Partnerin will zweites Kind - ansonsten Trennung

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    • (1) 13.04.13 - 06:13

      Hallo,
      Wir (meine Partnerin, Dipl.-Psych., und ich sind beide 41) haben einen 14 Monate alten Sohn und sind nicht verheiratet. Meine Partnerin möchte unbedingt ein Geschwisterchen für den Kleinen - so schnell wie möglich - da die biologische Uhr ziemlich laut tickt mit 41. Bei mir ist es so, daß ich mir zwar schon Kinder gewünscht habe, aber eigentlich damit noch paar Jahre gewartet hätte, da ich durch einen Streit in meiner Familie und berufliche Probleme kurz nach dem Start der Beziehung ziemlich aus der Bahn geworfen wurde.

      Die Beziehung würde ich als Achterbahn bezeichnen, es gibt nicht zuletzt wegen dieses Themas, aber auch schon früher wegen des ersten Kindes und den Problemen mit Beruf und meiner Familie immer wieder ewig lange Diskussionen und Auseinandersetzungen, die dann doch oft laut, heftig und verletzend ablaufen, während wir beide sonst eher Leisetreter sind und versuchen, in normalen Situationen freundlich und vernünftig miteinander umzugehen. Auch Trennung stand schon zur Diskussion, aber durchgezogen haben wir das nicht.

      Aktuell stehen bei uns viele große Fragen im Raum - wo wir hinziehen, ob wir in der Stadt wohnen bleiben oder aufs Land ziehen, berufliches. Grundsätzliche Fragen eben mit kleinem Kind. Zudem sind wir beide gerade zeitlich aus beruflichen Gründen für ca. 3 Wochen sehr eingespannt.

      Ich hatte vor etwa einer Woche nach Gesprächen über die Wahl unseres neuen Zuhauses und Wohnortes „Muffensausen“ bekommen und befürchtet, daß ich durch meine eigene Entscheidungslosigkeit in dem recht umfangreichen Thema in eine Lebenssitutation komme, die ich mir so nie gewünscht habe. Ich habe also davon geredet, daß wir über „alles“ noch einmal reden sollten, wenn wir die Projekte durchgezogen haben - hatte aber nicht definiert, was „alles“ ist.

      Vorgestern gab es zweimal Streit aus anderem Zusammenhang. Gestern hat sich dann geklärt, was offensichtlich der eigentliche Grund war - sie hat es die ganze Woche mit sich rumgetragen, daß sie dachte, daß ich mit „alles“ vor allem den bisherigen Entschluss revidiert hätte, ein zweites Kind zu bekommen. Sie hatte nach ihrer Aussage nicht nachgehakt, da sie befürchtetete, daß ich das meinte. Die anderen Punkte waren gar nicht mehr relevant. Ich hatte es vor allem so gemeint, daß ich keine wichtigen Entscheidungen treffen möchte, wenn wir gerade beruflich total eingespannt sind und halt alles auf die Zeit nach den Projekten verschieben wollte, um den Kopf frei zu haben. Das schließt für mich ein, nicht über die aktuelle Wohnsituation und Wohnort zu diskutieren, aber eben auch nicht „im Vorbeigehen“ ein Geschwisterchen zu machen. Es stimmt halt gerade nicht richtig für mich.

      Nun hat sie mich im Streit vor die Wahl gestellt - entweder Trennung (weil ansonsten wäre ja ihr Lebenstraum zerstört) oder ein zweites Kind mit ihr. Sie beschwört, daß die Ursache der Streitigkeiten vor allem ihr immer wieder enttäuschter Wunsch nach dem ersten (und jetzt zweiten) Kind war. Und daß alles besser wird, wenn ich mich drauf einlasse.

      Ich bin gerade hin- und hergerissen. Sehe die guten Seiten an ihr und viele Gemeinsamkeiten. Aber auch, daß mich die ewigen Streitigkeiten ziemlich zermürbt und mein Selbstbewußtsein angegangen haben. Und daß vielleicht auch meine Vorstellungen von einer gemeinsamen Zukunft anders sind als ihre und auch an die vielen harten Worte, die gefallen sind. In jedem Fall will ich mich aber auch nicht auf so einen Deal einlassen - das kann aus meiner Sicht nur böse enden und ich bin nachher der Dumme (und natürlich die beiden Kinder, wenn’s denn klappt). Trennung ist aber auch schwierig, schon wegen unseres Kleinen. Irgendwie hab ich das Gefühl, daß der Kleine eh in jedem Fall der Verlierer ist. Wenn wir uns trennen, weil es kein Geschwisterchen gibt, wächst er wegen des Alters der Mama und fehlender neuer Beziehung als Einzel- oder Patchwork-Kind ohne richtigen Papa auf. Wenn ich mich darauf einlasse, geht die Beziehung kaputt, da ich das Gefühl habe, daß ich zu kurz gekommen bin und meine Wünsche nicht eingeflossen sind und manche Probleme in unserer Beziehung dann immer noch nicht wirklich gelöst sind. Ich also meine sonstigen Lebensträume vergessen kann, da es dann auch nicht mehr wirklich wichtig ist, meine Wünsche zu berücksichtigen. Wenn alles in unserer Beziehung stimmen würde, hätten wir nicht solche Diskussionen und alles wäre ganz einfach - ist ja nicht so, daß ich grundsätzlich ein Problem mit einem zweiten Kind hätte. Aber so??

      Was meint ihr zu dieser ziemlich verfahrenen Situation??

      • (2) 13.04.13 - 07:03

        Guten Morgen!

        Langer Text aber ich bin durch. Ich kann deine Partnerin voll und ganz verstehen. Ihre Uhr tickt verdammt laut und du bist sicher nicht jünger als 40 oder? Das es einem gestandenem Mann da noch so schwer fällt eine Entscheidung zu treffen finde ich traurig. Im Endeffekt geht es nur um eins. Liebst du sie? Oder nicht? Nach diesem Gefühl würde ich beide Entscheidungen treffen, also die wegen dem Kind und eben gehen oder bleiben. Sie hat keine Zeit mehr auf DICH zu warten! Alles andere ist Kindergarten ganz ehrlich!

        Werd erwachsen!

        • Das nenne ist ja mal eine erwachsene Entscheidung, dass wenn man sich für ein weiteres Kind entscheidet, die Beziehung beendet. Die zwei haben ein gemeinsames Kind. Bei manchen Kommentaren hier bei urbia muss man sich wirklich wundern.

          Das hat wirklich, aber auch rein gar nichts mit erwachsen werden zu tun.

          • Das nenne ist ja mal eine erwachsene Entscheidung, dass wenn man sich NICHT für ein weiteres Kind entscheidet, die Beziehung beendet. Die zwei haben ein gemeinsames Kind. Bei manchen Kommentaren hier bei urbia muss man sich wirklich wundern.

            Das hat wirklich, aber auch rein gar nichts mit erwachsen werden zu tun.

            • Aber die Partnerin hat es doch ganz klar vorgegeben. Sie möchte ein 2. Kind und wenn er nicht mitzieht dann erfolgt halt eine Trennung.

              Ob sie es dann durchzieht oder ihn nur zu einer bewussten Entscheidung PRO oder CONTRA provoziert, dass vermag hier keiner zu sagen.

        Ich finde auch, dass der ganze Text ziemlich unreif wirkt und eben leider nicht als hätte ihn ein Mann von 41 Jahren geschrieben der mit beiden Beinen im Leben steht.

        Deine Partnerin bezieht klar Stellung, das heißt sie weiß was sie möchte und deine Aufgabe ist es nun eine Entscheidung zu treffen.

        Ich geh mal ganz stark davon aus, dass deine Partnerin sich deiner Unentschlossenheit bewusst ist und daher den Druck erhöht um dich zu einer Entscheidung zu drängen.

        Sie hat rein biologisch gesehen nicht mehr alle Zeit der Welt um Schwanger zu werde und demnach auch nicht dich noch ewig über irgendwelche Dinge seniren zu lassen.

        Mach dir eine Liste. Zieh dich zurück und werde dir klar darüber was du noch erwartest und was nicht.

        Was schätzt du an ihr?

        Was war der Grund für dich dem ersten Kind zuzustimmen? Was spricht jetzt gegen ein 2.?

        Ich wünsche euch alles gute und eine vernünftige Lösung.

        Lg
        Jeannine

    Ich muss mich hier leider meiner Vorschrieberin/meinem Vorschreibern anschließen!

    Dein Text wirkt, als hätte ihn ein 20jähriger geschrieben...#augen

    Lg
    Nina

    Guten Morgen,

    ich glaube, wenn du auf dich selber hörst, dass du ein NEIN meinst, aber deiner Freundin zuliebe gewillt wärst, ein weiteres Kind wegen der biologischen Uhr einzugehen.

    Was ist Dein Lebenstraum? Ich finde, an Trennung zu denken, wo man doch gerade ein gemeinsames Kind bekommen hat, weil der Partner nicht ad hoc nach legen möchte mit einem 2. Kind, nicht erwachsen von deiner Freundin.

    Solche Entscheidungen für ein weiteres Kind sollte man nicht unter Druck machen, anscheinend tut dir diese schlechte Stimmung auch nicht gut, ansonsten würdest du anders fühlen. Biologische Uhr hin oder her...

    Vielleicht nehmt ihr es beide mal als Schicksal einfach hin, dass ihr euch zu spät kennengelernt habt für eine Kinderschar und freut euch, dass ihr euch doch noch rechtzeitig kennengelernt habt, um ein gemeinsames Kind heranzuziehen.

    Ich kann dir nicht sagen, wie mein Leben sich gestaltet hätte, wenn ich früher meinen Mann kennengelernt hätte, ob wir mehr Kinder zusammen hätten oder, wenn ich keine Kinder bekommen hätte, ob wir den Lebensweg zusammen bestritten hätten. Aber ich hätte mich niemals von meinem Mann getrennt, weil ich noch weitere Kinder hätte haben wollen. In allem was ich tue, habe ich stets meinen Mann und mein Kind im Blick und auch deren "Lebensträume", das ist für mich auch Familie. Euch scheint zur Zeit nur das Kind zu verbinden, weil keiner den anderen wirklich sieht.

    Alles Gute für Euch,

    Joana

    Guten Morgen,

    Eigentlich ist es im Endeffekt in aller Kürze gesagt.

    Ihr müsst Euch gemeinsam nochmal hinsetzen und in aller Ruhe über Eure Zukunft als Familie sprechen. Jeder muss dem Partner gegenüber etwaige Zugeständnisse machen und Kompromisse schließen.
    Deine Frau ist 41, da tickt die biologische Uhr wirklich.

    Geht ein Beispiel durch wenn nun wirklich ein Geschwisterkind im Anmarsch wäre.
    Ist es wirklich in dieser Situation unmöglich ein weiteres Kind zu bekommen?

    Unterschätzt Deine Frau die Herausforderungen mit einem weiteren Kind?
    Ihr müsst ehrlich zu Euch selber sein und nicht auf Eurem Standpunkt pro/contra Kind beharren.
    Wenn es jedoch noch mehr Reibungspunkte in der Beziehung gibt, wird auch ein 2. Kind diese nicht in Wohlgefallen auflösen.

    Also nochmal: Reden, alles auf den Tisch bringen, auch die kleinsten Kleinigkeiten.

    Und für solch ein Gespräch solltet ihr einen "Termin" machen. Ja, hört sich vielleicht erstmal total absurd an, ist es aber nicht. Jeder kann sich im Vorlauf Gedanken machen, sich vielleicht Stichpunkte notieren und keiner von Euch wird mit dem Gespräch überfallen, ins kalte Wasser gestoßen, sozusagen.

    Das wäre meine Idee um Klarheit in Eure Beziehung zu bringen.

    LG, Lena

    Hallo,

    " Die Beziehung würde ich als Achterbahn bezeichnen, es gibt nicht zuletzt wegen dieses Themas, aber auch schon früher wegen des ersten Kindes und den Problemen mit Beruf und meiner Familie immer wieder ewig lange Diskussionen und Auseinandersetzungen, die dann doch oft laut, heftig und verletzend ablaufen, während wir beide sonst eher Leisetreter sind und versuchen, in normalen Situationen freundlich und vernünftig miteinander umzugehen. Auch Trennung stand schon zur Diskussion, aber durchgezogen haben wir das nicht"
    Keine Fragen sondern Taten!!!!
    Zieh es endlich durch....auch deinem Kind zuliebe...
    l.g loganmum

    Nur Mut. Du möchtest es auch irgendwie und irgendwann. Wenn du häufiger Probleme mit dem Treffen von Entscheidungen hast, dann überlass das doch deiner Partnerin.

    Hab Vertrauen und mach sie schwanger.

    #herzlich

    Simone

hallo,

entgegen der meisten antworten hier von den usern würde ich dir nicht zu einem zweiten kind raten um die beziehung zu retten.

ein kind bedeutet verantwortung und veränderung, das kann man mit einem nicht vergleichen.

mir scheint als würde es der einzige punkt sein das deine partnerin bei dir bleiben würde.

für MICH ganz klar:
ich würde kein kind in die welt setzen wenn meine beziehung nicht harmonisch sein würde. was draus wird und wie lange sie bestand hat weis man nie, aber eine zeugung würde für mich harmonie und stimmigkeit bedeuten und keine achterbahnfahrt mit streit, verletzenden worten usw.

im eigentlichen hast du dich glaube schon entschieden. setzt euch zusammen, rede sachlich über deine bedenken und tue ihr NICHT NUR einen gefallen das du sie glücklich stimmst.

vg

(14) 13.04.13 - 08:42

Ich kenne die Situation von der anderen Seite.

Nach einer Therapie weiß ich dass ich mit meinem Kinderwunsch meinen Partner unter großen Druck gesetzt habe. Und ich behaupte das tut fast jede Frau mit lauter biologischer Uhr. Aber umso mehr, je unsicherer und entscheidungsunfreudiger der Partner ist.
In der Therapie erfuhr ich dass Männern in der Situation nicht klar ist, dass dieser Druck ihnen zu groß ist. Sie fühlen sich unwohl und stellen die Beziehung in Frage. Fluchtgedanken bis zur Umsetzung.

Dir muss klar sein wie stark in Deiner Partnerin die Emotionen toben. Ohne Kind hat sie das Gefühl versagt zu haben und kein ganzer Mensch zu sein. Deswegen ist sie so radikal und droht mit Trennung.

Deine Partnerin WIRD anders sobald ein zweites Kind unterwegs ist. Sie wird ausgeglichener und die Beziehung gewinnt wieder an Qualität.

Deine Zweifel an den Umständen verstehe ich sehr gut. Aber da ist für mich nichts dabei, was nicht lösbar ist. Da Du nichts von existentiellen Geldproblemen schreibst könnten die anderen Themen ja auch später geklärt werden.

Probleme mit Beruf und Familie haben nichts mit Deiner Partnerin zu tun. Lösen muss man die Probleme selbstverständlich, aber von der Kinderfrage trennen.

Ihr habt keine Jahre mehr um die Kinderfrage zu klären. Das Fehlbildungsrisiko steigt enorm und dass es überhaupt klappt wird auch schwieriger. Diese Entscheidung kannst Du meiner Meinung nach nicht vertagen. Nicht mit einer Partnerin in dem Alter.

Wenn Du sie wirklich liebst dann geh in Dich und klär für Dich ohne andere Themen zu berücksichtigen nur die eine Frage: möchtest Du ein zweites Kind?

Wenn ja klärt sich der Rest auch. Ganz sicher.

Alles Gute!!

Wenn du partout kein weiteres Kind willst, solltest du dich m.M.n. besser trennen bzw. deine Partnerin ziehen lassen.

Ich bezweifle zwar, dass sie auf die Schnelle einen Mann findet, mit dem sich ihr Kinderwunsch noch realisieren lässt...aber Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten, und das ist ja auch nicht dein Problem.

Kurze Erklärung, warum ich dir zur Trennung rate: Eure Beziehung hört sich für mich definitiv nicht so gefestigt an, dass sie ein weiteres (und dann auch noch von dir ungewolltes) Kind verkraftet...

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