damit haben.

        Ich habe mich beim Lesen auch gefragt, warum deine Schwester nicht mal mit einer Therapie begonnen hat, bei der sie nicht nur medikamentös eingestellt wurde, sondern bei der ihren Angstzuständen auch auf den grund gegangen wird.

        Mein Tipp wäre daher auch einen Psychologen/Psychologin ausfindig zu machen, die mit Mißbrauchsfällen erfahrungen haben.

        Gute Anlaufstellen, um erstmal den ersten Schritt zu machen und einen Psychologen zu finden sind die psychologischen Beratungsstellen bei Caritas, Diakonie oder pro Familia. Wenn deine Schwester nicht will, kannst aber zumindest DU dich dort beraten lassen. Denn ich finde, eine Familie muss so etwas nicht allein austragen bzw. aushalten.

        • (7) 16.02.13 - 14:09

          Danke für deine Antwort,

          Momentan ist mir nichts Näheres über diese Frau bekannt.

          Meine Schwester wollte erst gar nicht mit der Sprache rausrücken. Ich habe sie anfangs quasi ausgefragt. Sie hat zuerst gesagt, dass sie es nicht aussprechen kann, da es zu schlimm ist. Dann hat sie mir über die Sitzung erzählt, wie ich es geschildert habe.
          Ich möchte noch etwas warten, bis ins Detail gehe bei meinen Fragen an sie, da meine Schwester momentan sehr verstört ist und nur noch zögerlich darüber spricht. Auch ich weiß noch gar nichts über die Frau, außer, dass meine Schwester wohl einer Bekannten gesagt hat, dass sie ein Problem hat und ihr keiner helfen kann, und diese hat ihr die Tel.nr. gegeben.

          LG

    Ich vermute ganz stark, dass deine Schwester im Krankenhaus sexuell missbraucht wurde. Daher auch ihr verändertes Verhalten, als sie wieder zu Hause war. Da sie noch sehr jung war, ist dieses Erlebnis so verschüttet, dass es sich nur im Unterbewusstsein befindet und durch die Phantasiereise zum Vorschein kam.

    Dieser Missbrauch müsste unbedingt aufgearbeitet werden, denn er beeinflusst das Leben deiner Schwester bis heute.

    Es gibt Therapeuten, die auf Missbrauch spezialisiert sind.
    Frag mal bei "Wildwasser" nach, die können dir oder deiner Schwester bestimmt weiter helfen und sagen, wie man damit am Besten umgeht.
    Weiter verdrängen wird wohl nicht helfen, denn "es" ist ja da und wird immer wieder aufflackern.

    Zu der Frau möchte ich sagen, dass ich nicht glaube, dass sie mit dem Leid anderer Geld verdienen will, sondern dass
    das Leid zum Vorschein kam, das deine Schwester lebenslang belastet, ohne zu wissen, was los ist.

    Das Bearbeiten eines so frühen und verschütteten Missbrauchs geht mit Sicherheit an die Substanz deiner Schwester - aber so wie sie mit der Verdrängung bisher gelebt hat, war es auch kein Zuckerschlecken.

also ich denke das die frau sie in trance versetzt hat

ABER was deine schwester machen kann ist zu Psychologen/therapeuten usw

mit Hynoseausbildung zu gehen

die können das dann auch richtig deuten und haben eben die ausbildung dafür

und ja es kann sein das sie missbraucht worden ist würden zumindest die beschriebenen anzeichen dafür sprpechen

ABER ich würde mich da echt erst mal zu einem ausgebildeten therapeuten begeben

wo es die bei euch gibt kann man über die kk usw erfahren

und dann kann man ja weiter schauen evtl

in zeitungsachiven usw ob es in dem zeitraum weitere vorfälle in der art gegeben hat

  • (11) 16.02.13 - 14:00

    Vielen Dank.

    Vor diesem Termin mit der Frau (vor 3 Wochen) war sie bei einem Therapeuten, der konnte sie nicht in die Hypnose versetzen. So wie noch andere 2, die sie vor Jahren aufgesucht hat.

    LG

    • da geht auch nicht mit jedem

      da muß die chemie einfach passenden

      denn man muß sich total fallen lassen können

      ich hab das die studium gelernt

      aber da ich selber nicht in trance fallen kann

      lass ich es besser bleiben

      und da muß die chemie einfach wirklich stimmen

      zumal man das eigendlich auch nicht in den ersten sitzungen macht

      sondern erst man sich besser kennt und eine vertrauensbasis gegeben ist

      Ich glaube nicht, dass es eine Hypnose war, was die Frau mit deiner Schwester gemacht hat, sondern eher eine Phantasie-Reise (so wie du es beschrieben hast). So etwas können ganz normale Psychologen anwenden. Allerdings ist das, was bei deiner Schwester dabei hochgekommen ist, etwas zu viel für eine normale Psychologin. Da muss schon jemand ran, der sich mit Missbrauch auskennt.
      http://www.wildwasser.de/

Deine Schwester sollte dringend in eine seriöse Therapie gehen (notfalls stationär).
ich finde es hochgefährlich für sie, dass in dieser "Reise in die Vergangenheit" Dinge aufgerissen wurden, die jetzt zu arbeiten beginnen werden!

Dass Deine Schwester im KH traumatisiert wurde, liegt mehr als auf der Hand.

Da sie schon mal einen Suizidversuch unternommen hat, würde ich keine Zeit verlieren und eine stationäre Therapie suchen!

(15) 16.02.13 - 14:27

Oh weh... mir tut es im Herzen weh, wenn ich sowas lese.

Ich habe bereits nach einigen Abschnitten aus deinem Bericht die Vermutung gehabt, dass sexueller Mißbrauch die Ursache sein könnte.

Ich bin selbst in Therapie seit einigen Monaten, weil ich ein Trauma zu verarbeiten habe. Ich bin sehr sicher, dass nur eine gute Psychotherapeutin deiner Schwester helfen kann. Da schafft keiner alleine raus.

Zu der "Frau" und der "Reise in die Vergangenheit". Ich habe einen guten Bekannten, der mit solchen Sitzungen selbst einiges aus seiner Kindheit erfahren hat. Er ist an den Rollstuhl gebunden seit seinem 4. Lebensjahr und damals hat keiner herausgefunden, warum das so ist. Es hieß wohl immer, er hätte eine seltsame, unerforschte Krankheit gehabt, die dazu führte. In den 70er Jahren mußte er ganz schlimme Untersuchungen über sich ergehen lassen, weil die Ärzte wissen wollten, was er hat.

Er ist dann mit ca. 30 Jahren auch zu solchen Sitzungen gegangen und hat dort erfahren, dass seine Mutter ihn als 4jährigen dermaßen verprügelt hat, dass er daraufhin die spastische Lähmung bekam.

Er hat dann seine Mutter mit dieser Vermutung konfrontiert und es stellte sich heraus, dass dem tatsächlich so war.

Ich bin sicher, dass solche Dinge möglich sind. Ich habe in meiner eigenen Therapie ähnliche Ansätze zur Vergangenheitsbewältigung drin. Allerdings ist meine Ärztin dafür ausgebildet und ich muß dafür auch nichts bezahlen.

Mein dringender Rat ist, leg deiner Schwester nahe, unbedingt einen Therapeuten bzw. besser eine Therapeutin zu suchen, am Besten mit Schwerpunkt "Traumabewältigung". Viele sind auch ausgebildet in klinischer Hypnose und Tiefenpsychologie. Ich bin sicher, das wäre das Einzige, was ihr helfen kann.

Alles erdenklich Liebe für euch u. deine Schwester kann sich wirklich glücklich schätzen, jemanden wie dich an ihrer Seite zu haben!!!!!

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