Nun hab ich resigniert - aber es tut soo weh!!!!

    • (1) 23.04.13 - 20:29
      Meagainstalcohol

      Hallo Zusammen

      Hab hier schon geschrieben weil mein Freund wieder trinkt. Ich weiss ihr habt mir schon damals gesagt, dass ich gehen soll/muss.

      Dennoch hab ich bis heute gehofft, gebettelt, gedroht... Ach was weiss ich noch alles.

      Jedenfalls kam ich heute zu ihm, waren verabredet und er lag schlafend auf dem Sofa. Bierfahne. Nein, war ja nur eines bei einem Geschäftsessen.

      Dann öffne ich den Kühlschrank und stosse auf eine offene Bierdose!

      Er wurde sauer, stritt alles ab und ich konnte einfach nicht mehr!!!

      All die Lügen, die leeren Versprechungen!!! Er wusste dass ich komme und trinkt kurz vorher.

      Ich bin einfach gegangen. Nun sitze ich hier und heule mir die Augen aus. Ich liebe ihn so sehr!!!! Morgen ist sein Geburtstag und ich tue ihm das an. Es tut so weh, es zerreisst mich. All meine Träume zerplatzt.

      Ich möchte am liebsten zurück fahren, ihm sagen, dass es mir leid tut. Aber ich halte diese ewige Unsicherheit nicht mehr aus, diese ewige verdammte Angst.

      Ich kann nicht mehr. Aber ohne ihn kann ich auch nicht. Und ich habe Angst um ihn!!!!

      Traurige Grüsse

      • Hallo!

        Was bitte tut Dir leid, dass Du zurückfahren willst?????

        Bitte glaub mir, Du hast keine Chance gegen seine Sucht. Er muss kapitulieren und aussteigen wollen. Du kannst Kopfstände machen, betteln, wütend werden, abhauen, zurückkommen...es nützt NICHTS! Gar nichts!

        Das Einzige, was Du tun kannst:
        Dich selbst schützen, indem Du gehst. Was aus ihm wird, liegt nicht in Deiner Hand. Nur in seiner.

        Und da ist es auch völlig egal, ob er morgen Geb. hat. Er hat sich heute für seine Sucht entschieden, für das Bier, nicht für Dich.

        Das Gute ist, man kann jeden Tag neu entscheiden, welchen Weg man geht.

        Was würdest Du Deinem Kind raten, wenn es später mit einem Alkoholiker zusammen ist und so leidet wie Du jetzt?

        Dass es bleiben soll? Leiden? Weinen? Hoffen? Bangen?
        Oder gehen? Gut zu sich sein?

        Du bist genauso süchtig wie er, co-abhängigkeit, süchtig nach ihm. Aber Du kannst entziehen.

        Es gibt eine gute Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern, vielleicht wäre das etwas für Dich, dort findest Du Menschen in Deiner Situation, die Dich verstehen und zeigen, dass es geht, dass es geht sich dem Süchtigen zu entziehen.

        (http://www.al-anon.de/)

        Ganz liebe Grüße!
        #liebdrueck

        (3) 23.04.13 - 21:03

        "Ich möchte am liebsten zurück fahren, ihm sagen, dass es mir leid tut"

        Mach dir keine falschen Hoffnungen...Das wirst du auch.
        Wenn nicht Heute,dann Morgen.Und du wirst ihm immer wieder alles glauben,nur um den lieben Frieden zu wahren.So lange,bis er dich kaputtgemacht hat oder nicht mehr trinkt.Aber dann ist das Vertrauen dauerhaft gestört und dadurch treten dann andere Probleme auf.
        Eigentlich ist eure Beziehung jetzt schon kaputt,selbst wenn der Alkohol irgendwann kein Thema mehr sein sollte.

        Ich will dich übrigens nicht angreifen,ich bin den Weg selber schon gelaufen.

        Alles Gute!

        >>>Aber ohne ihn kann ich auch nicht.<<<

        Doch, kannst du.

        >>>Und ich habe Angst um ihn!!!!<<<

        Verständlich, aber das bringt überhaupt nichts, so lange er selber keine Angst um sich hat.

      • Meine Mutter hat das mit ihrem 2ten Mann durch - er trank als Quartalstrinker nur alle paar Monate, auch mal über ein Jahr nicht, aber wenn dann tagelang heftigst bis ins Delir.

        Nach drei Jahren ist sie ausgezogen. Das ist nun sieben Jahre her.

        Sie sind noch verheiratet und sehen sich regelmässig, er hat auch Rückfälle jedoch lange nicht mehr in der Ausprägung.

        Denn er ist sehr traurig dass sie ausgezogen ist und wünscht sich sehr dass sie wieder zusammenziehen. DAS tut meine Mutter jedoch erst wenn er mindestens drei Jahre trocken war. Hat einmal beinahe geklappt.

        Was ich meine - wenn Du bleibst wird er nichts ändern. Warum auch.

        Wenn Du gehst vielleicht auch nicht - aber die Wahrscheinlichkeit ist größer!

        Ohne Leidensdruck gibt es keinen Grund für ihn etwas zu ändern, logisch, oder?!

        LG, katzz

        Weshalb tut es DIR leid ?
        Was tust du IHM an?

        ER ist doch derjenige der ein Alkoholproblem hat, sich und dich belügt, Versprechen bricht, sich nicht an Abmachungen hält, dein offenbar grenzenloses Vertrauen und deine Gefühle mit Füßen tritt!

        Mach doch bitte endlich die Augen auf (ja den letzten Beitrag von dir hatte ich auch gelesen). So wie jetzt wird es auch noch in 1, 5, 8 Jahren sein... Er muss ja nicht an sich arbeiten und sich vor sich selbst und dir schämen um endlich mal wieder auf die Füße zu kommen. Das nimmst du ihm alles ganz bequem ab indem du ihm tausende Chancen gibst. Oder besser gesagt, du lässt dich einlullen, du lenkst immer wieder ein und entschuldigst dich bei ihm dafür das du sauer wirst wenn er sich nicht an seine Versprechen hält. Das ist für ihn bequem, so wird er nie den Anstoß finden sich zu ändern

      • Es ist bewundernswert, wie stark du bist und warst.

        So viele Frauen sitzen dem (Irr)Glauben auf, die Liebe zu einem Mann sei wichtiger als zu sich selbst. Und dann arbeiten sie sich ab an einem Menschen, dem sie leider doch nicht helfen können und dessen Probleme sie mit kaputt machen. Sie können nie in der Gegenwart sein - entweder schmerzen häßliche Geschichten aus der Vergangenheit (Versprechungen, Lügen etc.) oder sie befinden sich in irgendeiner Zukunft...der Tag, an dem der Mann endlich so weit sein wird, sein Problem, seine schlechte Eigenschaft, überwunden haben und der Mann sein wird, den sie eigentlich wollen.

        Darüber geht etwas Kostbares verloren: Das Leben. Das Leben ist hier und jetzt. Der Moment, wo man sein kann.

        Ich will damit nicht sagen, dass man einem Menschen, den man liebt, nicht helfen soll, wenn es ihm schlecht geht. Aber es gibt Momente, wo man erkennen muss, dass man nicht helfen kann.

        Auch Retter (Feuerwehr, Bergwacht etc.) beachten, dass sie sich bei ihren Rettungsaktionen NICHT SELBST IN GEFAHR BRINGEN.

        Davon können wir Frauen, denen man das Sich-Aufopfern ja einbleut, viel lernen.

        Und der Schmerz?

        Wenn du bei ihm geblieben wärst, hättest du viel Schmerz erlebt. Jetzt verlässt du ihn und das ist schlimm, ganz viel Schmerz. Aber es ist ein Schmerz, der dich weiterbringt. Du weißt was, du willst: und das, was er da macht, ist es leider nicht.

        Viel Kraft

        Ich würde dir raten zu gehen und auch weg zu bleiben. Ich hatte das gleiche mit meinem Exfreund, er hat getrunken, wurde dann aber sehr aggressiv oder hat mich mit Worten verletzt, am Ende hat er auch gerne mal zugeschlagen.
        Er hat so oft versprochen nichtmehr zu trinken, denn hieß es, er hört langsam damit auf. Da hieß es dann "Ich trink nurnoch am Wochenende ... und Mittwoch, weil Mittwoch ja Bergfest ist." Donnerstag wurd denn aber auch schonwieder getrunken, weil ist ja ein Tag vorm Wochendende ... Es wird sich einfach nichts ändern. Nach der letzten Trennung (da hat er bemerkt, dass es mein ernst ist) hat er mir das blaue vom Himmel versprochen, er hätte sich ja jetzt geändert und alles würde so toll werden, dass wird dein Freund sicher auch machen aber: Hör nicht drauf ! Wenn er es bis jetzt nicht bemerkt hat, dann wird er das auch später nicht.

        Ich weiß von meinem Ex, dass er bei der Freundin, die er nach mir hatte, genauso drauf war.
        Hat alles nichts genützt. Wir haben uns so oft getrennt und ich bin immer wieder zurück zu ihm. Bis zum letzten mal, da hab ich nur meine Sachen geholt und bin gegangen, war garnicht so einfach.

        Aber die Wochen danach hat jeder Mensch, der mich nur etwas kannte gesagt, dass ich seitdem (die wussten nicht, dass ich mich getrennt hab) plötzlich so fröhlich wirke und wie ausgewechselt.

        Mir ging es in der Zeit mit meinem Exfreund immer so schlecht und trotzdem bin ich immer wieder zurück. Es ist schwer, aber wenn man es einmal hinter sich hat ist man so unglaublich erleichtert. Kein Biergeruch mehr, keinen betrunkenen oder kotzenden Kerl, keine Lügen, kein Streit. Manchmal ist es einfach besser zu gehen, als die Beziehung um jeden Preis retten zu wollen.

        Lass lieber einen anderen kommen, der dich denn auch Verdient hat.

        (9) 24.04.13 - 00:57

        Du hast nicht resigniert.
        Resignation hätte bedeutet, jahrelang so weitermachen, abwarten, leiden, hoffen, dass er sich ändert.
        Du hast erkannt, dass es so nicht weitergehen kann, du hast dein Leben in die Hand genommen und eine schmerzliche Entscheidung getroffen.
        Sei stolz auf dich!

        (10) 24.04.13 - 07:25

        Ich danke euch für die lieben Antworten!

        Tief im Innersten wusste ich gestern einfach plötzlich dass es so keinen Tag mehr weiter geht! Ich bin ja selbst trockene Alkoholikerin und ich musste erkennen, dass ich mich selbst in Gefahr bringe wenn ich bleibe.

        Da war nämlich manchmal der Gedanke ach, was solls, nehme ich halt auch was... UND DAS WILLICH NICHT!!!!! Ich habe lange und hart gekämpft um seit Jahren trocken zu sein, hab mich zurück ins Leben gekämpft. Von ganz unten. Hab wieder einen Job, Schulden abbezahlt etc.

        Zwar zerreisst es mich, und ich habe die ganze Nacht geheult. Wie ich nun darüber hinwegkommen soll weiss ich auch nicht. Lange hatte ich nach meinem gewalttätigen Ehemann, der mich bedroht, eingesperrt, geschlagen und mir die Haare abgeschnitten hat mein Herz verschlossen.

        Nun bin ich erneut am Boden. Aber ich will leben!

        Zwar habe ich Angst, rückfällig zu werden, wieder nach zu geben. Aber ich bin in Therapie und besuche eine Selbsthilfegruppe.

        Aber im Moment zerreisst mich der Schmerz. Keine Ahnung wie ich heute auf Arbeit gehen soll. Möchte mich nur verkriechen und nie mehr aufstehen.

        Aber wie meine Oma mir immer gesagt hat: mögest Du die Kraft haben, die Dinge anzunehmen, die Du nicht ändern kannst, den Mut, zu verändern was Du ändern kannst - und die Weisheit, zu unterscheiden!

        Danke, dass ich mich hier ausheulen darf, das hlift mir. Sonst hab ich niemanden zum Reden :-(

        Lg

        • Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für Deinen Weg. Du hast schon so viel geschafft, Du bist so stark, Du wirst auch damit fertig.

          Denke immer daran: jeder Berg, wie hoch er auch immer ist, kann nur dann bestiegen werden, wenn man immer einen Fuß vor den anderen setzt. Du hast den ersten Schritt getan, die weiteren werden folgen.

      Hallo, ich war 17 Jahre mit einem Alkoholiker zusammen, habe die Trennung nicht einen Tag lang bereut und ihm geht es wunderbar, auch wenn ich weg bin.
      Er hat sich selber für ein Leben ohne dich und mit dem Alkohol entschieden. Brich den Kontakt ab und sei froh, dass du nicht verheiratet bist und keine Kinder von ihm hast (so wie ich, sehe ihn deshalb immer noch ständig :().
      Wenn du es alleine nicht schaffst, geh zu einem Therapeuten oder einer Selbsthilfegruppe www.al-anon.de, sonst wirst du selber noch krank, wenn du es noch nicht bist.
      Liebe Grüße

      (13) 24.04.13 - 09:56

      Hallo ihr Lieben

      Nochmals ganz herzlichen Dank für euren Zuspruch! Ich kann gar nicht sagen wie gut mir das tut!

      Er hat mich jetzt heute Morgen angerufen, sich entschuldigt, erneut Besserung versprochen - bla, bla, bla.

      Ausserdem meinte er, er hätte eine Krise, weil uns offenbar am Sonntag jemand in der Stadt gesehen hat als wir uns geküsst haben. Nun würde sich seine Noch-Frau nicht mehr bei ihm melden und das mache ihm halt Mühe.

      Hallloooo??? Er ist seit Monaten ausgezogen, hat mir ewige Liebe geschworen und jetzt ist er am Boden weil sich seine Frau nicht mehr täglich bei ihm meldet!!! Das hat mich noch einmal tief verletzt. Wie oft habe ich ihn gefragt, ob er vielleicht im Innersten doch noch sie liebe und wenn das so sei er besser zu ihr zurückkehren würde. Ich habe ihm auch immer gesagt, dass ich das akzeptieren und ihn in Liebe gehen lassen würde.

      Aber dieses ewige Versteckspiel, während er bei meinen Eltern und Freunden anerkannt ist kann ich einfach nicht mehr mitmachen.

      Nun habe ich dennoch indirekt Schuldgefühle, weil er wegen mir nun Probleme mit der Familie hat. Andererseits war es ja seine Entscheidung, die Beziehung mit mir einzugehen, oder?

      Ich will nicht mehr länger der "Grund" für seine Abstürze sein, mich anlügen, verleugnen etc. lassen.

      Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Aber ich weiss nun umso mehr, dass ich stark bleiben muss. Habe ihm zum Geburtstag gratuliert und nur gesagt, er solle sich mit seiner Frau aussprechen. Dann habe ich aufgelegt. Zum Glück konnte ich die Tränen bis nach dem Gespräch zurückhalten. Ein kleiner Rest von Stolz ist mir geblieben.

      Oder bin ich tatsächlich schuld an dem Desaster??? Mir dreht sich hier alles und ich weiss nicht mehr wo oben und unten ist :-(

      Verdammt, ich liebe ihn so sehr. Aber es wird keine Zukunft für uns geben. Wie ich über das hinwegkommen soll - keine Ahnung.

      lg

      • Fühle Dich gedrückt!

        Nein, Du bist an überhaupt nichts schuld!!!

        Das alles, was Du aufzählst, sind alles Entscheidungen, die Dein Freund sein Leben betreffend getroffen hat. Es liegt in seiner Verantwortung, dafür auch gerade zu stehen. Wenn er das nicht kann, ist es ebenfalls ganz alleine sein Problem.

        Sieh es positiv: Du hast die Verantwortung für Dein Leben übernommen. Damit bist Du einen ganzen Schritt weiter als Dein Freund.

    Bitte rede dir nie ein, dass du ohne einem Mann nicht leben kannst.

    Im Moment mag diese Vorstellung unmöglich sein, du denkst du könntest niemals glücklich sein, aber du irrst dich.

    Eine Trennung wird weh tun, nicht nur einige Tage, vielleicht Monate, aber mache dein persönliches Glück nicht von diesem Mann abhängig.

    Bist du denn jetzt glücklich? Bist du glücklich mit ihm wenn er betrunken auf der Couch liegt? Sicherlich nicht und genau das solltest du dir vor Augen halten.

    Natürlich machst du dir Sorgen um ihn, aber lass diese Sorgen nicht dein Leben bestimmen.

    Sprich mit ihm, sage ihm das du so nicht weiter mit ihm leben möchtest. Biete ihm Hilfe an, aber gib nichts mehr auf leere Versprechungen. Sucht gemeinsam Anlaufstellen, vereinbart gemeinsam Termine bei Suchberatungsstellen oder bei seinem Arzt.

    Du musst ihn noch nicht aufgeben, aber gib auch dein Glück nicht auf.

    Alles Gute!

    • (16) 24.04.13 - 12:47
      Meagainstalcohol

      Danke Dir #liebdrueck

      Ich habe ihn in diesem Sinne nicht aufgegeben. Sprich, wenn er mich um Hilfe bitten sollte, werde ich ihm diese selbstverständlich nicht verwehren.

      Aber es muss eben von ihm kommen - ich kann ihm den Willen nicht eintrichtern. Das weiss ich aus eigener, leidvoller Erfahrung. Ich ganz alleine musste wollen. Und da ich das tat, war es mir möglich, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen und heute suchtfrei zu leben.

      Mit dem Schmerz muss ich halt irgendwie klar kommen - und auch mit der Angst, dass er die Kurve nicht kriegt. Aber ich muss einsehen, dass ich hilf- und machtlos bin. Wenn er trinken will dann wird er es tun. Solange bis ER nicht mehr will.

      Traurig, aber so ist es wohl.

      Alles Liebe

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