Kinder faul, Partner boykottiert Erziehung

    • (1) 25.03.13 - 20:49
      allein auf weiter flur

      Hallo,
      um es richtig einzuordnen, ich bin keine übertrieben strenge Mutter, aber ich will mir auch nicht von den Kindern auf der Nase rumtanzen lassen.
      Meine Kinder (7 und 9) sind im Haushalt stinkefaul und beim Essen sehr schnäkig. An diesen beiden Baustellen will ich was verändern. Mein Mann arbeitet von zu Hause aus, d.h. er ist bei allen Mahlzeiten da und auch so viel präsent.
      Wann immer ich an den beiden oben genannten Themen arbeite fällt er mir in den Rücken.
      Selber Teller in die Spülmaschine räumen:" ach, lass' stehen". Wenn ein Kind nach Milch, Apfelsaft oder sonst was verlangt springt er sofort auf eund eilt um zu bedienen. (Witzigerweise sind die Kinder mit Wasser zufrieden, wenn sie sonst in den Keller gehen müssten um einen Saft zu holen.) Und wenn man gerade ein Glas Milch serviert bekommen hat, dann braucht man nicht augenblicklich ein zweites, und falls doch, kann man meiner Meinung nach selbst aufstehen, und zum Kühlschrank gehen.

      Wenn ich Irgendwas mit Vitaminen serviere ist die lautstarke Meinung meines Mannes "das essen sie doch eh nicht", statt dass man es einfach anbietet, und schaut was passiert. Nach so einem Kommentar essen sie es natürlich nicht. Wenn ich es kommentarlos hinstelle wird beiläufig und zu meiner stillen Freude schon mal zugegriffen. Zum Nachtisch bietet er IMMER Süßigkeiten in großen Mengen, ich habe nichts gegen ein kleines Tütchen Gummibären oder ein Stückchen Schokolade - gegen seine Mengen aber schon.
      Wenn ich Wäsche zusammenlege und dabei den Kindern die Socken überlasse, oder will, dass sie die Spülmaschine ausräumen, sagt er in scheinbar spaßigem Ton, dass man von so einem braven Kind wie xy sowas doch nun wirklich nicht verlangen könne... usw.

      Dabei geht es mir einfach nur um etwas Respekt und eine Ausgewogenheit innerhalb der Familie. Ich würde das erzieherisch auch problemlos erreichen, würde mein Mann nicht alles was ich sage in Frage stellen. Das regt mich so was von auf, und natürlich führt es zu Wortgefechten vor den Kindern. Die das wiederum für sich ausnutzen.

      Ich bin ganz sicher nicht dominant in der Familie, und will auch nicht alles bei den Kindern bestimmen. ABER: er sorgt dafür, dass sie keinen Finger krumm tun, und ich muss das ausbaden. Und das ärgert mich. Und den Kindern schadet es ja auch. Wenn sie keine Tischmanieren haben, nur Kohlehydrate essen, nicht gelernt haben, mit anzupacken oder mit kurzfristigen Frustrationen klarzukommen.

      Ich wünschte er wäre beruflich außer Haus, wirklich. Dann hätte ich mit den Kindern kaum Streitereien, weil es klar wäre, dass das was ich zu ihnen sage auch gilt. Theoretisch stimmt mir mein Mann ja zu, wenn wir darüber reden. Aber bei der nächsten Gelegenheit macht er wieder seine "Witze" und sorgt dafür, dass es bei uns einfach keinen Rythmus gibt, und alles täglich neu ausgehandelt werden muss....
      Das Problem ist aussichtslos, aus meiner Sicht.

      Dabei hängt der Haushalt komplett an mir, außer essensbezogene Kinderbefehle erfüllen und einkaufen trägt mein Mann nichts groß bei, außer ich mache ihm klare Ansagen. Und ihn will ich ja nicht auch noch erziehen, er ist erwachsen oder sollte es zumindest sein....

      Hat jemand Rat für mich? Oder mag mich trösten?
      :-(

      • Hallo, sei #liebdrueck
        Dein Mann weiß aber schon, das die Kinder euch auch irgendwann verlassen.
        Es wäre ja schön wenn sie dann so selbstständig wie möglich wären.
        Oder will er sie besuchen um bei ihnen zu putzen, oder sie zu bedienen.....

        LG

        Wortgefechte vor den Kindern sind da wirklich kontraproduktiv. Sie wissen ihren Vater "auf ihrer Seite" und kriegen ja mit, dass dein Mann dich in diesen Dingen gar nicht ernst nimmt. Der erste Schritt wäre doch wohl ein Gespräch unter vier Augen und am besten begründest du auch deine Erziehungsansätze. Es ist schon eure Aufgabe, eure Kinder zu lebensfähigen Menschen zu erziehen.
        Mein Mann hat sich am Anfang auch mit dem Abräumen schwer getan, das war auch ein Resultat von Zuhause, dies habe ich ihm abgewöhnt. Aber in seiner Familie war es auch Unsitte, dass die Mutter allein alles abgeräumt hat und die anderen Familienmitglieder wie die Ölgötzen sitzen blieben. Auf mich hat das einen wirklich schlechten Eindruck gemacht und den werden eure Kinder auf andere auch machen, wenn sie nicht lernen, dass Mithilfe etwas Selbstverständliches ist und zum Zusammenleben gehört. Du bist ja nicht der Arbeitssklave, das hat auch etwas mit Achtung und Respekt zu tun.

        Wenn dein Mann da nicht lernfähig ist, braucht ihr (vor allem er) eine Erziehungsberatung. Wobei es euch ja eher als Paar betrifft. Ich bin zwar der Meinung, dass man auch durchaus vor Kindern authentisch sein darf und auch eine Meinungsverschiedenheit ausfechten darf, aber bei euch scheint es doch auf Boykott hinauszulaufen.

        Die Arbeit, die deine Kinder liegen lassen, weil dein Mann nachgiebig ist, musst du erledigen. Das kann nicht sein und dies solltest du nicht mitmachen. Ich würde die Teller auch nicht wegräumen. Entweder lässt du sie stehen, bis man am Tisch nicht mehr speisen kann oder du verteilst sie auf Büro deines oder Zimmer deiner Kinder. Mein Mann kann auch immer gut alles liegen lassen, wenn es mich zu sehr nervt, bekommt er alles auf seinen Schreibtisch gelegt, dann räumt er auf. Seltsamerweise will er unseren Sohn aber dauernd zum Aufräumen drängeln....
        Sie wissen doch genau, dass du letztendlich die Doofe bist, die die Aufgaben dann erledigt.

        LG
        Rufinchen

      (5) 26.03.13 - 13:30

      Danke für Trost und Denkanstöße

      Ist wirklich blöd um sowas kämpfen zu müssen, er findet das einfach lustig.
      Aber wie so oft ist wohl die einzige Lösung darüber zu reden....

      Sorry aber dein Mann ist ne Vollniete und hat von ERziehund echt keine Ahnung!

      Ela

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