Ehe zerbricht

    • (1) 16.02.13 - 21:02
      sagichliebernicht

      Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
      Ich glaube unsere Ehe ist in die Brüche gegangen.
      Meine Mann zeigt mir den Mittelfinger, und sagt Sachen zu mir wie: Komm, verzieh dich!
      Und es sind immer wieder dieselben Streitthemen. Meist geht es um die Kinder. Heute kam meine Große und wollte Kakao aus der Flasche trinken, ich habe gesagt das es das nicht gibt, weil es schlecht für die Zähne ist. Sie fing an zu weinen, daraufhin kommt mein Mann und schreit sie an: "Los,sofort in dein Bett!" Ich habe dann gesagt: "Laß sie sich ruhig ausweinen!" Daraufhin hat er gesagt ich solle ihn am Arsch lecken und hat mir den Mittelfinger gezeigt.

      Den ganzen Tag sagt er Dinge wie: "Boah, kann ich nichtmal fünf Minuten alleine sein? Müßt ihr mich immer nerven? Komm, verzieht euch, ich hab kein Bock auf ein heulendes Kind... Dazu sei gesag das er fast den ganzen Tag vor dem Fernseher oder PC hockt. Wenn die Kinder brav daneben sitzen, ist alles gut (die beiden sind fast 2 und 4 Jahre), wenn sie aber anfangen rumzualbern oder rumzuturnen wird er ausfallend und gemein. Sagt laut: "Verdammte Scheiße, müßt ihr euch denn ständig bewegen?" oder "Könnt ihr nicht einmal die Klappe halten" Diese Worte gepaart mit dem Harten Unterton sind manchmal echt nicht zu ertragen.

      Wenn der Kleine beim zappeln vom Sofa fällt und sich richtig den Kopf anhaut, wird er angeschrien.

      Mein Mann meint, das ich mich ständig Einmische wenn er die Kinder erzieht. Mittlerweile stimmt das aber nur noch bedingt. Wir hatten dieses Thema schon öfter und ich achte wirklich darauf, das ich mich raushalte, allerdings schreite ich ein wenn es zu bunt wird. Wenn die Große angemeckert wird obwohl der Kleine Provoziert hat oder wenn mein Mann die Kinder anschreit das sie nie wieder was Leckeres bekommen und fünf Minuten später Gummibären verteilt mit den Worten: "Damit ihr endlich die Klappe haltet" oder der Kleine angeschrien wird wenn er nicht aufgepasst und sich weh getan hat, dann nehme ich ihn in den Arm und tröste ihn.

      Wir sind vor kurzem Umgezogen und ich möchte gerne in die Nachbarschaft eintreten. D.h. bei verschiedenen Terminen wären wir fest eingeplant. Da viele Kinder in der Nachbarschaft sind, hätten es unsere eigenen auch leichter Anschluss zu finden.
      Leider darf ich das alles alleine machen. Mein Mann hat keine Lust auf diesen "Scheiß-Verein" weil "ständig irendwas ist und mann nie seine Ruhe hat"

      Mein Mann lästert viel über Familie und Bekannte. Keiner kann es ihm recht machen. Der eine "kriegt ja eh nie was gebacken", der andere ist "ein fauler Arsch" usw.

      Er hat ein paar Freunde, allerdings gibt es nur treffen wenn sich die anderen melden. Er
      kümmert sich einfach nicht darum.
      Es war schon zweimal der Fall das wir ein befreundetes Pärchen hatten und irgendwann hatte mein Mann keine Lust mehr auf treffen, fand den Mann "nervig" und nach und nach brach der Kontakt ab.
      Mittlerweile sind wir nur noch mit der Familie befreundet. Meine Schwester und Schwager incl. Tochter kommen öfter vorbei. Die Kinder spielen, wir Frauen quatschen und Kochen und die Männer trinken Bier und unterhalten sich über Fussball. Kaum sind sie aber wieder weg merkt mein Mann an "wie scheiße das doch war, ob die denn kein eigenes Zuhause hätten und das er nur wegen denen heute nichts geschafft hat (Hausreparaturen).

      Oh mann, ist das lang geworden. Zusammengefasst habe ich das Gefühl das mein Mann zum einsamen Griesgram mutiert der für niemanden mehr etwas empfinden kann. Und ich kann es echt nicht länger ertragen. Die Art und Weise wie er mich und die Kinder manchmal behandelt ist so mies und schmerzt total.

      Nun ja, eigentlich wollte ich mich nur mal ausquatschen. Danke fürs Lesen

      • Seit wann ist er denn so?

        • (3) 16.02.13 - 21:17

          Das ist schwierig zu sagen. Es war irgendwie ein schleichender Prozess. Die Tendenz war schon immer da. Sein Vater ist nämlich sehr ähnlich.

          • Also kann man vermuten, dass das erlerntes Verhalten oder aber eine genetische Sache ist?

            Dann ist es na klar schwer, dem entgegenzuwirken. Das muss ja von ihm kommen, also, eine Einsicht, anders sein zu wollen.

            Ich hätte sonst gedacht, ob er vielleicht krankheitsbedingt auffällig geworden ist. Manche Erkrankungen können einen Menschen ja psychisch verändern. Aber das scheint bei euch nicht der Fall zu sein.
            :-(
            Ich kann dir nur wenig raten. Es wäre gut, das Gespräch zu suchen, in einer ruhigen Minute, und zu schauen, ob du ihm verständlich machen kannst, was da gerade ganz furchtbar falsch läuft.
            Aber wie gesagt, dazu müsste er einsichtig sein, oder in der Lage, sein eigenes Verhalten zu reflektieren.

            Er klingt mir überfordert und unzufrieden, hat eine sehr niedrige Frustrationstoleranzgrenze, ist schnell genervt, fühlt sich bedrängt.

            Was würde er sich denn wünschen, wie sein Leben aussehen sollte? Weisst du das?

            • (5) 16.02.13 - 21:35

              Was würde er sich denn wünschen, wie sein Leben aussehen sollte? Weisst du das?

              Das habe ich ihn noch nicht gefragt. Da wir aber seit 15 Jahren ein Paar sind, kann ich mir die Antworten vorstellen:
              Wenns ein guter Augenblick ist dann würde er wohl sagen "genau so wie es jetzt ist"
              Wenns ein schlechter Augenblick wäre, würde er wohl sagen "Keine Ahnung, einfach mehr Ruhe."

              >>Er klingt mir überfordert und unzufrieden, hat eine sehr niedrige Frustrationstoleranzgrenze, ist schnell genervt, fühlt sich bedrängt.<<
              Ja, all das trifft zu und ich frage mich, was wir tun könnten. Mir kam grad die Idee feste Zeiten zu schaffen an denen ich mit den Kindern ausser Haus bin und er eine Stunde nur für sich hat. Vielleicht würde das ja helfen.

              An eine Krankheit hatte ich auch schon gedacht bzw an eine Depression. Er hatte eine schlimme Kindheit und das merkt man ihm oft an. Wir wohnen seit einem knappen Jahr im Eigenheim. Mein Mann hat fast ein Jahr lang den Innenausbau allein bewerkstelligt, ich war mit den Kindern (das zweite kam während der Zeit) währenddessen allein, litt unter Wochenbettdepressionen und Panikatacken die es unmöglich machten in der Zeit für meinen Mann da zu sein. Es war eine wirklich schlimme Zeit und wir haben viele Anläufe gebraucht um wieder als Familie zusammenzuwachsen.

              • Ja, das klingt so, als siehst du schon, woher das alles kommt.

                Wenn ihr reden könnt, frag ihn mal, was er sich wünschen würde. Das meint ja nicht, dass das dann alles erfüllbar ist. Aber seine Wünsche mal auszusprechen, dem Partner mitzuteilen, das kann manchmal eine Erleichterung sein.
                Letztlich hast ja auch du ein ordentliches Paket getragen in der letzten Zeit.
                Ihr solltet beide mal Luft holen können.
                Hättet ihr denn die Möglichkeit, mal gemeinsam nur als Paar ein Wochenende ausserhalb verleben zu können?

                Ich denke, die Tanks sind leer. Beide.

                #liebdrueck

                • (7) 16.02.13 - 21:48

                  Ja, die Tanks sind wirklich leer. Leider sind die Kinder noch zu klein um übers Wochenende bei Oma&Opa zu bleiben. Nächsten Monat gehen wir zum ersten mal seit vier Jahr nur als Paar zu einer Hochzeitsfeier. Meine Eltern werden hier bei den Kindern übernachten. Mal schauen wies funktioniert, ich freue mich auf jeden Fall schon total.
                  So, jetzt bin ich schon ein ganzes Stück weniger geladen als beim Verfassen des Threads. Ich hoffe das wir morgen die Zeit für ein Gespräch finden werden.

                  Ich danke dir tausendmal für deine Antworten. Sie haben ein bischen mehr Klarheit geschafft. #herzlich

              Also ich hatte hier beim Lesen auch das Gefühl das an diesem Punkt er einfach nicht mehr konnte nach den ganzen Leistungen zuletzt und abgesackt ist. Ich würde ihm diese Freiräume auch zugestehen in denen er Ruhe hat aber mir deutlich verbitten das er so mit mir spricht und umgeht. Auch vor den Kindern. Das mit dem MIttelfinger und solche Sachen geht einfach nicht bei allem Verständnis. Wenn er dann noch immer weitermacht würde ich ihm nahe legen mal für eine Weile zu gehen und zur RUhe zu kommen oder du gehst mal ne Woche mit den Kindern weg.

              VIelleicht hilft auch ne Art Therapie in der er selbst sieht wie er nun ist und was er ändern möchte.

              Ehrlichkeit spielt hier sicherlich ne große Rolle aber er muß sich auch seiner Fehler bewußt sein.
              Gruß Ela

    (9) 17.02.13 - 12:59

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob du meine Antwort noch liest, aber mein Mann verhält sich ähnlich. Er will auch in seiner Freizeit seine Ruhe von uns (Sohnemann und ich) und sitzt vor dem PC bzw. Fernseher. An guten Tagen machen wir ihm Spaß, an schlechten will er immer seine Ruhe haben und ich mache alles komplett falsch. Ich muss dann nur mal etwas Komisches sagen und er ist sauer auf mich. Auch was die Freunde und Bekannten angeht, ist es so wie bei dir. Ich habe schon immer Angst davor, wenn ich Mütter kennenlerne, die sich mit den Partnern treffen wollen, weil meiner dann auch irgendwann zeigt, dass es ihn langweilt oder so ähnlich.

    Ich glaube, dass es bei meinem Mann eine Depression ist. Behandeln lassen will er sich nicht. Mit unserem Sohn wird er auch schnell lauter, wenn er etwas falsch macht oder wenn er stürzt dann sagt er, dass er besser aufpassen muss.

    Ich glaube, dass er uns sehr liebt, aber wenn es dahingehen würde, dass er meinen Sohn beleidigt oder wirklich ungerecht zu ihm werden würde, würde ich ihn verlassen. Da wäre meine Grenze erreicht. Das hoffe ich zumindest!

    Du solltest mit deinem Mann reden und ihm sagen, was gar nicht geht und das er das lassen soll. Schaffe ihm auch Freiräume. Ich mache fast alles mit unserem Sohn alleine. Ich habe das jetzt so akzeptiert. So haben wir viel Abstand und es kommt nicht zu komischen Situationen. Die andere Seite wäre, dass wir uns trennen, das möchte ich aber für unseren Sohn auch nicht.

    LG und viel Kraft!

    Dein Mann ist restlos mit sich und allem überfordert. Kleine Kinder kosten viel Kraft. Er fühlt sich kraftlos und leer und möchte am liebsten nur noch seine Ruhe. Alles ist ihm zuviel. Auf der einen Seite verstehe ich ihn auf der anderen geht es natürlich nicht, dass er so mit Dir und den Kindern umgeht. Wenn du die Möglichkeit haben solltest, dann solltest Du dir die Kinder schnappen und mal für ein oder zwei Wochen verschwinden. Vielleicht sieht er dann das ihm etwas fehlt.

    Auf gar keinen Fall solltest Du Dir das gefallen lassen. Einfach zurückbrüllen würde ich nicht aber ich würde ihm sagen, dass ich ihn respektlos finde und das Du Dir das auf Dauer nicht antun wirst. Entweder es liegt ihm etwas an Euch oder er verhält sich absichtlich so, in der Hoffnung, dass Du mit den Kindern gehst. Für die Kinder ist Eurer Umfeld ganz ganz schlecht. Da ist es besser keinen Papa zu haben als solch einen. Ich würde auf jeden Fall nicht mit den Kindern neben dem fernsehglotzenden Papa verbringen. Ich würde ihm aus dem Weg gehen und ihm auch sagen wie krank ich sein Verhalten finde.

    Dein Mann ist reif für die Klappse. Vielleicht müsste er etwas nehmen. Zum Schlafen hilft z. B. Baldrian, tagsüber Bachblüten etc. Wenn er absolut beratungsresident ist, musst Du die Notbremse ziehen. Er ist ein Vulkan, der irgendwann ganz böse ausbricht.#zitter

    LG

    Carola

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