Scheiß depressionen ich kann nicht mehr....

    • (1) 09.04.13 - 09:47
      einfach müde

      Guten morgen, ich weiß falsches Forum aber ich möchte gerne Anonym bleiben.

      Ich leide seid ich 17 bin durch meine Kindheit an Depressionen war damals schon mal mit 13 Jahren 1 1/2 Jahre in einer Tagesklinik mit 17 ging es mir dann ganz schlecht wieder etwa so lange Tagesklinik und noch 1 Jahr ambulant in Behandlung seitdem versuche ich mein leben irgendwie in den Griff zu bekommen.

      Ich bin jetzt 26 Hausfrau und Mutter 2 bezaubender Kinder.
      Die Depressionen sind nicht das schlimme das schlimme ist die schlafstörung die ich davon habe.
      Sie ist anders als bei den meisten ich schlafe viiiieeeeellll länger und bin morgens durch nichts wach bzw. aus dem Bett zu kriegen so das es Tage gibt das ich es nichtmal pünktlich bis 9 in den Kindergarten schaffe.

      Der Große kommt dieses Jahr in die Schule das heißt ich muss pünktlich aus dem Bett kommen egal wie. Ich höre aber keinen Wecker habe Zeiten gehabt da habe ich 5 zeitversetzte nicht gehört unteranderem auch den Pc nicht der auf voller lautstärke 2 Stunden Musik gespielt hat.

      Ich habe jetzt ca. vier Monate antidepressiva genommen die auch immer kurzzeitig geholfen haben 2 verschiedene die etwa 10 tage geholfen haben dann nach dosiserhöhung nochmal 4 Tage danach nichts mehr. Von der 2. habe ich Medikamentenakne bekommen und diese dann auch abgesetzt da sie ja sowieso nicht mehr gewirkt haben.

      Ich bin einfach fertig ich weiß nicht mehr was ich machen soll wenn die Antidepressiva wenigstens dauerhaft wirken würden könnte mein Körper sich wieder dran gewöhnen. Ich habe dort in ein paar Wochen wieder einen Termin ( dauert immer so lange ) aber ich habe die befürchtung das ich wieder Antidepressiva bekomme die aber nur kurzzeitig helfen.

      Das einzige was mir noch einfällt ist evtl. eine Kur.

      Weiß hier vielleicht noch jemand einen rat?

      Danke

      Hallo Du,
      hmm...kann es sein, dass du die Antidepressiva immer zu schnell wieder absetzt bzw. nicht intensiv genug nach dem richtigen gesucht wurde?

      Ich habe die Info, dass gerade Antidepressiva längere Zeit brauchen, um wirklich ihre volle Wirkung zu zeigen. Das kann schon mal mehrere Wochen dauern. Zumal die ja eigentlich "eingeschlichen" werden. Also bis die richtige Dosis für dich gefunden wird, das kann schon mal länger als 3-4 Monate dauern. Und dann wird ja auch erst gemerkt, ob und wie es wirkt und wenn es nicht die gewünschte Wirkung zeigt, wird ein anderes Medikament versucht oder sogar eine Kombination von verschiedenen Medikamenten. Ist bei dir so vorgegangen worden?

      Nimmst du vielleicht Schlafmittel ein? Es ist schon merkwürdig, dass du morgens durch nichts wach wirst. Oder gehst du zu spät ins Bett? Wie viele Stunden Schlaf bekommst du denn pro Nacht?

      Und was sagt dein Arzt dazu? Hat der denn keine Idee, wie du dein Schlafproblem in den Griff bekommen kannst? Ggf. kann man den Arzt auch mal wechseln, wenn er nicht weiter kommt. Sich mal die Meinung eines anderen Arztes einzuholen, kann auch weiterhelfen.

      Alles Gute
      Suse

      • (6) 10.04.13 - 08:34

        Guten morgen habe es leider nicht früher geschafft zu antworten.

        Also ja antidepressiva brauchen eine Zeit bis sich die Wirkung zeigt ab 10 tagen stand in meiner Packungsbeilage habe es aber schon nach 8 Tagen gemerkt und konnte dann etwa 10 Tage ohne probleme aufstehen bis die Wirkung wieder nachließ. Dann wurde die Dosis erhöht und es gab nochmal 3 gute Tage oder so bis die Wirkung wieder nachließ.
        Danach bekam ich die neuen verschrieben die auch nur kurzzeitig geholfen haben von denen ich im ganzen Gesicht fürterlich Pickel bekommen habe.
        Ich vermute das ich beim neuen Termin wieder neue bekomme obwohl ich mir gar nicht sicher bin ob ich das will.

        Nein Schlafmittel nehme ich nicht :-D. Ich leg mich abends hin und wache morgens auf kein aufwachen zwischendurch. Unter der Zeit wo die Antidepressiva gewirkt haben bin ich auch Nachts 1-2 mal wach geworden. Ca. 22 - 23.00 Bett und bis ca. 7.00/8.00 (wenn ich glück habe).
        Heute zb. von 22.00-8.00 müsste also jedem normalen Menschen dicke reichen.

        Der Arzt meint außer den Antidepressiva (noch) nichts weiter dazu.

    Hast du einen regelmässigen Tagesrhythmus - soweit das mit zwei Kindern möglich ist?
    Kannst du abends immer etwa um die selbe Zeit ins Bett (+/- 30 Minuten)?
    Hast du etwas, das dir hilft dich vom Tagesgeschehen zu distanzieren und für die Nacht einzustimmen?
    Schläfst du genügend oder benötigt dein Körper mehr Schlaf, als du eigentlich zugestehst?
    Nimmst du andere Medikamente ein?

    Wie oben schon gesagt wurde, Antidepressiva entfalten ihre Wirkung meistens erst nach Monaten und werden langsam aufgebaut und angepasst.

    Natürlich kann es sein, dass das Medikament nicht das richtige für dich war, aber du müsstest auch etwas länger daran bleiben und die Effekte mit deinem Arzt besprechen, so dass er mit dir die Dosierung anpassen kann. Das geht auch über das Telefon.

    Bist du bei einem Psychiater - nicht Psychologen! - denn dieser ist Arzt und kann dementsprechend deine Behandlung begleiten und Medikamente verschreiben?
    Könntest du dich um regelmässige Sitzungen kümmern?

    Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass die Schlafprobleme von der Depression herrühren - hast du organische Ursachen ausgeschlossen?

    • (8) 10.04.13 - 08:39

      Guten morgen. Ja ich habe eigentlich einen sehr regelmäßigen tagesrythmus. Ich schlafe genug siehe antwort auf obigen Beitrag aber ja ich habe das Gefühl das ich (viel) mehr schlaf brauche.
      Keine anderen Medikamente.
      Ich bin momentan bei einem Neurologen.

      Ja das wäre auch noch eine möglichkeit.

      Ich war beim Hausarzt und habe mich durchschecken lassen. Auch die Schilddrüse wurde untersucht. Ich vermute aber mal da die Antidepressiva wirken das die Diagnose stimmt worüber ich schonmal froh bin denn die Ärzte haben mich schon weg geschickt mit den Worten da gibt es keine Krankheit.

      LG

Ich weiß nicht die Gründe für deine Depression und kann es daher nicht so beurteilen aber wie ich herauslesen kann, bist du Hausfrau und Mutter und schaffst, es schwer aufzustehen...

Ich kann dir nur ein bissel was empfehlen, ich selbst hatte ein Burn Out, ist natürlich nicht mit schweren Depressionen zu vergleichen...
Aber oft hilft es, wenn man schon Kleinigkeiten im Alltag ändert...

TU WAS FÜR DICH!!! Und zwar nur für dich, ohne Mann, ohne Kinder... tu was dir Spaß macht, mache Sport, lange Spaziergänge, du wirst sehen, die Natur hat magische Kräfte, tu was dir Spaß macht aber versauere nicht zu Hause, denn dadurch wird es nur schlimmer... hätte, wäre, wenn sollte Vergangenheit sein, die Vergangenheit kannst du nicht ändern... Schaue positiv in die Zukunft und gestalte dein Leben so wie du es möchtest-ohne Ausreden, ich kann ja nicht weil usw. ... !!! Das kann keiner für dich tun, du musst es selbst tun. Die Therapie ist natürlich ein wichtiger Teil und sollte dich noch lange begleiten.

Ansonsten wünsche ich dir alles erdenklich Gute!!!

Viele Grüße
#liebdrueck

  • (10) 10.04.13 - 08:44

    Danke für deine Antwort. Ich versuche das so gut es geht.

    Ich würde die Vergangenheit sehr gerne als Verganheit belassen aber sie lässt mich nicht in Ruhe :-). Außer mit dem schlafen würde ich sagen das es mir heute gut geht das Problem ist nur das ich das nicht einfach ändern bzw. selber in die Hand nehmen kann.

    Mit der Therapie müsst ich sonst echt nochmal in angriff nehmen.

    LG

mir hat viel Licht und Laufen geholfen.

(12) 09.04.13 - 11:24

Ich leide auch an Depressionen und habe das mit den Antidepressiva auch so erlebt, Die ersten Wochen erlebt man die Nebenwirkungen, dann geht es wirklich gut und dann wurde ich zunehmend müd er und müder.
Ich habe mein derzeitiges Antidepressivum und die Hälfte reduziert und jetzt geht es mir ganz gut. Ich darf nicht übermäßig gefordert werden und brauche mehr Schlaf als andere, aber es geht.
Wichtig ist Sport, Sport, Sport, das hat mir bis jetzt jeder Arzt gesagt.

Kur?

Nein. Therapie. Regelmäßig.
Dräng auf einen Notfalltermin bei deinem Doc. Schlafmangel macht die ganze Scheiße nur noch schlimmer.
Medis? Weiter probieren, immer weiter. Die sind so unterschiedlich, kann sein du musst 10 verschiedene testen bevor was hilft.

Zur Entlastung HIlfe anfordern? Babysitter, Eltern, Freunde...

Hallo.

Ich habe dazu eine ganz andere Meinung.

Bin kein Arzt und kann sagen, dass ICH (!) das für mich so machen würde:
Kein Antideptessiva, heilt nicht, unterdrückt nur die Symptome.
Geh zu einem guten Heilpraktiker.

Licht hilft, Dunkelheit auch.

Eine gute Therapie hilft auch zu verstehen, warum man depressiv ist.

Alle weiteren Tipps von mir sind sicher zu alternativ und hier nicht gewünscht.

Alles Gute.
palesun

PS: Mit Depressionen könnte ich übrigens keinen Sport machen.

  • Nur mal zu deinem PS...

    eben DAS ist der Teufelskreis. Man MUSS Sport machen, Sport hilft da wirklich - auch gegen die Schlafstörungen. Man kann sich aber oft einfach nicht aufraffen; es ist unheimlich schwer, sich dazu durchzuringen. Hat man es aber geschafft, erziehlt man auch Erfolge.

    (16) 09.04.13 - 21:19

    "Kein Antideptessiva, heilt nicht, unterdrückt nur die Symptome."

    Aha.

    #augen

(17) 09.04.13 - 21:14

Hast du schon mal an Vitamin D-Mangel gedacht? Denn anders als bei "regulären" Depressionen kommt bei einer Depression aus diesem Mangel (die es öfter gibt, als man denkt, google mal) eher ein ständiges Schlafbedürfnis hinzu während man ansonsten, bei der "normalen" Depression zwar "platt" ist, aber nicht schlafen kann.

Seit ich konsequent darauf achte, gerade im Winter, zusätzlich Vitamin D zu mir zu nehmen, habe ich keinerlei Probleme mehr mit depressiven Phasen.

LG
Ch.

  • (18) 09.04.13 - 23:14

    Auch bei einer regulären Depression gibt es sogenannte atypische Symptome. Es geht nicht alles nach Lehrbuch, gerade bei psychischen Krankheiten spielen verschiedene Einwirkungen auch eine Rolle.

    Ich finde es gut, dass du auf eine weitere Möglichkeit hinweist, wie ich gesagt habe, könnte es auch organische Ursachen haben, es ist also von Vorteil das gesamte Bild zu sehen, aber ohne anzufangen Symptome nach Lehrbuch zu bewerten, den ein erhöhtes Schlafbedürfnis durch die Depression muss im gesamten Bild auch enthalten sein, um es dann durch einen Arzt ausschliessen zu können.

    (19) 10.04.13 - 08:47

    Nein daran hatte ich noch nicht gedacht. Aber dann müsste es ja im Sommer besser sein oder? Dann hätten aber doch auch die Antidepressiva nicht gewirkt!?

    Aber auf die Sonne freu ich mich so oder so :-).

    LG

    • (20) 10.04.13 - 19:02

      "Dann hätten aber doch auch die Antidepressiva nicht gewirkt!?"

      So wie ich informiert bin, wirkt sich Vitamin-D-Mangel auf den Serotoninspiegel oder auf die Aufnahme des Serotonins aus. Und viele Antidepressiva setzten ja genau da an.

      Sprich vielleicht mal mit deinem Arzt darüber.

      LG
      Ch.

(21) 09.04.13 - 22:14

Hi,

hast du mal nachgedacht, ob du das leben,das du jetzt hast, wirklich willst?
Mit 26 war ich fern davon, Hausfrau und Mutter zu sein.
Depressionen sind mir nicht fremd. Als ich 17 war, hatte ich die auch, dann kamen die ganzen anderen Probleme: Essstorungen, Magersucht, Angstphobien....
Konnte oft nicht aufstehen.
Mit Tabes hab ich das nicht weggekriegt.
Mit 26 lag ich den ganzen Tag im Bett und konnte nicht essen.
Heute bin ich 40 und es geht mir gut.
Ich habe meinen Glauben zu Gott gefunden und das kann auch Dein Weg sein.
Versuche in dein Innerstes zu gehen und mit dir selbst zu kommunizieren.
Ich spreche nicht von Kirche und Christus, sondern von der Kraft die in Dir inne wohnt.
Die innere Stimme sagt, was du tun sollst und ob dein Weg richtig ist.
Gehe mit dir selbst ins Gericht und dann geht es dir besser.
Manchmal tut Selbstehrlichkeit weh, aber sie ist immer der Weg zur Heilung.
Dann solltest du das kritisieren, was du an dir nicht magst, dich selbst lieben lernen und dir selbst am nexten stehen.
Wie willst du mit deiner Depression und der mangelnden Selbstachtung, Deiner ggfs. vorhandenen Destruktiven Denkweise, Deinen Kindern ein Vorbild sein?
Lebe wegen Deinen Kindern in Verplichtung und innerer Ordnung und gehe, falls du es allein nicht schaffst, zu einem Heiler.
Die Tabletten kannst du sowieso vergessen, die helfen dauerhaft nicht und machen nur verwirrt. Suche Dir lieber ein paar echte Freunde, die dir weiterhelfen...

Gute Besserung!

  • (22) 09.04.13 - 23:20

    "Die Tabletten kannst du sowieso vergessen, die helfen dauerhaft nicht und machen nur verwirrt. Suche Dir lieber ein paar echte Freunde, die dir weiterhelfen..."

    Tabletten können starke Symptome in den Griff kriegen, so dass es möglich ist, das Problem an der Wurzel zu packen oder nicht-medikamentöse Hilfe zu finden. Manche Menschen brauchen allerdings diese Tabletten lange und auch das kann Teil der Behandlung sein.

    Man kommt nicht mit ein paar Freunden einfach aus einer Depression, vor allem nicht dann, wenn es nicht nur eine Phase ist oder von Umweltbedingungen oder organischen Ursachen bestimmt. Ausserdem sollten Freunden auch nicht die Verantwortung aufgebürdet werden, eine erkrankte Person zu "heilen".

    Mal abgesehen davon ist es mit diesem lapidaren Satz auch nicht getan... also wirklich!

    Manchmal sollte man solche unqualifizierten Aussagen, wie in deinem Beitrag vorhanden, bei so einem heiklen Thema einfach zu unterlassen.

Es gibt so verschiedene Typen und bei manchen ist die Depression morgens am schlimmsten, weil der ganz Tag wie ein riesengroßer, unüberwindbarer Berg vor einem liegt, wo man sich nicht vorstellen kann, dass man darüber kommt. Die Psyche schützt sich vor dieser Angst sozusagen, indem sie einen nicht wach werden lässt.

Und nachts, wenn eigentlich Schlafenszeit ist, ist man noch nicht müde, weil man a) spät aufgestanden ist und/oder b) Angst vor der Leere und der Dunkelheit der Nacht hat.

Meiner Meinung nach lässt sich das auch nicht mit Medikamenten lösen.

Was man braucht, sind Rituale, an denen man sich entlanghangeln kann. Die "Macht der kleinen Schritte" sozusagen.

Ich kenne das auch, ich bin zwar nicht depressiv (aber ich war es mal vor vielen, vielen Jahren). Allerdings ist mein Mann gerade in einer akuten Phase und hier läuft vieles nicht normal. Mein Mann ist von der Sekunde an, wo er aufsteht, große Angst, dass er zu spät zur Arbeit kommt und meine Tochter zu spät zur Schule. Er hat deswegen Bettflucht und steht dann manchmal um 5 Uhr morgens auf, obwohl wir erst um 7:30 Uhr das Haus verlassen. Er ist dann hektisch, fängt an zu drängeln, und wenn er seine Geduld verliert, dann wird er auch fies und lässt blöde sarkastische Sprüche, kommentiert alles, was wir machen und am Ende fängt er an, die Kinder anzuschreien und manchmal sogar auch mich.

Nun, ich hatte auch - welch Wunder - eine zeitlang Einschlaf-, Durchschlaf- sowie Aufwachstörungen. Jeden morgen hat mein Gehirn mir gesagt:Nein, ich will nicht aufstehen, ich will nicht aufwachen, nicht schon wieder diesen Stress!

Ich habe dann auch versucht, meinem Mann in der Situation zu sagen, wie schrecklich das für uns alle ist. Aber er fühlte sich voll im Recht. Gegen irrationale Ängste kommt man nicht an. Und dann hat er mir vorgeworfen, dass ich ihn nicht vor den Kindern kritisieren soll.

Ich wusste nicht mehr, wie ich das aushalten sollte und irgendwann bin ich nicht mehr aufgestanden. (Das war dann aber schon auch der Tiefpunkt, kurze Zeit später wollte ich mich von ihm trennen.)

Jedenfalls wollte ich nur sagen, dass ich jetzt morgens wieder aufstehen kann, weil ich es mal so gemacht habe, dass ich meinen Mann mal in die Ecke gesetzt habe und gesagt habe: Heute mach ich das alles mal so, wie ICH das für richtig halte und DU machst nur das, was ich dir sage. Und siehe da, wir hatten viel weniger Stress, die Kinder waren viel ruhiger und wir sind NICHT zu spät gekommen.

Ich habe ihm gesagt, wenn wir bis 7:30 Uhr nicht fertig sind, steht es ihm frei, sich abzuseilen und mit dem Bus zur Arbeit zu fahren, so dass ER auf jeden Fall pünktlich kommen wird.

Dann habe ich gesagt, dass ich etwas später aufstehen werde als er und die Kinder. Die Kleine ist eh in 5 Minuten mit dem Frühstück durch, die Große braucht ca. 15 Minuten, denn sie muss langsam wach werden. Wenn ich mich an den Esstisch setze, mache ich als erstes meine Lieblingsmusik an. Kein Radio, erst recht kein Fernsehen, sondern meine Wohlfühlmusik auf CD. In der Zeit frühstücken die Große und ich ohne Hektik. Mein Mann und die Kleine haben es immer besonders eilig, die können sich dann oben im Bad schon mal fertig machen.

Ich suche meiner Großen die Kleidung heraus und achte darauf, dass sie sich beim Anziehen nicht wieder wegträumt. Dabei kann ich mich in Ruhe fertigmachen und ich höre auch im Bad wieder Radio, was mein Mann hasst (er hat ja auch noch Tinnitus).

Die Kleine zieht sich selber an und da sie sehr schnell ist, kann ich ihr zur Not auch noch zurufen, dass sie sich nochmal umziehen muss, wenns nicht passt.

Mein Mann schmiert die Brote fürs Lunchpaket, ich kümmere mich um Sportzeug und sonstige Spirenzchen sowie Handschuhe, Mütze, Schal, Sonnen- oder Wettercreme.

Ich räume den Tisch ab und später die Küche auf. Der Trick ist, dass mein Mann keinen Leerlauf hat, wo er dann auf blöde Gedanken kommt. Wenn er was tun hat, denkt er gleichzeitig auch, dass wir auch die ganze Zeit in Bewegung sind.

Ich habe ihm auch schon mal gesagt, dass die Krawatte nicht passt, oder dass er schon mal das Auto freikratzen soll, oder dass er mir die Pfandflaschen ins Auto tragen soll.

Natürlich, seine Angst hat was mit der Angst vor dem Kontrollverlust zu tun. Und pünktlich bei der Arbeit anzukommen ist für ihn ein Zeichen, dass er alles im Griff hat. Aber Fakt ist, wenn ihm keiner die Aufgaben zuteilt, wächst ihm alles über den Kopf. Wenn er die Kinder so drängelt und anschreit, sind die Kinder geradezu gelähmt und mögen sich auch gar nicht mehr bewegen, aus Angst, etwas falsch zu machen.

Hätte ich ihm früher gesagt, dass ich 20 Minuten in Ruhe frühstücken will und dann noch 30 Minuten im Bad brauche, hätte er früher rumgezetert (Wie stellst du dir das vor? Wir sind vier Leute!! Und als Mutter als letztes aufstehen - wo gibt es denn sowas??)

Aber wie man sieht, es läuft doch. Die ersten 5 Minuten geht es mir immer beschi..., aber ich weiß ja, dass es besser wird, wenn ich meinen ersten Kaffee getrunken habe.

Und meine Große ist so froh, weil es ihr auch so geht, dass sie morgens nicht aufstehen mag. Das ist für sie total wichtig, dass man dieses Gefühl erst nimmt. Sie muss das ja auch lernen, wie man dieses "Morgengrauen" überwindet. Mit solchen Sprüche wie "Das Leben ist nun mal kein Zuckerschlecken." hat mein Mann ihr sicher auch keinen Gefallen getan.

Wenn ich ganz übel genervt bin, hör ich von Tim Bendzko "Ich hab heut keine Zeit, ich steh erst auf, wenn ich aufgewacht bin..." Das hilft mir auf jeden Fall! oder auch sehr schön "Wann reißt der Himmel auf" von Silbermond.

  • (24) 10.04.13 - 08:52

    Danke für deine Antwort. Ich habe jetzt echt die Idee das ich mich irgendwie belohne fals ich vor sagen wir mal 7 aufstehe. Ich muss mir noch überlegen was aber das wäre echt eine Idee. Eine sache die ich nur dann bekomme wenn ich es schaffe.

    #winke

    • (25) 12.04.13 - 19:46

      Ja, aber das müsse dann echt was sein, was du dir zeitnah gönnst, also z. B. direkt nachdem du die Kinder weggebracht hast. Irgendwas, worauf dich freuen kannst.:-)

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