Er macht einfach alles kaputt (2) Seite: 2

      • Hallo!

        Mir tut es sehr leid, was ihr gerade durchmachen müsst.

        Ob das mit euch nochmal was wird, kann keiner sagen, viel wichtiger ist sowieso, dass du für dich eine Entscheidung triffst. So schwer es auch ist, übernimm den aktiven Part. Wenn du wartest, bist du in der passiven Rolle und überträgst ihm die Verantwortung darüber, wie es weitergeht. Nimm die Entscheidung selbst in die Hand, glaub' mir, langfristig wird es dir gut tun. Egal, wie du dich entscheidest, du wirst zweifeln und leiden, aber sicher weniger, als wenn du dir das Rumgeeiere deines Mannes antust.

        Die Kinder brauchen so schnell wie möglich wieder eine Routine und Alltag, von daher würde ich an deiner Stelle überlegen, aus dem Haus auszuziehen. Sonst schwebt der mögliche Auszug doch wie ein Damoklesschwert über euch (du kannst das Haus bei einer Trennung doch nicht halten, oder?), ich weiß nicht, ob ihr zur Ruhe kommt unter diesen Umständen.
        Außerdem wäre es wohl nicht schlecht, wenn er alleine im Haus wohnt, ich glaube, dadurch rückt euer Beziehungsproblem auch für ihn in den Fokus. Dadurch, dass er nicht alleine ist, nämlich bei seinen Eltern, und er in den alltäglichen Dingen keine/kaum Einbußen spürt, kann er das Problem prima auf Seite schieben, wäre er alleine in eurem Zuhause, ginge das nicht so gut, denke ich.

        Ich weiß, der Spruch ist ätzend, aber er ist wahr: es wird alles wieder gut!

        Hast du ein, zwei gute Freundinnen, die dir zur Seite stehen? Lade sie ein, wenn die Kinder weg sind, lass dich in deiner Trauer und Wut gehen, wenn die Kinder nicht dabei sind. Meiner Erfahrung nach ist Wut, Trauer und Selbstmitleid ein wichtiger erster Schritt zur Besserung, danach wirst du dir den Staub von den Schultern klopfen und dein/euer Leben neu angehen. Soweit bist du jetzt noch nicht, aber ich hoffe bald wirst du eine Trennung (oder den Neuversuch mit deinem Mann) als etwas Gutes, weil Neues empfinden.

        Für's erste gestehe dir zu, wütend und traurig zu sein. Nimm deine Freundinnen in Anspruch, vielleicht können die Kinder öfter als sonst zum Spielen zu Freunden.

        Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit und dass es dir bald besser geht.

        LG

        • (27) 03.03.13 - 17:58

          Meine Freundinnen haben alle selbst Kinder/Familie, teilweise zusätzlich schwanger oder haben noch ganz kleine Babys. Treffen ohne Kinder gibt es kaum. Natürlich sind sie da und hören zu, aber wirklich helfen tut mir das derzeit alles nicht.

          Er fehlt mir so sehr, er war nicht nur mein Mann sondern auch mein bester Freund, mein engster Vertrauter. Es ist, als würde ein Teil von mir fehlen.

          Ich kann hier nicht einfach ausziehen. Ich habe nicht mal wirklich einen Job, das Haus läuft auf uns beide und ich bin derzeit auch nicht bereit, diesen Schritt zu gehen. Es wäre das endgültige Aus für uns, das kann ich nicht. Ich kann einfach keine Entscheidung treffen, ich denke nicht mal, das ich mit einer Entscheidung seinerseits derzeit leben und umgehen könnte.

          Er würde auch niemals hier alleine einziehen. Warum auch, ist doch gerade so bequem bei Mama.

      (28) 03.03.13 - 11:09

      Hallo,

      ich finde das Verhalten deines Mannes sehr komisch. Steckt da evtl. eine andere Frau dahinter? Meiner Meinung nach hält er dich einfach nur hin und das würde ich nicht mitmachen. Er erwartet von dir, dass du brav die Füße still hälst, alles so weiter laufen lässt, so dass er, wenn er doch irgendwann zurück kommen will, auch in sein altes Leben zurück kann.

      Ich würde dir raten anzufangen, dein eigenes Leben aufzubauen und wieder anfangen zu leben als nur zu warten. Für was in dem Haus wohnen bleiben und sparen? Such dir lieber eine eigene Wohnung und verkauft das Haus.

      Ich wäre nicht stinkauer auf die Schwiegereltern, sondern auf den eigenen Mann! Er macht sich ein schönes Leben während du abwartest und hoffst das er zurück kommt.

      LG

      • (29) 03.03.13 - 17:51

        Ich weiß nicht, ob eine andere Frau dahinter steckt. Er sagt nein und ich bin auch geneigt ihm das zu glauben. Ich denke, es ist genau so, wie er gesagt hat: er war nie alleine, hat nie alleine gelebt und das möchte er nun tun. Dadurch das er nun im 'Hotel Mama' wohnt, wird das also nur rausgezögert.

        Da ist eine andere Frau sicher nur eine Frage der Zeit.

        Ich bin NICHT sauer auf meine Schwiegereltern weil sie ihn aufgenommen haben. Ich bin sauer, weil sie ihm seinen A**** nachtragen und er sich dort um nichts kümmern muss. SIE organisieren was er am WE mit seinen Kindern macht und begleiten ihn auf Schritt und Tritt. SIE putzt den Kindern die Zähne und macht sie bettfertig- das ist aber SEIN Job und nicht ihrer! Wenn er alleine leben würde, dann müsste er sich auch selbst um sie kümmern.

        Die beiden verlassen abends das Haus nicht mehr "weil wir unser Kind zuhause haben". Er ist nun genauso unselbständig wie hier. Ich denke, das gibt ihm das Gefühl, sein Verhalten uns gegenüber wäre für sie ok, das hat er mir gegenüber auch so geäußert.

        Angeblich sehen die beiden das aber nicht so und ich fände es nicht verkehrt, wenn sie ihm das auch mal sagen würden.....

        Das Haus zu verkaufen ist nicht so einfach. Es ist das Zuhause der Kinder, hier haben sie ihren Garten usw. Mal ganz davon abgesehen, das wir niemals schuldenfrei hier raus kämen, eine angemessene Wohnung keine 150€ günstiger wäre....und es wirklich ein endgültiges Ende für unsere Ehe bedeuten würde. Dafür bin ich nicht bereit. :-(

        • (30) 03.03.13 - 20:45

          Hallo,

          plötzlich möchte er alleine leben, denkt nur an sich, lässt sich von Mama bedienen...und wo bleibst du mit den Kindern? Ich glaube von ihm kannst du nichts mehr erwarten, jedenfalls glaube ich nicht, dass er sich nach so einem Ar...verhalten noch irgendwann besinnt und reumütig zurück kommt.

          Bitte geh mal zu einem Anwalt und lass ich bzgl. Unterhalt, Haus etc. beraten, nicht dass du dich in irgendetwas verrennst. Ich glaube nämlich nicht, dass er bei so einem Verhalten dir irgendwann eine Hilfe sein wird wenn du (finanzielle) Probleme kriegst und die werden kommen wenn du schon schreibst, dass du erst einmal im Haus bleibst und sparsam Leben musst. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

          Und frage dich mal, ob du so einen Waschlappen willst, der sich nicht mal um seine Kinder kümmern kann.

    Das Prinzip von Nähe und Distanz

    Das Prinzip von Nähe und Distanz besagt vereinfacht gesagt, dass in jeder Beziehung (sogar in Freundschaften oder familiären Beziehungen) eine gewisse Dynamik besteht, in der die beiden Beteiligten abwechselnd dem jeweils anderen entweder Nähe kommunizieren oder sich distanzieren. Nähe zeigt man z.B., indem man für den anderen etwas Gutes tut, ihm etwas Nettes sagt, auf seine Bedürfnisse eingeht, sich häufig meldet oder demjenigen auf irgendeine Weise seine Zuneigung beweist. Distanz zeigt man, indem man dem anderen z.B. die eigenen Grenzen aufzeigt, Kritik übt, sich mal eine Weile nicht meldet, oder auch schon dann, wenn man das ansonsten übliche Kommunizieren der Nähe einfach nur einmal weglässt.

    Das alles läuft prinzipiell fast immer unterbewusst ab. Allerdings lässt sich jede Handlung, die man in einer Beziehung gegenüber seinem Partner ausführt in einer mehr oder weniger starken Ausprägung entweder so einordnen, dass sie Nähe kommuniziert, oder eben, dass sie Distanz kommuniziert.

    Die Dynamik in der Beziehung entwickelt sich dann so, dass sobald ein Partner sich etwas distanziert, der andere dazu neigt, mit Nähe zu reagieren. Zeigt ein Partner in der Wahrnehmung des anderen zu viel Nähe, reagiert dieser mit Distanz. In einer gut funktionierenden harmonischen Beziehung hält sich diese Kommunikation von Nähe und Distanz bei beiden Partnern in etwa die Waage, d.h. beide Partner zeigen abwechselnd in etwa ähnlich viel Nähe und Distanz. Dabei läuft das ganze sehr subtil und eher unmerklich ab, häufig auch über die Körpersprache oder die Betonung, wie man etwas Bestimmtes sagt. Problematisch wird es für eine Beziehung dann, wenn sich hier ein Ungleichgewicht einschleicht, also ein Partner viel mehr Nähe zeigt, während der andere zunehmend distanziert reagiert. In der Folge kann sich dieses Ungleichgewicht immer stärker ausprägen, bis sich der distanzierende Partner von dem anderen trennt.

    Was nach einer Trennung passiert

    Trennt sich ein Partner und kommuniziert dem anderen somit eine extreme Form von Distanz, so reagieren die meisten Menschen aufgrund Ihrer Gefühle in dieser Situation instinktiv so, dass Sie eine extreme Form von Nähe zeigen. Liebesbekundungen, Hinterherlaufen, dem Ex-Partner Geschenke machen, Diskutieren, es dem Ex-Partner in Zukunft alles recht machen wollen, usw. sind alles Beispiele für die anschließende Kommunikation von extremer Nähe, die ich bei meinen Kunden nur allzu oft erlebe. Was sie damit allerdings fast ausnahmslos erreichen, ist eine weitere Distanzierung des Ex-Partners gemäß dem Prinzip von Nähe und Distanz.

    Je abweisender sich der Ex-Partner verhält, desto mehr läuft man ihm hinterher und desto mehr glaubt man, dass nur das Hinterherlaufen etwas bewirken kann - ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Tatsächlich ist in so einer Situation die Dynamik von Nähe und Distanz vollständig aus dem Gleichgewicht geraten und jedes weitere Zeigen von Nähe verfestigt nur dieses Ungleichgewicht und vermindert massiv die Chancen darauf, den Ex-Partner jemals zurückzugewinnen.
    (Quelle: Richard Tscherney)

    Vielleicht hilft es dir ein wenig #klee

    • (32) 04.03.13 - 07:03
      lieberunerkannt

      Ich denke, ich habe Dich verstanden.

      Zwischen seinem ersten und seinem letzten Auszug ist genau das von Dir beschriebene hier passiert. Dabei war vorher oft ich diejenige die mehr Distanz gesucht hat, gerade als die Kids so klein waren, das deren Bedürfnis nach Nähe meines voll ausgefüllt hat.

      Jetzt suche ich keine Nähe mehr, ich möchte gerade nicht mit ihm über uns reden. Ich weiß, das mag sich hier anders lesen, aber bei unserem letzten Treffen habe ich versucht sachlich zu sein, ich werde auch nie wieder betteln und vor ihm heulen.

      Danke.

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