Kann man Depressionen vorspielen? Vorsicht lang.

    • (1) 22.04.13 - 11:34
      kruschka

      Nicht das Ihr denkt ich vertraue meinem Mann nicht, aber diese Diagnose und Ihre familiären Folgen beschäftigen mich sehr.
      Mein Mann ist seit Beginn seiner Selbstständigkeit(2011) im Ausland sehr im Stress.Die Geschäfte laufen von Anfang an nicht gut, wir haben gemeinsam ca.20000€ investiert.
      Das Geld ist weg, nichts läuft seitdem hat er megaschlechte Laune,ist unmotiviert.
      Ich habe von Anfang an gegen die Selbstständigkeit geraten da sein Bruder, welcher die Geschäfte im Ausland führt schon immer faul war.
      Nun ja, seit einem Jahr ist er sehr geschafft.Sein Vollzeitjob in Deutschland läuft so lala,die Firma befindet sich in Insolvenz.
      Seit ca.5 Monaten geht er zum Psychologen.Seit 1 Monat gehe ich mit, jetzt machen wir eine Paartherapie.
      In diesen Std.,sitzt er da wie ein Häufchen Elend.
      Und nun mein Problem:
      Ist er bei seiner Familie - ist er das blühende Leben, auch 14 Tage am Stück.Jeden Tag unterwegs, alles kein Problem.
      Das gleiche Verhalten wenn wir Besuch haben.Und das ist oft.
      Als sein Kurantrag bewilligt wurde sprang er in die Luft und sagte "Super 5 Wochen Urlaub".
      Niemanden erzählt er von den Depressionen.Auch nicht von der Paartherapie.
      Mein Mann ist icht sonderlich beliebt bei Kollegen, er ist auch nicht nett.
      Sehr laut und schreit gerne wie sein Vater.
      Der Psychologe sagte zu mir : Mein Mann hätte das Gefühl ich unterstütze ihn nicht genug.
      Aber diese mir geht es so wahnsinnig schlecht Tour führte er nur beim Psychologen auf.
      Neben Arbeit und Kind sowie schlecht gelauntem Ehemann habe ich auch nicht die Kraft
      ihn zu massieren und zu entspannen...Ich glaube ihm auch nicht.
      Er wollte nur nach Deutschland Geld verdienen. Er möchte mit 50 aufhören zu arbeiten (jetzt42)Die Selbstständigkeit sollte ihm finanzielle Unabhängigkeit bringen.
      Mit niemandem kommt er aus.Hat in 10 Jahren 10x die Arbeitsstelle gewechselt.
      Ich fühle mich schlecht weil ich ihm die Depression nicht abnehmen.
      Aber es nervt mich gewaltig seit 2 Jahren einen Stinkstiefel daheim zu haben.
      Vielleicht mag ja jemand etwas dazu sagen.

      • (2) 22.04.13 - 11:59

        Hallo,

        es ist sehr schwierig, dass so allein aus deinem Text zu beurteilen.

        Ich möchte dir daher nur ganz kurz zu meiner Situation schreiben:

        Ich leide schon viele Jahre unter Depressionen, diagnostiziert und behandelt (Antidepressiva, Reha, Psychotherapie) wird seit ca. 1 Jahr.

        Niemand aus meinem Umfeld (Familie ausgenommen) hätte je vermutet, dass ich unter Depressionen leide! Warum? Ganz einfach: wenn es mir sehr schlecht geht, gehe ich nicht raus. Außer meinem Mann u. meinem Kind sieht mich so nie jemand anderes.

        Wenn wir zu Feiern o.ä. eingeladen sind und ich mitgehe, bin ich lt. meinem Mann "eine ganz andere". Das ist manchmal ganz automatisch, dass ich diese "Maske" aufsetze, manchmal aber auch, weil es mich entspannt, unter Leuten zu sein. Dann habe ich für diesen Moment gute Laune, lache und genieße die Zeit. Niemand würde da je vermuten, was "los ist".

        Das heißt aber nicht, dass ich deshalb die Depression vorspiele und zum Glück weiß mein Mann das, denn er kennt die andere Seite.

        Fakt ist - und das ist leider das Einzige, was ich dir dazu sagen kann - jemand der depressiv ist, ist nicht automatisch jeden Tag weinerlich, schlecht gelaunt, mißmutig und unglücklich etc.

        Das dein Mann niemandem von der Depression u. der Therapie erzählen möchte, kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Ich gehe damit auch nicht hausieren. Du siehst, ich schreibe selbst hier anonym, obwohl mich hier niemand persönlich kennt. Das ist bei mir Teil meines Krankheitsbildes - ich habe die Krankheit noch nicht gänzlich als solche akzeptiert.

        Vielleicht kannst du ja mal einen Termin mit dem Psychologen ausmachen, zu dem du alleine gehst und dieses Verhalten/Problem und deine Bedenken besprechen.

        Denn WENN dein Mann unter Depressionen leidet, dann wäre es für ihn sicherlich ganz schlimm, dass du ihm nicht glaubst. Ich weiß nicht, wie ich das letzte Jahr durchgestanden hätte, hätte ich nicht das volle Verständnis meines Mannes gehabt...

        LG

      (4) 22.04.13 - 12:19

      Hallo,

      Ich selber 23 w habe Depressionen und ich denke es ist wirklich schwer so etwas zu verstehen wenn man es selber nicht hat .

      Aber dein Mann wird dir nichts vormachen und bitte sprich so etwas nie vor Ihm an das du diese vermutungen hast das kann sehr verletztend sein und vielleicht noch sein vertrauen zu dir beschädigen.

      Wenn man starke Depressionen hat dann kann man nicht einfach mit jedem darüber reden schon gar nicht mit seiner eigenen Familie deswegen verhält er sich zu seinem Phsychologen anders weil er ein außenstehender ist und bei ihm die Gedanken die er ihm anvertraut sicher sind.

      Es ist auch vollkommen normal das er sich bei seinen Freunden und bei Familie anders verhält wer möchte schon das jemand mitbekommt das man Depressionen hat lieber probiert man es doch zu vertuschen um nicht drauf angesprochen zu werden.

      Es ist schwierig mit solch einen Menschen umzugehen wie du schon geschrieben hast.

      >Aber es nervt mich gewaltig seit 2 Jahren einen Stinkstiefel daheim zu haben.<

      Am besten ist es in solchen momenten dran zu denken das es nicht an dir liegt sondern dein Mann hat ein problem das er leider auch öfter an dir auslässt weil du Ihm mit am nähsten stehst er kann seine Depressionen dir nicht anvertrauen daher lässt er das mit seinen launen herraus was Ihm mit sichherheit später auch wieder leid tut.

      Vielleicht fragst du mal nach einer Einzelstunde beim Phsychologen ohne dein Mann und erzählst ihm deine sorgen um dein Mann er kann dir bestimmt helfen damit besser zurecht zukommen .

      lg

    • (5) 22.04.13 - 13:38

      hallo.

      eine depression zu haben ist ein heikles thema. hinter einer depression steht ja immer einer oder mehrere gründe. eine depression kommt nicht einfach so von heut auf morgen.

      sieh dich an ... dein mann hat eine depression diagnostiziert bekommen und du glaubst ihm nicht mal!

      ich war letzten sommer auch depressiv. ich saß in der arztpraxis vor meinem therapeuten und hab nur geheult. ich konnte nicht sprechen. ich habe mich geschämt. geschämt dafür, das ich komplett überfordert war. das ich meine ganze lebensplanung in zweifel gezogen hab. das ich nie hätte eine familie gründen sollen. das ich mich nach der zeit ohne verantwortung zurückgesehnt habe ... guck mich an. ich bin eine bald dreifache berufstätige mutter mit einem umwerfenden partner und einem schicken haus ... ich habe alles, was glücklich macht ... und genau das trieb mich in meine depression. ich war auch immer die gute-laune-person, immer einen spruch auf den lippen. niemand hat je mitbekommen, wenn es mir schlecht geht. niemand hat mich gesehen, als ich im bett gelegen hab und geflennt hab und am liebsten einfach von der erde verschwunden wär. niemanden haben meine gefühle und ängste interessiert. DACHTE ICH! dieses stück selbsterkenntnis und meine akzeptanz mir selber gegenüber haben mich aus dem loch befreit, in das ich mich aufgrund meiner an mich gestellten ansprüche geschubbst hab.

      mach dir bewusst, wie schwer es ist, schwäche zu zeigen. für männer vielleicht noch schwerer als für frauen! jeder mensch hat wahrscheinlich angst davor, sich schwach und hilflos zu fühlen. angst davor, verletzt zu werden. es ist immer einfacher, den starken und überlegenen macker zu spielen ...

      soweit ein kleiner einblick in meine psyche. vielleicht hilft es dir ja, deinen mann ein wenig zu verstehen.

      lg a.

      (6) 22.04.13 - 22:49

      Aggressionen sind ein Zeichen für eine Depression. Du bist nicht informiert. Aber einen depressiven Ehepartner kann man auch verlassen.

      Gruß

      Manavgat

    • (7) 23.04.13 - 07:29

      Hallo.

      Ich würde auch sagen, dass du es nicht so einschätzen kannst. Nicht böse gemeint, aber wenn du mit dieser Last nicht leben kannst, dann trenn dich. Du wirst es nie verstehen. Er kann sich nicht ändern, weil er es nicht steuern kann. Und dadurch kannst du ihm nicht glauben.

      Du musst jetzt für dich wissen, was du mitmachst und was nicht. Ich hatte einen Alkoholkranken Mann, den habe ich verlassen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Durch dieses Problem kamen viele dazu. Und das wollte ich nicht mehr mitmachen.

      Viel Glück.

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