Totale Panik *sehr, sehr lang*

    • (1) 01.03.13 - 10:12
      Blümchen

      Sorry, wenn es hier nicht ganz hinpasst, aber ich möchte nicht gern erkannt werden.

      Leider muss ich auch ganz, ganz weit ausholen: Nach meinem Realschulabschluss habe ich eine Ausbildung zu Masseurin und medizinischen Bademeisterin gemacht und auch abgeschlossen. Leider wurde ich danach nicht übernommen und hatte auch sonst kein Glück auf dem Arbeitsmarkt. Ich hab also verschiedene Hilfsarbeiten in der Produktion und der Kinderbetreuung (kirchliche Einrichtung) gemacht und war dazwischen immer mal arbeitslos, bzw. in entsprechenden Maßnahmen. Immer wieder hab ich nach Umschulungen gefragt und auch auf eigene Faust versucht, eine neue Ausbildung zu machen. Hat aber nie geklappt. (einmal war ich gaaanz dicht an ner Ausbilung zum Landschaftsgärtner, aber dann wurde doch ein männlicher Bewerber genommen)

      2010 bekam ich dann meine Tochter (gewollt, bitte keine Steine, dem Kind fehlt es an nichts) Mit 2 Jahren bekam sie einen Kindergartenplatz, allerdings im Nachbarort, weil unser Kindergarten generell "keine Hartz4- Kinder aufnimmt".

      Also hab ich mich letzten Herbst gleich beim Jobcenter gemeldet und mir wurde diesmal sogar prompt eine Umschulung vorgeschlagen#ole Damals wurde in den hiesigen Tageszeitungen verstärkt aufgerufen, Erwerbslose sollten sich beim Jobcenter soundso für eine Umschulung zum Erzieher melden. Ich denk: Super, das wolltest du doch früher sowieso machen (meine Ausbildung war nicht die Wunschausbildung) und hab mich gleich gemeldet.
      Da heiß es: Prima, solche Leute brauchen wir, wenn das Kind dann die Eingewöhnung hinter sich hat, schauen wir mal.

      So, das war nun der Fall. Bildungsgutschein vorhanden, Motivation von mir auch. (alternative "Wünsche" von mir: Bürokauffrau oder Artzhelferin) Dummerweise bekam ich von sämtlichen Bildungsträgern negativen Bescheid. Ohne mindestens ein soziales Jahr kein Erzieher. Gut, das seh ich ein, aber meine Welt lag in Scherben. Das war am Montag.
      Ich hab mich dann gleich higesetzt und das www nach meinen alternativen Umschulungswünschen durchkämmt. Die Ergebnisse waren mau, oder nur schwer umzusetzen, da es meist in der Landeshauptstadt stattfindet. An sich kein Problem, sind nur 50 km eine Strecke, aber mit Schulungszeiten von 8.00 bis 16.30 Uhr für mich nicht machbar weil der Kindergarten um 17 Uhr schließt. Mein Mann arbeitet täglich von 9.00 bis mindestens 19 Uhr im Einzelhandel, Omas, Verwandte, sonstige "Hilfs"personen haben wir nicht. Ich weiß, andere müssen das auch allein hinkriegen.
      Ich hab dann spaßeshalber (weil ich ja mal Gärtner werden wollte) nach Gärtner gesucht und da kam ein Angebot zur Floristin, in der Kreisstadt (nur 18 km). Ich denk, na besser als nischt.

      Ich also sofort per Mail vorgefühlt (Mittwoch), bekam 1 Stunde später schon einen Anruf: Es passt alles perfekt und es geht Freitag los#schock Ich hab dann gestern per Marathon also alles in die Wege geleitet, Kindergartenurlaub vom Kind verschoben, sämtlichen Papierkram (drum durft ich heute heim bleiben und Montag gehts los) erledigt, alles ist in Sack und Tüten.

      Und nu? Seit ich gestern zur Ruhe gekommen bin, sitze ich total panisch da und heule. Ich bin mir so verdammt sicher, daß das absolut das Falsche ist, was ich da tue.

      Mein Kind muss fortan schon um 7 Uhr in den Kiga und wird frühestens um 16 Uhr abgeholt. Da hab ich jetzt ein superschlechtes Gewissen, obwohl ich sonst nicht so eine "Glucke" bin. Dazu kommt, daß in der Woche vor Ostern schon unser erstes Praktikum ist. Und wenn ich da keinen "netten" Chef habe, wie soll ich da mein Kind pünktlich abholen (ich würd ja auch früher kommen wollen, oder keine Pausen machen, aber wenn, WENN....mein Gedankenkarussell) Ich hab zwar schon eine befreundete Mutter gefragt, ob sie gegen kleines Entgeld natürlich, mein Kind mitnimmt an solchen Tagen. Begeisterung war mau und zuverlässig ist die leider auch nicht. Und einen "richigen" Babysitter kann ich mir leider nicht leisten.

      Mein Mann muss 3 mal wöchentlich das Kind in den Kiga bringen, weil mein Unterricht um 7.15 Uhr beginnt an den Tagen. Da hab ich wieder schlechtes Gewissen, es ist für ihn ein recht großer Umweg.

      Und ich? Ich wollte sooo gern Erzieher sein. Gut, das geht halt nicht. Oder dann im Büro oder in der Arztpraxis, dort hab ich schon verschidene Praktika gemacht und ich fand das toll. Und was krieg ich: Floristin!

      Ich weiß, ich sollte dankbar sein, jubeln, schreien, aber ich heule nur. Ich mach mir nichtmal was aus Blumen.

      Ich habe vor allen Dingen Panik vor den ganzen neuen Leuten. Ich bin nicht unbedingt kontaktfreudig. Dadurch, daß wir nur wenig Geld haben, ist meine Kleidung nicht immer "modern" und oft auch schon etwas "abgewetzt" (ich spare lieber an mir, statt am Kind), ich habe Angst, was die dann von mir denken. Besonders so junge Leute, die ich dort gestern schon gesehen habe.
      Die Schule liegt zudem noch in einem sozialen Brennpunkt der Stadt. Schlägereien, Vandalismus, Einbrüche, Diebstähle sind da Programm.
      Was wird, wenn ich mit der Ausbilderin nicht klarkomme? Oder wenn´s Kind dann mal krank wird? Oder wenn ich an die anderen so gar keinen Anschluss finde? Ich bin halt echt kein Teamplayer und habe (zum Glück) auch wenige Freunde.

      Was ist, wenn ich das nicht gestemmt bekomme, mit Kind und Ausbildung?
      Vor allem mit dem Praktikum? Ich zerbrech mir seit gesten Abend die Rübe, aber ich habe nunmal niemand anderen für mein Kind. (ja ich weiß, hätt ich mir vor dem Kind überlegen müssen)

      Ich dreh hier echt gerade durch vor Panik und würde am liebsten mein Kind holen und ganz weit weg abhauen. Mein Mann sagt, das schaffen wir schon. Ich bin das erste Mal in meinem Leben davon überzeugt, das das voll in die Hose geht.
      Hätte ich lieber ne Putzstelle angefangen. Oder Zeitungen ausgetragen. Oder Essen ausgeliefert. Oder sonstwas.

      Das Praktikum liegt mir mit an schwersten im Magen, aber das Problem ist VIELLEICHT lösbar. Aber meine Angst vor neuen Leuten usw. die kann ich nicht abstellen. Ich hab seit vorgestern Abend nix mehr gegessen oder getrunken, ich bin nur am heulen oder kotzen, mein Puls rast.

      Bitte sagt, mir das sowas vor einer neuen Aufgabe noch "normal" ist!

      Ich weiß, ich bin so undankbar. Ich bekomme, was ich wollte (Umschulung) und heule nur rum. Aber es ging so schnell ich konnte gar nicht entscheiden ob ich das auch SO will.

      Ich zähle mir jetzt bewusst gute Seiten auf: Die Schule liegt direkt neben der katholischen Kirche, da kann ich Mittags unseren Pfarrer (den ich sehr schätze) besuchen oder wenn es mir mit den Mitschülern zu viel wird, dort im Gemeinderaum meine Pausen verbringen.

      Trotzdem....

      Sorry für das lange #bla aber ich hab mich selten im Leben so besch.... gefühlt

      Hallo,

      also ich würde es lassen!! Deine Bemühungen finde ich toll und wirklich lobenswert, aber du wirst es bereuen!!! Wenn es sich nun um deinen Traumjob handeln würde, dann wäre deine Motivation eine ganz Andere und du würdest die "Unannehmlichkeiten" gerne auf dich nehmen. Aber so wie die Sache aussieht, handelt es sich hier nur um einen Notnagel.

      Normalerweise finde ich jeden beruflichen (Um)Weg super, aber ich denke du wirst nicht glücklich werden.

      Sei doch noch ein bißchen geduldig, vielleicht öffnen sich dann andere, schönere Wege für dich.

      Alles Gute #klee

      • (5) 01.03.13 - 11:00

        Danke für deine Antwort!#blume Dummerweise musste ich gestern dafür unterschreiben, daß ich nicht einfach so "aussteigen" kann. Also nur bei Krankheit oder ähnlichem. Ansonsten muss ich den ganzen Kram bezahlen (sind irgendwie so um die 16.000 Euro)

        Vielleicht wird es ja noch ganz schön, ich gestalte wirklich gern und bin gern kreativ....nur Blumen sind meist nicht so meins. Und mit den Leuten....ich muss da wohl durch. #zitter Sonst halte ich mir gern Hintertürchen offen, aber hier muss ich wohl die 2 Jahre durchhalten, vielleicht mache ich´s ja dann doch ganz gern. Masseurin war auch oft ganz schön

    Oh oh ...

    Was hindert sich denn daran tatsächlich putzen zu gehen?

    Oder kannst du dir vorstellen eine Ausbildung in der Pflege zu machen?

    Die Mutter eine Freundin meiner Tochter macht diese gerade - mit 2 Kindern.

    Sie hat Blockunterricht abwchselnd zum Einsatz.
    Sprich: wenn sie Block hat dann 4 oder 8 Wochen am Stück von 8h bis 15/16h.
    Ist sie im Einsatz (ambulanter Dient oder stationär), beginnt sie um 8h oder 8h15 wenn sie die Kinder weggebracht hat und bliebt bis Dienstende ca. 14h / 14h30 und holt dann die Kinder ab.

    Sie macht unter der Woche NUR Frühdienst und am WE wenn sie Dienst hat auch Spätdienst weil der Vater dann da ist!

    Die Bezahlung ist auch nicht so schlecht. Und nach der Ausbildung kann man prima als Mutter arbeiten wenn man so wie ich von 8h bis 12h30 unter Woche arbeitet.

    Ich bin auch wie du - eher ein Einzelkämpfer ...

    Die Ausbildung war zwar manchmal echt hart - aber heute habe ich den Job der zu mir passt.

    Viel Glück!

    • (7) 01.03.13 - 11:04

      Meine Schwiemu und meine Freundin arbeiten beide in der Pflege und die haben mir dringend davon abgeraten. Die haben beide wahnsinns Schichten, oft 14 Tage und länger durch, spontane Überstunden, freie Tage die gestrichen werden, usw. Ich passe oft auf die Tochter der Freundin auf, deswegen.

      Außerdem, ganz ehrlich, ich mag alte Leutchen, aber das könnt ich dann doch nicht

Hast Du mal überlegt, als Tagesmutter zu arbeiten? Ist nahe dran an Erzieherin, braucht aber keine Ausbildung, sondern "nur" ein paar Lehrgänge und Schulungen.

In meinem Bundesland werden gerade händeringend Tagesmütter gesucht und gefördert ohne Ende, weil es an Betreuungsstellen mangelt.

Außerdem könntest Du dann Dein Kind auch selbst beaufsichtigen. Während der Arbeit sozusagen.

  • (9) 01.03.13 - 11:01

    Ja, sicher! Allerdings ist mein Mann strikt dagegen und ich denke auch, daß in unserer doch recht kleinen Wohnung das nur schwer umsetzbar wäre.

Du UND dein Mann UND dein Kind - ihr SCHAFFT das! #liebdrueck

Es ist völlig normal, dass man sich alle möglichen und unmöglichen Gedanken macht, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnen soll. Und auch das Muffensausen ist völlig normal.

Du fängst erstmal an und hältst eine Weile durch - bis sich alles gut eingespielt hat. Du wirst sehen, das geht schneller als du dir jetzt vorstellen kannst. Und wenn du dann merkst, dass es absolut nicht hinhaut, dann kannst du dir immer noch die Birne machen, wie es weiter gehen soll. Aber dann hast du es versucht und brauchst dir nie vorwerfen lassen (oder dir selber vorwerfen), dass du zu früh das Handtuch geworfen hast.
Und es kann ja auch gut sein, dass alles bestens klappt, die Leute nett sind und du entdeckst, wie schön es ist, mit Pflanzen umgehen zu lernen?!

Ich habe auch nicht meinen Traumjob erlernt. Und während meiner Ausbildung echt phasenweise die Hölle auf Erden gehabt. Aber ich habe die Ausbildung zuende gebracht und danach bin ich aus dem Betrieb weg und habe überlegt, was ich wie machen könnte. Die abgeschlossene Berufsausbildung konnte mir aber keiner mehr nehmen!

Ich drücke dir feste die Daumen, dass sich alles in Wohlgefallen auflösen wird! #pro

Liebe Grüße
Suse

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